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Betrug mit gefälschtem Lanz-Video: So schützt Du Dich

Deepfakes sind nur der Anfang. Mit dieser Masche erschleichen sich Kriminelle Vertrauen – und hohe Summen.

Manuel Vonau
Von Manuel Vonau und Larissa Glas
Frage der Woche

Aus unserer Unterstützer-Community hat uns vor einiger Zeit die Frage erreicht:

“Was ist dran an folgendem Gerücht?: Günther Jauch hat in einer öffentlichen TV-Show eine Finanzanlage vorgestellt, mit der man reich werden kann.”

Sowohl von Günther Jauch als auch von anderen Prominenten – jüngst z. B. Markus Lanz – kursieren immer wieder Inhalte, in denen sie angeblich für fragwürdige Investments werben. Die Fotos, Videos, Audios oder auch Websites sind in der Regel nicht echt, aber trotzdem oft erfolgreich – mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen. Insbesondere sog. Deepfakes sind schwer zu erkennen. Die eigentliche Betrugsmasche beginnt aber oft erst danach.

So wurden Inhalte mit Jauch und Lanz manipuliert

In einem konkreten Fall um Günther Jauch haben Kriminelle sein Foto verwendet, um für Krypto-Investments zu werben. Ein Ehepaar aus Heilbronn hat in der Folge mehr als 400.000 € verloren. Jauch selbst versucht gegen die Betrüger und ihre Inhalte vorzugehen.  

Anlagebetrug mit Deepfakes

Der aktuelle Lanz-Fall ist ein Beispiel für einen sog. Deepfake (Fälschungen, hergestellt mithilfe der KI-Technik Deep Learning): Es zeigt einen scheinbaren Ausschnitt seiner ZDF-Talksendung, in dem Markus Lanz mit einer Finanzexpertin über eine besonders lukrative Geldanlage spricht. Ein eingeblendeter Link sollte auf die Internetseite “Investhub 3.0” locken.

Betrugsmasche geht noch weiter

Doch Deepfakes sind wie in diesem Fall oft erst der Anfang. Weil sie dem gefälschten Talkshow-Ausschnitt glaubte, verlor eine Frau aus Mittelsachsen erst vor Kurzem über 1 Mio. € an die Betrüger hinter der Masche. Nachdem sie auf den besagten Link geklickt hatte, wurde sie angerufen und davon überzeugt, vermeintlich in Gold, Öl und Kryptowährungen zu investieren. Erst eher kleine Beträge und dann schrittweise über den Zeitraum mehrerer Monate immer mehr.  

Betrüger missbrauchen das Vertrauen von Nutzerinnen und Nutzern also gleich zweifach: Erstens nutzen sie mit gefälschten Inhalten den Status bekannter Persönlichkeiten aus. In der darauffolgenden persönlichen Kommunikation erzeugen sie ein Gefühl von Sicherheit (z. B. durch den Start mit überschaubaren Beträgen) und bringen ihre Opfer dazu, ihnen teils enorm hohe Summen zu überweisen.

So kannst Du Dich schützen

  • Sei misstrauisch. Insbesondere, wenn Dir eine bekannte Persönlichkeit oder auch Medienmarke hohe Gewinne bei geringem Risiko verspricht. Es gilt weiterhin: Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meist auch
  • Lass Dich außerdem nicht durch konstruierten Zeitdruck oder eine andere emotionale Ansprache verunsichern – weder in Videos und Co. noch in der persönlichen Kommunikation
  • Auch wenn Du von anderer Stelle ein Angebot bekommst, Dein verlorenes Geld gegen eine Vorabzahlung zurückzuholen, handelt es sich meist um Betrug, auf den Du nicht eingehen solltest

Wenn Du schon Geld versendet hast

Überweise kein weiteres Geld und kontaktiere sofort Deine Bank. Sichere alle möglichen Beweise, z. B. Überweisungen oder Chatverläufe. Erstatte damit Anzeige bei der Polizei.

Wichtig: Du brauchst Dich nicht dafür zu schämen, wenn Du einem solchen Betrug aufsitzen solltest. Durch die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz werden Deepfakes nicht nur einfacher und günstiger herstellbar, sondern auch immer besser – und damit immer schwieriger als Fälschungen zu erkennen. Betrüger wollen Dich im persönlichen Kontakt gezielt verunsichern und sind gut darin, sich Vertrauen zu erschleichen. 

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