Anwaltskosten berechnen

So viel kostet Dich der richtige Jurist

Dr. Britta Beate Schön 01. Februar 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Rechtsanwälte dürfen eine kostenlose Erstberatung anbieten.
  • Anwälte, die sich auf sogenannte Massenfälle spezialisiert haben, wie die fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Baufinanzierungen oder bei Lebens- und Rentenversicherungen, bieten oft eine kostenlose Ersteinschätzung an.
  • Anwaltsgebühren sind gesetzlich im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) festgelegt.
  • Verlangt der Rechtsanwalt mehr als die festgelegte Mindestvergütung im Gerichtsverfahren, muss er eine schriftliche Honorarvereinbarung mit dem Mandanten abschließen.
  • Anwälte dürfen grundsätzlich keine Erfolgshonorare verlangen.
So gehst Du vor
  • Wende Dich an das Anwaltsvermittlungsportal rechtsanwalt.net, falls Du zu einer Rechtsfrage die kostenlose Einschätzung eines Rechtsanwalts willst.
  • Achte auf die Qualifikation Deines Anwalts. Ein Fachanwalt ist höher qualifiziert als ein Anwalt, der auf seiner Website Rechtsgebiete als Schwerpunkt angibt.
  • Willst Du einen Anwalt kostenpflichtig beauftragen, erkundige Dich vorher nach den Kosten und den Risiken eines Rechtsstreits.
  • Zur Einschätzung der Rechtsanwaltskosten nutze einen Online-Kostenrechner. Der vom Anwaltssuchservice bereit gestellte Rechner ist leicht zu bedienen und bietet eine gute Grundlage.
  • Bist Du mit der Rechnung Deines Anwalts nicht einverstanden, kannst Du Dich kostenlos an die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft wenden.

Egal, ob Du in einen Autounfall verwickelt bist, Ärger mit Deinem Vermieter oder Arbeitgeber hast oder ob eine Scheidung ins Haus steht: Immer wieder kann es in Deinem Leben Situationen geben, in denen Du Dich von einem Experten beraten lassen solltest, um Deine Rechte durchzusetzen. Die Kosten, die auf Dich zukommen können, lassen sich vorab gut schätzen, und die Suche nach dem richtigen Anwalt ist nicht so schwer, wie Du vielleicht befürchtest.

Was darf ein Anwalt verlangen?

Bei Anwaltskosten lohnt sich kein Preisvergleich: Die Gebühren, die ein Anwalt mindestens verlangen muss, sind gesetzlich festgelegt. Erst oberhalb der Mindestgebühren lässt der Gesetzgeber zu, dass Mandant und Rechtsanwalt eine höhere Bezahlung vereinbaren, zum Beispiel nach Zeitaufwand.

Anwaltsgebühren sind im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Das wurde 2013 durch das Kostenmodernisierungsgesetz geändert, die Gebühren haben sich dadurch erhöht. Zu unterscheiden ist zwischen dem Honorar für die außergerichtliche Beratung, dem Honorar für die außergerichtliche Vertretung sowie für die gerichtliche Vertretung.

Das kostet eine außergerichtliche Beratung

Benötigst Du als Privatperson einen Rat vom Anwalt oder eine Auskunft, darf die Gebühr für ein erstes Beratungsgespräch nicht höher als 190 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer sein, also insgesamt 226,10 Euro (§ 34 RVG).

Benötigst Du ein Gutachten zur Einschätzung der Rechtslage, musst Du maximal 250 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zahlen. Der Anwalt kann aber mit Dir durch eine Gebührenvereinbarung eine höhere Beratungspauschale ausmachen. Ohne sie bleibt es bei den gesetzlich festgelegten Mindestgebühren.

Kostenlose Erstberatung oder kostenloser Rechtsrat

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Rechtsanwälte kostenlose Erstberatungen anbieten dürfen (BGH, Urteil vom 3. Juli 2017, Az. AnwZ (Brfg) 42/16). So hatte bereits der Anwaltsgerichtshof Berlin entschieden, dass ein Rechtsanwalt für die außergerichtliche Beratung die festgelegten Gebühren auch unterschreiten kann (Beschluss vom 22. November 2006, Az. II AGH 4/06). Er darf also auch eine kostenlose Erstberatung anbieten. Das Landgericht Essen stellte ebenfalls klar: „Rechtsanwälte dürfen eine Erstberatung Rechtssuchender kostenlos anbieten und erbringen.“ (Urteil vom 10. Oktober 2013, Az. 4 O 226/13).

Spezialisierte Anwälte - Viele Anwälte bieten mittlerweile eine kostenlose Erstberatung an, vor allem dann, wenn Verbraucher eine Einschätzung benötigen, ob sie überhaupt Rechte geltend machen können. Das ist für Verbraucher eine gute Sache. Nach der kurzen Ersteinschätzung kann dann jeder überlegen, ob es sich lohnt, einen Rechtsstreit zu beginnen.

Finanztip empfiehlt Anwälte, die sich auf fehlerhafte Widerrufsbelehrungen bei Baufinanzierungen oder den Widerspruch bei Lebens- und Rentenversicherungen spezialisiert haben. Neben der juristischen Erfahrung haben wir es als positiv bewertet, wenn die Kanzlei anbietet, Verträge kostenlos zu überprüfen. Auch in anderen Bereichen wie dem Diesel-Abgasskandal oder zum Thema Filesharing bieten Kanzleien oft eine kostenlose Erstberatung an.

Anwaltsvermittlungsportale

Hat jemand eine Rechtsfrage, kann er sich an ein Anwaltsvermittlungsportal wenden. Über das Portal bieten einige Anwälte als zusätzlichen Service eine unentgeltliche Rechtsberatung an. Wir haben uns dazu zwei Portale angesehen. Wie wir sie gefunden und ausgewählt haben, erfährst Du am Ende des Artikels.

rechtsanwalt.net - Dieses Anwaltsvermittlungsportal besteht etwa seit dem Jahr 2015 und seit dieser Zeit gibt es auch die Rubrik „Kostenlose Rechtsfrage“. Das Portal bietet Ratsuchenden an, eine Rechtsfrage online zu stellen. Die auf dem Portal angemeldeten 5.000 Rechtsanwälte können dann entscheiden, ob sie die Rechtsfrage kostenlos beantworten möchten. Das Beratungsgespräch erfolgt telefonisch.

Das ist eine gute Möglichkeit für Verbraucher, die eine klar umrissene Rechtsfrage haben, einen fachkundigen Rat zu bekommen, ohne dafür etwas zahlen zu müssen. Für die Anwälte ist es eine Art Werbung. Das Portal gibt die Daten des Rechtsanwalts, der die Frage beantworten will, an den Fragenden weiter.

rechtsanwalt.net/rechtsfragen
kostenlos Rechtsfrage an Rechtsanwalt stellen
  • 5.000 Anwälte sind auf dem Portal registriert
  • kostenlose Beratung am Telefon
  • Bewertungsmöglichkeit
Nur beim Anbieter abschließbar

kostenlose-ersteinschaetzung.de - Das Portal bietet seit März 2017 seine Dienstleistungen in Deutschland an. Es kommt aus der Schweiz und hat dort die kostenlose Erstberatung durch Anwälte bereits etabliert. Verbraucher können über das Portal ein 15-minütiges Gespräch bei einem Rechtsanwalt grundsätzlich in allen Rechtsbereichen buchen.

Die Anwälte beraten nicht am Telefon oder per E-Mail. Das Beratungsgespräch findet immer in den Kanzleiräumen statt. Deshalb können Ratsuchenden Fahrtkosten entstehen. Es kommen aber ansonsten keine Kosten auf Verbraucher zu, das Portal speichert die Daten nicht.

Bei unserer Erhebung im Juli 2017 boten rund 80 Anwälte ihre Dienstleistungen über dieses Portal an. Das Modell ist interessant, es fehlen aber noch ausreichende Erfahrungswerte und eine hinreichende Anzahl von teilnehmenden Anwälten, damit Finanztip diese Dienstleistung empfehlen kann.

Das kostet eine außergerichtliche Vertretung

Soll Dein Anwalt Dich nicht nur beraten, sondern Dich außergerichtlich vertreten und zum Beispiel an Deinen Vermieter oder Arbeitgeber schreiben, richtet sich die Gebühr nach den Nummern 2300 fortfolgende des Vergütungsverzeichnisses (VV) des RVG. Je nach Arbeitsaufwand entsteht eine halbe bis eine zweieinhalbfache Gebühr.

Anwälte verlangen in der Regel die Mittelgebühr von 1,3. Eine höhere Gebühr als das 1,3-Fache kann Dein Anwalt nur dann berechnen, wenn die Tätigkeit umfangreich oder schwierig war. Das muss der Anwalt Dir gegenüber aber besonders begründen. Soll Dein Anwalt nur ein einfaches Schreiben ohne schwierige rechtliche Ausführungen oder größere sachliche Auseinandersetzungen verfassen, darf er sogar nur eine Gebühr von 0,3 verlangen.

Die Gebühren werden nach dem Wert berechnet, um den es in der rechtlichen Auseinandersetzung geht – dem sogenannten Gegenstandswert. Die Gebührenstaffelung nach Gegenstandswert kannst Du der Anlage 2 zum RVG entnehmen. Konnte Dein Anwalt eine außergerichtliche Einigung herbeiführen, fällt außerdem eine Einigungsgebühr von 1,5 an (Nr. 1000 VV).

Hinzu kommen immer die Mehrwertsteuer von 19 Prozent sowie eine Post- und Telekommunikationspauschale von 20 Euro.

Dazu ein Beispiel: Dir wurde wegen Eigenbedarfs gekündigt. Du willst Dich dagegen wehren. Deine monatliche Nettokaltmiete liegt bei 800 Euro. Der Gegenstandswert beläuft sich auf eine Jahresmiete, also 9.600 Euro (§ 23 Abs. 1 RVG, § 41 GKG). Eine Geschäftsgebühr nach RVG beträgt bei diesem Streitwert 558 Euro (§ 13 RVG, Anlage 2 bis 10.000 Euro).

Kostenbeispiel außergerichtliche Vertretung bei Eigenbedarfskündigung

Streitwert9.600 €Kosten
angefallene Geschäftsgebühr558 € x 1,3725,40 €
PostpauschaleNr. 7002 VV RVG20,00 €
Mehrwertsteuer von 19 %Nr. 7008 VV RVG141,63 €

gesamt

 

887,03 €

Quelle: RVG und Finanztip-Berechnung (Stand: 2018) 

Das kostet die Vertretung vor Gericht

Für Deine gerichtliche Vertretung fällt grundsätzlich eine 1,3-fache Verfahrensgebühr an, auf die die außergerichtlich bereits angefallene Geschäftsgebühr zur Hälfte angerechnet wird, maximal jedoch mit einer 0,7-fachen Gebühr. Für die Vertretung im Gerichtstermin fällt eine weitere 1,2-fache Termingebühr an.

Schließt Du beziehungsweise Dein Anwalt im gerichtlichen Verfahren einen Vergleich, kann Dein Anwalt eine weitere einfache Vergleichsgebühr verlangen.

Um all das zu verdeutlichen, setzen wir obiges Beispiel fort: Die außergerichtlichen Bemühungen Deines Anwalts haben nicht zu einer zufriedenstellenden Lösung geführt. Du lässt Dich deshalb von Deinem Anwalt vor Gericht vertreten. Der Gegenstandswert beläuft sich auf eine Jahresmiete, also 9.600 Euro (§ 23 Abs. 1 RVG§ 41 GKG). Eine Geschäftsgebühr nach RVG beträgt bei dem Streitwert 558 Euro (§ 13 RVG, Anlage 2, bis 10.000 Euro).

Kostenbeispiel gerichtliche Vertretung bei Eigenbedarfskündigung

Streitwert9.600 €Kosten
Verfahrensgebühr (§§ 2, 13 RVG, Nr. 3100 VV RVG)558 € x 1,3725,40 €
anzurechnen hierauf laut Vorbemerkung 3 Abs. 4 Anlage 1 VV RVG558 € x 0,65- 362,70 €
es verbleiben: 362,70 €
Termingebühr (Nr. 3104 VV RVG)558 € x 1,2669,60 €
Zwischensumme: 1.032,30 €
PostpauschaleNr. 7002 VV RVG20,00 €
Mehrwertsteuer 19 % von 1.052,30 €Nr. 7008 VV RVG199,94 €

gesamt

 

1.252,24 €

Quelle: RVG und Finanztip-Berechnung (Stand: 2018)

Anwaltskosten online berechnen

Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie hoch Deine Anwaltskosten sein werden, kannst Du zum Beispiel den vom Anwaltssuchservice bereit gestellten Rechner nutzen. Erläuternde Hinweise zum Ausfüllen des Formulars erhältst Du, wenn Du auf das jeweilige Fragezeichen klickst.

Bei der Eingabe des Streitwerts führt der Rechner Dich zum richtigen Wert, wenn Du einige zusätzliche Fragen beantwortest. Zusätzlich zu den Gebühren fallen die Mehrwertsteuer von 19 Prozent sowie eine Post- und Telekommunikationspauschale von 20 Euro an.

Achtung: Der Rechner bezieht sich nur auf zivilrechtliche Streitigkeiten. Anwaltskosten im Strafrecht, Arbeitsrecht oder öffentlichen Recht berechnen sich anders. Erkundige Dich dazu bei Deinem Anwalt.

Erfolgshonorar nur ausnahmsweise zulässig 

Erfolgshonorare dürfen Anwalt und Mandant nur unter strengen Voraussetzungen vereinbaren: nur im Einzelfall und nur dann, wenn der Mandant aufgrund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse ohne die Vereinbarung eines Erfolgshonorars seine Rechte nicht durchsetzen würde (§ 4a RVG). Die Regelung gilt seit dem Jahr 2008, vorher waren erfolgsabhängige Vergütungen verboten.

Einige Anwälte haben solche Erfolgshonorare vor allem bei fehlerhaften Widerrufsbelehrungen angeboten. Der Streitwert war in diesen Fällen oft viel höher als der wirtschaftliche Vorteil des Kreditnehmers. Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung mussten sich deshalb genau überlegen, ob sie ihre Rechte wirklich einklagen wollten.

So machst Du Dich auf die Anwaltssuche

Laut Bundesrechtsanwaltskammer gab es im gesamten Bundesgebiet zum 1. Januar 2017 insgesamt knapp 155.000 zugelassene Rechtsanwälte. Du musst aus dieser großen Anzahl den für Dich richtigen Anwalt finden. Das entscheidende Kriterium für Deine Wahl ist nicht der Preis, sondern allein die Qualität. Die meisten Rechtsanwälte haben sich auf ein oder zwei Rechtsgebiete spezialisiert. Das ist angesichts der Fülle von Rechtsfragen und Rechtsprechung auch sinnvoll.

Eine Spezialisierung geht häufig mit einer speziellen theoretischen und praktischen Fachanwaltsausbildung und abschließender Prüfung einher. Jeder Fachanwalt ist verpflichtet, jährlich Fortbildungsveranstaltungen in seinem Spezialgebiet zu besuchen. Das soll sicherstellen, dass der Rechtsanwalt in seinem Schwerpunktbereich immer auf dem aktuellen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung ist: eine Grundvoraussetzung für eine gute anwaltliche Beratung.

Tipp: Höre Dich im Freundes- und Bekanntenkreis um und erkundige Dich, wer mit welchem Anwalt gute Erfahrungen gemacht hat. Frage aber immer, in welchem Rechtsgebiet der empfohlene Anwalt tätig war. Ein guter Familienrechtsanwalt ist in der Regel kein Experte für Arbeitsrecht.

Fachanwälte

Suche einen Anwalt, der für Deine Rechtsfrage Experte ist. Ein Anwalt, der zusätzlich die Bezeichnung Fachanwalt führen darf, hat eine nachgewiesene besondere Qualifikation. Die wichtigsten Fachanwaltschaften haben folgende Ausrichtung: Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Erbrecht, Familienrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht. Laut Mitgliederstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer zum 1. Januar 2017 haben mehr als 56.000 zugelassene Anwälte einen Fachanwaltstitel, die meisten im Familienrecht.

Hast Du eine rechtliche Frage zu Deinem Arbeitsverhältnis, suche Dir einen Fachanwalt für Arbeitsrecht. Dabei gibt es Kanzleien, die ausschließlich Arbeitnehmerinteressen vertreten und solche, die allein auf Arbeitgeberseite stehen. Das vermeidet Interessenkonflikte und lässt sich auf der Homepage des Anwalts oder durch einen Anruf schnell herausfinden. Gleiches gilt im Medizinrecht: Es gibt Patientenrechtsanwälte und solche, die ausschließlich Krankenhäuser und Ärzte vertreten.

Suche Dir einen Fachanwalt, der in Deiner Nähe seine Kanzlei hat. So kannst Du ein persönliches Gespräch führen, ohne allein auf das Telefon angewiesen zu sein.

Anwaltssuchdienste

Jede Rechtsanwaltskammer bietet einen Suchdienst an, in dem alle Mitglieder aufgeführt sind. Die Bundesrechtsanwaltskammer hat auf ihrer Website alle Adressen der 28 Rechtsanwaltskammern aufgeführt. Auf deren Seiten kannst Du in Deiner Region einen Anwalt für Deine Frage finden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Anwaltssuchdienste, zum Beispiel anwalt-suchservice.de. Betreiber dieses Suchdienstes ist der juristische Fachverlag Dr. Otto Schmidt. In diese Suche werden allerdings nur 15.500 Anwälte einbezogen.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast

Hast Du eine Rechtsschutzversicherung, klärt Dein Anwalt meist für Dich direkt mit dem Versicherer, ob dieser die Kosten übernimmt. Darauf solltest Du Dich aber nicht verlassen. Nimm selbst mit dem Versicherer Kontakt auf und bitte um eine sogenannte Deckungszusage – und zwar bevor Du den Rechtsanwalt beauftragst.

So gehst Du sicher, dass Du auf den Anwaltskosten nicht sitzen bleibst. Es bleibt aber in der Regel eine Selbstbeteiligung, die in Deinem Versicherungsvertrag festgelegt ist. Beachte, dass Rechtsschutzversicherungen meist nur für Streitigkeiten zahlen, die nach Abschluss der Versicherung entstanden sind.

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Zur Schlichtungsstelle bei Ärger mit dem Anwalt

Bist Du mit der Höhe der Anwaltsgebühren nicht einverstanden, fühlst Du Dich über die Kosten nicht ausreichend aufgeklärt oder wirfst Du Deinem Rechtsanwalt Fehler vor, solltest Du das zunächst mit Deinem Anwalt direkt besprechen. Findest Du keine Lösung, kannst Du Dich kostenlos an die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft wenden.

Die Schlichtungsstelle vermittelt bei Streitigkeiten bis zu einem Wert von 50.000 Euro. Den Parteien wird ein Einigungsvorschlag unterbreitet, den Du annehmen kannst oder nicht. Laut Tätigkeitsbericht hat die Stelle rund 1.100 Verfahren im Jahr 2017 erledigt. Rund 5 Prozent der Schlichtungsvorschläge gingen vollumfänglich zugunsten der Verbraucher aus. In fast 300 Fällen hat sich der Verbraucher mit dem Rechtsanwalt geeinigt. Das bedeutet, der Anwalt musste seine Rechnung reduzieren oder Schadensersatz zahlen.

So haben wir die Portale für kostenlose Rechtsberatung ausgewählt

Wir haben im Juli 2017 nach einer Google-Suche für „kostenlose Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt“ auf den ersten fünf Suchergebnisseiten zwei Anwaltsvermittlungsportale gefunden. Den beiden Portalen kostenlose-ersteinschaetzung.de und rechtsanwalt.net haben wir einen umfangreichen Fragebogen zugeschickt. Voraussetzung für eine Finanztip-Empfehlung war, dass ein Portal Anwälte vermittelt, die in allen Rechtsbereichen eine unentgeltliche Rechtsauskunft bieten. Beide Portale bieten Rechtsauskünfte in allen Rechtsgebieten.

Wir wollten unter anderem auch wissen, wie viele Anwälte über das jeweilige Portal ihre Dienstleistungen anbieten, in welchen Bereichen sie die meisten Anfragen vermitteln und ob die Beratung telefonisch, über E-Mail oder in den Kanzleiräumen erfolgt. Außerdem haben wir erfragt, wie die Portale Geld verdienen und wie die Daten der Ratsuchenden geschützt sind. Beide Portale haben unsere Fragen umfassend beantwortet.

Die Beratungsqualität können wir nicht einschätzen; es ist aber sichergestellt, dass ausschließlich zugelassene Rechtsanwälte beraten. Das Portal kostenlose-ersteinschaetzung.de hatte zur Zeit der Umfrage etwa 80 angebundene Anwälte. Dadurch, dass eine Beratung immer in den Kanzleiräumen erfolgt, gibt es für Verbraucher derzeit kein flächendeckendes Angebot.

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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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