Leak aus dem Ministerium: Solar-Förderaus kommt wirklich

Neulich haben wir über Pläne des Wirtschaftsministeriums berichtet, dass die Förderung für Solaranlagen abgeschafft werden soll. Jetzt wird es tatsächlich konkret.

Benjamin_Weigl
Benjamin Weigl Energie
Solaranlage

Das endgültige Förderaus für neue Photovoltaik-Anlagen (PV) rückt näher: Anfang Februar haben wir über Pläne im Bundeswirtschaftsministerium berichtet, die Einspeisevergütung für ab 2027 neu installierte Solaranlagen abzuschaffen. Genau das wird mit einem jetzt über Table.Media durchgesickerten Arbeitsentwurf (PDF) für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) offenbar wirklich Realität.

Danach sollen alle neu gebauten Anlagen bis 25 Kilowattpeak (kWp) Leistung künftig als „Nulleinspeiseanlagen“ gelten, bekommen also kein Geld mehr für die Einspeisung ins Stromnetz. Aktuell angeschlossene Anlagen bekommen 20 Jahre lang noch diese Beträge für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde (kWh) Strom:

Heißt: Mehr oder weniger alle privaten Anlagen auf Ein- und kleinen Mehrfamilienhäusern ab 2027 sind betroffen. Denn größer als 25 kWp baust Du in aller Regel nicht.

Direktvermarktung als schlechter Ersatz

Strom, den Du nicht selbst verbrauchst, sollst Du zwar weiterhin über die sogenannte Direktvermarktung an der Strombörse zu Geld machen können. Das ist aber erstens komplizierter als die Einspeisevergütung und würde Dir zweitens viel weniger Einnahmen bringen. In unserer Beispielrechnung für eine 8-kWp-Anlage mit Speicher liegt der Nachteil über 20 Jahre bei rund 4.000 €.

Das heißt: Neue PV-Anlagen werden sich künftig erst Jahre später rechnen als bestehende, sollte es keine größeren Änderungen am Entwurf mehr geben. Hast Du schon eine Anlage, bleibt Dir Deine Einspeisevergütung auf mindestens 20 Jahre ab Installation garantiert – hier gilt der Bestandsschutz.

Was das für Deine PV-Pläne bedeutet

Hast Du schon eine Anlage, ändert sich nichts. Planst Du eine, solltest Du Dich besser beeilen, um sie noch 2026 ans Netz zu kriegen. Denn so kannst Du Dir die 20 Jahre Einspeisevergütung noch immer sichern. Kauf aber nicht einfach spontan irgendwas, sondern vergleich gründlich Angebote.

Wir empfehlen: Starte dazu mit dem Vergleichsportal selfmade-energy.com. Zusätzlich bekommst Du über eines der Vermittlungsportale photovoltaik-angebotsvergleich.de oder solaranlagen-portal.com schnell mehrere Angebote. Am besten holst Du mindestens drei, besser fünf Angebote ein.

Eigenverbrauch schlägt alles

Noch wichtiger: Generell lohnt sich Eigenverbrauch bei Photovoltaik schon heute am meisten. Denn jede kWh, die Du selbst erzeugst und verbrauchst, statt teuer vom Stromanbieter einzukaufen, spart viel mehr als die Einspeisevergütung bringt.

Achte deshalb darauf, möglichst viel von Deinem PV-Strom selbst zu verbrauchen. Dafür braucht es einen Stromspeicher, ein Energiemanagementsystem und eine sinnvoll dimensionierte Anlage. Auch wenn Du eine Wärmepumpe hast oder Dein E-Auto daheim an der Wallbox lädst, kannst Du jede Menge Solarstrom selbst nutzen.

Das alles gilt für neue Anlagen ab 2027 dann ganz besonders. Ohne einen großen Speicher bzw. einen hohen Strombedarf (Wärmepumpe, Wallbox), den Du via PV covern kannst, wird eine Solaranlage kaum noch wirtschaftlich für Dich sein. Immerhin: Stromspeicher sind aktuell so günstig wie nie zuvor. 

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