In den vergangenen Monaten hat sich an den Börsen etwas verschoben: Einige bekannte Tech-Aktien haben deutlich verloren, während Unternehmen aus klassischen Branchen stärker gefragt sind. Man spricht hier von einer Sektorrotation – also davon, dass Geld von einer Branche in eine andere wandert.
Ein paar Beispiele zeigen den Trend:
- Ende Februar lag Microsoft auf Dreimonatssicht rund 19 % im Minus, Salesforce hat sogar etwa 32 % verloren
- Gleichzeitig legten Aktien wie der Telekomkonzern Verizon (+32 %) oder der Industriekonzern Caterpillar (+28 %) deutlich zu
IT schwächelt kurzfristig – andere Branchen holen auf
Der Trend zeigt sich auch im MSCI World – einem der wichtigsten Weltaktienindizes mit rund 1.300 Unternehmen aus Industrieländern. Dort haben in den letzten drei Monaten vor allem Industrie-, Energie- und Rohstoffunternehmen stark zugelegt.
Industrieaktien etwa gewannen rund 17 %, Energieunternehmen sogar über 22 %. IT-Aktien dagegen verloren im selben Zeitraum knapp 5 %.
Das überrascht etwas, denn IT-Konzerne gehörten in den vergangenen Jahren oft zu den größten Gewinnern an der Börse. Zuletzt fragten sich aber immer mehr Anlegerinnen und Anleger, ob der KI-Hype kurzfristig übertrieben war – und flüchteten in (vermeintlich) sichere und alteingesessene Aktien.
Langfristig bleibt Tech weiterhin stark
Trotz der jüngsten Schwäche solltest Du die Zahlen nicht falsch verstehen: Auf Jahressicht sieht die Lage anders aus. Im MSCI World kommt der IT-Sektor über zwölf Monate noch immer auf eine Rendite von rund 22 % und bleibt damit einer der wichtigsten Wachstumstreiber im Index.
Auch bei der Gewichtung hat sich wenig verändert: IT-Unternehmen machen weiterhin rund ein Viertel des MSCI World aus und bleiben damit der größte Sektor.
Kurzfristig kann sich die Stimmung am Markt aber schnell ändern: In den letzten Tagen hat sich der Trend teilweise schon wieder gedreht. Anleger griffen wieder stärker bei IT-Aktien zu. Ein Grund: Viele Tech-Konzerne sind weniger abhängig vom Ölpreis und leiden daher weniger unter dem aktuellen Konflikt mit Iran.
Was das für Deine ETF-Strategie bedeutet
Daran siehst Du, wie schnell sich solche Marktbewegungen ändern können. Für langfristige ETF-Anlegerinnen und -Anleger ist das Ganze aber eine gute Erinnerung: Diversifikation funktioniert.
Ein breit gestreuter Welt-ETF enthält automatisch viele Branchen – von IT über Industrie bis hin zu Energie. Und kurzfristige Sektorrotationen gehören zum Aktienmarkt dazu. Wenn eine Branche schwächelt, können andere das oft ausgleichen.
Versuch deshalb nicht, ständig zwischen Branchen hin- und herzuschichten. Mit einem breiten Welt-ETF bist Du bereits so aufgestellt, dass Du von verschiedenen Trends gleichzeitig profitieren kannst.