Auto Leasing

So fährst Du günstig das neueste Auto

Barbara Weber
Finanztip-Expertin für Recht
08. Oktober 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Autoleasing nutzt Du ein Auto für eine festgelegte Zeit. Anschließend gibst Du es wieder zurück.
  • Du fährst immer ein aktuelles Auto und profitierst von einer niedrigen Rate. Ein Jahreswagen hat beim Leasing das beste Preis-Leistungsverhältnis.
  • Für geleaste E-Autos und Hybridfahrzeuge gibt es einen Umweltbonus.
So gehst Du vor
  • Prüfe, ob Leasing das passende Modell für Dich ist. Wenn Du langfristig ein Auto haben möchtest, dann finanziere das Auto besser mit einem Kredit.
  • Nutze für die Rückgabe Deines Leasing-Fahrzeugs unsere Checkliste.

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  • Brauchst Du einen Autokredit, dann empfehlen wir Dir einen Vergleich über Kreditportale. Fang bei Verivox an. Danach kannst Du über Check24 prüfen, ob es noch günstiger geht.

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Immer das aktuelle Automodell mit neuester Technologie fahren: Autoleasing macht’s möglich. Bei Geschäftsleuten hat sich das Autoleasing längst als Alternative zum Kauf etabliert. Doch auch im privaten Bereich ist Leasing eine Möglichkeit, einen Neuwagen zu fahren, ohne gleich den gesamten Kaufpreis auf den Tisch legen zu müssen. Ob sich Autoleasing für Dich lohnt und was Du dabei beachten solltest, zeigen wir Dir in unserem Ratgeber.

Wie funktioniert Autoleasing?

Der Begriff Leasing kommt von „to lease“ (Englisch = mieten, pachten). Statt das Auto zu kaufen, nutzt Du es nur für einen bestimmten Zeitraum. Dazu schließt Du mit einem Autohersteller, einer Bank oder einem anderen Leasinggeber einen Leasingvertrag ab. Mit dem Vertrag einigt Ihr Euch, dass Du das Auto für einen festgelegten Zeitraum fährst, meist zwischen 12 und 48 Monaten. Im Gegenzug zahlst Du dem Leasinggeber eine monatliche Leasingrate. Die Leasingrate ist eine Art Miete dafür, dass Du das Auto nutzen darfst.

Anders als bei einem Autokauf wirst Du kein Eigentümer des Autos. Eigentümer ist und bleibt der Leasinggeber. Am Ende der Vertragslaufzeit musst Du das Auto wieder an den Leasinggeber zurückgeben. Du bist aber Halter des Fahrzeugs und musst Dich daher um alle Kosten für Versicherung, Kfz-Steuer und Reparaturen kümmern.

Such Dir einen Leasinggeber aus

Einen Leasingvertrag kannst Du bei einem herstellerabhängigen Autohaus oder bei einem Drittanbieter abschließen.

Herstellerleasing - Beim Herstellerleasing bekommst Du das Auto direkt vom Hersteller. Die Abwicklung läuft in der Regel über ein Autohaus, das mit dem Hersteller zusammenarbeitet. Wenn Du ein Auto konfigurieren möchtest, hast Du hier die größte Auswahl.

Herstellerunabhängiges Leasing - Du kannst das Fahrzeug aber auch über einen Leasinggeber bekommen, der an keinen bestimmten Hersteller gebunden ist. Der Leasinggeber kauft das Auto erst bei dem Hersteller und überlässt es Dir dann auf Basis eines Leasingvertrags. Es gibt einige Online-Anbieter in diesem Bereich.

Diese Autos kannst Du leasen

Du hast die Wahl, ob Du ein Auto konfigurieren möchtest, einen schon bestehenden Neuwagen oder einen Gebrauchtwagen least. Das beste Preis-Leistungsverhältnis hast Du beim Jahreswagen. Das ist ein Auto, das vor weniger als zwölf Monaten erstmals zugelassen wurde. Innerhalb des ersten Jahres hat ein Auto den höchsten Wertverlust, daher bekommst Du einen günstigeren Preis als bei einem Neuwagen und erhältst trotzdem ein neuwertiges Auto.

Es gibt verschiedene Leasingarten

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Leasingarten, nach denen sich die Leasingrate bestimmt: Das Kilometerleasing und das Restwertleasing. Beim Restwertleasing zahlst Du meist eine niedrigere Rate. Dennoch solltest Du Dich in jedem Fall für das Kilometerleasing entscheiden. Das Restwertleasing kann bei Rückgabe des Autos viele Kosten nach sich ziehen.

Kilometerleasing - Das Kilometerleasing ist die gängigste Leasingart. Zu Beginn des Vertrags musst Du eine Kilometerzahl angeben, die Du pro Jahr fahren möchtest. Mit der Anzahl der Kilometer erhöht sich auch der Verschleiß am Auto. Daher fällt auch Deine monatliche Leasingrate höher aus, je mehr Kilometer Du zurücklegen möchtest. Solltest Du bei der Rückgabe mehr Kilometer gefahren sein als vereinbart, musst Du die Mehrkilometer zahlen. Bist Du hingegen weniger gefahren als vereinbart, bekommst Du Geld zurück.

Tipp: Planst Du mal eine längere Strecke für den Urlaub, solltest Du eher auf einen Mietwagen umsteigen, um die Kilometer bei Deinem Auto zu schonen.

Restwertleasing - Lass Dich von den günstigen Raten beim Restwertleasing nicht täuschen: Die Kosten kommen bei der Rückgabe auf Dich zu. Bei Vertragsbeginn schätzt der Leasinggeber wie viel das Auto am Ende der Leasingzeit wert ist (Restwert). Aus der Differenz zwischen Neupreis und Restwert errechnen sich Deine monatlichen Raten.

Sollte der Restwert später niedriger sein als vereinbart, musst Du für den zusätzlichen Wertverlust zahlen. Ob der Restwert später tatsächlich niedriger ist als vereinbart, darauf hast Du nicht immer Einfluss. Änderungen der Marktlage können den Restwert stark mindern. Seien es neue Umweltbestimmungen oder ein schlechtes Image des Herstellers – das alles kann den Restwert des Fahrzeugs senken. Und wenn Du insgesamt mehr Kilometer gefahren bist als kalkuliert, mindert das zusätzlich den Wert Deines Fahrzeugs.

Wie kannst Du ein E-Auto leasen?

Wenn Du ein Elektroauto leasen möchtest, bist Du nicht nur klimafreundlicher unterwegs, sondern profitierst auch von einem Umweltbonus. Aktuell kannst Du bei einem E-Auto bis zu 9.000 Euro und bei einem Plug-in-Hybrid bis zu 6.750 Euro als Umweltbonus bekommen.

Ein E-Auto oder Hybridfahrzeug zu leasen, kann also durchaus Sinn machen. Vielleicht möchtest Du Dich erst einmal von dem Elektromotor überzeugen. In diesem Fall kann ein Kurzzeitleasing von bis zu 24 Monaten für Dich infrage kommen. Möchtest Du ein Auto erst einmal wenige Monate testen, könnte das Auto-Abo für Dich interessant sein.

So viel Geld gibt es

Der Umweltbonus besteht immer aus einem Anteil, den der Hersteller bezahlt (Herstelleranteil) und einem Bundesanteil. Den Bundesanteil (sogenannte Bafa-Prämie) zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Wie viel Geld Du als Umweltbonus bekommst, richtet sich nach dem Fahrzeugmodell, dem Nettolistenpreis und der Leasingdauer.

Umweltbonus für E-Autos

LeasingdauerNettolistenpreis

Bundes-

anteil

Hersteller-

anteil

Umweltbonus
6-11 Monate< 40.000 € 
> 40.000 €
750 €
625 €
750 €
625 €
1.500 € 
1.250 €
12-23 Monate< 40.000 € 
> 40.000 €
1.500 €
1.250 €
1.500 €
1.250 €
3.000 €
2.500 €
ab 24 Monate< 40.000 € 
> 40.000 €
3.000 €
2.500 €
3.000 €
2.500 €
6.000 €
5.000 €

Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Stand: September 2021)

Umweltbonus für Plug-in-Hybridfahrzeuge

LeasingdauerNettolistenpreisBundes-
anteil
Hersteller-
anteil
Umweltbonus
6-11 Monate< 40.000 € 
> 40.000 €
562,50 €
468,75 €
562,50 €
468,75 €
1.125 €
937,50 €
12-23 Monate< 40.000 € 
> 40.000 €
1.125 €
937,50 €
1.125 €
937,50 €
2.250 €
1.875 €
ab 24 Monate< 40.000 € 
> 40.000 €
2.250 €
1.875 €
2.250 €
1.875 €
4.500 €
3.750 €

Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Stand: September 2021)

Der Bundesanteil wird zudem befristet bis zum 31. Dezember 2021 als Innovationsprämie verdoppelt.

So least Du ein Elektroauto

Damit Du für das Fahrzeug einen Umweltbonus erhältst, musst Du bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Modell - Wähle ein Fahrzeugmodell, das auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge steht. Das Modell darf nicht teurer als 65.000 Euro sein.

Zeitpunkt - Noch hast Du Zeit: Die Förderung bekommst Du noch bis Dezember 2025. Die Innovationsprämie in Höhe des doppelten Bundesanteils läuft allerdings am 31. Dezember 2021 aus.

Laufzeit - Wähle eine Leasingzeit von mindestens sechs Monaten. Das meiste Geld bekommst Du ab einer Laufzeit von 24 Monaten.

Bundesanteil vorstrecken - Der Herstelleranteil wird sofort mit der monatlichen Leasingrate verrechnet. Für den Bundesanteil musst Du zunächst in Vorleistung treten. Das Geld bekommst Du später vom Bafa zurück.

Bafa-Prämie beantragen - Nach Auslieferung und Zulassung des Fahrzeugs musst Du die Bafa-Prämie beantragen. Anschließend erhältst Du den Bundesanteil zurück.

Umweltbonus beantragen

Den Antrag für die Bafa-Prämie kannst Du elektronisch auf der Internetseite des Bafa stellen. Für die Beantragung benötigst Du folgende Unterlagen:

  • Leasingvertrag
  • Verbindliche Bestellung des Fahrzeugs (Fahrzeugpreis, Sonderausstattung etc.)
  • Kalkulation der Leasingrate und Vergleichskalkulation der Leasingrate ohne den Eigenanteil des Herstellers am Umweltbonus
  • Nachweispaket bei Gebrauchtwagen 

Nachdem Du das Antragsformular ausgefüllt hast, musst Du eine Erklärung über wahrheitsgemäße Angaben ausdrucken, unterschreiben und anschließend im Upload-Portal hochladen. Nach wenigen Minuten erhältst Du eine Eingangsbestätigung per E-Mail mit einer Vorgangsnummer und dem Link zum Upload-Portal. Nach positiver Prüfung erhältst Du einen Bescheid und den Bundesanteil auf Dein Konto.

Leasing oder Finanzierung: Was ist besser?

Statt ein Auto zu leasen, kannst Du es auch mit einem Kreditvertrag finanzieren. Hierbei gehst Du zwei Verträge ein: Mit dem Autohändler vereinbarst Du einen Kaufvertrag. Den Kaufpreis finanzierst Du über einen Kreditvertrag bei einer Bank.

So funktioniert die Finanzierung

Die klassische Finanzierung funktioniert so: Du vereinbarst mit der Bank einen Zeitraum von mehreren Jahren, in denen Du monatlich Raten und Zinsen zahlst. Mit Zahlung der letzten Rate geht das Auto in Dein Eigentum über. Dann kannst Du das Auto weiternutzen oder verkaufen.

Viele Autohändler bieten eine sogenannte Drei-Wege-Finanzierung an. Ein Großteil des Kreditbetrags wird an das Ende der Laufzeit geschoben (Ballonfinanzierung). Daher profitierst Du erst einmal von niedrigen Raten. Am Ende der Laufzeit hast Du die Wahl: Entweder zahlst Du mit der letzten Rate den Restbetrag ab oder Du finanzierst die Schlussrate weiter. Oder Du gibst das Fahrzeug zurück. Du kannst Dir während der ersten Jahre überlegen, welche Möglichkeit Du wählst. Entscheidest Du Dich für die Rückgabe, ähnelt das Modell stark dem Leasing. Einen Kostenvergleich beider Modell findest Du weiter unten. 

Wähle das passende Bezahlmodell für Dich

Überlege Dir gut, welches Modell am besten zu Dir passt. Denn ist der Vertrag unterschreiben – sowohl beim Leasing als auch bei der Finanzierung – lässt er sich nicht mehr so einfach rückgängig machen. Damit Dir die Entscheidung leichter fällt, haben wir Dir in einem Überblick die jeweiligen Vor- und Nachteile zusammengestellt. Du solltest Dir in jedem Fall immer auch ein Angebot für eine Finanzierung machen lassen, um die Kosten beider Modelle miteinander vergleichen zu können.

Die Vorteile beim Autoleasing

Beim Autoleasing kannst Du immer ein neues Auto mit aktueller Technik fahren. Je nachdem für welche Laufzeit Du Dich entscheidest, kannst Du alle paar Jahre das Auto wechseln.

Die monatliche Leasingrate ist in der Regel günstiger als die Kreditrate bei einer Finanzierung. Das liegt daran, dass Du kein Eigentum erwirbst, sondern das Auto nur nutzen darfst.

Da Du kein Eigentum erwirbst, musst Du Dir auch keine Gedanken über einen späteren Verkauf des Autos machen. Gerade Elektro- und Hybridfahrzeuge können mit den Jahren stark an Wert verlieren, wenn die Technik bei neuen Automodellen voranschreitet. Beim Kilometerleasing musst Du Dir darüber keine Gedanken machen. Das Risiko eines Wertverlustes durch Umstände, die Du nicht beeinflussen kannst, trägt der Leasinggeber.

Während Du Dich bei einer Finanzierung für eine sehr lange Zeit an einen Vertrag bindest, profitierst Du bei Leasingverträgen meist von kürzeren Laufzeiten. Das kann besonders interessant sein, wenn Du nicht sicher bist, ob Du das Auto auch noch in vielen Jahren benötigst.

Durch die kürzeren Laufzeiten beim Leasingvertrag kommst Du in der Regel um die teuren Reparaturen herum. Wenn Du ein Auto viele Jahre fährst, müssen irgendwann Teile am Auto repariert oder ausgetauscht werden. So lange fährst Du aber in der Regel kein Leasingauto. Wenn Du nicht bereit bist, in Reparaturen und Ersatzteile zu investieren, kann daher das Leasing für Dich interessant sein.

Die Nachteile beim Autoleasing

Allerdings musst Du auch die Nachteile bedenken. Nach Ende der Leasingzeit musst Du das Auto zurückgeben. Du hast kein Eigentum und damit auch keine Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen oder zu verkaufen.

Damit geht auch einher, dass Du keine größeren Änderungen an dem Fahrzeug vornehmen darfst. Das Auto gehört dem Leasinggeber. Daher darfst Du das Auto weder umlackieren noch bekleben oder anderweitig verändern.

Und mit „geliehenen“ Sachen musst Du gut umgehen. Du musst bereit sein, das Fahrzeug pfleglich zu behandeln. Größere Schrammen, Flecken und stark abgenutzte Autositze können zu Problemen bei der Rückgabe führen. Was Du bei der Rückgabe beachten musst, liest Du weiter unten.

Die Vorteile bei der Finanzierung

Bei der Autofinanzierung zahlst Du monatliche Raten, damit das Auto irgendwann Dir gehört. Nach Abschluss der Finanzierung bist Du Eigentümer des Autos. Du kannst das Auto weiternutzen und bist die monatlichen Raten los. Aber Du kannst das Auto auch verkaufen, das funktioniert beim Leasing nicht.

Ebenso steht es Dir frei, Änderungen an Deinem Fahrzeug vorzunehmen, solange sie sich innerhalb gesetzlicher Vorgaben bewegen. So kannst Du Dein Auto umlackieren, die Sitze neu beziehen oder eine Soundanlage einbauen.

Kleinere Kratzer, Schrammen oder Flecken auf den Autositzen sind nicht weiter tragisch. Du musst sie nur entfernen lassen, wenn es notwendig ist. Beim Leasing hingegen kann es zu Problemen bei der Rückgabe kommen, wenn das Auto größere Schönheitsfehler hat.

Die Nachteile bei der Finanzierung

Doch auch eine Finanzierung hat Nachteile. Die meisten Verträge haben eine lange Laufzeit, teilweise bis zu sieben Jahre. Das heißt, Du bist lange Zeit an einen Vertrag gebunden und musst Dir bei Vertragsabschluss sicher sein, dass Du die Kreditraten über den gesamten Zeitraum stemmen kannst. Ansonsten musst Du irgendwann Dein Auto verkaufen und damit den Autokredit ablösen.

Je nach Laufzeit sind die monatlichen Raten teurer als beim Leasing. Schließlich zahlst Du nicht nur für die Nutzung, sondern musst den Kaufpreis monatlich abzahlen. Und auf den Kaufpreis werden Zinsen aufgeschlagen, die Du ebenfalls mit der monatlichen Rate begleichst.

Wenn Du planst, das Auto irgendwann zu verkaufen, dann bedenke, dass der zukünftige Wert Deines Autos nur schwer einzuschätzen ist. Die Technik entwickelt sich immer weiter und es ist nicht sicher, wie viel Geld Du in ein paar Jahren noch für Dein Auto bekommst. Bei einem Leasingauto musst Du Dir keine Gedanken über einen späteren Verkauf machen.

Und je länger Du ein Auto fährst, desto eher werden Mängel auftauchen und teure Reparaturen auf Dich zukommen. Mal ist es der undichte Stoßdämpfer, mal die abgenutzten Bremsscheiben oder die defekte Kupplung. All das sind Probleme, die erst mit den Jahren und gefahrenen Kilometern entstehen. Und meistens fangen die Probleme erst an, wenn die Garantie schon abgelaufen ist. Dann musst Du für die Kosten geradestehen.

Die Kosten bei Leasing und Ballonfinanzierung

Das folgende Beispiel soll Dir die Kosten für einen VW Golf 1.0 TSI OPF jeweils beim Leasing und bei einer Ballonfinanzierung zeigen. Für die Finanzierung liegt der effektive Zinssatz bei 2,99 Prozent. Bei der Berechnung des Restwerts sind wir davon ausgegangen, dass das Auto nach 48 Monaten etwa 52 Prozent an Wert verloren hat (Quelle: Allianz, Wertverlust Auto: So schnell sinkt der Verkaufspreis Ihres Autos).

Leasing und Ballonfinanzierung beim VW Golf

 LeasingBallonfinanzierung
Neupreis20.700 €20.700 €
Laufzeit48 Monate48 Monate
Monatliche Rate251 €273 €
Raten insgesamt12.048 €

13.083 € (inkl. Zinsen)

Schlussrate-9.420 €
Kosten insgesamt12.048 €22.503 €
Restwert nach 48 Monaten 9.830 €9.830 €

Quelle: Volkswagen Leasing. Leasing und Finanzierung im Vergleich: Jetzt individuelle Rate berechnen (Stand: September 2021)

In dem obigen Beispiel ist das Leasing auf den ersten Blick günstiger: Nach 48 Monaten hast Du beim Leasing 1.035 Euro bei den Raten gespart. Eine Finanzierung kann aber günstiger sein, wenn Dir der Händler einen Rabatt gibt, wodurch die monatlichen Raten sinken. Bevor Du Dich für eine Ballonfinanzierung oder Leasing entscheidest, solltest Du daher immer Angebote für beide Modelle einholen und die Preise vergleichen. 

Die Autofinanzierung ist günstiger, wenn Du langfristig ein Auto benötigst: Nach den 48 Monaten musst Du bei der Finanzierung die Schlussrate zahlen. Beim Leasing hingegen gibst Du das Auto wieder ab und verlierst dadurch den Restwert des Fahrzeugs. Dadurch wiegen sich die Kosten zunächst auf. Doch langfristig wird es mit der Autofinanzierung günstiger: Das Fahrzeug ist nach Zahlung der Schlussrate bezahlt. Danach kannst Du das Auto im besten Fall noch viele Jahre nutzen, ohne weitere Raten zahlen zu müssen. Beim Leasing musst Du hingegen nach Ablauf der Leasingzeit ein neues Auto leasen, wenn Du mobil bleiben möchtest. Und damit entstehen dann wieder Kosten für neue Leasingraten.

Wann lohnt sich Privatleasing?

Für Geschäftsleute liegen die Vorteile des Autoleasings auf der Hand: Wird das Fahrzeug für betriebliche Zwecke genutzt, können sie die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzen und damit Steuern sparen.

Doch auch im privaten Bereich kann Autoleasing sinnvoll sein. Ob sich Leasing für Dich lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Zunächst musst Du Dir folgende Fragen stellen und beantworten:

  • Möchtest Du immer ein aktuelles Auto fahren?
  • Wie häufig wirst Du das Auto nutzen?
  • Wie lange möchtest Du Dich an einen Vertrag binden?
  • Ist es für Dich in Ordnung, das Auto in ein paar Jahren wieder abzugeben? 

Immer auf dem aktuellen Stand - Wenn Du immer ein neues Auto mit aktueller Technik fahren möchtest, ist das Autoleasing für Dich interessant. Wähle dann aber keine allzu lange Laufzeit. Der Markt entwickelt sich schnell. Ein Fahrzeug ist daher schon nach wenigen Jahren nicht mehr auf dem aktuellen Stand.

Unser Tipp: Passe Deine Laufzeit an die Garantiezeit an. Innerhalb dieser Zeit musst Du keine teuren Reparaturen zahlen. Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Autoherstellers. Der Autohersteller gibt Dir das Versprechen, dass innerhalb des festgelegten Garantiezeitraums keine Mängel entstehen. Treten innerhalb der Garantie Mängel auf, werden diese für Dich kostenfrei behoben. Selbstverursachte Schäden kannst Du in der Regel über Deine Vollkasko-Versicherung abwickeln. 

Einen Neuwagen fahren - Leasing lohnt sich vor allem, wenn Du einen Neuwagen günstig fahren möchtest. Die Leasingrate ist in aller Regel günstiger als eine Finanzierungsrate. Denn während bei einer Finanzierung das Auto irgendwann Dir gehört, nutzt Du beim Leasing nur das Auto. Und das schlägt sich natürlich auch in der monatlichen Rate nieder.

Du fährst wenig - Gerade wenn Du nur wenig Auto fährst (bis zu 10.000 Kilometer pro Jahr) kann Leasing für Dich interessant sein. Die Höhe der Leasingrate errechnet sich unter anderem nach Deiner Fahrleistung im Jahr. Je weniger Du das Auto benötigst, desto geringer ist daher auch die Leasingrate. Wenn Du für Deinen Arbeitsweg weite Strecken zurücklegen musst, wird auch die Leasingrate teurer. Dann kann es unter Umständen günstiger sein, das Auto zu finanzieren.

Welche Kosten fallen beim Autoleasing an?

Neben der Leasingrate musst Du beim Autoleasing auch noch weitere Kosten einkalkulieren. Du bist Halter des Fahrzeugs: Auf Dich ist das Auto zugelassen, daher bist Du auch für alle Kosten rund um Dein Auto verantwortlich. Mit welchen Kosten Du beim Leasing rechnen musst, erklären wir Dir im Folgenden:

Leasingrate - Für Die Nutzung des Fahrzeugs musst Du, wie bereits beschrieben, eine monatliche Leasingrate zahlen. Wie hoch die Leasingrate ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: In erster Linie bestimmt sich die Leasingrate nach dem Fahrzeugmodell, der vereinbarten Laufzeit und Deiner jährlichen Fahrleistung. Je teurer das Modell, je kürzer die Laufzeit und je mehr Du fährst, desto höher ist die monatliche Rate. Umgekehrt ist die Leasingrate niedriger, wenn Du wenig fährst und wenn Du Dich für ein günstigeres Modell und eine längere Laufzeit entscheidest.

Sparen kannst Du bei der Leasingrate, wenn Du einen Jahreswagen least. Neuwagen verlieren gerade im ersten Jahr sehr schnell an Wert. Damit wird auch die Leasingrate günstiger. Für Dich unterscheidet sich ein Jahreswagen aber kaum von einem Neuwagen, nach einem Jahr ist ein Fahrzeug in der Regel noch neuwertig.

Kosten für Überführung - Wenn das Auto erst hergestellt werden muss, fallen Kosten dafür an, dass das Auto nach der Herstellung bis zu Deinem Wohnort transportiert wird. Das können mehrere Hundert Euro sein. Das Geld sparst Du Dir bei einem Jahreswagen.

Inspektionskosten - Du musst das Fahrzeug regelmäßig für eine Inspektion in eine Werkstatt fahren. Zur Inspektion gehören unter anderem die Wartung der Bremsen, die Überprüfung des Motors und ein Ölwechsel. Der Hersteller bestimmt die Werkstatt und legt Intervalle für die Inspektion fest, an die Du Dich halten musst. Hier können jährlich mehrere Hundert Euro nur für die Inspektion anfallen.

Tüv-Kosten - Die erste Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung (Tüv) fällt bei einem Neuwagen nach 36 Monaten an. Hier kannst Du mit Kosten um die 100 bis 120 Euro rechnen.

Kfz-Steuer - Einmal im Jahr fällt die Kfz-Steuer an. Für ihre Berechnung sind die Fahrzeugart, der Antrieb, Hubraum und CO2-Ausstoß maßgebend. Elektrische Autos sind hingegen von der Kfz-Steuer befreit. Berechne Deine Kfz-Steuer ganz einfach mit dem Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums.

Versicherungen - Du bist zwar nicht Eigentümer, aber Halter des Fahrzeugs. Das bedeutet, Du musst Dich eigenständig um eine Kfz-Versicherung und Vollkasko-Versicherung kümmern.

Für den Fall eines Totalschadens oder Autodiebstahls solltest Du zusätzlich zur Vollkasko-Versicherung eine GAP-Deckung vereinbaren. Wird Dein Fahrzeug bei einem Unfall so stark beschädigt, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt, handelt es sich um einen Totalschaden. Die Vollkasko zahlt Dir aber nur den Betrag, den Du benötigst, um Dir ein gleichwertiges Fahrzeug zu kaufen (Wiederbeschaffungswert). Der Wiederbeschaffungswert kann aber niedriger sein als der Betrag, den Du noch insgesamt an den Leasinggeber zahlen musst. Diese Lücke schließt die GAP-Deckung.

Reparaturen - Die Vollkasko-Versicherung zahlt alle Schäden an Deinem Auto. Allerdings lohnt es sich oft nicht, den Schaden über die Versicherung abzuwickeln. Zum einen musst Du eine Selbstbeteiligung zahlen und zum anderen wirst Du in der Scha­den­frei­heits­klas­se heruntergestuft. Wenn das Auto einen Fehler hat, von dem Du nichts wusstest, kannst Du Dich sofort an den Fahrzeughändler wenden. In den ersten zwei Jahren ist der Händler verpflichtet, den Mangel auf eigene Kosten zu beseitigen (sogenannte Gewährleistung). Viele Leasinggeber bieten aber eine freiwillige verlängerte Garantie an.

Reifenwechsel - Genau wie bei einem Autokauf musst Du Dich um den halbjährlichen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und die Einlagerung der jeweiligen Reifen kümmern.

Betriebskosten und Pflege - Selbstverständlich musst Du auch Betriebskosten wie Kraftstoffe oder Strom­kos­ten und die Kosten für die Pflege (Autowäsche) selbst tragen.

Beispielrechnung Modell-Tabelle

Angenommen Du möchtest für die nächsten 48 Monate ein Auto leasen und entscheidest Dich für ein Modell mit einem Kaufpreis von 20.700 Euro. Im Folgenden findest Du eine Übersicht über alle Kosten, die in dieser Zeit auf Dich zukommen können.

Leasingraten12.048 €
(251 € x 48)
Überführung700 €
Inspektionskosten800 €
Tüv-Kosten120 €
Kfz-Steuer112 €
Versicherungen (SF 2)3.200 €
Reifenwechsel, Pflege etc.1.000 €
Gesamtkosten17.980 €
ungefähre monatliche Kostenca. 375 €

Quelle: Finanztip, eigene Darstellung (Stand: September 2021)

Inklusivpakete lohnen sich oft nicht

Viele Leasinggeber bieten gegen einen Aufpreis an, die Kosten für Inspektionen oder Versicherungen zu übernehmen. Diese Inklusivpakete lohnen sich oft nicht: Eine Kfz-Versicherung ist meist günstiger, wenn Du sie selbst abschließt. Und das Geld für Inspektionen kannst Du Dir frühzeitig zur Seite legen. Dafür eignet sich ein Tagesgeldkonto. Eine All-inclusive-Flatrate, bei der alle Kosten rund um das Auto abgedeckt sind, bekommst Du beim Auto-Abo.

Empfehlungen aus dem Ratgeber Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Eine passende Rechts­schutz­ver­si­che­rung findest Du am besten über ein Vergleichsportal. Von Mai bis Juli 2021 haben wir diese untersucht. Unsere Empfehlungen aus diesem Test sind:

Zum Ratgeber

Was Du beim Leasingvertrag beachten musst

Prüfe den Leasingvertrag, bevor Du unterschreibst. Im Folgenden findest Du die wichtigsten Punkte, auf die Du unbedingt achten solltest:

Fahrzeug und Lieferung - Wenn Du ein ganz bestimmtes Auto konfiguriert und bestellt hast, solltest Du unbedingt prüfen, ob das Modell und alle Sonderwünsche im Vertrag hinterlegt wurden.

Laufzeit und Leasingrate - Überprüfe die vereinbarte Laufzeit und Leasingrate. Vergewissere Dich, dass die Höhe der monatlichen Leasingrate mit dem Gesamtbetrag übereinstimmt.

Kilometerkosten - Beim Kilometerleasing musst Du bei der Rückgabe zu viel gefahrene Kilometer zahlen. Achte darauf, dass auch Minderkilometer abgerechnet werden. Nur dann bekommst Du Geld zurück, wenn Du weniger als vereinbart gefahren bist. Die Kosten für Mehr- und Minderkilometer sollten gleich hoch sein. Der Leasinggeber sollte zudem eine Toleranz von 2.500 Kilometern zulassen.

Widerrufsrecht - Beim Kilometerleasing hast Du kein gesetzliches Widerrufsrecht. Ein seriöser Leasinggeber wird Dir aber freiwillig ein 14-tägiges Widerrufsrecht einräumen.

Garantie - Im besten Fall stimmt die Garantiezeit mit der Laufzeit Deines Vertrags überein. Dann musst Du innerhalb der Laufzeit keine großen Reparaturen einplanen. Im Normalfall geben Anbieter eine Garantie von zwei bis fünf Jahren.

Rückgabebedingungen - Größter Streitpunkt beim Leasing sind Schäden bei der Rückgabe. Verlange von dem Leasinggeber einen Schadenkatalog. Dort findest Du genaue Angaben dazu, in welchem Zustand das Auto zurückgegeben werden muss und welche Mängel der Anbieter bei Rückgabe akzeptiert. Ein Beispiel für einen Schadenkatalog gibt es bei Volkswagen.

Kfz-Gutachten - Achte im Vertrag darauf, dass bei Rückgabe ein neutraler, unabhängiger Sachverständiger beauftragt wird, der das Fahrzeug auf Schäden hin kontrolliert. Die Kosten dafür darf der Leasinggeber höchstens zur Hälfte auf Dich abwälzen.

Was musst Du bei der Rückgabe beachten?

Die Rückgabe des Leasingautos ist die Phase, die zu den häufigsten Problemen führt. Daher ist es wichtig, Dich schon im Vornherein darauf vorzubereiten.

Rückgabe bei Kilometerleasing - Wenn Du Dich für das in der Praxis gängige Modell des Kilometerleasings entscheidest, musst Du später erst einmal nur die mehr gefahrenen Kilometer zahlen. Im besten Fall bist Du genau so viel oder weniger Kilometer gefahren wie vereinbart, dann musst Du auch keine Kilometer nachzahlen.

Darüber hinaus musst Du nur Wertersatz zahlen, wenn das Auto übermäßig abgenutzt ist (§ 538 BGB). Das Problem: Es gibt keine objektiven Kriterien, nach denen entschieden wird, ob sich die Abnutzung noch im normalen Bereich bewegt oder schon darüber hinaus geht.

Normale Gebrauchsspuren wie kleine Kratzer, Steinschläge oder Dellen darf Dir der Leasinggeber nicht in Rechnung stellen. Bei Rückgabe ist das Auto meist mehrere Jahre alt und kann daher nicht mehr den Zustand eines Neuwagens haben. Ein alters- und laufzeitentsprechender Zustand ist völlig ausreichend.

Im Folgenden findest Du eine Übersicht normaler Gebrauchsspuren, die Dir der Leasinggeber nicht berechnen darf:

Normale Gebrauchsspuren

leichte Oberflächenkratzer (polierbar)

leichter Abrieb an Stoßleisten

leichte Lackabschürfungen (polierbar)

leichte Kratzer oder Steinschläge an Windschutzscheibe

leichte Steinschläge an Fahrzeugfront

leichte Steinschläge an Scheinwerfern

leichte Spuren durch Waschanlagen

normaler Verschleiß der Bremsanlage

leichte Lackkratzer an Ladekante

leichter Abrieb an Sitzen und leichte Verschmutzungen

Parkdellen ohne Lackbeschädigungen

leichte Kratzer an Felgen und Abschürfungen an Reifen / Profiltiefe bis > 2 mm

Quelle: Dekra-Schadenkatalog (Stand: September 2021)

Du haftest für größere Schäden

Für Schäden, die über einen normalen Verschleiß des Autos hinausgehen, musst Du geradestehen. Allerdings musst Du lediglich den Betrag ersetzen, um den der Wert des Fahrzeugs gemindert ist. Nicht bezahlen musst Du die einzelnen Reparaturkosten (LG Frankfurt, Urteil vom 16. September 1997, Az. 2/8 S 79/97, 2-08 S 79/97).

Schäden, die über einen normalen Verschleiß hinausgehen, haben wir Dir in einer Tabelle exemplarisch zusammengestellt.

Mögliche Schäden am Auto

Schrammen mit starkem Lackabriebunsachgemäße Reparaturlackierungen
stärkere Steinschlägestarke Verformungen und Parkdellen
starke LackabplatzerUnfallschäden
Roststellenunsachgemäße Glasreparaturen
Risse und Sprünge an Scheiben, Scheinwerfern und RückleuchtenReifen einseitig abgefahren
übermäßiger Abrieb und Risse an SitzenRisse und Beulen in Reifen / 
Profiltiefe < 2 mm
starke Verschmutzungen im Innenraumstarker Materialabtrag oder Verformungen an Felgen
Brandlöcherabgefahrene Bremsbeläge

Quelle: Dekra-Schadenkatalog (Stand: September 2021)

Für Unfallschäden gilt Folgendes: Ein Fahrzeug erleidet durch jeden Unfall einen Wertverlust. Dabei spielt es erst einmal keine Rolle, ob der Unfall selbst- oder fremdverschuldet war. Den Wertverlust durch fremdverschuldete Unfälle musst aber nicht Du tragen, sondern die unfallgegnerische Kfz-Versicherung.

So verläuft die Rückgabe

Am Tag der Rückgabe wird der Leasinggeber das Fahrzeug untersuchen und ein Übergabeprotokoll erstellen, in dem der Zustand des Fahrzeugs festgehalten wird. Denn für den Fall eines Rechtsstreits trägt der Leasinggeber die Beweislast. Das bedeutet, dass er nachweisen muss, welche Mängel auf Verschleiß und welche auf eine übermäßige Abnutzung zurückzuführen sind. Dazu wird der Leasinggeber vorsorglich Beweismittel einholen, wie das Übergabeprotokoll und Zeugenaussagen von Mitarbeitern. Nach der Rückgabe wird er ein Kfz-Gutachten einholen, um den genauen Restwert des Fahrzeugs festzustellen.

Checkliste für die Rückgabe

Damit Du für den Tag der Rückgabe gut vorbereitet bist, haben wir Dir eine Checkliste zusammengestellt.

Checkliste Autoleasing – Rückgabe

Lade Dir unsere Checkliste für die Rückgabe beim Autoleasing herunter:

Zum Download

Hier einige Erläuterungen zu den wichtigsten Punkten:

Wert feststellen: Wir empfehlen Dir, vor Rückgabe ein Kfz-Gutachten bei einem Sachverständigen einzuholen und den Restwert feststellen zu lassen. Ein solches Gutachten bekommst Du bei öffentlichen Prüfgesellschaften wie Dekra oder Tüv. Die Kosten belaufen sich auf etwa 100 bis 300 Euro. Das Geld ist gut investiert für den Fall, dass es später bei der Rückgabe zu Streitigkeiten kommt. Nach der Rückgabe bestellt der Leasinggeber zwar selbst einen Gutachter. Der entscheidet aber nicht immer neutral. Besser ist es, Du hältst ein eigenes Gutachten bereit.

Größere Schäden, die über normale Gebrauchsspuren hinausgehen (siehe dazu unsere Liste), solltest Du vorher in einer Werkstatt reparieren lassen. Die Vollkasko ersetzt in der Regel alle Schäden am Auto. Dazu musst Du den Schaden aber rechtzeitig (innerhalb von einer Woche) Deiner Versicherung gemeldet haben. Oft lohnt es sich aber nicht, einen Schaden über die Vollkasko abzuwickeln: Du musst zumindest die Selbstbeteiligung zahlen und wirst in der Scha­den­frei­heits­klas­se zurückgesetzt, wodurch die Kosten für die Versicherung steigen.

Rückgabeprotokoll: Achte darauf, dass alle Mängel präzise dokumentiert werden (zum Beispiel Ausmaß eines Kratzers oder einer Beule). Lass Dich bei der Unterschrift nicht unter Druck setzen. Nimm das Mängelprotokoll erst einmal mit nach Hause und lies es Dir in Ruhe durch. Unterschreibe nur, wenn Du mit den Mängeln einverstanden bist. Bestätige mit Deiner Unterschrift nur die Mängel und den Zustand des Autos, nicht aber die Übernahme der Kosten. Vermerke unbedingt im Protokoll, wenn Du mit den Schäden und Kosten nicht einverstanden bist.

Neues Angebot erfragen: Die beste Verhandlungsposition hast Du, wenn Du Dein Interesse an einem weiteren Leasingvertrag bekundest. Vielleicht wird der Leasinggeber über den ein oder anderen Makel hinwegsehen, wenn er ein neues Angebot wittert. Unterschreiben solltest Du aber erst, wenn der alte Vertrag abgewickelt ist und alle Kosten geklärt sind.

So geht es nach der Rückgabe weiter

Sobald das Fahrzeug zurückgegeben und das Rückgabeprotokoll unterschrieben ist, beauftragt der Leasinggeber ein Kfz-Gutachten. Das Fahrzeug wird dann von einem Sachverständigen auf mögliche Schäden überprüft. Sollten Schäden vorliegen, wird der Sachverständige zunächst den Minderwert des Fahrzeugs feststellen. Das ist der Wert, um den sich der ursprünglich kalkulierte Restwert des Fahrzeugs verringert hat. Der Leasinggeber wird Dir diesen Minderwert in Rechnung stellen. Gleichzeitig muss er Dir das Kfz-Gutachten aushändigen. Solltest Du nur eine Rechnung bekommen, dann fordere das Kfz-Gutachten schriftlich beim Leasinggeber an.

Kfz-Gutachten prüfen - Prüfe im Kfz-Gutachten, ob der vermerkte Zustand mit dem unterschriebenen Rückgabeprotokoll übereinstimmt. Wenn Dir Abweichungen auffallen, solltest Du das unverzüglich schriftlich gegenüber dem Leasinggeber beanstanden.

Bei der Feststellung des Minderwerts darf der Gutachter nicht die einzelnen Schäden addieren. Er darf auch nicht die einzelnen Reparaturkosten als Maßstab nehmen. Er muss den Minderwert vielmehr in einer Gesamtschau ermitteln (LG Frankfurt, Urteil vom 16. September 1997, Az. 2-08 S 79/97). 

Die Kosten für den Sachverständigen musst Du höchstens zur Hälfte tragen. Wenn es keine Vereinbarung im Vertrag gibt, dann muss der Leasinggeber die Kosten dafür tragen.

Rechnung zurückweisen - Wenn Du mit festgestellten Mängeln und Kosten nicht einverstanden bist, solltest Du die Rechnung zurückweisen und den Leasinggeber mit Deinem Kfz-Gutachten konfrontieren.

Anwalt einschalten - Werdet Ihr Euch nicht einig, kommst Du um eine Beratung bei einem Anwalt nicht herum. Wenn Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung hast, solltest Du Dich erst dorthin wenden und eine Deckungszusage beantragen. Bist Du Mitglied bei einem Automobilclub, kannst Du Dich auch dort rechtlich beraten lassen.

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