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Tipps & Tricks

Legaler Trick: So rechnet sich Dein Balkonkraftwerk schneller

Ein Balkonkraftwerk in Betrieb zu nehmen, ist inzwischen sehr einfach und unbürokratisch. Außerdem kannst Du am Anfang eine Menge an Strom­kos­ten einsparen und die An­schaf­fungs­kos­ten noch schneller wieder reinholen.

Benjamin Weigl
Finanztip-Experte für Energie

Du willst Dir ein Balkonkraftwerk zulegen? Dann haben wir gute Neuigkeiten für Dich: Die Inbetriebnahme geht jetzt noch einfacher und schneller. Du kannst das Gerät direkt an die Steckdose anschließen. Dank des verabschiedeten Solarpakets musst Du Dein Balkonkraftwerk nur noch im Markt­stamm­da­ten­re­gis­ter (MaStR) und nicht mehr beim Netzbetreiber anmelden. Die Registrierung muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen.

Innerhalb dieses ersten Monats kannst Du den gewonnenen Strom aber schon nutzen – z. B. im Haushalt für Deine Elektrogeräte. Die Strommenge, die Du nicht direkt verbrauchst, läuft für gewöhnlich einfach ins Netz ab, ohne dass Du Geld dafür bekommst. Das ist vor allem im Sommer der Fall, wenn Deine Mini-Solaranlage besonders viel Strom erzeugt oder Du überhaupt nicht zuhause bist.

Unter bestimmten Umständen ist es jetzt aber möglich, Deinen Stromzähler mit diesem Strom für ein paar Monate rückwärtsdrehen zu lassen. So rechnet sich jede einzelne Kilowattstunde, die Dein Balkonkraftwerk erzeugt – sogar, wenn Du sie nicht selbst verbrauchst.

Der Trick funktioniert nur bei analogen Zählern

Das Rückwärtszählen funktioniert aber nur, wenn Du noch einen analogen Stromzähler (Ferraris-Zähler, erkennbar am schwarzen Gehäuse und der waagerechten Drehscheibe) hast. Bei modernen, digitalen Stromzählern ist es nicht möglich – und er wird auch nicht ausgetauscht.

Bei analogen Stromzählern ist der Netzbetreiber für den Austausch zuständig. Eine fixe Frist gibt es dafür nicht. Angenommen, er erledigt es erst nach drei Monaten, hat Dein alter Stromzähler insgesamt vier Monate rückwärts gezählt. In sonnenreichen Monaten beschert Dir das eine schöne Einsparung.

Ein Rechenbeispiel:

Anfang Juni installierst Du ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt (0,8 kWp). Ende Juni meldest Du es – rechtzeitig vor Ablauf der Monatsfrist – im MaStR an. Der Netzbetreiber lässt sich mit dem notwendigen Zählertausch bis Ende September Zeit. Während der vier Monate Juni, Juli, August und September können Solarmodule theoretisch rund 507 kWh/kWp Strom erzeugen. Das zeigen Zahlen der PV-Ertragsstudie des Umwelt-Campus Birkenfeld.

Bei einem Balkonkraftwerk mit Südausrichtung und einer Neigung von 70 Grad rechnen wir mit einer Ertragseinbuße von 15% gegenüber der optimalen Ausrichtung (36 Grad). Daraus ergibt sich folgende Rechnung: 507 kWh/kWp*0,8 kWp*0,85 = 345 kWh.  

Bei einem Strompreis von 35 ct/kWh sparst Du Dir bereits in den ersten vier Monaten also gut 120€ an Strom­kos­ten (345 kWh x 0,35€/kWh). Abhängig vom Anschaffungspreis (ein 800-Watt-Balkonkraftwerk kostet im Schnitt aktuell rund 580€), rechnet sich die kleine Anlage mit diesem legalen Trick also besonders schnell. 

Du bist noch unsicher? Was Du vor dem Kauf beachten solltest, liest Du in unserem Ratgeber zum Balkonkraftwerk. Lad Dir auch unsere Checkliste herunter.

Übrigens: Wenn Du ein großes Dach zur Verfügung hast, könnte auch eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge das Richtige für Dich sein. Mit unseren Emp­feh­lungen kannst Du Angebote einholen und vergleichen: Starte mit dem Vergleichsportal www.selfmade-energy.com. Ergänze Deine Suche mit den Angebotsvermittlern www.photovoltaik-angebotsvergleich.de und www.solaranlagen-portal.com.

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