Tipps & Tricks

6 Girokonto-Kostenfallen: Hier zahlst Du ordentlich drauf

Beim Girokonto kann es an Stellen teuer werden, die Du kaum auf dem Schirm hast. In diesen sechs Fällen geht's richtig ins Geld.

Josefine Lietzau • Banken & Payment
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650 € fürs Kontopaket, 6 € für einmal Geldabheben, 0,50 € für jede Lastschrift: Was nach einzelnen Ausreißern klingt, kann sich schnell auf mehr als 100 € extra im Jahr summieren. Wir haben uns den BaFin-Kontovergleich für Dich angeschaut und zeigen Dir an konkreten Beispielen von Banken sechs Kostenfallen beim Girokonto:

1. 780 € im Jahr: So teuer kann ein Kontopaket werden

65 € im Monat = 780 € im Jahr und nicht mal eine Kreditkarte inklusive: So teuer ist Revolut Ultra bei monatlicher Zahlung. Fairerweise steckt hinter Ultra mehr als ein Girokonto: Im Preis sind viele Zusatzleistungen enthalten: Unter anderem höhere Abhebungslimits, Währungsumtausch, Versicherungen, Partner-Abos, Lounge-Zugang und eSIM-Daten. Aber die musst Du auch wirklich nutzen, damit sich der happige Preis rechnet. Selbst beim günstigeren Jahresabo für 650 € zahlst Du in fünf Jahren 3.250 €.

Unser Rat: Lass Dich nicht von einer langen Liste an Premium-Extras blenden. Entscheidend ist, was Du davon tatsächlich brauchst.

2. 240 € im Jahr fürs klassische Konto

Keine Extras für 20 € im Monat und trotzdem ein dreistelliger Jahrespreis: Beim “be premium”-Konto der Oberbank werden laut BaFin-Vergleich 20 € pro Monat für die Kontoführung fällig. Das sind 240 € im Jahr.

Wenn Du Filiale und persönliche Beratung kaum nutzt, zahlst Du hier vor allem für Leistungen, die Du nicht brauchst. Überweisen, bezahlen und Geld abheben bekommst Du bei anderen Konten schließlich für einen Bruchteil davon, teilweise sogar ohne Kontoführungsgebühr. Doch dazu später mehr.

3. 6 € fürs Geldabheben und das am eigenen Automaten

6 € Gebühr, nur um an Dein eigenes Geld zu kommen: Beim GiroKonto Direkt der VR-Bank Main-Rhön kann eine Auszahlung am eigenen Geldautomaten laut BaFin 6 € kosten.

Das läppert sich: Hebst Du zweimal im Monat für 6 € ab, sind 144 € im Jahr weg – nur dafür, dass Du Dein Geld von Deiner eigenen Bank bekommst. Wenn Du regelmäßig Bargeld brauchst, solltest Du solche Gebühren deshalb besonders im Blick haben.

4. Mindestens 6 € am fremden Geldautomaten

Beim Girokonto der Sparkasse Erlangen kosten bestimmte Abhebungen mit der Debitkarte an fremden Automaten 2 % des Betrags, mindestens aber 6 €.

Besonders ärgerlich ist die Mindestgebühr bei kleinen Beträgen: Hebst Du nur 50 € ab, können 6 € Gebühr fällig werden. Damit zahlst Du nochmal 12 % obendrauf, nur fürs Abheben.

5. Selbst einzelne Buchungen können Geld kosten

Miete, Strom, Handyvertrag und jedes Mal verdient deine Bank mit? Beim “Haspa Girokonto klassisch" kosten Dauerauftragsausführungen und Lastschriften jeweils 0,50 €.

Klingt nach Kleingeld, ist es aber schnell nicht mehr: Bei 20 solcher Buchungen im Monat kommen 120 € im Jahr zusammen. Ziemlich happig für Zahlungen, die auf Deinem Konto ganz automatisch durchlaufen sollten.

6. Bis zu 90 € im Jahr für eine Gold-Kreditkarte

Beim S-Girokonto Klassik der Weser-Elbe-Sparkasse kostet eine Visa- oder Mastercard Gold 90 € im Jahr. Und damit muss noch nicht Schluss sein: Beim Geldabheben oder Bezahlen in Fremdwährung können je nach Karte weitere Gebühren dazukommen.

Die 90 € kannst Du Dir sparen: Unsere Kreditkarten-EmpfehlungenEasybank Visa, Bank Norwegian Visa, Hanseatic Bank Genialcard, Awa7 Visa und Deutschland Kreditkarte Classic kommen ohne Jahresgebühr aus. Gerade wenn Du die Extras einer Gold-Kreditkarte nicht brauchst, gibt es also wenig Grund, jedes Jahr so viel allein für die Karte zu zahlen.

So tappst Du nicht in die Kostenfalle

Auch wenn die Kosten nicht immer gleich so drastisch ausfallen müssen wie bei den von uns ausgewählten Beispielen: Es gibt genügend gute Alternativen, bei denen Du sehr niedrige Kosten hast. 

Im aktuellen Finanztip-Vergleich liegt das Norisbank Top-Girokonto vorn. Ebenfalls empfehlen wir das Girokonto der Consorsbank und das Santander BestGiro Online:

  • Beim Norisbank Top-Girokonto zahlst Du keine Kontoführungsgebühr, wenn regelmäßig mindestens 500 € im Monat eingehen oder Du unter 30 bist. Sonst werden 3,90 € im Monat fällig. Die Girocard ist kostenlos
  • Beim Consorsbank Girokonto brauchst Du dafür 700 € monatlichen Geldeingang. Erreichst Du den nicht, kostet das Konto 4 € im Monat. Bist Du unter 31, entfällt die Kontoführungsgebühr ebenfalls. Visa-Karte und Girocard gibt es ohne Jahresgebühr
  • Auch das Santander BestGiro Online gehört zu unseren Empfehlungen. Enthalten sind u.a. Visa-Debitkarte und Girocard laut Entgeltinformation ohne jährliches Kartenentgelt

Welches der Konten am besten zu Dir passt, hängt aber nicht nur von der Grundgebühr ab. Schau auch darauf, was Karten kosten, wo Du kostenlos Bargeld bekommst und welche Gebühren im Ausland anfallen. 

Fazit

Die Beispiele zeigen vor allem eins: Die eine entscheidende Girokonto-Gebühr gibt es nicht. Ein Konto mit 0 € Grundgebühr kann durch andere Gebühren teuer werden. Umgekehrt kann ein Konto für 20 € im Monat Leistungen enthalten, für die Du sonst separat bezahlen würdest. Überleg deshalb zuerst, wie Du Dein Konto tatsächlich nutzt: 

  • Brauchst Du oft Bargeld?
  • Zahlst Du regelmäßig außerhalb des Euroraums?
  • Willst Du eine Girocard? Oder erledigst Du fast alles digital? 

Erst dann kannst Du die tatsächlichen Kosten sinnvoll vergleichen. Bei all dem hilft Dir unser Girokonto-Vergleich.

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Von Josefine Lietzau, und Martha Falkenburger
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