Mann am Friedhof
Bild: Ajkkafe / GettyImages

Erbrechtsfragen können ganz schön knifflig sein, vor allem wenn es kein Testament gibt und eher entfernte Verwandte versterben. So erging es Finanztip-Leserin Claudia nach dem Tod ihres Cousins. Claudia wollte wissen: Wie wird das Erbe aufgeteilt?

Es gibt nur noch diese Erben: Claudia selbst und ihre Schwester als Cousinen mütterlicherseits, einen Cousin väterlicherseits und eine „Halbtante“. Das ist die Tochter aus der zweiten Ehe des Großvaters, also die Halbschwester der verstorbenen Mutter von Claudia und der verstorbenen Mutter des Erblassers. Okay, das ist kompliziert, deshalb haben wir eine Skizze gemacht:

Der Cousin von Claudia hatte keine Kinder (das wären Erben 1. Ordnung). Seine Eltern sind ebenfalls verstorben und er hatte keine Geschwister (Erben 2. Ordnung). Damit bleiben nur Erben der 3. Ordnung – also Großeltern und deren Abkömmlinge (§ 1926 BGB). Würden die vier Großeltern noch leben, bekäme jeder ein Viertel. Dieser Anteil verteilt sich nach deren Tod auf ihre „Linien“.

Beginnen wir mit der väterlichen Seite (rechts): Das Viertel der Großmutter bekommt der Cousin ganz rechts, genauso wie das Viertel des Großvaters. Damit steht ihm die Hälfte des Erbes zu.

Das Viertel der Großmutter mütterlicherseits geht an Claudia und ihre Schwester, jede bekommt ein Achtel. Das Viertel des Großvaters mütterlicherseits geht zur Hälfte an die Halbtante und zur Hälfte an die beiden Cousinen. Claudia und ihrer Schwester bekommen damit jeweils 1/8 plus ein 1/16 – also 3/16.

Tipp: Um herauszufinden, wer wie viel nach dem Gesetz erbt, machst Du am besten eine Skizze Deiner Familienverhältnisse. Orientiere Dich dabei an unseren Beispiel-Grafiken im Ratgeber zur Erbfolge.

Hinweis: Bei der Bezeichnung der Tante ist uns in der ursprünglichen Version dieses Textes ein Fehler unterlaufen: Sie ist nicht die Stieftante, sondern die Halbtante, da sie das Kind des gemeinsamen Großvaters ist.  Wir haben das entsprechend korrigiert.

Zum Ratgeber

Britta Beate Schön
Autor

Stand:

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig.

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