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140 % Rendite mit dem ATX und was dahintersteckt
140 % in drei Jahren: Der österreichische ATX hat den MSCI World abgehängt. Doch die starke Rendite hat eine Kehrseite.
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140 % in drei Jahren: Der österreichische ATX hat den MSCI World abgehängt. Doch die starke Rendite hat eine Kehrseite.

Österreichs Leitindex ATX hat in den vergangenen drei Jahren die großen internationalen Indizes deutlich abgehängt.
Der ATX Total Return hat von September 2023 bis September 2026 laut finanzen.net 140,5 % zugelegt. Beim Total Return werden neben den Kursgewinnen auch ausgeschüttete Dividenden mitgerechnet. Der S&P 500 kam im selben Zeitraum auf 76,5 %, der MSCI World auf 72,8 % und der DAX auf 64,7 %.
Was das für Dein Geld bedeutet: Angenommen, Du hattest vor drei Jahren 10.000 € in einen ETF auf den MSCI World investiert. Daraus wären bis heute rund 17.300 € geworden. Mit dem gleichen Startbetrag im ATX wären es dagegen rund 24.000 €, also etwa 6.700 € mehr.
Zum starken Plus des ATX haben vor allem österreichische Banken und Versicherungen sowie Industrie- und Energieunternehmen beigetragen. Wenn Du in den ATX investierst, profitierst Du außerdem von einzelnen Aktien, die zuletzt außergewöhnlich stark gestiegen sind. Dazu gehört der Leiterplattenhersteller AT&S: Seine Aktie legte laut finanzen.net allein im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 500 % zu.
Im ATX stecken nur 20 Unternehmen. Einzelne Aktien und Branchen können seine Entwicklung deshalb viel stärker beeinflussen als bei einem breit gestreuten Weltindex. Läuft eine stark gewichtete Aktie oder eine wichtige Branche schlecht, kann das den gesamten Index deutlich nach unten ziehen. Bei einem breit gestreuten Weltindex verteilt sich Dein Geld dagegen auf zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen. Dadurch bist Du deutlich weniger von einzelnen Aktien und der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes abhängig.
Beim MSCI World verteilst Du Dein Geld auf mehr als 1.300 Unternehmen aus verschiedenen Industrieländern. Im ATX konzentrierst Du Dich dagegen auf einen, vergleichsweise kleinen Aktienmarkt.Das kann sich auszahlen, wie die vergangenen drei Jahre zeigen. Es funktioniert aber auch in die andere Richtung: Schwächeln wichtige österreichische Unternehmen oder ganze Branchen, trifft Dich das mit einem ATX-ETF stärker.
Die 140,5 % Rendite sind deshalb kein Beleg dafür, dass der ATX das bessere langfristige Investment ist. Sie zeigen zunächst nur, welcher Markt in den vergangenen drei Jahren besonders gut gelaufen ist.
Wenn Du bereits einen breit gestreuten Welt-ETF hast, ist die ATX-Rally kein Grund zu wechseln. Denn damit würdest Du daraufsetzen, dass österreichische Aktien auch in Zukunft besser laufen als der Weltmarkt.
Das Problem: Du weißt heute nicht, ob der ATX in den kommenden drei Jahren weiter so stark wächst. Vielleicht liegen dann andere Länder oder Branchen vorn. Die bisherige Rendite von 140,5 % ist deshalb kein Versprechen für die Zukunft. Wenn Du jetzt einsteigst, profitierst Du nicht nachträglich von den vergangenen Kursgewinnen , trägst aber das Risiko, dass sich der Trend wieder dreht.
Genau deshalb empfehlen wir Dir für die langfristige Geldanlage breit gestreute Welt-ETFs wie den SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66) oder den Vanguard FTSE All-World (IE00BK5BQT80).
Um in einen Aktien-ETF zu investieren, benötigst Du ein Depot: Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis empfehlen wir Dir Traders Place. Weitere sehr günstige Depots findest Du bei Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital (Free Broker), Comdirect Pure Depot und Trade Republic.
Unser Rat: Lass Dich von der starken Entwicklung des ATX nicht zu einem vorschnellen Einstieg verleiten. Mit einem breit gestreuten Welt-ETF bist Du langfristig solider aufgestellt, als wenn Du auf den Gewinner der vergangenen drei Jahre setzt.
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