4 % bei Ayvens Bank & Chase: Wo bekommst Du aktuell mehr für Dein Tagesgeld?

Vier Prozent Tagesgeld gibt es bei beiden Banken – doch Chase sichert den Aktionszins für vier statt drei Monate. Wie viel Dir das zusätzlich bringt und warum der Anschlusszins danach wichtig wird.

Timo Halbe
Timo Halbe • Geldanlage
ayvens bank und chase bank mit euro münzen im vordergrund

KI-generiert

Ayvens Bank und Chase bieten aktuell beide 4 Prozent p. a. Zinsen auf Tagesgeld. Bei Chase gilt der Aktionszins für vier Monate, bei der Ayvens Bank dagegen für drei Monate. Bei beiden Angeboten werden Guthaben bis 500.000 Euro mit dem Aktionszins verzinst.

Damit hat Chase im direkten Vergleich zunächst die Nase vorn: Du bekommst den gleichen Zins einen Monat länger. Zusätzliche Bedingungen wie regelmäßige Kartenzahlungen musst Du bei keinem der beiden Anbieter erfüllen.

Nach der Aktionsphase dreht sich das Bild zumindest beim derzeitigen Anschlusszins. Bei Chase bekommst Du anschließend aktuell 2 Prozent p. a., bei der Ayvens Bank sind es derzeit 2,3 Prozent p. a. Beide Anschlusszinsen sind variabel und können sich ändern. Mehr zu den aktuellen Angeboten findest Du in unserem Tagesgeld-Vergleich.

Zum Finanztip Tagesgeld-Vergleich

Wie viel bringt Dir der zusätzliche Monat bei Chase?

In den ersten drei Monaten macht es beim Zinssatz keinen Unterschied, für welchen Anbieter Du Dich entscheidest: Sowohl Chase als auch Ayvens zahlen 4 Prozent p. a.

Interessant wird es im vierten Monat. Bei Chase läuft der Aktionszins von 4 Prozent weiter. Bei der Ayvens Bank gilt dann bereits der variable Standardzins, der derzeit bei 2,3 Prozent liegt.

Bleibt dieser Zins unverändert, bringt Dir Chase bei 10.000 Euro Guthaben im vierten Monat rund 14 Euro mehr Zinsen vor Steuern. Bei 100.000 Euro sind es rund 142 Euro. Je höher Dein Guthaben, desto stärker macht sich der zusätzliche Monat mit 4 Prozent bemerkbar.

Danach solltest Du allerdings neu vergleichen. Denn sobald auch bei Chase die viermonatige Zinsgarantie endet, liegt der variable Zins dort derzeit mit 2 Prozent unter den aktuell 2,3 Prozent der Ayvens Bank. Ob das in einigen Monaten noch genauso aussieht, lässt sich heute nicht vorhersagen.

Die Ayvens Bank gehört aktuell allerdings zu unseren Empfehlungen mit seit einem Jahr guten Zinsen. Das bedeutet das sie in den vergangenen zwölf Monaten sehr oft zu den Angeboten mit dem besten Standardzins gehörte, Das senkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank den Zins plötzlich senkt. Zu Chase lässt sich dazu keine Aussage treffen, da das Tagesgeld erst seit einigen Monaten am Markt ist.

Was unterscheidet die beiden Angebote noch?

Bei beiden Anbietern bekommst Du die Zinsen monatlich gutgeschrieben. Außerdem brauchst Du bei keinem der beiden Tagesgeldkonten ein zusätzliches Girokonto beim Anbieter. Ein Referenzkonto ist allerdings nötig. Bei Ayvens kannst Du Einzahlungen nur von Deinem fest hinterlegten Referenzkonto vornehmen, während die bei Chase von allen auf Euro lautenden Bankkonten möglich ist. Auszahlungen sind hingegen bei beiden Banken nur auf das Referenzkonto möglich. Das ist sinnvoll, denn so kann eine Person mit unberechtigten Zugriff nicht einfach Geld auf ein fremdes Konto auszahlen.

Einen Unterschied gibt es bei der Einlagensicherung. Dein Guthaben bei Chase ist über die gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. Bei der Ayvens Bank greift dagegen die niederländische Einlagensicherung. Auch dort sind Deine Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich geschützt.

Für Beträge innerhalb dieser Grenze ist die unterschiedliche nationale Einlagensicherung aus unserer Sicht deshalb kein entscheidender Grund, eines der beiden Angebote vorzuziehen.

Einen weiteren Unterschied gibt es bei der Steuer: Bei Chase wird die Abgeltungsteuer automatisch von Deinen Zinsen abgezogen, bei der Ayvens Bank musst Du Dich in der Steuererklärung selbst um die Versteuerung kümmern.

Was passiert nach dem Aktionszins?

Den Anschlusszins solltest Du bei beiden Angeboten nicht aus den Augen verlieren. Diese Zinssätze sind allerdings nicht garantiert. Deshalb lohnt es sich, nach Ablauf der Zinsgarantie erneut zu vergleichen. Unsere Auswertung zeigt: Wer 10.000 Euro von Januar 2023 bis Januar 2026 immer zum besten Standardzins unserer Empfehlungen angelegt hätte, hätte 624 Euro mehr Gewinn gemacht als zum durchschnittlichen Tagesgeldzins für Neukunden, den die Bundesbank berechnet hat. Darauf wären noch Steuern fällig.

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