Tipps & Tricks

Schluss mit Konsumschulden: So vermeidest Du Impulskäufe

Ein Rabatt, ein Klick, ein kurzer Belohnungsmoment und schon ist das Geld weg. Mit ein paar einfachen Tricks erkennst Du Kaufimpulse früh und schützt Dein Budget.

impuls

Ein Sonderangebot, schlechte Laune oder ein schneller Klick in der Shopping-App. Impulskäufe passieren oft, bevor Du richtig darüber nachdenkst, und können Deine Finanzen aus dem Gleichgewicht bringen.

Gemeint sind ungeplante Käufe, die durch einen spontanen Reiz ausgelöst werden. Das können Süßigkeiten an der Supermarktkasse sein, ein zeitlich begrenzter Rabatt oder ein Produkt, das Dir in sozialen Netzwerken angezeigt wird.

Rabatte sind nicht automatisch Ersparnisse

„Nur heute 20 % günstiger“ oder „Drei kaufen, zwei bezahlen“: Solche Angebote erzeugen Zeitdruck und verleiten Dich dazu, schneller zuzugreifen.Wichtig ist aber nicht, wie viel Du angeblich sparst. Entscheidend ist, wie viel Du ausgibst. Kaufst Du ein Produkt nur wegen 20 % Rabatt, gibst Du immer noch 80 % des Preises aus. Kaufst Du es gar nicht, sparst Du 100 %.

Ein Rabatt lohnt sich deshalb nur, wenn Du das Produkt ohnehin brauchst und der Preis wirklich gut ist.

Mit Plan und Budget

Schreib vor dem Einkauf auf, was Du wirklich brauchst. Das gilt für Lebensmittel genauso wie für Kleidung, Technik oder Haushaltsartikel. Eine Liste gibt Dir Orientierung und macht es leichter, zusätzliche Produkte liegen zu lassen. Geh außerdem möglichst nicht hungrig oder schlecht gelaunt einkaufen. Beides kann spontane Käufe begünstigen.

Auch ein festes Budget hilft. Du kannst Dir für den Einkauf zum Beispiel bewusst einen gewissen Betrag Bargeld mitnehmen. Oder Du setzt Dir zumindest im Kopf ein fixes Ausgabenlimit. 

Mach Deine Ausgaben greifbar

Beim Bezahlen mit Bargeld fühlt sich die Ausgabe oft greifbarer an, weil Du das Geld tatsächlich aus der Hand gibst. Einen Schein zückst Du meist weniger bereitwillig als eine Karte und bekommst so wieder ein realistischeres Gefühl für Deine Ausgaben.

Rechne den Preis in Arbeitszeit um

Der Preis allein sagt oft wenig darüber aus, wie teuer eine Anschaffung für Dich wirklich ist. Rechne deshalb aus, wie lange Du dafür arbeiten müsstest.

Kostet eine ungeplante Ausgabe z.B.  50 € und Du verdienst netto etwa 20 € pro Stunde, stecken darin zweieinhalb Stunden deiner Arbeitszeit. Überleg Dir deshalb: Ist es Dir das wirklich wert?

Mach Shopping nicht zum Zeitvertreib

Geh nicht aus Langeweile shoppen und klick Dich nicht ohne konkreten Anlass durch Online-Shops. Wer einfach nur stöbert, findet fast immer etwas, das plötzlich unverzichtbar wirkt. Vielleicht ist es Zeit, Dich wieder auf Dinge zu besinnen, die Dir länger Freude machen – statt nur für einen kurzen Dopaminkick zu sorgen. Das kann ein Treffen mit Freunden sein, Sport, ein gutes Buch oder ein Projekt, das Dir wirklich etwas bedeutet.

Qualität vor Quantität

Ein niedriger Preis macht ein Produkt nicht automatisch günstig. Geht es schnell kaputt oder nutzt Du es kaum, war auch das vermeintliche Schnäppchen zu teuer. Bei geplanten Käufen kann es deshalb sinnvoll sein, auf Material, Verarbeitung und Haltbarkeit zu achten. Ein langlebiges Produkt kostet möglicherweise zunächst mehr, muss aber seltener ersetzt werden.

Das heißt allerdings nicht, dass teuer immer besser ist. Vergleich Preise und Qualität und kauf nur, was Du tatsächlich brauchst.

Leg Dir selbst Steine in den Weg

Online-Shops machen Dir das Kaufen so leicht wie möglich. Gespeicherte Zahlungsdaten, Shopping-Apps und Ein-Klick-Bestellungen lassen kaum Zeit zum Nachdenken.

Mach es Dir deshalb bewusst schwerer:

  • Lösch Shopping-Apps von Deinem Smartphone.
  • Entferne gespeicherte Zahlungsdaten.
  • Melde Dich von Werbe-Newslettern ab.
  • Entfolge Accounts, die Dich ständig zum Kaufen verleiten.
  • Lass Produkte erst einmal im Warenkorb liegen.

Schon kleine Hürden schaffen Abstand und oft reicht genau das, um einen Spontankauf zu verhindern. Mach aus einem Klick keine Kaufentscheidung.

Schlaf eine Nacht darüber 

Nicht jeder spontane Wunsch ist automatisch ein Fehlkauf. Aber Du musst Dich auch nicht sofort entscheiden. Spürst Du den spontanen Impuls, etwas kaufen zu wollen, lohnt es sich, erst einmal Abstand zu gewinnen. Gib Dir etwas Bedenkzeit.

Hinterfrag in Ruhe: Brauchst Du den Gegenstand wirklich, wirst Du ihn regelmäßig nutzen und passt er in Dein Budget? Oft ist der erste Kaufreiz dann schon verflogen.

Altes neu gedacht

Nicht alles, was Du brauchst, musst Du neu kaufen. Werkzeuge, Geräte oder Kleidung für besondere Anlässe kannst Du oft leihen, mieten oder tauschen. Schau außerdem, was Du bereits zu Hause hast. Vielleicht lässt sich ein Kleidungsstück neu kombinieren, ein Möbelstück aufarbeiten oder ein ungenutzter Gegenstand durch ein Upcycling-Projekt wieder sinnvoll verwenden.

Auch die „One in, one out“-Regel kann helfen: Für jeden neuen Gegenstand muss ein alter gehen. Gerade bei Kleidung wird so schnell klar, ob Dir das neue Teil wirklich wichtiger ist als eines Deiner bisherigen Lieblingsteile.

Erkenne Deine persönlichen Auslöser

Frag Dich vor einem spontanen Kauf: Brauche ich das wirklich oder will ich gerade nur meine Stimmung verändern? Welches Gefühl möchte ich verdrängen und welches Bedürfnis soll der Kauf gerade erfüllen?

Beobachte Dich und reflektiere Deine Impulse: Wann greifst Du besonders schnell zu: nach einem stressigen Tag, aus Langeweile oder beim Scrollen durch soziale Medien? Kennst Du Deine Auslöser, kannst Du bewusst gegensteuern und etwas wählen, das Dir langfristig guttut.

Denk an Deine größeren Ziele

Jeder Betrag, den Du nicht spontan ausgibst, kann stattdessen in ein Ziel fließen, das Dir langfristig wichtig ist: Etwa eine Reise, Dein Notgroschen oder Deine Altersvorsorge.

Möchtest Du langfristig Geld anlegen, kannst Du zum Beispiel regelmäßig in einen breit gestreuten Welt-ETF investieren. Finanztip empfiehlt dafür unter anderem ETFs auf den MSCI ACWI IMI, den FTSE All-World oder den MSCI ACWI. Dafür brauchst Du ein günstiges Depot. Zu unseren Empfehlungen zählen Traders Place, Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital im Free Broker, das Comdirect Pure Depot und Trade Republic.

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