Tipps & Tricks

Bafög: Wann ist das Einkommen Deiner Eltern zu hoch?

Ob und wie viel Bafög Du bekommst, hängt nicht nur vom Bruttoverdienst ab. Diese Werte geben Dir fürs Wintersemester 2026/27 Orientierung – und zeigen, warum sich ein Antrag trotzdem lohnen kann.

Expertin für Recht - Dr. Britta Beate Schön
Von Dr. Britta Beate Schön
Gruppe von Studierenden hört in einer Vorlesung zu

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Beginnst Du zum Wintersemester 2026/27 ein Studium, solltest Du früh prüfen, ob Du mit Bafög einen Teil Deiner Lebenshaltungskosten decken kannst. Das gilt besonders, wenn Dein eigenes Geld und die Unterstützung Deiner Familie nicht ausreichen, um Dein Studium und Deinen Alltag zu finanzieren. Laut Statistischem Bundesamt bekamen nur noch 11% der Studierenden im Jahr 2025 Bafög - das war der niedrigste Stand seit 25 Jahren.

Es kommt auf den Verdienst Deiner Eltern an

Verdienen Deine Eltern zusammen etwa 80.000 € brutto im Jahr, ist Bafög nach unserer Berechnung eher unwahrscheinlich. Bis zu einem Jahreseinkommen von rund 44.000 € brutto bekommst Du bei verheirateten Eltern nach dieser Rechnung den Bafög-Höchstsatz. Verdienen Deine Eltern irgendeine Summe dazwischen, kannst Du zumindest eine geringere Bafög-Förderung bekommen.

Das sind keine festen Einkommensgrenzen, sondern Orientierungswerte für einen Musterfall: Du studierst, wohnst nicht mehr bei Deinen Eltern und hast keine Geschwister. Deine Eltern sind verheiratet, arbeiten beide angestellt und zahlen keine Riester-Beiträge

Die Rechnung zeigt: Entscheidend ist nicht allein, wie viel Deine Eltern brutto verdienen, sondern welchen Betrag das Bafög-Amt nach Abzügen und Freibeträgen berücksichtigt.

Was Du jetzt tun kannst

Lass Dich von den 80.000 € nicht zu schnell abschrecken. Beantrage Bafög auf jeden Fall – besonders, wenn Deine Familiensituation vom Musterfall unserer Berechnung abweicht. Wenn Du unsicher bist, nutze vorab die Finanztip-Bafög-Checkliste.

Checkliste Bafög

Wichtig ist, was Deine Eltern im vorletzten Kalenderjahr verdient haben. Für einen Antrag zum WS 2026/27 zählt grundsätzlich das Einkommen aus 2024. Dafür braucht das Amt in der Regel den Steuerbescheid Deiner Eltern.

Deine Rechnung verbessert sich, wenn Du Geschwister hast oder Deine Eltern Unterhalt zahlen müssen. Falls sie Riester-Verträge für die Altersvorsorge besparen oder es besondere finanzielle Belastungen gibt, steigt ebenfalls Deine Chance auf Bafög.

Stelle den Antrag über Bafög-digital, sobald Du weißt, wo Du studierst. Reiche fehlende Unterlagen nach, statt zu warten, bis alles perfekt sortiert ist. Ansprechpartner ist das Studierendenwerk an Deinem Hochschulort.

Wo liegt der Bafög-Höchstsatz?

Wohnst Du nicht bei Deinen Eltern und bist über sie gesetzlich familienversichert, kannst Du im Wintersemester 2026/27 bis zu 855 € Bafög im Monat bekommen. Musst Du Dich selbst versichern, sind bis zu 992 € monatlich möglich.

Sind Deine Eltern verheiratet, bleiben 2.540 € ihres monatlichen Einkommens unberücksichtigt. Für jedes weitere Kind, dem sie Unterhalt zahlen müssen, kommen 770 € hinzu – sofern es nicht in Ausbildung ist.

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