FinanzFact

Kündigung: Wie kannst Du die Zustellung nachweisen?

Willst Du einen Nachweis dafür haben, dass Deine Post pünktlich ankommt, wählst Du vermutlich das Einschreiben. Warum das nicht mehr ausreichen könnte.

Expertin für Recht - Dr. Britta Beate Schön
Von Dr. Britta Beate Schön und Larissa Glas
Die Tücken bei der Kündigung mit Einschreiben

Für den Versand wichtiger Dokumente wie z. B. Kündigungen gibt es bei der Post das sogenannte Einschreiben. Es verspricht, dass Deine Sendung schnell und nachweisbar zugestellt wird.

Es gibt mehrere Arten von Einschreiben. Der Unterschied ist wichtig für die rechtzeitige Zustellung. Doch um die zu beweisen, kannst Du Dich auf keine zu 100 % verlassen:.

1. Einschreiben

Beim “Standard” Einschreiben übergibt die Zustellkraft der Post Deine Sendung persönlich an den Empfänger, die Empfängerin oder eine andere empfangsberechtigte Person. Letztere müssen den Empfang per Unterschrift oder elektronisch bestätigen.  

Zusätzlich zum Briefporto zahlst Du für den Nachweis aktuell 2,65 €.

2. Einschreiben Rückschein

Der Rückschein ist eine Zusatzleistung beim normalen Einschreiben. Du erhältst per Brief eine schriftliche Bestätigung inkl. Zustelldatum, Auslieferungsbeleg und Sendungsbild, dass Deine Sendung zugestellt wurde.

Das Einschreiben mit Rückschein gilt als “gerichtsfest”, sollte es zu einem Rechtsstreit kommen. Hier ist der Aufpreis am höchsten und beträgt 4,85 €.  

Entscheidender Nachteil dieser beiden Varianten:

Falls die Zustellperson den Empfänger oder die Empfängerin nicht persönlich antrifft, wirft sie nur eine Mitteilung in den Briefkasten. Die Kündigung selbst muss z. B. Deine Vermieterin oder Dein Vermieter bei der Postfiliale abholen. Erst dann geht Deine Kündigung zu und gilt als zugestellt. Durch diese Verzögerung kann sich schlimmstenfalls Dein Auszugstermin verschieben. Und wenn der Empfänger den Brief gar nicht abholt, wird er wieder an Dich zurückgeschickt. Dann startet alles von vorne.

3. Einschreiben Einwurf

Es verspricht die rechtzeitige Zustellung Deiner Post. Beim Einschreiben Einwurf wird direkt in den Briefkasten zugestellt und die Zustellung durch das Postpersonal durch Unterschrift bestätigt.

Diese Variante des Einschreibens kostet Dich 2,35 € zusätzlich zum Briefporto.

Nachteil hier:

Das Einschreiben Einwurf kommt zwar am ehesten pünktlich an. Allerdings reicht die Unterschrift der Zustellperson nach einem aktuellen Urteil des Bundesarbeitsgerichts nicht mehr als Beweis dafür aus, dass eine Kündigung rechtzeitig zugegangen ist (Az. 2 AZR 184/25). Der Grund: Der tatsächliche Einwurf passiert erst nach der digitalen Dokumentation – es könnte also sein, dass nach der Unterschrift des Zustellers noch etwas dazwischenkommt, bevor der Brief tatsächlich im Briefkasten landet.  

Wie kannst Du den Zugang dann sicher nachweisen?

Heb alle Belege auf und mach Screenshots Deiner Sendungsverfolgung (inkl. digitaler Unterschrift der Empfangsperson). Doch wenn es zum Streit kommen sollte, reicht das eventuell nicht aus. So hast Du zwei Optionen:

  • Wenn es für Dich möglich ist, kannst Du das Schreiben persönlich abgeben. Dann am besten gemeinsam mit einer Person, die ein Foto von der Übergabe macht und sie damit auch bezeugen kann.
  • Du hoffst auf Verbesserung bei der Deutschen Post. Die hat laut beck-aktuell mitgeteilt, das Bundesarbeitsgericht habe einen veralteten Zustellprozess bewertet. Aktuell werde der Einwurf nach dem Scan durch den Zusteller zusätzlich digital bestätigt und mit Unterschrift sowie einer Bestätigung der Einlage im Scanner dokumentiert. Das ist auf jeden Fall besser und lässt das Einschreiben Einwurf wieder sicherer erscheinen.

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