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Tipps & Tricks

Wie viel kostet ein Testament?

Ein Testament regelt, wer Dein Erbe wird und wer nach Deinem Tod wie viel von Deinem Vermögen bekommt. Mit diesen Kosten musst Du rechnen.

Dr. Britta Beate Schön
Finanztip-Expertin für Recht

Der Tod ist kein schönes Thema, aber auch auf ihn solltest Du Dich vorbereiten – z. B. mit einem Testament. Du kannst es eigenhändig (ohne zusätzliche Kosten) verfassen oder in einem Notariat erstellen lassen. Letzteres gibt’s zwar nicht umsonst, aber Du bist auf der sicheren Seite. Denn ein notarielles bzw. öffentliches Testament kann im Erbfall nicht angezweifelt werden. Weitere Vor- und Nachteile der beiden Optionen liest Du hier.

So viel kostet ein notarielles Testament

Die Kosten setzen sich aus folgenden Posten zusammen:

1. Notargebühren:
Ihre Höhe richtet sich nach dem Nachlasswert (= Vermögen, das Du vererben möchtest) zum Zeit­punkt der Testamentserstellung. Die Gebührensätze für Notare sind gesetzlich vorgeschrieben und können nicht individuell verhandelt werden. Zum Bespiel: Für einen Nachlass von 200.000€ fallen 435€ Notargebühren an:

Übrigens: Willst Du lieber ein gemeinschaftliches Testament oder einen gemeinsamen Erbvertrag (z. B. mit Deinem Ehepartner) erstellen, zahlst Du beim selben Gesamtnachlasswert den zweifachen Gebührensatz, also immer das Doppelte. Bei 200.000€ wären es dann 870€.

2. Post- und Telekommunikationspauschale sowie Dokumentenpauschale:
Dafür solltest Du nochmal 20€ einrechnen.

3. Mehrwertsteuer:
echnest Du das alles zusammen, hast Du den Nettobetrag. Auf ihn zahlst Du dann noch 19% Mehrwertsteuer.

Zwischenergebnis: Bei einem Nachlasswert von 200.000€ zahlst Du für ein Einzeltestament eine Notargebühr von 435€, plus 20€ Dokumentenpauschale. Macht 455€ netto. Mit der Mehrwertsteuer sind das dann nochmal gut 86 € mehr. Dazu kommt jetzt noch:

4. Eintragung ins zentrale Testamentsregister:
Damit Dein fertiges Testament auch “im System” landet, musst Du 12,50€ Anmeldegebühr zahlen, wenn das der Notar für Dich übernimmt. Ansonsten 15,50€.

5. Hinterlegung beim Amtsgericht:
Für die sichere Verwahrung zahlst Du ebenfalls einen festen Betrag, und zwar 75€.

Endergebnis: Bei einem Nachlasswert von 200.000€ musst Du für ein notarielles Testament mit ca. 634€ rechnen.

Diese Kosten fallen dafür weg

Deine Erben sparen sich die Kosten für einen Erbschein, der zur Vorlage für Banken und Ver­si­che­rungen notwendig wäre, wenn kein notarielles Testament vorliegt. Und das spart nochmal Geld, denn die Gebühren für den Erbschein richten sich ebenfalls nach dem Nachlasswert. Bei 200.000€ wären es beispielsweise 870€, also sogar 200€ teurer als Dein Testament.

In unserem Ratgeber zum Testament findest Du mehr Details inkl. einer Checkliste für die Erstellung – damit Du nichts vergisst.

Von Anna Karolina Stock, und Amelie Junk

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