Tipps & Tricks
"Warum eigentlich den MSCI World besparen – und nicht den S&P 500?"
Die Top-Aktien sind gleich, die Performance war stark – warum also nicht einfach den S&P 500 besparen? Wir zeigen Dir, was für und gegen ein Investment spricht.

Tipps & Tricks
Die Top-Aktien sind gleich, die Performance war stark – warum also nicht einfach den S&P 500 besparen? Wir zeigen Dir, was für und gegen ein Investment spricht.


Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:
„Warum nicht den S&P 500 statt des MSCI World besparen – auch wenn er weniger breit streut und auf die USA konzentriert ist? Die größten Unternehmen sind identisch, US-Konzerne verdienen weltweit und historisch lief der S&P besser. Ist das Risiko nicht eher gering, dass er in den nächsten 10 bis 30 Jahren schlechter abschneidet?“
Kurzantwort: Die starke Performance des S&P 500 in der Vergangenheit sagt nichts über seine künftige Entwicklung aus. Es ist zwar nicht absehbar, dass er kurzfristig stark anders läuft als der MSCI World. Aber mit einem Investment gehst Du dennoch eine klare Wette auf die USA ein. Wieso Du damit ein höheres Risiko eingehst, schlüsseln wir hier für Dich auf.
Die Beschränkung auf US-Unternehmen ist der größte Nachteil des S&P 500. Der Index ist an den amerikanischen Markt gebunden und enthält ausschließlich Unternehmen aus den USA. Der MSCI World hingegen bildet automatisch auch große und erfolgreiche Firmen aus anderen Industrieländern ab.
Im S&P 500 stecken außerdem nur rund 500 Unternehmen, von deren Erfolg Deine Rendite abhängt. Beim MSCI World verteilst Du das Risiko auf aktuell rund 1.300 Firmen aus über 20 Industrieländern. Gerät eine Region wirtschaftlich unter Druck, können andere das eher ausgleichen.
Es stimmt: Die Top-Positionen der beiden Indizes sind aktuell identisch. Im Januar 2026 lauten sowohl beim MSCI World als auch beim S&P 500 die fünf stärksten Unternehmen Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet.
Im S&P 500 wiegen sie aber verhältnismäßig schwerer als im MSCI World: fünf von 500 Unternehmen vs. fünf von 1.300 Unternehmen. Im S&P 500 machen sie damit zusammen rund 28 % des Index aus, im MSCI World dagegen nur etwa 19 % (Stand: 30. Januar 2026).
Der Grund: Beide Indizes sind nach Marktkapitalisierung gewichtet. Da der S&P 500 nur US-Unternehmen enthält – und die großen Tech-Konzerne dort besonders dominieren –, fällt ihr Einfluss stärker ins Gewicht.
Für Dich heißt das: Entwickeln sich diese Konzerne schwächer, spürst Du das im S&P 500 deutlicher. Der Index ist damit weniger breit gestreut, als es die Zahl von 500 Unternehmen vermuten lässt.
Auch das stimmt: Die Unternehmen im S&P 500 sind international tätig und verdienen ihr Geld nicht nur in den USA. Selbst wenn es der amerikanischen Wirtschaft schlechter geht, können sie also weiter Umsätze erzielen.
Die Aktienkurse reagieren aber trotzdem stark auf nationale Ereignisse und Entwicklungen z. B. Zinsen, Steuern oder neue Gesetze in den USA. Politische Entscheidungen oder wirtschaftliche Krisen in den USA können daher den gesamten Index stark beeinflussen.
Bedeutet unterm Strich: Globale Umsätze sind kein direkter Ersatz für eine breite Streuung.
Der S&P 500 hat in der Vergangenheit oft höhere Renditen erzielt als der MSCI World. Doch das liegt vor allem daran, dass US-Unternehmen die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten dominiert haben.
Ob das so bleibt, weiß heute niemand. Vielleicht holen andere Regionen wie Europa oder China langfristig auf. Mit dem S&P 500 setzt Du darauf, dass die amerikanische Dominanz auch in Zukunft anhält – und genau das ist die eigentliche Wette.
Was die Rendite betrifft, war ein S&P-500-ETF grundsätzlich keine schlechte Wahl – aber eben eine bewusste Konzentration auf nur eine Volkswirtschaft. Was für die Zukunft gilt, wissen wir nicht.
Für Deine langfristige Geldanlage und Altersvorsorge empfehlen wir Dir, auf weltweit anlegende und breit gestreute Aktien-ETFs zu setzen.
Auch wenn die Renditen des MSCI World vielleicht nicht immer mit denen des S&P 500 mithalten konnten, war Dein Geld dort langfristig breiter gestreut – und damit weniger abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung einer einzelnen Region.
Wenn Du noch tiefer ins Thema einsteigen willst, schau in unseren Ratgeber zur sicheren Geldanlage.
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