Anwaltssuche, Anwaltskosten, kostenlose Rechtsauskunft So viel kostet Dich ein Anwalt

Expertin für Recht - Dr. Britta Beate Schön
Dr. Britta Beate Schön
Finanztip-Expertin für Recht

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Anwaltskosten lohnt sich kein Preisvergleich: Die Gebühren, die ein Anwalt grundsätzlich mindestens verlangen muss, sind gesetzlich festgelegt.
  • Weniger darf er Dir seit 1. Oktober 2021 in Rechnung stellen, wenn er Dich außergerichtlich vertritt.
  • Außerdem dürfen Anwälte eine kostenlose Ersteinschätzung anbieten.

So gehst Du vor

  • Für eine schnelle, kostenlose Rechtsauskunft empfehlen wir Klugo und Yourxpert. Diese Portale vermitteln Anwälte, die als besonderen Service ein kurzes Gratis-Gespräch anbieten.
  • Brauchst Du eine umfangreiche Beratung, dann solltest Du Dir einen qualifizierten Anwalt suchen, am besten einen Fachanwalt für Dein Thema.
  • Erkundige Dich vorher nach den Kosten und den Risiken eines Rechtsstreits. Bei der Einschätzung hilft Dir der Anwaltskostenrechner vom Anwalt-Suchservice.

Egal, ob Du in einen Autounfall verwickelt bist, Ärger mit Deinem Vermieter oder Arbeitgeber hast oder ob Dir eine Scheidung bevorsteht: Immer wieder kann es Situationen geben, in denen Du Dich anwaltlich beraten lassen solltest. Die Kosten, die auf Dich zukommen können, lassen sich vorab gut einschätzen. Und auch die Suche nach der richtigen Anwaltskanzlei ist nicht so schwierig, wie Du vielleicht denkst.

Was kostet eine anwaltliche Beratung?

Bei Anwaltskosten lohnt sich kein Preisvergleich: Denn es gibt gesetzlich festgelegte Gebühren, die Du mindestens zahlen musst. Deine Rechtsanwältin oder Dein Anwalt darf zwar mehr Geld verlangen als im Gesetz steht – zum Beispiel nach Zeitaufwand abrechnen –, aber nur, wenn Du damit einverstanden bist. Geringere Gebühren sind seit 1. Oktober 2021 nur dann möglich, wenn Du Dich außergerichtlich vertreten lässt (§ 4 Abs. 1 RVG).

Im Rahmen der Beratungshilfe dürfen Anwaltskanzleien ganz auf eine Vergütung verzichten. Dabei handelt es sich um eine Sozialleistung für Bürger, die die Kosten für die anwaltliche Beratung oder Vertretung nicht zahlen können. Sie können beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein beantragen.

Ebenso dürfen Kanzleien kostenlos arbeiten, wenn sie außergerichtlich eine Inkasso-Dienstleistung erbringen (§ 4 Abs. 1 S. 3 RVG).

Außergerichtliche Beratung

Benötigst Du als Privatperson einen anwaltlichen Rat oder eine Auskunft, darf die Gebühr für ein erstes Beratungsgespräch nicht höher als 190 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer sein, es darf also insgesamt nicht mehr als 226,10 Euro kosten (§ 34 RVG).

Benötigst Du ein Gutachten zur Einschätzung der Rechtslage, zahlst Du mindestens 250 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer; mit einer Gebührenvereinbarung kann es um einiges teurer werden.

Wie bekommst Du eine kostenlose Ersteinschätzung?

Vielleicht suchst Du nur eine Antwort auf eine konkrete Rechtsfrage. Dafür bietet Finanztip viele Ratgeber zu typischen Verbraucherthemen an. Findet sich da keine Lösung, kann Dir eine anwaltliche Ersteinschätzung weiterhelfen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass anwaltliche Erstberatungen kostenlos sein dürfen (BGH, 03.07.2017, Az. AnwZ (Brfg) 42/16).

Spezialisierte Anwältinnen und Anwälte

Viele Kanzleien bieten mittlerweile eine kostenlose Erstberatung an, vor allem dann, wenn Verbraucher eine Einschätzung benötigen, ob sie überhaupt Rechte geltend machen können. Finanztip empfiehlt einzelne Anwaltskanzleien zu speziellen Verbraucherthemen. Wir bewerten es positiv, wenn die Kanzleien eine kostenlose Ersteinschätzung anbieten. Mit einer solchen Information kannst Du dann überlegen, ob es sich lohnt, einen Rechtsstreit zu beginnen.

Anwaltsvermittlungsportale

Du kannst Dich mit Deiner Frage auch an ein Anwaltsvermittlungsportal wenden. Auf dessen Website kannst Du Deine Frage eingeben und erhältst dann idealerweise eine kostenlose telefonische Rechtsauskunft. Das ersetzt keine umfangreiche Beratung, kann aber trotzdem nützlich sein. Wir empfehlen Dir dazu zwei Anbieter. Wie wir sie gefunden und ausgewählt haben, erfährst Du am Ende des Ratgebers.

Klugo GmbH, Köln
Anwaltsvermittlungsportal
  • Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt
  • 100 Anwälte sind auf dem Portal registriert
  • kostenlose Beratung am Telefon
Yourxpert GmbH, Freiburg
Vermittlung von Rechtsanwälten
  • Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt
  • 200 Anwälte sind auf dem Portal registriert
  • kostenlose Beratung am Telefon

Das Angebot der Portale ist kostenlos, Du hast deshalb auch keinen Anspruch auf eine zusätzliche kostenfreie schriftliche Ersteinschätzung. Du solltest Dir also nicht zu viel davon versprechen, aber einen Versuch ist es wert. Für die teilnehmenden Kanzleien ist das eine Form von Werbung. Es kann sein, dass Dir die Anwältin oder der Anwalt nach dem Gespräch ein Angebot für eine kostenpflichtige Beratung schickt. Aber dann kannst Du Dir immer noch überlegen, welche weiteren Schritte Du unternehmen willst.

Was kostet ein Anwaltsschreiben?

Für die Berechnung von Anwaltskosten brauchst Du immer drei Werte:

  1. den Streitwert – das ist in der Regel der Eurobetrag, um den Du Dich insgesamt streitest;
  2. die Gebühr, die bei dem entsprechenden Streitwert anfällt – die Staffelung der Gebühren nach Gegenstandswert findest Du in Anlage 2 zum RVG, bei einem Streitwert bis 500 Euro beläuft sich eine Gebühr zum Beispiel auf 49 Euro; bei einem Streitwert bis 5.000 Euro fällt eine Gebühr von 334 Euro an;
  3. die Anzahl der Gebühren, die für einzelne Tätigkeiten anfallen können – es können halbe, ganze, aber auch zweifache Gebühren entstehen.

Soll Dich Deine Anwältin oder Dein Anwalt außergerichtlich vertreten und zum Beispiel an Deinen Vermieter oder an Deine Ver­si­che­rung schreiben, ergibt sich die Gebühr für den Brief aus dem Vergütungsverzeichnis (VV) zum RVG. Je nach Arbeitsaufwand kann eine halbe bis eine 2,5-fache Gebühr anfallen (Nr. 2300 VV).

Im Durchschnitt musst Du mit einer 1,3-fachen Gebühr rechnen. Mehr darf nur dann berechnet werden, wenn die Tätigkeit umfangreich oder schwierig war. Das muss aber begründet sein.

Konnte eine außergerichtliche Einigung herbeigeführt werden, fällt außerdem eine 1,5-fache Einigungsgebühr an (Nr. 1000 VV). Hinzu kommen die Umsatzsteuer von 19 Prozent (Nr. 7008 VV) und eine Post- und Telekommunikationspauschale von 20 Euro (Nr. 7002 VV).

Beispiel: Dir wurde wegen Eigenbedarfs gekündigt. Du willst Dich dagegen wehren. Deine monatliche Nettokaltmiete liegt bei 800 Euro. Der Gegenstandswert beläuft sich auf eine Jahresmiete, also 9.600 Euro (§ 23 Abs. 1 RVG, § 41 GKG). Eine Geschäftsgebühr nach RVG beträgt bei diesem Streitwert 558 Euro (§ 13 RVG, Anlage 2 bis 10.000 Euro).

Beispiel: Anwaltskosten bei Eigenbedarfskündigung

Streitwert9.600 €Kosten
angefallene Geschäftsgebühr614 € x 1,3798,20 €
Postpauschale 20,00 €
Mehrwertsteuer von 19 % 155,46 €

gesamt

 

973,66 €

Quelle: RVG und Finanztip-Berechnung (Stand: Mai 2023) 

Was kostet eine anwaltliche Vertretung vor Gericht?

In diesem Ratgeber geht es nur um die Anwaltskosten in einem Zivilverfahren. Vor dem Verwaltungsgericht, vor den Arbeitsgerichten oder im Strafverfahren berechnen sich die Anwaltsgebühren anders.

Soll Dich Deine Anwältin oder Dein Anwalt vor einem Zivilgericht vertreten, fallen grundsätzlich zwei Gebührenarten an: eine Verfahrensgebühr (1,3) und eine Terminsgebühr (1,2). Wichtig: Bereits angefallene vorgerichtliche Kosten sind auf die Verfahrensgebühr anzurechnen, und zwar zur Hälfte. Endet die Klage mit einem Vergleich, darf Dir die Rechtsanwaltskanzlei zusätzlich eine Vergleichsgebühr in Rechnung stellen.

Um all das zu verdeutlichen, setzen wir das Beispiel einer Eigenbedarfskündigung fort: Die außergerichtlichen Bemühungen waren erfolgslos. Es geht vor Gericht. Der Gegenstandswert beläuft sich auf eine Jahresmiete, also 9.600 Euro (§ 23 Abs. 1 RVG§ 41 GKG). Eine Geschäftsgebühr nach RVG beträgt bei dem Streitwert 614 Euro (§ 13 RVG, Anlage 2, bis 10.000 Euro).

Kosten: Eigenbedarfskündigung vor Gericht

Streitwert9.600 €Kosten
Verfahrensgebühr614 € x 1,3798,20 €
anzurechnen hierauf die Hälfte614 € x 0,65- 399,10 €
es verbleiben: 399,10 €
Termingebühr614 € x 1,2736,80 €
Zwischensumme: 1.135,90 €
Postpauschale 20,00 €
Mehrwertsteuer von 19 % 219,62 €

gesamt

 

1.375,52 €

Quelle: RVG und Finanztip-Berechnung (Stand: Mai 2023)

Auswirkungen der Vergütungsreform

Durch die Reform des Vergütungsrechts sind die Anwaltsgebühren seit 1. Januar 2021 um rund 10 Prozent gestiegen. In einigen Fällen wurden Gebühren auch gekürzt, wie bei Streitigkeiten rund um eine Mietminderung. Nach der Rechtsprechung wurde der Streitwert einer Minderungsklage bisher nach dem 3,5-fachen Jahresbetrag der Mietminderung berechnet (BGH, 14.06.2016, Az. VIII ZR 43/15). Seit 2021 darf nur noch der Jahresbetrag der Mietminderung als Streitwert zu Grunde gelegt werden (vgl. § 41 Abs. 5 GKG).

Anwaltskosten online berechnen

Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie viel Du an Anwaltsgebühren zahlen musst, kannst Du den vom Anwalt-Suchservice bereitgestellten Rechner nutzen. Erläuternde Hinweise zum Ausfüllen des Formulars erhältst Du, wenn Du auf das jeweilige Fragezeichen klickst. Bei der Eingabe des Streitwerts führt Dich der Rechner zum richtigen Wert, wenn Du einige zusätzliche Fragen beantwortest. Der Rechner bezieht sich nur auf zivilrechtliche Streitigkeiten. Anwaltskosten im Strafrecht, Arbeitsrecht oder öffentlichen Recht berechnen sich anders. Erkundige Dich dazu bei Deinem Anwalt.

Erfolgshonorar nur ausnahmsweise zulässig 

Auch die Einigung auf ein Erfolgshonorar ist möglich, aber nur dann, wenn die Mandanten ohne die Vereinbarung eines Erfolgshonorars nicht klagen würden, weil die finanziellen Mittel fehlen (§ 4a RVG).

Zudem ist ein Erfolgshonorar in drei weiteren Fällen erlaubt:

  1. Das Honorar ist nicht höher als 2.000 Euro.
  2. Die Rechtsanwaltskanzlei soll außergerichtlich das Inkasso einer Forderung übernehmen (Inkasso-Dienstleistung).
  3. Die Rechtsanwaltskanzlei führt eine Inkasso-Dienstleistung im Mahnverfahren durch bis zur Abgabe an das Streitgericht und im Verfahren der Zwangsvollstreckung.

Der Verlierer zahlt alles

Verlierst Du eine Klage, dann zahlst Du nicht nur Deine Anwaltskosten, sondern auch diejenigen des Gegners. Deshalb solltest Du vor jeder Klage genau über das Prozess- und Kostenrisiko sprechen. Der Anwalt-Suchservice bietet dazu auch einen guten Rechner an, mit dem Du die Kosten berechnen kannst, für den Fall, dass Du verlierst. In einem Prozess vor einem Arbeitsgericht musst Du Deine Anwältin oder Deinen Anwalt immer bezahlen, auch wenn Du den Prozess gewinnst.

Wenn Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung hast

Hast Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung, klärt die Anwaltskanzlei meist für Dich direkt mit dem Versicherer, ob dieser die Kosten übernimmt. Darauf solltest Du Dich aber nicht verlassen. Nimm selbst mit dem Versicherer Kontakt auf und bitte um eine sogenannte Deckungszusage – und zwar, bevor Du eine Kanzlei beauftragst. So gehst Du sicher, dass Du auf den Anwaltskosten nicht sitzen bleibst.

Es bleibt die Selbstbeteiligung, die Du mit Deinem Versicherer vereinbart hast. Beachte, dass Rechts­schutz­ver­si­che­rungen meist nur für Streitigkeiten zahlen, die nach Abschluss der Ver­si­che­rung entstanden sind.

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Wie findest Du die richtige Anwaltskanzlei?

Laut Bundesrechtsanwaltskammer gab es im gesamten Bundesgebiet zum 1. Januar 2022 insgesamt rund 143.000 Rechtsanwälte. Aus dieser großen Anzahl musst Du die für Dich passende Person finden. Das entscheidende Kriterium ist nicht der Preis, sondern die Qualität. Die meisten Rechtsanwälte haben sich auf ein oder zwei Rechtsgebiete spezialisiert. Das ist angesichts der Fülle von Rechtsfragen und Rechtsprechung auch sinnvoll. Eine Spezialisierung geht häufig mit einer theoretischen und praktischen Fachanwaltsausbildung einher. Auch regelmäßige Fortbildungen gehören dazu.

Tipp: Höre Dich im Freundes- und Bekanntenkreis um und erkundige Dich, wer mit welcher Anwältin oder welchem Anwalt gute Erfahrungen gemacht hat. Frage aber immer, in welchem Rechtsgebiet die Empfohlung tätig war. Eine gute Familienrechtsanwältin ist in der Regel keine Expertin für Arbeitsrecht.

Fachanwaltstitel

Du solltest eine Expertin oder Experten auf dem Gebiet Deiner konkreten Rechtsfrage suchen. Es gibt zum Beispiel Fachanwält:innen für Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Erbrecht, Familienrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Verkehrsrecht und Ver­si­che­rungsrecht. Laut Mitgliederstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer zum 1. Januar 2023 haben mehr als 58.000 zugelassene Anwält:inne einen Fachanwaltstitel, die meisten davon im Arbeitsrecht.

Suche Dir eine Kanzlei in Deiner Nähe. So kannst Du ein persönliches Gespräch führen, ohne allein auf das Telefon angewiesen zu sein. Finanztip empfiehlt zu speziellen Rechtsthemen einzelne Anwaltskanzleien, die sehr spezialisiert arbeiten:

Anwaltssuchdienste

Jede Rechtsanwaltskammer bietet einen Suchdienst an, in dem alle Mitglieder aufgeführt sind. Die Bundesrechtsanwaltskammer hat auf ihrer Website alle Adressen der 28 Rechtsanwaltskammern aufgeführt. Auf deren Seiten kannst Du in Deiner Region eine Anwältin oder Anwalt für Deine Frage finden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Dienste für diese Suche, zum Beispiel anwalt-suchservice.de. Betreiber dieses Suchdienstes ist der juristische Fachverlag Dr. Otto Schmidt. In diese Suche werden allerdings nur 15.500 Anwält:innen einbezogen.

Zur Schlichtungsstelle bei Ärger

Bist Du mit der Höhe der Anwaltsgebühren nicht einverstanden, fühlst Du Dich über die Kosten nicht ausreichend aufgeklärt oder wirfst Du der Kanzlei Fehler vor, solltest Du das zunächst direkt besprechen. Findest Du keine Lösung, kannst Du Dich kostenlos an die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft wenden. Die Schlichtungsstelle vermittelt bei Streitigkeiten bis zu einem Wert von 50.000 Euro.

So haben wir die Portale für eine kostenlose Rechtsfrage ausgewählt

Im März 2021 fanden wir nach einer Google-Suche für „kostenlose Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt“ auf den ersten drei Suchergebnisseiten acht Anwaltsvermittlungsportale. An diese Anbieter schickten wir einen umfangreichen Fragebogen.

Wir wollten wissen, wie viele Anwältinnen und Anwälte über das jeweilige Portal ihre Dienstleistungen anbieten, in welchen Bereichen sie die meisten Anfragen vermitteln und ob die Beratung telefonisch, über E-Mail oder in den Kanzleiräumen erfolgt. Außerdem fragten wir, wie die Portale Geld verdienen und wie die Daten der Ratsuchenden geschützt sind. Von den angeschriebenen beantworteten drei Portale unsere Fragen umfassend: Klugo, Advocado und Yourxpert.

Dann haben wir über die Website dieser drei Anbieter jeweils zwei Rechtsfragen eingestellt, die uns Leser per E-Mail geschickt hatten – ein Fall aus dem Kaufrecht und eine Frage zum Mutterschutzgesetz. Die Portale konnten in unserer Stichprobe höchstens 80 Punkte erreichen. Bewertet haben wir vier Aspekte jeweils mit 10 Punkten pro Rechtsfrage:

  1. Einfache Eingabe der Rechtsfrage und Vermittlung eines Anwalts
  2. Rechtsauskunft erhalten
  3. Rechtsauskunft hat Nutzwert und Handlungsrelevanz
  4. Auskunft steht im Vordergrund, nicht die Werbung für eine kostenpflichtige Beratung

Die Sortierung erfolgt nach den erzielten Punkten: Klugo (80 Punkte), Advocado (45 Punkte), Yourxpert (30 Punkte).

Über Klugo bekamen wir in unserer Stichprobe zwei überzeugende Antworten. Die Antwortenden gaben jeweils konkrete Hilfestellung für die nächsten Schritte. Nicht die Werbung für eine kostenpflichtige Beratung stand bei den Gesprächen im Vordergrund, sondern die kostenlose Auskunft. An Klugo konnten wir deshalb 80 Punkte vergeben.

Über Advocado und Yourxpert erhielten wir nur jeweils eine Auskunft zu unseren zwei Rechtsfällen. Konkrete Handlungsempfehlungen fehlten, wir bekamen zudem umgehend zwei Angebote zu einer kostenpflichtigen Beratung. Es handelte sich bei unserer Untersuchung aber nur um eine Stichprobe, die keinen generellen Rückschluss auf die Qualität der Beratung zulässt.

Über das Vermögen der Advocado GmbH eröffnete das Amtsgericht Stralsund am 1. September 2022 das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Dementsprechend empfehlen wir Advocado nicht mehr. Ein anderes Unternehmen hat die Marke Advocado teilweise übernommen, es handelt sich dabei um einen neuen Anbieter, dessen Dienstleistung nicht Gegenstand der Untersuchung war.

Die anderen beiden Anwaltsvermittler empfehlen wir, da Du jedes Portal einfach ausprobieren kannst, ohne sofort zahlen zu müssen. Grundsätzlich halten wir es für eine gute und einfache Möglichkeit, um an eine Rechtsauskunft zu gelangen, auch wenn Du Dir nicht zu viel davon versprechen solltest.

Emp­feh­lungen aus dem Ratgeber Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Wir haben im Sommer 2023 Rechtsschutztarife mit den Bausteinen Privat, Beruf und Verkehr untersucht. Unsere Emp­feh­lungen aus diesem Test sind:

Zum Ratgeber

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