Warum die Erwerbsminderungsrente oft nicht reicht

Wer aus gesundheitlichen Gründen kaum noch arbeiten kann, kann eine Erwerbsminderungsrente bekommen. Doch die Hürden sind hoch – und 2024 erhielten Neurentner mit voller Erwerbsminderung im Schnitt nur 1.099 Euro im Monat. Eine BU kann einen deutlich größeren Teil Deines Einkommens absichern.

Nathanael Häfner
Nathanael Häfner • Unfall & BU
Erwerbmindernungsrente reicht nicht

Du kannst aus gesundheitlichen Gründen kaum noch arbeiten? Dann hilft Dir möglicherweise die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Deinen bisherigen Lebensstandard sichert sie jedoch häufig nicht. Gerade einmal durchschnittlich 1.099 Euro im Monat bekamen Menschen, denen 2024 erstmals eine volle Erwerbsminderungsrente bewilligt wurde. Das zeigen die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung.

Hohe Hürden für die Erwerbsminderungsrente

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Eine BU zahlt in der Regel, wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate lang nur noch zu höchstens 50 Prozent ausüben kannst. Für die volle Erwerbsminderungsrente musst Du dagegen außerstande sein, irgendeiner Tätigkeit mindestens drei Stunden täglich nachzugehen. Ob Du Deinen bisherigen Beruf noch schaffst, spielt dabei grundsätzlich keine Rolle. Und selbst wenn Du die strengen Voraussetzungen erfüllst, reicht die Rente häufig nicht aus, um Deinen Lebensstandard zu halten.

BU kann die finanzielle Lücke besser schließen

Bist Du auf Dein Arbeitseinkommen angewiesen, solltest Du Dich möglichst jung und gesund um eine BU kümmern. Alter, Beruf und Gesundheitszustand entscheiden darüber, wie teuer der Schutz wird und ob Dich ein Versicherer überhaupt annimmt.

Prüfe zuerst in Deiner Renteninformation, wie hoch Deine volle Erwerbsminderungsrente aktuell wäre. Wende Dich dann an einen spezialisierten Versicherungsmakler. Bereite Deine Gesundheitshistorie sorgfältig vor und beantworte die Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß.

Bei Vorerkrankungen sollte der Makler zunächst eine anonyme Risikovoranfrage stellen. So erfährst Du, welche Versicherer Dich zu welchen Bedingungen aufnehmen würden, ohne sofort einen Antrag unter Deinem Namen zu stellen. Die BU-Rente sollte nach Möglichkeit etwa 80 Prozent Deines letzten Nettogehalts absichern. Ansprechpartner und weitere Hinweise findest Du im Finanztip-BU-Ratgeber.

Hohe Ablehnungsquote bei Erwerbsminderungsrente

Auch die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente ist nicht selbstverständlich. 2024 verzeichnete die Deutsche Rentenversicherung 181.738 Bewilligungen und 161.876 Ablehnungen. Bezogen auf die Summe dieser Entscheidungen lag der Anteil der Ablehnungen damit bei 47,1 Prozent. Die Statistik umfasst neben Neuanträgen auch bestimmte Sonderfälle, etwa umgedeutete Reha-Anträge.

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