Revolut oder Chase: Welches Tagesgeld bringt Dir mehr?

Revolut schlägt Chase beim Zinssatz, begrenzt das Angebot aber auf 25.000 Euro. Für größere Guthaben kann deshalb der Konkurrent attraktiver sein.

Timo Halbe
Timo Halbe • Geldanlage
revolut und chase mit aktuellen zinssätzen vor einer treppe an geldmünzen

Revolut bietet aktuell 4,25 Prozent p. a. Zinsen auf Tagesgeld und damit 0,25 Prozentpunkte mehr als Chase. Der Aktionszins gilt für Guthaben bis 25.000 Euro und für vier Monate. Dafür brauchst Du ein Revolut-Girokonto. In den ersten 30 Tagen bekommst Du den höheren Zins automatisch. Danach musst Du regelmäßig mit der Revolut-Karte bezahlen. Sonst fällt Dein Zins auf den regulären Zinssatz Deines Revolut-Tarifs zurück, bis Du die Bedingung wieder erfüllst.

Chase zahlt Neukunden vier Monate lang 4 Prozent p. a. auf Guthaben bis 1 Million Euro. Dafür musst Du kein weiteres Girokonto eröffnen und nicht regelmäßig mit der Karte zahlen. Deshalb ist Chase trotz des etwas niedrigeren Zinses für viele die unkompliziertere Wahl.

Bei der Einlagensicherung gibt es keinen Unterschied: Dein Guthaben ist bei beiden Anbietern über die gesetzliche deutsche Einlagensicherung abgesichert.

Mehr zu den aktuellen Angeboten findest Du in unserem Tagesgeld-Vergleich.

Zum Finanztip-Tagesgeld-Vergleich

Wie viel bringt Dir der höhere Zins bei Revolut?

Der Unterschied zwischen beiden Angeboten beträgt 0,25 Prozentpunkte. Bei 10.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto sind das über vier Monate rund 8 Euro mehr Zinsen vor Steuern. Bei 25.000 Euro, dem Höchstbetrag für den Aktionszins, sind es rund 21 Euro.

Für diesen Zinsvorteil stellt Revolut allerdings ab dem zweiten Monat eine zusätzliche Bedingung. In den ersten 30 Tagen musst Du für den höheren Zins nichts weiter tun. Danach musst Du in jedem 30-Tage-Zeitraum mindestens drei Kartenzahlungen über jeweils mindestens 5 € machen. Erfüllst Du diese Bedingung nicht, gilt ab dem Folgemonat der reguläre Zins Deines Girokonto-Tarifs.

Was passiert nach dem Aktionszins?

Auch den Anschlusszins solltest Du im Blick behalten. Bei Chase liegt er derzeit bei 2 Prozent p. a. Bei Revolut hängt der Anschlusszins vom Girokonto-Tarif und teilweise von der Höhe Deines Guthabens ab.

Vergleichen solltest Du deshalb regelmäßig. Unsere Auswertung zeigt: Wer 10.000 Euro von Januar 2023 bis Januar 2026 immer zum besten Standardzins unserer Empfehlungen angelegt hätte, hätte 624 Euro mehr Gewinn gemacht als zum durchschnittlichen Tagesgeldzins. Darauf wären noch Steuern fällig.

Warum empfehlen wir eher Chase?

Für den kleinen Zinsvorsprung verlangt Revolut mehr von Dir. Du musst die regelmäßigen Kartenzahlungen im Blick behalten, damit der Aktionszins weiter gilt. Außerdem ist das nötige Girokonto keine Finanztip-Empfehlung, unter anderem weil Dispokredit und Girocard fehlen.

Wenn Du einfach nur Tagesgeld suchst, würden wir deshalb eher Chase wählen. Revolut kann trotzdem zu Dir passen, wenn Du das Girokonto ohnehin nutzt und die regelmäßigen Kartenzahlungen für Dich kein Aufwand sind.

Am Ende kommt es darauf an, was Dir wichtiger ist: Möchtest Du möglichst wenig Aufwand, spricht mehr für Chase. Nutzt Du Revolut ohnehin, kannst Du dort den etwas höheren Zins mitnehmen.

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