Girocard

Das kann die deutsche Bankkarte

Josefine Lietzau 20. November 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Girocard – meist noch unter den Namen EC-Karte bekannt – ist wohl die Karte, mit der Du in Deutschland in den meisten Läden bezahlen kannst.
  • Das Geld, das Du ausgibst, wird zeitnah vom Girokonto abgebucht.
  • Mit der Girocard kannst Du kontaktlos und auch mit Deinem Handy zahlen.
  • Falls Du die Girocard verlierst, sperre sie so schnell wie möglich bei Deiner Bank oder über die Notrufnummer 116 116.
So gehst Du vor
  • Die Girocard macht Dir dank ihrer breiten Akzeptanz das Leben in Deutschland einfacher. Du bekommst sie zu Deinem Girokonto dazu – oft ist das kostenfrei.
  • Im Finanztip-Girokontorechner listen wir die Kosten der Karten auf, nicht nur die Gebühren für das dazugehörige Konto. So findest Du ein günstiges Girokonto mit einer kostenlosen Girocard.

Zum Girokontorechner

Sie gehört zu fast jedem Girokonto: die Girocard (früher EC-Karte genannt). Mit ihr kannst Du Geld abheben und Deine Einkäufe bezahlen. Was das kostet, ist allerdings nicht immer sofort klar, denn Du musst an unterschiedlichen Stellen nachgucken.

Wann wird das Geld abgebucht?

In Deutschland sind verschiedene Karten auf dem Markt, der große Star ist aber immer noch die Girocard. Sie nutzt der größte Teil der Verbraucher für Kartenzahlungen, auch Geld abheben kannst Du mit der Girocard.

Die gezahlte oder abgehobene Summe geht sofort vom Girokonto ab. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen Kreditkarten, bei denen Du teilweise einen Monat Zeit hast, das Geld zurückzuzahlen oder es gar in Raten abstotterst. Das unmittelbare Abbuchen bei der Girocard kann Dir helfen, Deine Finanzen besser im Blick zu behalten.

Wie funktioniert das Geldabheben?

Mit der Girocard kannst Du vor allem in Deutschland Geld abheben. Bei den Geldautomaten Deiner Bank kostet das oft nichts. Auch wenn Deine Bank Mitglied in einem Automatennetzwerk wie Cash Group oder Cashpool ist, kannst Du bei den anderen Mitgliedsbanken kostenlos Geld abheben.

Geldautomaten-Verbünde

AnbieterGeldautomatenMitglieder
Sparkassen-Netzetwa 24.000Sparkassen
Bankcard-Servicenetzetwa 17.700Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, Ethik Bank, PSD-Banken
Cash Groupetwa 9.000 (+ Kassen von 1.300 Tankstellen)Unicredit Bank, Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Tochterunternehmen der genannten Banken
Cashpooletwa 3.200Bankhaus Hafner, Bank für Sozialwirtschaft, Bankhaus Bauer, Bankhaus C. L. Seeliger, Bankhaus Mayer, Bankhaus Gebr. Martin, Bankhaus J. Faisst, Privatbank Sperrer, Bankhaus Max Flessa, BBBank, Donner & Reuschel, Degussa Bank, Fürstlich Castell'sche Bank, Gabler-Saliter Bank, Berenberg, Merkur Privatbank, National-Bank, Pax-Bank, Santander, Sparda-Banken, Südwestbank, Targobank, Wüstenrot Bank, Oldenburgische Landesbank, Steyler Bank, Bankhaus Neelmeyer

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: August 2020)

Aber Achtung: Es gibt Kontomodelle, bei denen Du nur ein paar Mal im Monat kostenlos Geld an den Automaten Deiner Bank holen kannst. Bei anderen kostet das Geldabheben sogar immer etwas. Das kann Dir zum Beispiel bei den sogenannten Klassikkonten regionaler Banken passieren.

Falls Du mal keinen Automaten Deiner eigenen Bank findest, kann das Abheben mit der Girocard schnell teuer werden. Denn die Automatenbetreiber verlangen dafür Gebühren. Die Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt, muss aber vor dem Abheben angezeigt werden. Durchschnittlich verlangten die Banken im Jahr 2016 an ihren Automaten 4,22 Euro Gebühr, so das Ergebnis einer Studie der Finanzberatung FMH.

Manchmal triffst Du auch bei Geldautomaten in Nachbarländern auf das Girocard-Logo. Sehr verbreitet ist das Girocard-System außerhalb Deutschlands aber nicht. Deshalb arbeiten die deutschen Banken mit internationalen Partnern wie den Kreditkartenunternehmen Mastercard (Maestro) und Visa (V-Pay) zusammen, seltener mit JCB. Dadurch wird aus einer nationalen Karte eine internationale. Wenn Du auf Deiner Girocard das Symbol eines dieser internationalen Partner findest, kannst Du auch im Ausland Geld ziehen. Allerdings kostet das oft Gebühren.

Falls Du wissen willst, wie viel Du beim Abheben mit Maestro und V-Pay bezahlst, musst Du in das Preis- und Leistungsverzeichnis Deiner Bank schauen oder in die Entgeltinformation zu Deinem Kontomodell. Deine Bank bestimmt die Gebühren.

Die Preislisten sind zwar verwirrend, aber das Suchen kann sich lohnen: Bei manchen Banken ist Bezahlen und Abheben im Ausland mit der Girocard preiswerter als mit der Kreditkarte. Die Automatenbetreiber im Ausland können jedoch zusätzliche Kosten aufschlagen.

Wie funktioniert das Bezahlen mit der Girocard?

Du kannst mit der Girocard natürlich auch bezahlen. Die Zahlung bestätigst Du, indem Du die PIN der Karte eingibst. Deine Bank verspricht dann dem Händler, dass er auch sein Geld kriegt. Dafür prüft sie beim Bezahlvorgang, ob genug Geld auf Deinem Konto liegt.

Anders sieht es aus, wenn Du per Unterschrift bezahlst, also mit dem elektronischen Lastschriftverfahren. Das hat dann eigentlich nichts mit der Girocard zu tun, der Händler bekommt über die Karte nur Deine Kontodaten und bucht das Geld später ab. Ob Dein Konto gedeckt ist, weiß er nicht. Ist nicht genug Geld auf dem Konto, blockiert Deine Bank die Zahlung, und der Händler schickt Dir später eine Mahnung.

Im Ausland bezahlst Du meist über den internationalen Partner Maestro oder V-Pay, dabei ist Maestro weiter verbreitet. Die Kosten stehen ebenfalls im Preis- und Leistungsverzeichnis oder in der Entgeltinformation Deiner Bank.

So zahlst Du kontaktlos

Mit der Girocard kannst Du auch kontaktlos bezahlen. Du musst die Karte also beim Bezahlen nicht mehr aus der Hand geben, sondern sie nur an das Lesegerät der Kasse halten. Du erkennst die passenden Kassen an einer Kombination aus Girocard-Logo und Funkwellen-Symbol.

Es gibt zwei Möglichkeiten, kontaktlos zu zahlen. Die bekanntere heißt NFC (near field communication): Inzwischen sind viele Karten mit einem NFC-Chip ausgerüstet. Zahlst Du mittels NFC wird das Geld direkt vom Konto abgebucht, so wie Du es von der Girocard gewohnt bist.

Erst ab Summen über 25 Euro musst Du zusätzlich Deine PIN eingeben. Während der Corona-Pandemie haben die Banken und Händler diese Summe auf 50 Euro hochgesetzt. Unbegrenzt häufig klappt das aber nicht: Nachdem Du fünfmal ohne PIN bezahlt hast, musst Du sie wieder eingeben. Das Gleiche gilt, wenn die Gesamtsumme Deiner Käufe 150 Euro erreicht hat. Das soll Dich schützen, falls Deine Karte mal verloren geht.

Eine weitere Möglichkeit, kontaktlos zu zahlen, ist Girogo. Sie gerät jedoch immer mehr aus der Mode. Denn Girogo funktioniert nur, wenn Du zuvor Geld als Prepaid-Guthaben auf den Chip Deiner Karte geladen hast.

Die Sparkassen und Volksbanken bieten auch das Bezahlen mit der Girocard über Android-Smartphones an. Das funktioniert mit ihren Banking-Apps. Falls Du ein iPhone hast, kannst Du nur bei den Sparkassen mit der Girocard mobil bezahlen, sie bieten dafür Apple Pay an. Statt der Karte hältst Du beim mobilen Bezahlen das Smartphone an das Lesegerät der Kasse.

Hürden beim Online-Shopping

Noch funktionieren Girocards in den meisten Fällen beim Online-Shopping nicht, Du musst dafür zu Deiner Kreditkarte greifen. Wenn Du Dein Konto bei einer Sparkasse hast, ändert sich das womöglich bald: Denn künftig soll bei vielen Sparkassen die Girocard zusätzlich als „Mastercard Debit“ funktionieren, also wie eine Debit-Kreditkarte. Das soll nicht nur die Akzeptanz beim Bezahlen in Läden erhöhen, mit den Karten kannst Du dann auch im Internet einkaufen.

Wie sperrst Du die Girocard?

Falls die Girocard verloren geht oder jemand sie stiehlt, musst Du sie sperren. Das geht bei Deiner Bank oder telefonisch über die Sperrnummer 116 116. In Deutschland ist der Sperr-Notruf kostenlos. Wenn Du im Ausland bist, musst Du die Vorwahl für Deutschland (0049) vor der eigentlichen Nummer wählen und die Telefongebühren zahlen. Bis die Karte gesperrt ist, haftest Du mit bis zu 50 Euro, falls ein Unbefugter Deine Girocard nutzt.

Du solltest den Verlust zusätzlich der Polizei melden und die Karte dort über das sogenannte KUNO-System sperren. Das soll verhindern, dass Diebe mit der Karte einkaufen können, indem sie den Kassenzettel unterschreiben.

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Autor
Josefine Lietzau

20. November 2020


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