Tipps & Tricks

Direkthandel, Ohne Limit oder Stop Loss: Das musst Du beim ETF-Verkauf wissen

Wenn Du Deine ETF-Anteile verkaufen möchtest, gibt’s einiges zu beachten: Diese Begriffe solltest Du kennen – und so geht's Schritt für Schritt.

Nadine Graf
Nadine Graf Geldanlage
Unterstützerfrage der Woche

Aus der Finanztip-Unterstützercommunity erreicht uns diese Woche die Frage:

„Könnt ihr mal beschreiben, wie man ETF-Anteile verkauft, um an das Ersparte zu kommen? Im Speziellen, was bedeuten Direkthandel und die Limit-Typen: ohne Limit, Stop Loss Order, bis Tagesende, bis Monatsende usw.?“

Das machen wir gerne: 

So läuft der ETF-Verkauf in Deinem Depot ab

Meld Dich zuerst bei Deinem Depotanbieter an und wähl den ETF aus, den Du verkaufen willst.

1. Schritt: Wähl einen Handelsplatz – Direkt oder Börse?

Dein ETF wird nicht direkt beim Depotanbieter verkauft, sondern über einen Handelsplatz – entweder über den Börsen- oder Direkthandel. Bei vielen Depots kannst Du auswählen, über welchen Platz Du verkaufen möchtest. Die Kurse und Gebühren unterscheiden sich meist nur leicht.

Manche Broker wie Trade Republic arbeiten jedoch nur mit einem festen Handelsplatz (LS Exchange), sodass Du keine Auswahl hast.

Börsenhandel

Hier läuft der Verkauf über eine klassische Börse, z. B. Xetra, Tradegate oder die Börsen in Frankfurt oder Stuttgart.

Ausgeführt wird Deine Order, sobald es an diesem Handelsplatz einen Käufer gibt, der zu Deinem Preis kaufen will.

Direkthandel

Du verkaufst direkt über einen Handelspartner (z. B. Lang & Schwarz oder Tradegate), also ohne klassische Börse dazwischen. Das geht meist schneller, ist aber nicht immer am günstigsten. Für schnelle Verkäufe ist Direkthandel praktisch, aber beim Kurs solltest Du genau hinschauen.

2. Schritt: Füll die Ordermaske aus

Hast Du Börse oder Handelspartner ausgewählt, gibst Du an, wie viele ETF-Anteile Du verkaufen möchtest. Bei vielen Depotanbietern kannst Du statt einer Anzahl auch einen Geldbetrag eingeben, der dann in die entsprechende Stückzahl umgerechnet wird. Oder Du kannst anklicken, ob Du 25%, 50% oder 100% Deiner Position – also Deines ETFs – verkaufen möchtest.

3. Schritt: Handle tagsüber

Am besten verkaufst Du Deine Anteile nur dann, wenn die wichtigste deutsche Börse Xetra geöffnet hat – und zwar montags bis freitags von 9 bis 17:30 Uhr.

In dieser Zeit lehnen sich fast alle anderen Handelsplätze bei ihren Preisen eng an den Xetra-Preis an. Außerhalb der Xetra-Öffnungszeiten können die Kurse stärker schwanken und die Spreads (Abstände zwischen Kauf- und Verkaufskurs) höher sein.

4. Schritt: Verkauf mit oder ohne Limit

Hier legst Du fest, wie verkauft werden soll. Dabei hast Du zwei zentrale Optionen:

Option A: Verkauf mit Limit

Mit einem Limit bestimmst Du den Mindestpreis, zu dem Du verkaufen möchtest. Das schützt Dich davor, dass Deine Order zu einem unerwartet niedrigen Kurs ausgeführt wird – besonders bei schwankenden Märkten oder außerhalb der Xetra-Handelszeiten.

Option B: Verkauf ohne Limit

Natürlich kannst Du auch ohne Limit verkaufen. Dann wird die Order sofort zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Das ist oft völlig okay – aber ein Limit gibt Dir zusätzliche Sicherheit.

Unsere Empfehlung: Für größere Summen oder wenn der Markt gerade schwankt, ist ein Limit sinnvoll, weil es Dich vor unerwartet schlechten Kursen schützt. Wenn Du dagegen schnell verkaufen willst, der ETF sehr liquide ist (z. B. MSCI World, S&P 500) und Du während der Xetra-Öffnungszeiten handelst, ist ein Verkauf ohne Limit völlig in Ordnung.

5. Schritt: Prüf den Verkauf

Die Wertpapierabrechnung findest Du spätestens einige Tage nach dem Verkauf in Deinem Online-Posteingang. Dort siehst Du alle Details und Kosten.

Übrigens: Zwei Börsentage nach dem Verkauf ist das Geld auf Deinem Verrechnungskonto. Es kann also etwas dauern, bis das Geld da ist. Außerdem werden noch Gebühren und Steuern abgezogen. Welche das sind, liest Du hier.

Diese Begriffe solltest Du auch kennen

Damit Du beim Verkauf den Überblick behältst, erklären wir Dir hier weitere wichtige Fachbegriffe kurz und einfach:

Stop Loss

Das löst den Verkauf automatisch aus, sobald der Kurs unter Deinen gewählten Wert fällt. Das soll Dich vor größeren Verlusten schützen.

Wichtig: Der Verkauf passiert ohne Limit, also zum nächstbesten Preis. Wenn der Kurs schnell weiter abstürzt, bekommst Du eventuell deutlich weniger als den Stop-Wert.

Stop-Loss-Limit

Hier stellst Du zwei Werte ein:

  • Stop-Kurs: Ab hier soll der Verkauf starten
  • Limit: Unter diesem Mindestpreis willst Du auf keinen Fall verkaufen

Das bedeutet: Der Schutz ist größer. Aber wenn der Kurs zu schnell fällt und niemand zum Limit kauft, wird eventuell gar nicht verkauft.

Es gibt noch weitere Order-Typen. Wie sie funktionieren, liest Du in unserem Ratgeber zum Wertpapierhandel.

Gültigkeit

Mit der Gültigkeit legst Du fest, wie lange Deine Order aktiv bleibt – zum Beispiel „bis Tagesende“ oder „bis Monatsende“. Wird sie innerhalb dieses Zeitraums nicht ausgeführt, verfällt sie automatisch. Das ist hilfreich, wenn Du nicht ständig nachschauen möchtest.

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Von Giulia Tita
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