Die Basics für Eure Geldanlage


Bevor Ihr Eure Geldanlage als Eltern angeht, sollten erstmal drei Basics erfüllt sein:
Solang Ihr Schulden habt, müsst Ihr noch nicht ans Investieren denken. Zunächst müssen die Schulden weg, damit Ihr Eure Einnahmen frei verwenden könnt und Ihr keine hohen Kreditzinsen mehr zahlt. Schreibt einmal alle laufenden Schulden auf – Dispo, Kreditkarte, Ratenkäufe oder Konsumkredite – und haltet fest:
Danach sortiert Ihr die Schulden nach Zinshöhe. Die Posten mit den höchsten Zinsen kommen nach oben. Diese Schulden haben Vorrang vor jeder Geldanlage, weil sie Euch jeden Monat mehr kosten, als Ihr realistisch an Rendite bekommen könnt.
Im nächsten Schritt konzentriert Ihr Euch immer auf eine Schuld. Alle anderen laufen nur mit der Mindestrate weiter. Alles Geld, das zusätzlich übrig ist, fließt in diese eine Schuld mit dem höchsten Zins. Parallel baut Ihr einen kleinen Puffer von zum Beispiel 1.000 € auf, damit Ihr bei der nächsten ungeplanten Ausgabe nicht wieder in den Dispo rutscht.
Wichtig ist auch, aktiv bessere Konditionen zu prüfen:
Erst wenn die teuren Schulden weg sind, ist der Weg frei für die nächsten Schritte.
Bevor Ihr Geld investiert, braucht Ihr einen Notgroschen. Er sorgt dafür, dass Euch unerwartete Ausgaben nicht aus der Bahn werfen und Ihr Eure Geldanlage nicht im falschen Moment antasten müsst. Gerade mit Kindern tauchen solche Situationen häufiger auf als gedacht.
Der Notgroschen gehört auf ein Tagesgeldkonto und sollte etwa die Ausgaben Eurer Familie für drei Monate abdecken. Entscheidend ist nicht die perfekte Summe, sondern dass Ihr überhaupt eine Reserve habt. Sie sollte für Euch beide jederzeit verfügbar sein, aber klar getrennt vom Girokonto liegen, damit sie nicht unbemerkt für laufende Ausgaben genutzt wird.
Eröffnet also gemeinsam ein Tagesgeldkonto oder bevollmächtigt den jeweils anderen, damit Ihr im Ernstfall beide auf den gemeinsamen Notgroschen zugreifen könnt.
So baut Ihr den Notgroschen konkret auf:
Erst wenn dieser Puffer steht, könnt Ihr entspannt weitermachen.
Damit Sparen und Investieren im Familienalltag wirklich funktionieren, braucht Euer Geld klare Aufgaben. Das 4-Töpfe-Prinzip hilft Euch dabei, Ordnung zu schaffen und nicht bei jeder Ausgabe neu entscheiden zu müssen, wofür welches Geld gedacht ist.
Hier läuft Euer kompletter Alltag zusammen. Überlegt Euch, ob Ihr als Elternpaar zusätzlich ein gemeinsames Girokonto eröffnen wollt. Fast alle Einnahmen kommen hier an, alle laufenden Ausgaben gehen von hier ab. Dazu gehören:
Damit Ihr nicht den Überblick verliert, könnt Ihr Euch an der 50-30-20-Regel orientieren. Sie hilft Euch, das Girokonto realistisch zu steuern:
Diese Aufteilung ist kein Gesetz, sondern eine Orientierung. Gerade mit Kindern verschieben sich die Anteile oft. Wichtig ist nicht die perfekte Quote, sondern dass am Monatsende Geld übrig bleibt, um die anderen Töpfe zu füllen.
Als Girokonten empfehlen wir Euch die von uns getesteten Konten der Consorsbank, der Norisbank, der DKB (Aktiv-Variante) und das Santander Bestgiro.
Sie ist ein eigener Topf, aber kein Spar- oder Schuldeninstrument. Ihr nutzt die Kreditkarte als Zahlungsmittel, zum Beispiel für Online-Einkäufe oder Reisen. Wichtig ist die klare Trennung zwischen Bezahlen und Finanzieren.
Für die Kreditkarte gelten feste Regeln:
Die Kreditkarte sorgt für Übersicht und Flexibilität. Wichtig dabei: Wenn Ihr das ausgegebene Geld nicht komplett zurückzahlen könnt, passt das Budget nicht und Ihr verschuldet Euch darüber.
Als Kreditkarten empfehlen wir Euch die Norwegian Bank Visa, die Easybank Visa und die Hanseatic Bank GenialCard.
Hier liegt Euer Notgroschen. Wie oben beschrieben, ist dieser Topf ausschließlich für Ausgaben gedacht, die ungeplant oder unregelmäßig auftreten und nicht in den normalen Monatsrhythmus passen.
Typische Ausgaben aus diesem Topf sind:
Ein Tagesgeldkonto ist immer kostenlos. Achtet bei der Auswahl darauf, dass Ihr halbwegs gute Zinsen bekommt, aber wählt auch keine Banken aus Ländern mit schlechter Bonität aus. Unser Tagesgeld-Vergleich zeigt Euch die Banken mit hohen Zinsangeboten und dauerhaft guten Zinsen.
Dafür braucht Ihr pro Person ein eigenes Depot. Geld in diesem Topf ist für die Altersvorsorge oder den langfristigen Vermögensaufbau gedacht und wird nicht für Konsum oder kurzfristige Ausgaben genutzt. Dabei gilt:
Erst wenn Topf 1 bis 3 stabil funktionieren, wird dieser Topf regelmäßig bespart. Dann wisst Ihr, dass Euer Alltag abgesichert ist und Rücklagen vorhanden sind. Um zwischenzeitliche Schwankungen im Wert des Aktien-ETFs auszugleichen, müsst Ihr Zeit mitbringen: 15 Jahre oder länger solltet Ihr auf das investierte Geld verzichten können.
Als Depotanbieter empfehlen wir Euch Traders Place, Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital, Trade Republic und Flatex sowie die Depots von Comdirect, S Broker, Consorsbank und ING. Diese Anbieter eignen sich für ETF-Sparpläne und langfristige Geldanlage.
Wenn diese vier Töpfe sauber eingerichtet sind, wisst Ihr jederzeit, welches Geld wofür da ist. Genau an diesem Punkt beginnt die eigentliche Geldanlage. Der nächste Text setzt hier an und zeigt Euch Schritt für Schritt, wie Ihr mit einem ETF-Sparplan in Topf 4 startet.
Braucht Ihr noch mehr Anleitung zum Thema Finanz-Basics? Dann ist unser Kurs in der Finanztip Academy genau der richtige für Euch.
Deine Finanzen. Deine App.
Verpasse dank Push-Nachrichten keine News, Spartipps oder wichtigen To-Dos mehr, erhalte einen Überblick über Deine Finanzen mit dem Finanztip Check-Up und speichere wichtige Inhalte für später.
Mit Deinem monatlichen Beitrag stärkst Du die Finanztip Stiftung und hilfst, unser Angebot auszubauen. Als Unterstützer erhältst Du zudem exklusiven Zugang zu Expertengesprächen und zur kompletten Finanztip Academy.
Unterstütze uns* Was der Stern bedeutet:
Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.
Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).
Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.
Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.
