Girocard

Das kann die deutsche Bankkarte

Josefine Lietzau Stand: 27. Mai 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Die meisten Verbraucher kennen die Girocard unter ihrem alten Namen EC-Karte.
  • Girocard ist ein rein deutsches System. Deshalb arbeiten die Banken mit Anbietern wie Mastercard (Maestro) und Visa (V-Pay) zusammen, damit die Kunden die Karten im Ausland nutzen können.
  • In der Regel wird das Geld sofort vom Girokonto abgebucht; es gibt bei der Girocard jedoch auch Prepaid-Funktionen.
  • Falls die Girocard verloren geht, müssen die Kunden sie unverzüglich sperren. Das geht zum Beispiel über die Notrufnummer 116 116
So gehen Sie vor
  • Die Girocard ist in Deutschland noch immer die Standardkarte für das Bezahlen und Abheben. Es sollte aber eine für Sie preiswerte Karte sein.
  • Im Finanztip-Girokontorechner listen wir die Kosten der Karten auf, nicht nur die Kontoführungsgebühr. So finden sie ein Girokonto mit einer kostenlosen Girocard.

Zum Girokontorechner

Der Name Girocard ist für viele Verbraucher zwar eher unbekannt, trotzdem haben die meisten von ihnen eine solche Karte in der Tasche. Nur ist sie selbst Jahre, nachdem sie den neuen Namen erhielt, noch unter den alten bekannt: EC-Karte.

Wann wird das Geld abgebucht?

Hinter dem Girocard-System steckt zum einem das Bezahlverfahren Electronic Cash und zum anderen die deutschen Geldautomaten. Das System gibt auch der Bankkarte ihren Namen.

Egal, ob die Verbraucher mit der Girocard Geld abheben oder bezahlen: Das Geld geht sofort vom Girokonto ab. Etwas anders funktioniert die Geldkarten-Funktion, die über einen auf der Karte befindlichen Chip läuft: Dazu laden die Kunden vorab Geld direkt auf den Chip und geben den Betrag mit der Zeit wieder aus. Die Auflade-Summe ist auf 200 Euro begrenzt. 

Wie funktioniert das Geldabheben?

Mit der Girocard können Verbraucher in Deutschland Geld abheben. Bei den Geldautomaten der eigenen Bank kostet das in der Regel nichts. Auch wenn die Banken Mitglied in einem Automatennetzwerk wie Cash Group oder Cashpool sind, ist das der Fall: Die Kunden der Banken können bei den anderen Mitgliedern kostenlos Geld abheben. Sofern sie an Geldautomaten von Dritten Geld holen, verlangen die Automatenbetreiber dafür Gebühren. Die Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt, muss aber vor dem Abheben angezeigt werden.

Manchmal treffen Verbraucher auch bei Geldautomaten in Nachbarländern auf das Girocard-Logo. In den meisten Fällen könnten sie mit der Girocard dort jedoch kein Geld abheben – wenn nicht der internationale Partner wäre. Die Banken arbeiten in der Regel mit Mastercard (Maestro) und Visa (V-Pay) zusammen, seltener mit JCB. Dadurch wird aus einer nationalen Karte eine internationale. Auf den Karten finden sich entsprechende Symbole der internationalen Partner.

Falls Kunden wissen wollen, wie viel sie beim Abheben mit Maestro und V-Pay bezahlen, müssen sie in das Preis- und Leistungsverzeichnis der eigenen Bank schauen, denn diese bestimmt die Gebühren. Das sollten Sie unbedingt tun, denn bei manchen Banken ist Bezahlen und Abheben im Ausland mit der Girocard preiswerter als mit der Kreditkarte. Die Automatenbetreiber im Ausland können jedoch zusätzliche Kosten aufschlagen.

Wie funktioniert das Bezahlen mit der Girocard?

Auch beim Bezahlen spielen sowohl in Deutschland als auch im Ausland Girocard und der internationale Partner zusammen. In Deutschland werden beide Anbieter genutzt. Die Kunden können sich zwar aussuchen, welches Verfahren sie nutzen. Diese Wahl ist aber eher für die Händler wichtig, da sie je nach System unterschiedliche Gebühren bezahlen müssen. Die Händler werden also das für sie preiswerteste Verfahren an der Kasse voreinstellen, die Kunden können ein anderes verlangen. Zusätzlich können die Kunden in Deutschland noch per Unterschrift bezahlen, also mit dem elektronischen Lastschriftverfahren.

Im Ausland bezahlen die Kunden über den internationalen Partner, die Kosten stehen ebenfalls im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Kontaktlos bezahlen

Mit der Girocard können Kunden auch kontaktlos bezahlen, sie müssen die Karte also beim Bezahlen nicht mehr aus der Hand geben. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten.

„Girogo“ funktioniert nur als Prepaid-Möglichkeit, die Kunden müssen zuvor Geld auf den Chip der Karte laden.

Inzwischen sind jedoch viele der Karten mit einem NFC-Chip ausgerüstet. Beim kontaktlosen Bezahlen funktioniert das Abbuchen also direkt vom Konto. Die Sparkassen und Volksbanken bieten auch das Bezahlen mit der Girocard übers Smartphone an. Das funktioniert mit den Banking-Apps der Anbieter. Sie halten dann statt der Karte das Smartphone an das Lesegerät der Kasse.

Erst ab Summen über 25 Euro müssen Verbraucher zusätzlich ihre PIN eingeben. Kunden erkennen die passenden Kassen an einer Kombination aus Girocard-Logo und Funkwellen-Symbol.

Die Sparkassen und Volksbanken bieten auch das Bezahlen mit der Girocard über das Smartphone an. Das funktioniert mit den Banking-Apps der Anbieter. Die Kunden halten dann statt der Karte das Smartphone an das Lesegerät der Kasse.

Wie kann man die Girocard sperren?

Falls die Girocard verloren geht oder jemand sie stiehlt, müssen Verbraucher sie sperren. Das geht über die eigene Bank oder telefonisch über die Sperrnummer 116 116. In Deutschland ist der Sperr-Notruf kostenlos. Wer im Ausland telefoniert, muss die Vorwahl für Deutschland (0049) vor der eigentlichen Nummer wählen und die Telefongebühren zahlen. Bis die Karte gesperrt ist, haften die Kunden mit bis zu 50 Euro, falls ein Unbefugter ihre Girocard nutzt.

Sie sollten den Verlust auch der Polizei melden und die Karte dort über das sogenannte KUNO-System sperren. Das soll verhindern, dass Diebe mit der Karte einkaufen können, in dem sie den Kassenzettel unterschreiben.

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 27. Mai 2019


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