Tipps & Tricks
Spritpreise stark gestiegen: Ist das nur die CO2-Steuer?
Die Preise an der Zapfsäule sind seit dem Jahreswechsel deutlich gestiegen. Woran das liegt und was Du dagegen tun kannst.

Tipps & Tricks
Die Preise an der Zapfsäule sind seit dem Jahreswechsel deutlich gestiegen. Woran das liegt und was Du dagegen tun kannst.


CO2-Steuer: Erklärt nur einen Teil des Preissprungs
Umweltauflagen: Verteuern Sprit dauerhaft
Tipp: Clever tanken oder E-Auto zulegen
Die Spritpreise an Deutschlands Tankstellen haben zum Jahreswechsel teilweise kräftig angezogen. Laut Clever Tanken kostete Super E10 am 29. Dezember 2025 noch ⌀1,65 €, Anfang Januar 2026 waren es ⌀1,72 €. Das sind 7 ct/l mehr – innerhalb weniger Tage. Wenn Du regelmäßig tankst, merkst Du das sofort im Geldbeutel – und fragst Dich vielleicht: Liegt das an der CO2-Steuer?
Seit Januar ist der CO2-Preis gestiegen: Im Gegensatz zum fixen Vorjahrespreis von 55 € pro Tonne CO2 liegt er 2026 zwischen 55 und 65 €. Für Benzin bedeutet das einen Aufschlag von höchstens 2,8 ct/l, für Diesel 3,2 ct. Vom Preissprung von 7 ct pro Liter Super E10 lassen sich also nur 40 % mit der CO2-Steuer begründen.
Auch ein Blick auf den üblichen Kostentreiber Rohöl liefert keine Erklärung: Der Ölpreis ist rund um den Jahreswechsel ziemlich stabil geblieben. Der Preis für einen Liter Diesel, der stark vom Ölpreis abhängt, ist dagegen auch gestiegen. Es muss also weitere Gründe für den Preissprung geben.
An dieser Stelle kommt die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) ins Spiel. Sie verpflichtet Mineralölkonzerne, den klimaschädlichen CO2-Ausstoß ihrer Kraftstoffe zu senken. Das erreichen sie zum Beispiel, indem sie mehr Biokraftstoffe verkaufen oder wie beim E10-Benzin Bioethanol beimischen.
Alternativ können sie sich die CO2-Einsparungen von Elektrofahrzeugen anrechnen lassen: Fährst Du ein E-Auto, kannst Du Dir seine CO2-Einsparung einmal jährlich zertifizieren lassen. Dieses Zertifikat verkaufst Du an ein Mineralölunternehmen. Im Gegenzug bekommst Du Geld, die THG-Prämie – aktuell bis zu 318 €.
Das beste Angebot für die THG-Prämie findest Du über das von uns empfohlene Vergleichsportal Verivox. Ausführliche Infos und eine Anbieter-Checkliste (PDF-Dokument) gibt’s in unserem Ratgeber zur THG-Prämie.
Anfang 2026 ist die THG-Quote auf 12 % gestiegen, die Konzerne müssen also mehr Emissionen einsparen. Zusätzlich hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf aufgelegt, der die Regeln für THG-Zertifikate verschärft: Biokraftstoffe dürfen nicht mehr doppelt, Palmöl soll gar nicht mehr angerechnet werden. Vor-Ort-Kontrollen werden strenger.
Dieses Plus an Klimaschutz kostet Geld. Ihre Mehrkosten geben die Konzerne in Form höherer Spritpreise an Dich weiter.
Laut Marktbeobachter Argus macht das an der Zapfsäule etwa 4 bis 5 ct pro Liter aus. Zusammen mit der CO2-Steuer kommst Du also auf rund 7 bis 8 ct Mehrkosten – was in etwa dem Preissprung zum Jahreswechsel entspricht.
Laut Bundesumweltministerium lässt sich der THG-Aufpreis aber nicht centgenau bestimmen. Der Preis eines Zertifikats würde im Jahresverlauf stark schwanken – je nachdem, wann und wie die Konzerne ihr jährliches Einsparziel erfüllen. Eine Prognose ist deshalb nicht möglich. Unserer Einschätzung nach musst Du damit rechnen, dass die THG-Quote die Spritpreise langfristig erhöht.
Zusätzlich bist Du der Preisgestaltung der Mineralölkonzerne ausgeliefert. Das Bundeskartellamt beobachtet seit Jahren, dass sich Tankstellenpreise oft stärker bewegen, als es Kostenänderungen rechtfertigen würden. Sie werden bis zu 22-mal am Tag angepasst – gesteuert durch Algorithmen, nicht die Pächter vor Ort.
Kurzfristig lohnt sich daher vor allem eins: spritsparend fahren und preisbewusst tanken. Mit einer guten Tank-App findest Du die günstigste Tankstelle in Deiner Nähe und tankst zur besten Uhrzeit – meist abends zwischen 19 und 20 Uhr. Laut Bundeskartellamt kannst Du so 150 bis 200 € pro Jahr sparen.
Langfristig könnte auch ein E-Auto eine Alternative sein. Aus mehreren Gründen:
Haupttreiber der höheren Spritpreise zum Jahreswechsel ist eine Kombination aus CO2-Steuer und THG-Quote – und daran dürfte sich so schnell wenig ändern. Im Gegenteil: Die gesetzlich festgelegten THG-Quoten steigen in den kommenden Jahren weiter.
Für Dich bedeutet das anhaltend höhere Spritpreise – auch wenn es nicht jedes Jahr zum Jahreswechsel zwangsläufig zu ähnlich starken Preissprüngen kommen muss.
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