AV-Depot oder normales ETF-Depot: Was passt zu Dir?

Flexibel bleiben und weiter in einem normalen Aktien-ETF investieren? Oder staatliche Förderung nutzen? Wir helfen Dir bei der Entscheidung.

AV-Depot oder Wertpapierdepot?
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Für Dein Finanzleben reichen vier Töpfe: Girokonto, Kreditkarte, Tagesgeldkonto und ETF-Depot. 2027 kommt mit dem Altersvorsorgedepot (AV-Depot) eine neue Möglichkeit dazu, fürs Alter zu sparen. Und dabei gibt's zwei Szenarien:

  1. Investierst Du bisher noch nichts fürs Alter, kannst Du mit dem AV-Depot starten und Zulagen sowie Steuervorteile nutzen. Bist Du förderberechtigt, bekommst Du bei 150 € Sparrate im Monat die maximale Grundzulage von 540 € pro Jahr. Für jedes kindergeldberechtigte Kind kommen bis zu 300 € Kinderzulage dazu
  2. Sparst Du schon mit ETFs, kannst Du einen Teil Deiner Sparrate oder zusätzliches Geld ins AV-Depot fließen lassen. Dein normales Wertpapierdepot bleibt sinnvoll für Geld, auf das Du flexibel zugreifen möchtest

Machst Du eine Steuererklärung, bekommst Du außerdem vielleicht einen Steuervorteil. Mit unserem Rechner kannst Du durchspielen, wie sich Förderung und Steuern in Deiner Situation auswirken.

Klar ist: Für die meisten förderberechtigten Menschen rechnet sich das AV-Depot. Aber welche Summe ist die richtige für Dich?

Wie viel Du im Altersvorsorgedepot investieren solltest

Mit 150 € monatlicher Sparsumme bekommst Du bereits die maximale Förderung vom Staat (540 € pro Jahr). Aber: Für die meisten reicht das nicht, um die persönliche Rentenlücke zu schließen.

Als Orientierung empfehlen wir Dir stattdessen: Startest Du mit 30 Jahren mit Deiner Altersvorsorge und investierst langfristig in weltweite Aktien-ETFs, solltest Du mindestens 15 % Deines Nettoeinkommens zurücklegen. Bei einem Durchschnittsgehalt von etwa 55.000 € brutto im Jahr sind das mehr als 450 € im Monat.  

In ein AV-Depot kannst Du bis zu 570 € im Monat einzahlen – das würde also passen, und Du hast dann gute Chancen, Deine Rentenlücke zu schließen. Aber:

Das AV-Depot ist weniger flexibel

Willst Du auf einen Teil Deines Vermögens im AV-Depot in der Ansparphase zugreifen, kann es sein, dass Du den ganzen Vertrag auflösen musst. Und entnimmst Du vorzeitig, musst Du in der Regel die staatliche Förderung zurückzahlen. Laut Gesetz ist es zwar erlaubt, einen Teil aus dem AV-Depot zu entnehmen. Ob Dein Anbieter das ermöglicht, hängt aber von ihm ab.

Anbieter tüfteln an Produktdetails

Auch ob eine Auszahlung für selbst genutztes Wohneigentum möglich ist, hängt vom Anbieter ab. Wie wir wissen, wird hinter den Kulissen noch eifrig an den Produktdetails gearbeitet. Sobald sie bekannt werden, testen und empfehlen wir die Angebote gewohnt unabhängig für Dich.

Bis dahin kannst Du Dir schon mal in unserer großen Übersicht mit über 50 AV-Depots von mehr als zwei Dutzend Anbietern einen Überblick verschaffen – diese Übersicht aktualisieren wir laufend.

Hier liegt das klassische Depot vorne

Bei einem normalen Wertpapierdepot gibt es zwar keine Zulagen und es gelten die üblichen Steuerregeln für Kapitalanlagen. Aber Du kannst Deine Wertpapiere jederzeit kurzfristig verkaufen. Das normale ETF-Depot ist deshalb sinnvoll, wenn Du zusätzlich für andere Ziele sparst oder flexibel bleiben möchtest.

So würde aus dem Vier-Töpfe-Prinzip von Finanztip zwar ein Fünf-Töpfe-Prinzip inklusive AV-Depot. Aber dagegen ist nichts einzuwenden – ähnlich wie zwei Tagesgeldkonten, eines für den Notgroschen und eines zum Sparen für größere kurzfristige Ausgaben.

Wie Du die monatliche Sparrate für Deine Altersvorsorge richtig aufteilst, kannst Du so rausfinden:

Lass Dir mit der Auswahl des AV-Depots Zeit

Danach kannst Du erstmal durchatmen. Wenn Du beim Aktien-ETF bleibst, bist Du gut aufgestellt. Und wenn Du ein AV-Depot besparen willst, hast Du bis 2027 Zeit.

Bis dahin kannst Du in Ruhe mit unserer Übersicht checken, was die einzelnen Anbieter so bieten. Unsere Empfehlungen kommen dann rechtzeitig vor dem Start des AV-Depots.

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