Anwaltssuche, Anwaltskosten, kostenlose Rechtsauskunft

So viel kostet Dich ein Anwalt

Dr. Britta Beate Schön
Expertin für Recht
19. April 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei Anwaltskosten lohnt sich kein Preisvergleich: Die Gebühren, die ein Anwalt mindestens verlangen muss, sind gesetzlich festgelegt.
  • Zum 1. Januar 2021 sind die Anwaltsgebühren um rund 10 Prozent gestiegen.
  • Eine kostenlose Ersteinschätzung dürfen Anwälte anbieten.
So gehst Du vor
  • Für eine schnelle, kostenlose Rechtsauskunft empfehlen wir Klugo, Advocado und Yourxpert. Diese Portale vermitteln Anwälte, die als besonderen Service ein kurzes Gratis-Gespräch anbieten.
  • Brauchst Du eine umfangreiche Beratung, dann solltest Du Dir einen qualifizierten Anwalt suchen, am besten einen Fachanwalt für Dein Thema.
  • Erkundige Dich vorher nach den Kosten und den Risiken eines Rechtsstreits. Bei der Einschätzung hilft Dir der Anwaltskosten-Rechner vom Anwaltssuchservice.

Egal, ob Du in einen Autounfall verwickelt bist, Ärger mit Deinem Vermieter oder Arbeitgeber hast oder ob Dir eine Scheidung bevorsteht: Immer wieder kann es in Deinem Leben Situationen geben, in denen Du Dich von einem Experten beraten lassen solltest, um Deine Rechte durchzusetzen. Die Kosten, die auf Dich zukommen können, lassen sich vorab gut einschätzen, und die Suche nach dem richtigen Anwalt ist nicht so schwierig, wie Du vielleicht befürchtest.

Was kostet eine anwaltliche Beratung?

Bei Anwaltskosten lohnt sich kein Preisvergleich: Die Gebühren, die ein Anwalt mindestens verlangen muss, sind im Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz (RVG) festgelegt. Das wurde zum 1. Januar 2021 geändert; die Kosten sind dadurch um rund 10 Prozent gestiegen.

Dein Rechtsanwalt darf zwar mehr Geld verlangen als im Gesetz steht – zum Beispiel nach Zeitaufwand abrechnen –, aber nur, wenn Du damit einverstanden bist. Weniger darf er Dir nicht in Rechnung stellen.

Außergerichtliche Beratung

Benötigst Du als Privatperson einen Rat vom Anwalt oder eine Auskunft, darf die Gebühr für ein erstes Beratungsgespräch nicht höher als 190 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer sein, also insgesamt 226,10 Euro (§ 34 RVG).

Benötigst Du ein Gutachten zur Einschätzung der Rechtslage, zahlst Du mindestens 250 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer; mit einer Gebührenvereinbarung kann es teurer werden.

Wie bekommst Du eine kostenlose Ersteinschätzung?

Vielleicht suchst Du nur eine Antwort auf eine konkrete Rechtsfrage. Dafür bietet Finanztip viele Ratgeber zu typischen Verbraucherthemen an. Findet sich da keine Lösung, kann Dir eine anwaltliche Ersteinschätzung weiterhelfen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Rechtsanwälte Erstberatungen sogar kostenlos anbieten dürfen (BGH, Urteil vom 3. Juli 2017, Az. AnwZ (Brfg) 42/16).

Spezialisierte Anwälte

Viele Anwälte bieten mittlerweile eine kostenlose Erstberatung an, vor allem dann, wenn Verbraucher eine Einschätzung benötigen, ob sie überhaupt Rechte geltend machen können. Finanztip empfiehlt zu speziellen Verbraucherthemen Anwälte. Wir bewerten es positiv, wenn die Kanzleien eine kostenlose Ersteinschätzung anbieten. Mit den Informationen kann dann jeder überlegen, ob es sich lohnt, einen Rechtsstreit zu beginnen.

Anwaltsvermittlungsportale

Du kannst Dich mit Deiner Frage auch an ein Anwaltsvermittlungsportal wenden. Auf deren Website kannst Du Deine Frage eingeben und erhältst dann idealer Weise eine kostenlose, telefonische Rechtsauskunft durch einen Rechtsanwalt. Das ersetzt keine umfangreiche Beratung, kann aber trotzdem nützlich sein.

Wir empfehlen Dir dazu drei Anbieter. Wie wir sie gefunden und ausgewählt haben, erfährst Du am Ende des Ratgebers.

Klugo GmbH, Köln
Anwaltsvermittlungsportal
  • Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt
  • 100 Anwälte sind auf dem Portal registriert
  • kostenlose Beratung am Telefon
Advocado GmbH, Greifswald
Anwaltsvermittlungsportal
  • Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt
  • 500 Anwälte sind auf dem Portal registriert
  • kostenlose Beratung am Telefon
Yourxpert GmbH, Freiburg
Vermittlung von Rechtsanwälten
  • Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt
  • 200 Anwälte sind auf dem Portal registriert
  • kostenlose Beratung am Telefon

Das Angebot der Portale ist kostenlos, Du hast deshalb auch keinen Anspruch auf eine kostenlose Ersteinschätzung. Du solltest Dir also nicht zu viel davon versprechen, aber einen Versuch ist es wert. Für die teilnehmenden Anwälte ist das eine Form von Werbung. Es kann sein, dass Dir die Anwältin nach dem Gespräch ein Angebot für eine kostenpflichtige Beratung schickt. Aber dann kannst Du Dir immer noch überlegen, welche weiteren Schritte Du unternehmen willst.

Was kostet ein Anwaltsschreiben?

Für die Berechnung von Anwaltskosten brauchst Du immer drei Werte:

  1. den Streitwert – das ist in der Regel der Eurobetrag, um den Du Dich insgesamt streitest
  2. die Gebühr, die bei dem entsprechenden Streitwert anfällt – die Staffelung der Gebühren nach Gegenstandswert findest Du in Anlage 2 zum RVG, bei einem Streitwert bis 500 Euro beläuft sich eine Gebühr zum Beispiel auf 49 Euro; bei einem Streitwert bis 5.000 Euro fällt eine Gebühr von 334 Euro an
  3. die Anzahl der Gebühren, die der Anwalt für seine einzelnen Tätigkeiten verlangen darf – es können halbe, ganze, aber auch zweifache Gebühren entstehen

Soll Dich Dein Anwalt außergerichtlich vertreten und zum Beispiel an Deinen Vermieter oder an Deine Versicherung schreiben, ergibt sich die Gebühr für den Brief aus dem Vergütungsverzeichnis (VV) zum RVG. Je nach Arbeitsaufwand kann er eine halbe bis eine 2,5-fache Gebühr verlangen (Nr. 2300 VV).

Im Durchschnitt verlangen Anwälte eine 1,3-fache Gebühr. Mehr darf Dein Anwalt nur dann berechnen, wenn die Tätigkeit umfangreich oder schwierig war. Das muss er Dir gegenüber aber begründen.

Konnte Dein Anwalt eine außergerichtliche Einigung herbeiführen, fällt außerdem eine 1,5-fache Einigungsgebühr an (Nr. 1000 VV). Hinzu kommen immer die Umsatzsteuer von 19 Prozent (Nr. 7008) und eine Post- und Telekommunikationspauschale von 20 Euro (Nr. 7002 VV).

Beispiel: Dir wurde wegen Eigenbedarfs gekündigt. Du willst Dich dagegen wehren. Deine monatliche Nettokaltmiete liegt bei 800 Euro. Der Gegenstandswert beläuft sich auf eine Jahresmiete, also 9.600 Euro (§ 23 Abs. 1 RVG, § 41 GKG). Eine Geschäftsgebühr nach RVG beträgt bei diesem Streitwert 558 Euro (§ 13 RVG, Anlage 2 bis 10.000 Euro).

Beispiel: Anwalt bei Eigenbedarfskündigung

Streitwert9.600 €Kosten
angefallene Geschäftsgebühr614 € x 1,3798,20 €
Postpauschale 20,00 €
Mehrwertsteuer von 19 % 155,46 €

gesamt

 

973,66 €

Quelle: RVG und Finanztip-Berechnung (Stand: April 2021) 

Was kostet es, wenn Dich ein Anwalt vor Gericht vertritt?

In diesem Ratgeber geht es nur um die Anwaltskosten in einem Zivilverfahren. Vor dem Verwaltungsgericht, vor den Arbeitsgerichten oder im Strafverfahren berechnen sich die Anwaltsgebühren anders.

Soll Dich Dein Anwalt vor einem Zivilgericht vertreten, fallen grundsätzlich zwei Gebührenarten an: eine Verfahrensgebühr (1,3) und eine Terminsgebühr (1,2), weil Dein Anwalt auch vor Gericht erschienen ist. Wichtig: War Dein Anwalt schon für Dich tätig, bevor es zu Gericht ging, dann muss er die bereits angefallenen vorgerichtlichen Kosten auf die Verfahrensgebühr anrechnen und zwar zur Hälfte.

Endet die Klage mit einem Vergleich, kann Dir Dein Anwalt zusätzlich eine Vergleichsgebühr in Rechnung stellen.

Um all das zu verdeutlichen, setzen wir das Beispiel einer Eigenbedarfskündigung fort: Die außergerichtlichen Bemühungen Deines Anwalts haben zu keiner Lösung geführt. Es geht vor Gericht. Der Gegenstandswert beläuft sich auf eine Jahresmiete, also 9.600 Euro (§ 23 Abs. 1 RVG§ 41 GKG). Eine Geschäftsgebühr nach RVG beträgt bei dem Streitwert 614 Euro (§ 13 RVG, Anlage 2, bis 10.000 Euro).

Beispiel: Anwalt bei Eigenbedarfskündigung vor gericht

Streitwert9.600 €Kosten
Verfahrensgebühr614 € x 1,3798,20 €
anzurechnen hierauf die Hälfte614 € x 0,65- 399,10 €
es verbleiben: 399,10 €
Termingebühr614 € x 1,2736,80 €
Zwischensumme: 1.135,90 €
Postpauschale 20,00 €
Mehrwertsteuer von 19 % 219,62 €

gesamt

 

1.375,52 €

Quelle: RVG und Finanztip-Berechnung (Stand: April 2021)

Auswirkungen der Vergütungsreform

Durch die Reform des Vergütungsrechts sind die Anwaltsgebühren zum 1. Januar 2021 um rund 10 Prozent gestiegen.

In einigen Fällen wurden Anwaltsgebühren aber auch gekürzt, wie bei Streitigkeiten rund um eine Mietminderung. Nach der Rechtsprechung wurde der Streitwert einer Minderungsklage bisher nach dem 3,5-fachen Jahresbetrag der Mietminderung berechnet (BGH, Beschluss vom 14. Juni 2016, Az. VIII ZR 43/15). Seit 1. Januar 2021 darf Dein Anwalt nur noch den Jahresbetrag der Mietminderung als Streitwert zu Grunde legen (vgl. § 41 Abs. 5 GKG).

Anwaltskosten online berechnen

Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wieviel Du Deinem Anwalt zahlen musst, kannst Du den vom Anwaltssuchservice bereit gestellten Rechner nutzen. Erläuternde Hinweise zum Ausfüllen des Formulars erhältst Du, wenn Du auf das jeweilige Fragezeichen klickst. Bei der Eingabe des Streitwerts führt Dich der Rechner zum richtigen Wert, wenn Du einige zusätzliche Fragen beantwortest.

Achtung: Der Rechner bezieht sich nur auf zivilrechtliche Streitigkeiten. Anwaltskosten im Strafrecht, Arbeitsrecht oder öffentlichen Recht berechnen sich anders. Erkundige Dich dazu bei Deinem Anwalt.

Erfolgshonorar nur ausnahmsweise zulässig 

Anwalt und Mandant können sich auf ein Erfolgshonorar einigen, aber nur dann, wenn der Mandant ohne die Vereinbarung eines Erfolgshonorars seine Rechte nicht durchsetzen würde, weil ihm die finanziellen Mittel fehlen (§ 4a RVG). Die Regelung gilt seit 2008, vorher waren erfolgsabhängige Vergütungen verboten.

Der Verlierer zahlt alles

Verlierst Du eine Klage, dann zahlst Du nicht nur Deine Anwaltskosten, sondern auch diejenigen des Gegners. Deshalb solltest Du vor jeder Klage genau mit Deinem Anwalt über das Prozess- und Kostenrisiko sprechen. Der Anwaltssuchservice bietet dazu auch einen guten Rechner an, mit dem Du die Kosten berechnen kannst, wenn Du verlierst. Wer eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung hat, muss sich diese Sorgen nicht machen.

Achtung: In einem Prozess vor einem Arbeitsgericht musst Du Deinen Anwalt immer bezahlen, auch wenn Du den Prozess gewinnst.

Wenn Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung hast

Hast Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung, klärt Dein Anwalt meist für Dich direkt mit dem Versicherer, ob dieser die Kosten übernimmt. Darauf solltest Du Dich aber nicht verlassen. Nimm selbst mit dem Versicherer Kontakt auf und bitte um eine sogenannte Deckungszusage – und zwar bevor Du den Rechtsanwalt beauftragst. So gehst Du sicher, dass Du auf den Anwaltskosten nicht sitzen bleibst. Es bleibt die Selbstbeteiligung, die in Deinem Versicherungsvertrag festgelegt ist. Beachte, dass Rechts­schutz­ver­si­che­rungen meist nur für Streitigkeiten zahlen, die nach Abschluss der Versicherung entstanden sind.

Wie findest Du den richtigen Anwalt?

Laut Bundesrechtsanwaltskammer gab es im gesamten Bundesgebiet zum 1. Januar 2020 insgesamt rund 147.000 Rechtsanwälte. Aus dieser großen Anzahl musst Du den für Dich richtigen Anwalt finden. Das entscheidende Kriterium ist nicht der Preis, sondern die Qualität. Die meisten Rechtsanwälte haben sich auf ein oder zwei Rechtsgebiete spezialisiert. Das ist angesichts der Fülle von Rechtsfragen und Rechtsprechung auch sinnvoll.

Eine Spezialisierung geht häufig mit einer speziellen theoretischen und praktischen Fachanwaltsausbildung einher. Jeder Fachanwalt muss regelmäßig zur Fortbildung in seinem Spezialgebiet. Das soll sicherstellen, dass der Rechtsanwalt immer auf dem aktuellen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung ist: eine Grundvoraussetzung für eine gute anwaltliche Beratung.

Tipp: Höre Dich im Freundes- und Bekanntenkreis um und erkundige Dich, wer mit welchem Anwalt gute Erfahrungen gemacht hat. Frage aber immer, in welchem Rechtsgebiet der empfohlene Anwalt tätig war. Ein guter Familienrechtsanwalt ist in der Regel kein Experte für Arbeitsrecht.

Fachanwälte

Du solltest einen Anwalt suchen, der Experte auf dem Gebiet Deiner konkreten Rechtsfrage ist. Es gibt zum Beispiel Fachanwälte für Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Erbrecht, Familienrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht. Laut Mitgliederstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer zum 1. Januar 2020 haben mehr als 57.000 zugelassene Anwälte einen Fachanwaltstitel, die meisten davon im Arbeitsrecht.

Suche Dir einen Fachanwalt, der in Deiner Nähe seine Kanzlei hat. So kannst Du ein persönliches Gespräch führen, ohne allein auf das Telefon angewiesen zu sein.

Finanztip empfiehlt zu speziellen Rechtsthemen einzelne Anwaltskanzleien, die hoch spezialisiert arbeiten:

Anwaltssuchdienste

Jede Rechtsanwaltskammer bietet einen Suchdienst an, in dem alle Mitglieder aufgeführt sind. Die Bundesrechtsanwaltskammer hat auf ihrer Website alle Adressen der 28 Rechtsanwaltskammern aufgeführt. Auf deren Seiten kannst Du in Deiner Region einen Anwalt für Deine Frage finden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Anwaltssuchdienste, zum Beispiel anwalt-suchservice.de. Betreiber dieses Suchdienstes ist der juristische Fachverlag Dr. Otto Schmidt. In diese Suche werden allerdings nur 15.500 Anwälte einbezogen.

Zur Schlichtungsstelle bei Ärger mit dem Anwalt

Bist Du mit der Höhe der Anwaltsgebühren nicht einverstanden, fühlst Du Dich über die Kosten nicht ausreichend aufgeklärt oder wirfst Du Deinem Rechtsanwalt Fehler vor, solltest Du das zunächst mit Deinem Anwalt direkt besprechen. Findest Du keine Lösung, kannst Du Dich kostenlos an die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft wenden.

Die Schlichtungsstelle vermittelt bei Streitigkeiten bis zu einem Wert von 50.000 Euro. Den Parteien wird ein Einigungsvorschlag unterbreitet, den Du annehmen kannst oder nicht. Laut Tätigkeitsbericht hat die Stelle rund 1.100 Verfahren im Jahr 2020 erledigt. Rund 8 Prozent der Schlichtungsvorschläge gingen vollumfänglich zugunsten der Verbraucher aus. In rund 340 Fällen hat sich der Verbraucher mit dem Rechtsanwalt geeinigt. Das bedeutet, der Anwalt musste seine Rechnung reduzieren oder Schadensersatz zahlen.

 

So haben wir die Portale für eine kostenlose Rechtsfrage ausgewählt

Wir haben im März 2021 nach einer Google-Suche für „kostenlose Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt“ auf den ersten drei Suchergebnisseiten acht Anwaltsvermittlungsportale gefunden. An diese Anbieter haben wir einen umfangreichen Fragebogen geschickt.

Wir wollten wissen, wie viele Anwälte über das jeweilige Portal ihre Dienstleistungen anbieten, in welchen Bereichen sie die meisten Anfragen vermitteln und ob die Beratung telefonisch, über E-Mail oder in den Kanzleiräumen erfolgt. Außerdem haben wir erfragt, wie die Portale Geld verdienen und wie die Daten der Ratsuchenden geschützt sind. Von den angeschriebenen haben drei Portale unsere Fragen umfassend beantwortet: Klugo, Advocado und Yourxpert.

Dann haben wir über die Website dieser drei Anbieter jeweils zwei Rechtsfragen eingestellt, die uns Leser per E-Mail geschickt hatten – ein Fall aus dem Kaufrecht und eine Frage zum Mutterschutzgesetz. Die Portale konnten in unserer Stichprobe höchstens 80 Punkte erreichen. Bewertet haben wir vier Aspekte jeweils mit 10 Punkten pro Rechtsfrage:

  1. Einfache Eingabe der Rechtsfrage und Vermittlung eines Anwalts
  2. Rechtsauskunft erhalten
  3. Rechtsauskunft hat Nutzwert und Handlungsrelevanz
  4. Auskunft steht im Vordergrund, nicht die Werbung für eine kostenpflichtige Beratung

Die Sortierung erfolgt nach den erzielten Punkten: Klugo (80 Punkte), Advocado (45 Punkte), Yourxpert (30 Punkte).

Über Klugo bekamen wir in unserer Stichprobe zwei überzeugende Antworten. Die Anwälte gaben jeweils konkrete Hilfestellung für die nächsten Schritte. Nicht die Werbung für eine kostenpflichtige Beratung stand bei den Gesprächen im Vordergrund, sondern die kostenlose Auskunft. An Klugo konnten wir deshalb 80 Punkte vergeben.

Über Advocado und Yourxpert erhielten wir nur jeweils eine Auskunft zu unseren zwei Rechtsfällen. Konkrete Handlungsempfehlungen fehlten, wir bekamen zudem umgehend zwei Angebote zu einer kostenpflichtigen Beratung. Es handelte sich bei unserer Untersuchung aber nur um eine Stichprobe, die keinen generellen Rückschluss auf die Qualität der vermittelten Anwälte zulässt.

Wir empfehlen alle drei Anwaltsvermittler, da Du jedes Portal einfach ausprobieren kannst, ohne sofort zahlen zu müssen. Grundsätzlich halten wir es für eine gute und einfache Möglichkeit, um an eine Rechtsauskunft zu gelangen, auch wenn Du Dir nicht zu viel davon versprechen solltest.

* Was der Stern bedeutet:

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