ETF statt BU? Warum das gefährlich sein kann
Ohne BU muss Dein ETF-Depot bei Berufsunfähigkeit womöglich jahrelang das fehlende Gehalt ersetzen. Das kann Deine Altersvorsorge gefährden – besonders wenn die Kurse gerade niedrig sind.

Ohne BU muss Dein ETF-Depot bei Berufsunfähigkeit womöglich jahrelang das fehlende Gehalt ersetzen. Das kann Deine Altersvorsorge gefährden – besonders wenn die Kurse gerade niedrig sind.


Du steckst jeden Monat Geld in einen ETF, einen börsengehandelten Indexfonds. Kannst Du Dir deshalb die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sparen? Eine riskante Rechnung: Dein Erspartes müsste dann womöglich Jahrzehnte ohne Gehalt überbrücken.
Ein weltweiter Aktien-ETF kann Dir helfen, Vermögen fürs Alter aufzubauen. Dafür solltest Du mindestens 15 Jahre einplanen. Wann Du krank wirst, kannst Du allerdings nicht planen. Fällt Dein Einkommen mitten in einem Börsencrash weg, müsstest Du womöglich Anteile zu niedrigen Kursen verkaufen, um Deine Miete zu bezahlen. Daraus entsteht ein doppeltes Problem: Dein Depot schrumpft durch Kursverluste und Entnahmen. Das Geld fehlt Dir später für die Rente.
Kümmere Dich deshalb um Deinen Einkommensschutz, wenn Du auf Dein Gehalt angewiesen bist. Vereinbare eine BU-Rente, die Deine Ausgaben deckt. Als Orientierung empfiehlt Finanztip mindestens 80 Prozent Deines Nettoeinkommens. Rechne auch Geld für die Altersvorsorge ein. Lass Dich zur passenden Absicherung von einem von Finanztip empfohlenen Makler beraten. Der Schutz sollte bis zum geplanten Rentenbeginn reichen. Hast Du bereits eine BU, prüfe Rentenhöhe und Laufzeit.
Für Deine Sparrate bedeutet das: Plane den BU-Beitrag fest in Dein Budget ein und prüfe, wie viel fürs Depot übrigbleibt. Wirst Du berufsunfähig, soll die vereinbarte BU-Rente Deine laufenden Kosten auffangen. Idealerweise kannst Du damit auch weiter fürs Alter sparen. Beispiel: Du bist berufsunfähig und erhältst 80 Prozent BU-Rente. Dann reduzierst Du Deinen ETF-Sparplan von 100 auf 80 Euro monatlich, sparst aber weiter.
Wird das Geld knapp, kannst Du Deinen ETF-Sparplan stärker reduzieren oder pausieren. Dafür musst Du Deine vorhandenen Anteile nicht verkaufen. Wie Du Deinen Sparplan einrichtest und anpasst, erklärt der Finanztip-Ratgeber ETF-Sparplan.
BU und ETF ergänzen sich also: Die Versicherung sichert Dein Arbeitsleben ab, das Depot baut Vermögen für später auf. Die BU zahlt bei anerkannter Berufsunfähigkeit die vereinbarte Rente, längstens bis zum vertraglichen Leistungsende. Ohne sie auszukommen, setzt entsprechend großes Vermögen voraus. Für Arbeitnehmer, die ihr Gehalt brauchen, ist sie deshalb dringend empfohlen.
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