Tipps & Tricks

Hitzewelle: Wie beeinflusst sie die Strompreise?

Mit den Temperaturen gab es Ende Juni auch Höhepunkte bei den Strompreisen. Woran das lag und wie Du trotzdem sparen kannst.

Benjamin_Weigl
Von Benjamin Weigl , Emil Nefzger und Larissa Glas
Hitzewelle: Wie beeinflusst sie die Strompreise?

In der vergangenen Woche (KW26 2026) war es in Deutschland teils so heiß wie in noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die Sonne schien quasi in ganz Deutschland, also beste Bedingungen für Solarstrom – oder? 

Tatsächlich kam es während der zurückliegenden Hitzewelle zu teils sehr hohen Ausschlägen an den Strombörsen. Aber wie konnte die Hitzewelle zu Preisen von bis zu 75 ct/kWh führen? Eigentlich gibt es ja dann Solarstrom im Überfluss. Und wie kannst Du in solchen Situationen sparen?

Die folgende Grafik zeigt das Dilemma der vergangenen Woche:

Öffentliche Nettostromerzuegung in Deutschland in KW 26 2026

Quelle: www.energy-charts.info, Stand: 29. Juni 2026

Gelb = Photovoltaik

Liefert täglich zuverlässig Solarstrom. Bei starker Hitze allerdings etwas weniger, weil die Module dadurch ein paar Prozent Leistung verlieren. Das Problem liegt aber beim nächsten Stromlieferanten.

Grün = Wind

Vielleicht hast Du auch eine Brise herbeigesehnt, Wind gab es während der Hitzewelle kaum. Und in der Folge auch sehr wenig Strom aus Windkraft – dem wichtigsten Stromlieferanten in Deutschland.

Rot = Börsenstrompreis

Oft schwankt der Preis zwischen 0 und 200 €/MWh, das sind umgerechnet 0 bis 20 ct/kWh. Während der heißen Tage sind die Preise aber selbst tagsüber – wenn in der Regel viel Solarstrom verfügbar ist – nicht mehr unter 6 ct/kWh gefallen. Strom zum Nulltarif oder gar negative Preise? Fehlanzeige. Weil der Windstrom fehlt.

Wie entstehen solche starken Preisanstiege?

Sobald die Sonne untergeht, schießen die Preise dann nach oben. Denn: Fossile Kraftwerke (deren Strom oft teurer ist) werden kurzfristig benötigt, um die Erneuerbaren-Flaute zu kompensieren. Solarstrom fällt durch die Dunkelheit weg, es geht aber auch kein Wind.

Gleichzeitig sorgen Klimaanlagen und Kühlung weiterhin für einen sehr hohen Stromverbrauch. Und in Atomkraftwerken (z. B. in Frankreich) muss wegen überhitzter Flüsse die Stromproduktion gedrosselt werden.

Das Angebot sinkt, die Nachfrage bleibt hoch, die Preise steigen. Mit einem dynamischen Stromtarif hast Du beispielsweise am Mittwochabend zwischen 19:30 und 22:15 Uhr über 50 ct/kWh für den Stromeinkauf gezahlt.

So kannst Du sparen

Wenn Du einen dynamischen Stromtarif hast, versuch in sonnigen, windstillen Phasen insgesamt und vor allem abends weniger Strom zu verbrauchen. Beim richtigen Tarif hilft Dir unser Vergleich für dynamische Stromtarife.

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