Unzählige Möglichkeiten erschweren vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Berufsorientierung. Mit Blick auf den aktuellen Arbeitsmarkt und die voraussichtliche Zukunftssicherheit stehen Jobs im Handwerk derzeit gut da: Viele Firmen suchen für das gerade begonnene bzw. kurz bevorstehende Ausbildungsjahr noch nach Nachwuchs. Und KI bedroht handwerkliche Berufe aktuell deutlich weniger als die sog. “klassischen Bürojobs”.
Tatsächlich steigt die Zahl an Bewerberinnen und Bewerbern in handwerklichen Berufen. In einigen Bundesländern gibt es nun ein passendes Angebot, das vielleicht auch für Deine Kinder interessant ist: ein sog. Freiwilliges Handwerksjahr (oft abgekürzt als FHJ).
In zwölf Monaten bis zu vier Ausbildungsberufe ausprobieren
In einem FHJ können Absolventinnen und Absolventen egal welcher Schule vier Berufe für jeweils drei Monate ausprobieren. Und damit herausfinden, ob ihnen Jobs wie Schreinerin oder Metallbauer, Bäcker oder Augenoptikerin gefallen. Der Vorteil: Deine Kinder lernen dabei nicht nur verschiedene Tätigkeiten, sondern bis zu vier potenzielle Arbeitgeber kennen.
Vergütung im FHJ
Es ist zwar nicht mit einem Ausbildungsgehalt vergleichbar, aber pro Monat erhalten Teilnehmende in der Regel um die 500 €. Zusätzlich zu den Praktika in den Betrieben gibt es Seminare und Coachings. Eine Anmeldung ist jederzeit möglich. Außerdem kann das Programm vorzeitig beendet werden – wenn Dein Kind z. B. eine Stelle gefunden hat, bei der es eine Ausbildung machen möchte.
Angebote für ein FHJ gibt es u. a. hier:
Das FHJ ist derzeit also kein bundesweites Programm und teilweise auch noch im Pilotprojekt-Status. Deutschlandweit hingegen gibt es das Freiwillige Soziale (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ). Auch sie dienen neben dem Engagement für andere Menschen und die Umwelt der beruflichen Orientierung und können eine sinnvolle Überbrückung bis zum Start einer Ausbildung oder eines Studiums sein.