Tipps & Tricks
AV-Depot mit zwei ETFs: Reicht das?
Ein Welt-ETF, ein Anleihen-ETF: So will Quirion Dein Geld anlegen. Wir zeigen Dir, ob das Konzept überzeugen kann.
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Ein Welt-ETF, ein Anleihen-ETF: So will Quirion Dein Geld anlegen. Wir zeigen Dir, ob das Konzept überzeugen kann.

Für den chancenorientierten Teil ist ein weltweit gestreuter Aktien-ETF vorgesehen: der Vanguard FTSE Global All Cap mit 0,07 Prozent laufenden Fondskosten pro Jahr. Dazu kommt ein währungsgesicherter globaler Anleihe-ETF mit 0,08 Prozent. Mindestens im ersten Jahr soll das Standarddepot jedoch komplett kostenfrei sein, wie Quirion uns bestätigte – Quirion erlässt dann auch die laufenden Fondskosten beider ETFs.
Quirion verspricht zudem automatisches Rebalancing, persönliche Betreuung und ein Angebot ohne Abschlussgebühren und Provisionen. Welche Kosten nach dem kostenfreien ersten Jahr anfallen, ist bislang aber noch offen.
Die niedrigen Fondskosten sind ein Pluspunkt. Denn jede Gebühr, die jährlich aus Deinem Depot verschwindet, kann über Jahrzehnte nicht mehr für Dich arbeiten. Trotzdem solltest Du nicht nur auf den Preis schauen.
Ein kostenfreies Startangebot bedeutet nicht, dass das AV-Depot dauerhaft kostenlos bleibt. Entscheidend ist, welche Depot-, Fonds-, Handels- und Auszahlungskosten nach dem ersten Jahr anfallen. Auch bei Quirion fehlen dazu bisher noch wichtige Details.
Mindestens ebenso entscheidend ist die Geldanlage selbst. Ein kostenloses Depot bringt Dir wenig, wenn die ausgewählten Fonds langfristig nur geringe Renditechancen bieten. Ein Beispiel: Erzielt ein Depot nach Kosten 5,5 Prozent Rendite, kommen unter bestimmten Annahmen rund 136.700 Euro zusammen. Bei einem kostenlosen Depot mit nur vier Prozent Rendite wären es etwa 106.100 Euro. Das erste Depot liefert trotz höherer Kosten rund 30.600 Euro mehr. Entscheidend ist also die Rendite nach Kosten – nicht der Preis allein.
Mit einem weltweit gestreuten Aktien-ETF erfüllt das Quirion-Angebot eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Vermögensaufbau. Im Standarddepot soll zudem ein Aktienanteil von nahezu 100 % möglich sein.
Offen ist unter anderem, wann vor dem Ruhestand umgeschichtet wird und welche Kosten später für den Auszahlplan anfallen. Auch die Regeln für eine förderunschädliche Entnahme zum Kauf einer selbst genutzten Immobilie solltest Du prüfen.
Lass Dich deshalb von frühen Angeboten nicht unter Druck setzen. Vor dem 1. Januar 2027 kannst Du ohnehin kein gefördertes AV-Depot eröffnen. Warte ab, bis mehrere Anbieter ihre vollständigen Preis- und Leistungsverzeichnisse veröffentlicht haben.
Vergleiche dann vor allem:
Du musst Dich auch 2027 nicht beeilen: Selbst wenn Du Dein AV-Depot erst im Dezember eröffnest und den Jahresbeitrag auf einmal einzahlst, kannst Du Dir noch die vollständige Förderung für 2027 sichern.
Nutz unseren Altersvorsorge-Rechner: Damit kannst Du selbst herausfinden, wie sich Förderung, Kosten und ETF-Rendite auf Deine private Altersvorsorge auswirken.
Aber Du musst nicht auf das AV-Depot warten, um für Deine Zukunft vorzusorgen. Sobald Dein Notgroschen steht, kannst Du schon heute mit einem normalen Wertpapierdepot und ETFs loslegen. Wie das geht, zeigen wir Dir in ETF-Ratgeber.
Unsere drei Top-Empfehlungen sind aktuell den SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), Vanguard FTSE All-World (IE00BK5BQT80) und iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259). Ein passendes und günstiges Depot findest Du in unserem Depot-Vergleich. Hier empfehlen wir Traders Place mit der besten Preis-Leistung und das Comdirect Depot mit der besten Leistung.
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