Auf Geldreise – Podcast #114 Endlich wieder Zinsen auf Deinem Konto?

Anja Ciechowski
Finanztip-Expertin für Female Finance

Shownotes

Nach über 10 Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen endlich wieder erhöht um 0,5 Prozentpunkte, um der Inflation entgegenzuwirken. Doch läutet die Erhöhung tatsächlich die so lang herbeigesehnte Zinswende ein? Werden sich Lebensmittelpreise in den Supermärkten endlich wieder normalisieren? Und was bedeutet der Anstieg für unser Erspartes? Das und noch viel mehr thematisieren wir in der aktuellen Podcastfolge.

Folge 114 anhören

Das Wichtigste im Überblick

  • Die EZB hat Ende Juli 2022 die Leitzinsen erhöht. Das beeinflusst nicht nur Banken und Kreditinstitute in ihrem Handeln, sondern auch das Anlageverhalten von Sparerinnen und Sparern.
  • Drei Arten von Leitzinsen unterscheidet die EZB: den Spitzenrefinanzierungssatz, den Einlagesatz und den Hauptrefinanzierungssatz. Sie unterscheiden sich in ihrer Höhe und Laufzeit.
  • Alle drei Zinsarten hat die EZB Ende Juli 2022 um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Eine weitere Zinsanpassung ist für den September geplant.
  • Aktuell können sich Banken zu einem Spitzenrefinanzierungssatz von 0,75 Prozent Geld für einen Tag bei der EZB leihen. Wenn sie Geld für eine Woche benötigen, zahlen Banken Zinsen in Höhe des Hauptrefinanzierungssatzes, der 0,5 Prozent beträgt.
  • Sollten Kreditinstitute hingegen Geld für einen Tag an die EZB verleihen wollen, greift der Einlagesatz. Der liegt momentan bei 0,0 Prozent, nachdem er zuvor im negativen Bereich angesiedelt war.
  • Da Banken sich teurer Geld bei der EZB leihen können, wirkt sich das auch auf Sparerinnen und Sparer aus – auch sie werden sich zukünftig Geld gegen höhere Zinsen bei den Finanzinstituten leihen müssen.
  • Für Konsum- und Ratenkredite musst Du mit höheren Zinsen rechnen. Besonders teuer wird es für Dich, wenn Du Dein Konto überziehst und in den Dispo rutschst. Wir bei Finanztip wissen, dass sich das nicht immer umgehen lässt. Daher raten wir Dir, einen normalen Kredit aufzunehmen, sollte es sich wirklich nicht vermeiden lassen. Der ist immerhin ein wenig günstiger als der Dispokredit.
  • Die Leitzinserhöhungen der EZB haben aber auch positive Auswirkungen auf Dein Geld. So fallen nicht nur die Verwahrentgelte der Banken weg. Auch insgesamt darfst Du mit höheren Zinsen rechnen – zumindest beim Tagesgeld und Festgeld.
  • So bekommen Neukunden aktuell 0,5 Prozent pro Jahr (die ersten sechs Monate) bei der Consorsbank aufs Tagesgeld (Stand: 31.08.2022). Weitere Finanztip-Empfehlungen für Tagesgeldkonten findest Du hier.
  • Beim Festgeld ist momentan etwas mehr zu holen. Bei Klarna oder Aros Kapital bekommst Du über Weltsparen 0,75 Prozent pro Jahr. Weitere Finanztip-Empfehlungen für Festgeldkonten bei soliden Banken findest Du in unserem Ratgeber.
  • Da zukünftig noch weitere Zinsanhebungen der EZB zu erwarten sind, raten wir Dir, zumindest aktuell Dein Geld nicht länger als ein Jahr auf einem Festgeldkonto anzulegen. Sonst lässt Du Dir möglicherweise besser verzinste Angebote entgehen.
  • Auch wenn es nominal gesehen mehr Zinsen für Tagesgeld und Festgeld gibt, verliert unser Geld real weiterhin an Wert – wegen der hohen Inflation. Und trotzdem: Um Tagesgeld, Festgeld und auch Aktien-ETFs kommst Du nicht herum. Der Wertverlust Deines Geldes wäre nämlich größer, wenn Du Dein Erspartes auf dem unverzinsten Girokonto liegen lässt.
  • Auch Anleihen werden wegen der Leitzinserhöhungen attraktiver. Wir bei Finanztip finden jedoch: Anleihen brauchst Du eigentlich nicht als Sicherheitsbaustein für Dein Depot. Dafür eignen sich auch Tagesgeld und Festgeld.
  • Wie es mit der vermeintlich krisensicheren Anlageklasse Gold verhält, erfährst Du in der Folge 111.

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