Girocard

Das kann die deutsche Bankkarte

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Girocard (früher: EC-Karte) ist wohl die Karte, mit der Du in Deutschland in den meisten Läden bezahlen kannst.
  • Das Geld, das Du ausgibst, wird zeitnah vom Girokonto abgebucht.
  • Mit der Girocard kannst Du kontaktlos und auch mit Deinem Handy zahlen.

So gehst Du vor

  • Falls Du die Girocard verlierst, sperre sie so schnell wie möglich bei Deiner Bank oder über die Notrufnummer 116 116.

  • Das passende Konto samt Girocard findest Du über den Finanztip-Girokontorechner.

Zum Gi­ro­kon­to­rech­ner

Sie gehört zu fast jedem Girokonto: die Girocard (früher EC-Karte genannt). Mit ihr kannst Du Geld abheben und Deine Einkäufe bezahlen. Was das kostet, ist allerdings nicht immer sofort klar, denn Du musst an unterschiedlichen Stellen nachgucken.

Wann wird das Geld abgebucht?

In Deutschland sind verschiedene Karten auf dem Markt, der große Star ist aber immer noch die Girocard. Die meisten Verbraucher nutzen sie für Kartenzahlungen, auch Geld abheben kannst Du mit der Girocard.

Die gezahlte oder abgehobene Summe geht sofort vom Girokonto ab. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen Kreditkarten, bei denen Du teilweise einen Monat Zeit hast, um das Geld zurückzuzahlen oder es gar in Raten abstotterst. Das unmittelbare Abbuchen bei der Girocard kann Dir helfen, Deine Finanzen besser im Blick zu behalten.

Was kostet eine Girocard?

Viele Banken verlangen inzwischen Gebühren für die Girocard und nicht nur für das Bezahlen und Geldabheben. Wie hoch diese Kosten sind, hängt von der jeweiligen Bank ab. Zu diesen Kosten kommen dann noch Monatsgebühren für die Kontoführung.

Kosten für die Girocard

BankMonatsgebühren
Comdirect0 €
DKB0,99 €
Consorsbank1 €
ING0,99 €
Commerzbank0 €
Deutsche Bank0 €
Berliner Sparkasse1 €
Berliner Volksbank0 €
Sparda-Bank Berlin0 €
PSD-Bank Berlin-Brandenburg0 €

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 23. September 2022)

Wie funktioniert das Geldabheben?

Mit der Girocard kannst Du vor allem in Deutschland Geld abheben. Bei den Geld­au­to­ma­ten Deiner Bank kostet das oft nichts. Auch wenn Deine Bank Mitglied in einem Automatennetzwerk wie Cash Group oder Cashpool ist, kannst Du bei den anderen Mitgliedsbanken kostenlos Geld abheben.

Geld­au­to­ma­ten-Verbünde

AnbieterGeld­au­to­ma­tenMitglieder
Sparkassen-Netzetwa 23.000Sparkassen
Bankcard-Servicenetzetwa 16.300Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, Ethik Bank, PSD-Banken
Cash Groupetwa 7.000 (inklusive Kassen von 1.300 Tankstellen)Unicredit Bank, Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Tochterunternehmen der genannten Banken
Cashpooletwa 2.800Bankhaus Hafner, Bank für Sozialwirtschaft, Bankhaus Bauer, Bankhaus C. L. Seeliger, Bankhaus Mayer, Bankhaus Gebr. Martin, Bankhaus J. Faisst, Privatbank Sperrer, Bankhaus Max Flessa, BBBank, Donner & Reuschel, Degussa Bank, Fürstlich Castell'sche Bank, Gabler-Saliter Bank, Berenberg, Merkur Privatbank, National-Bank, Pax-Bank, Santander, Sparda-Banken, Südwestbank, Targobank, Wüstenrot Bank, Oldenburgische Landesbank, Steyler Bank, Bankhaus Neelmeyer

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 22. Dezember 2022)

Aber Achtung: Es gibt Kontomodelle, bei denen Du nur ein paar Mal im Monat kostenlos Geld an den Automaten Deiner Bank holen kannst. Bei anderen kostet das Geldabheben sogar immer etwas. Das kann Dir zum Beispiel bei den sogenannten Klassikkonten regionaler Banken passieren.

Falls Du mal keinen Automaten Deiner eigenen Bank findest, kann das Abheben mit der Girocard schnell teuer werden. Denn die Automatenbetreiber verlangen dafür Gebühren. Die Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt, muss aber vor dem Abheben angezeigt werden.

Manchmal triffst Du auch bei Geld­au­to­ma­ten in Nachbarländern auf das Girocard-Logo. Sehr verbreitet ist das Girocard-System außerhalb Deutschlands aber nicht.

Deshalb arbeiten die deutschen Banken mit internationalen Partnern wie den Kreditkartenunternehmen Mastercard (Maestro) und Visa (V-Pay) zusammen, seltener mit JCB. Dadurch wird aus einer nationalen Karte eine internationale. Wenn Du auf Deiner Girocard das Symbol eines dieser internationalen Partner findest, kannst Du auch im Ausland Geld ziehen. Allerdings kostet das oft Gebühren.

Falls Du wissen willst, wie viel Du beim Abheben mit Maestro und V-Pay bezahlst, musst Du in das Preis- und Leistungsverzeichnis Deiner Bank schauen oder in die Entgeltinformation zu Deinem Kontomodell. Deine Bank bestimmt die Gebühren.

Die Preislisten sind zwar verwirrend, aber das Suchen kann sich lohnen: Bei manchen Banken ist Bezahlen und Abheben im Ausland mit der Girocard preiswerter als mit der Kreditkarte. Die Automatenbetreiber im Ausland können jedoch zusätzliche Kosten aufschlagen.

Mastercard will ab Mitte 2023 keine neuen Maestro-Karten mehr ausgeben, auch Visa will V-Pay einstellen. Einige deutsche Banken dürfen Karten mit Maestro-Funktion wohl aber noch etwas länger an ihre Kunden geben (Quelle: Finanz-Szene). Ob Du Deine Girocard zukünftig weiter im Ausland nutzen kannst, hängt von Deiner Bank ab. Die kann eine reine Girocard ausgeben, aber auch statt Maestro und V-Pay die Girocard mit Mastercard und Visa-Debit zusammenbringen.

Wie funktioniert das Bezahlen mit der Girocard?

Du kannst mit der Girocard natürlich auch bezahlen. Die Zahlung bestätigst Du, indem Du die Pin der Karte eingibst. Deine Bank verspricht dann dem Händler, dass er sein Geld kriegt. Dafür prüft sie beim Bezahlvorgang, ob genug Geld auf Deinem Konto liegt.

Anders sieht es aus, wenn Du per Unterschrift bezahlst, also mit dem elektronischen Lastschriftverfahren. Das hat dann eigentlich nichts mit der Girocard zu tun, der Händler bekommt über die Karte nur Deine Kontodaten und bucht das Geld später ab. Ob Dein Konto gedeckt ist, weiß er nicht. Ist nicht genug Geld auf dem Konto, blockiert Deine Bank die Zahlung, und der Händler schickt Dir später eine Mahnung.

Im Ausland bezahlst Du meist über den internationalen Partner Maestro oder V-Pay, dabei ist Maestro weiter verbreitet. Die Kosten stehen ebenfalls im Preis- und Leistungsverzeichnis oder in der Entgeltinformation Deiner Bank.

So zahlst Du kontaktlos

Mit der Girocard kannst Du auch kontaktlos bezahlen. Du musst die Karte also beim Bezahlen nicht mehr aus der Hand geben, sondern sie nur an das Lesegerät der Kasse halten. Du erkennst die passenden Kassen an einer Kombination aus Girocard-Logo und Funkwellen-Symbol.

Es gibt zwei Möglichkeiten, kontaktlos zu zahlen. Die bekanntere heißt NFC (near field communication). Inzwischen sind viele Karten mit einem NFC-Chip ausgerüstet. Zahlst Du mittels NFC, wird das Geld direkt vom Konto abgebucht, so wie Du es von der Girocard gewohnt bist.

Erst ab Summen über 50 Euro musst Du zusätzlich Deine Pin eingeben. Unbegrenzt häufig klappt das aber nicht. Nachdem Du fünfmal ohne Pin bezahlt hast, musst Du sie wieder eingeben. Das Gleiche gilt, wenn die Gesamtsumme Deiner Käufe 150 Euro erreicht hat. Das soll Dich schützen, falls Deine Karte mal verloren geht.

Eine weitere Möglichkeit, kontaktlos zu zahlen, ist Girogo. Sie gerät jedoch immer mehr aus der Mode. Denn Girogo funktioniert nur, wenn Du zuvor Geld als Prepaid-Guthaben auf den Chip Deiner Karte geladen hast.

Die Sparkassen und Volksbanken bieten auch das Bezahlen mit der Girocard über Android-Smartphones an. Das funktioniert mit ihren Banking-Apps. Falls Du ein iPhone hast, kannst Du nur bei den Sparkassen mit der Girocard mobil bezahlen, sie bieten dafür Apple Pay an. Statt der Karte hältst Du beim mobilen Bezahlen das Smartphone an das Lesegerät der Kasse.

Hürden beim Bezahlen

Noch funktionieren Girocards in den meisten Fällen beim Online-Shopping nicht, Du musst dafür zu Deiner Kreditkarte greifen. Wenn Du Dein Konto bei einer Sparkasse hast, sieht das womöglich anders aus: Einige Sparkassen kombinieren bereits die Girocard mit der Mastercard Debit. Auch Visa ist möglicher Partner, dabei wird die Girocard mit der Visa Debitkarte zusammengeführt. Das erhöht nicht nur die Akzeptanz beim Bezahlen in Läden, mit den Karten kannst Du dann auch im Internet einkaufen. Zu den Sparkassen, die die neue Girocard anbieten, gehören die Sparkasse Fürth, Sparkasse Siegen und die Sparkasse Niederbayern-Mitte.

Ein weiteres Problem: Wenn Deine Bank eine reine Girocard ausgibt, funktioniert diese womöglich nicht immer beim Bezahlen in Deutschland, obwohl es sich bei Girocard um ein deutsches System handelt. Das liegt dann am Anbieter, vom dem der Händler das Kartengerät hat. So kannst Du beispielsweise über die Geräte von Sumup nicht mit einer reinen Girocard bezahlen, da das Unternehmen für die Abrechnung die Systeme von Mastercard und Visa nutzt.

Wie sperrst Du die Girocard?

Falls die Girocard verloren geht oder jemand sie stiehlt, musst Du sie sperren. Das geht bei Deiner Bank oder telefonisch über die Sperrnummer 116 116. In Deutschland ist der Sperr-Notruf kostenlos. Wenn Du im Ausland bist, musst Du die Vorwahl für Deutschland (0049) vor der eigentlichen Nummer wählen und die Telefongebühren zahlen. Bis die Karte gesperrt ist, haftest Du mit bis zu 50 Euro, falls ein Unbefugter Deine Girocard nutzt. Es nehmen nicht alle Banken am Sperrdienst teil.

Du solltest den Verlust zusätzlich der Polizei melden und die Karte dort über das sogenannte KUNO-System sperren. Das soll verhindern, dass Diebe mit der Karte einkaufen können, indem sie den Kassenzettel unterschreiben.

Brauchst Du eine Girocard?

Einige Direktbanken haben die Girocard zum optionalen Teil ihres Kontos gemacht: die Comdirect, DKB, Consorsbank und ING. Smartphonebanken wie N26 oder Revolut hatten nie eine Girocard im Programm. Stattdessen setzen sowohl diese Direktbanken als auch die Neobanken auf die Debitkarten von Mastercard und Visa als Hauptkarte zum Konto.

Auch bei diesen Karten wird das Geld zeitnah abgebucht. Dazu sind sie online nutzbar und funktionieren mit weniger Einschränkungen im Ausland. Trotzdem kommt nicht jeder Verbraucher ganz ohne Girocard durchs finanzielle Leben.

Das liegt zum einen daran, dass die Girocard in Deutschland immer noch besser akzeptiert wird als die Debitkarten der Kreditkartenunternehmen. Solange es sich um ein Geschäft handelt, dass auch Bargeld akzeptiert, ist das kein Problem. Schließlich kannst Du mit den Karten von Visa und Mastercard an den meisten Geld­au­to­ma­ten in Deutschland abheben. Womöglich ist kein Automat in der Nähe – dann wird es unkomfortabel.

Anders sieht es aus, wenn nur Kartenzahlung akzeptiert wird und dann auch nur die Girocard. Das kann Dir zum Beispiel bei Behördengängen passieren. Als Beispiel zeigen wir Dir, wie uneinheitlich einige Bürgerämter in Berlin mit dem Thema umgehen. Allerdings kannst Du auch dieses Problem lösen, indem Du statt zum Amt in der Nähe zu einem anderen gehst.

Akzeptanz in Bürgerämtern

BürgeramtBargeldGirocardVisa/Mastercard
Charlottenburg-Wilmersdorf/Heerstr.neinjaja
Friedrichhain-Kreuzberg/Frankfurter Alleeneinjaja
Lichtenberg/Normannenstr.neinjanein
Marzahn-Hellersdorf/Biesdorf Centerneinjanein
Mitte/Rathaus Mittejajanein
Neukölln/Blaschkowalleejajanein
Pankow/Fröbelstr. 17neinjanein
Reinickendorf/Märkisches Viertelneinjanein
Spandau/Rathaus Spandaujajanein
Steglitz-Zehlendorf/Schloßstr. 37jajanein
Tempelhof-Schöneberg/Tempelhofer Damm 165neinjanein
Treptow-Köpenick/Rudower Chaussee 6neinjanein

Quelle: berlin.de (Stand: 23. September 2022)

Bei einigen Banken kannst Du Deine Bankgeschäfte nur zusammen mit einem Smartphone erledigen. Das liegt daran, dass die Tan über die Banking-App an Dich gesendet wird.Willst Du kein Smartphone oder eine App nutzen, brauchst Du oft eine Girocard zum Konto. Über die kannst Du dann zusammen mit einem Generator über das chipTan-Verfahren die nötige Tan generieren.

Ob Du eine Girocard brauchst, hängt also zum Beispiel davon ab, wo Du wohnst oder wo Deine Lieblingsgegend ist und ob Dich Extrawege nicht stören. Aber auch davon, wie Du Deine Bankgeschäfte erledigen willst.

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

  • Mit dem richtigen Girokonto kannst Du Gebühren sparen und bekommst gute Leistungen.
  • Gute Konten: Comdirect, DKB, Consorsbank, ING

Zum Ratgeber

Autor
Josefine Lietzau

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