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EZB hält Zinsen stabil: Was bedeutet das für Festgeld und Tagesgeld?

Der Einlagenzins bleibt im Januar unverändert bei 2 %. Was das für Dich und Deine Finanzen bedeutet.

Nadine Graf
Nadine Graf Geldanlage
EZB lässt Zinsen unverändert: So reagierst Du darauf

Auch bei ihrer ersten Sitzung des Jahres hält die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrem aktuellen Zinsniveau fest: Der wichtigste Leitzins im Euroraum bleibt bei 2 %. Der sogenannte Einlagenzins bestimmt, wie viel Zinsen Banken bekommen, wenn sie über Nacht Geld bei der EZB "parken". 

Was verbirgt sich hinter der Zinspause?

Hintergrund der erneuten Zinspause ist vor allem die Entwicklung der Inflation im Euroraum. Dem EU-Statistikamt Eurostat zufolge lag die jährliche Teuerungsrate im Januar bei 1,7 % – und kletterte damit weiter unter den langfristigen Zielwert der EZB von 2 %. Auch in Deutschland liegt die Inflationsrate im Januar nahe dieser Grenze bei 2,1 %. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Ausschlaggebend für den Rückgang der Inflation zu Jahresbeginn ist die volatile Entwicklung der Energiepreise. 

Vor diesem Hintergrund sieht die EZB derzeit keinen akuten Handlungsbedarf, die Zinsen anzuheben oder zu senken. Nach mehreren Zinssenkungen im letzten Sommer (zuletzt im Juni) möchte sie abwarten, wie sich Inflation und Konjunktur weiter entwickeln, bevor sie über neue Maßnahmen entscheidet.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: Das aktuelle Zinsniveau bleibt vorerst stabil – größere Veränderungen sind kurzfristig nicht zu erwarten.

Solltest Du jetzt aktiv werden?

Auf den ersten Blick fällt auf: Lange Festgeldlaufzeiten sind aktuell kaum lukrativer als kurze. Für zwölf Monate bekommst Du bei vielen Banken aktuell rund 2,6 % p. a. Zinsen (z. B. bei HoistSpar) – für 36 Monate oft nur unwesentlich mehr.

Das ist kein Zufall. Viele Banken gehen offenbar davon aus, dass die EZB zwar kurzfristig an ihrer Zinspause festhält, mittelfristig aber Spielraum für Zinssenkungen entstehen könnte – vorausgesetzt, die Inflation bleibt stabil. Entsprechend gering fällt der Zinsaufschlag für lange Festgeldlaufzeiten aus. Für Dich heißt das: Mit kürzeren Laufzeiten bleibst Du flexibel – und verzichtest aktuell kaum auf Zinsen.

Wenn Du Dir trotzdem einen festen Zins über mehrere Jahre sichern willst, bekommst Du für 36 Monate aktuell 2,77 % p. a. bei der akf Bank oder 2,65 % p. a. bei Grenke.

In unserem Festgeldvergleich siehst Du auf einen Blick, welche Laufzeiten und Angebote aktuell den besten Mix aus Zins und Flexibilität bieten – und wie viel Geld am Ende wirklich für Dich rausspringt.

Gute Tagesgeldzinsen gibt’s oft nur für Neukunden

Auch bei den Tagesgeldzinsen sind vorerst keine großen Schwankungen zu erwarten. Trotzdem kann sich ein Wechsel lohnen, da einige Banken aktuell mit guten Aktionsangeboten werben.

In unserem Tagesgeldvergleich findest Du z. B. Neukundenangebote mit 3,2 % p. a. für drei Monate bei Raisin (danach Neuanlage nötig) oder 2,9 % p. a. für sechs Monate bei der Volkswagen Bank. Dauerhaft gutes Tagesgeld mit 2,3 % p. a. gibt's bei Ayvens Bank oder 2 % p. a. bei Yapi Kredi Bank Deutschland (App) bzw. 1,9 % p. a. bei Gefa Bank und Instabank über Raisin.

Wichtig: “Dauerhaft gut” bedeutet nicht, dass der Zins garantiert ist. Die Banken können ihn jederzeit anpassen. Es ist aber wahrscheinlich, dass sie auch in Zukunft faire Zinsen bieten. Dein Risiko, sehr bald wieder wechseln zu müssen, hält sich also in Grenzen.

Geldmarkt-ETFs als Alternative zum Zins-Hopping 

Falls Du in einen Geldmarkt-ETF investiert hast, wird sich für Dich erstmal nichts ändern. Denn Geldmarkt-ETFs bilden z. B. die Euro Short-Term Rate ab. Dieser Referenzzins gibt den durchschnittlichen Zins am europäischen Geldmarkt an, quasi als bankeninterner Tagesgeldzins. Und auch der orientiert sich am Leitzins der EZB. 

Das heißt auch: Im Gegensatz zum ständigen Tagesgeld-Hopping bekommst Du bei guten Geldmarkt-ETFs automatisch vergleichsweise gute Zinsen. Unsere Empfehlungen und wie Du vorgehst, liest Du in unserem Geldmarktfonds-Ratgeber.

Musst Du mit weiter sinkenden Zinsen rechnen?

Ob die Notenbank die Leitzinsen im Laufe des Jahres anpasst, bleibt offen. Ausschlaggebend werden die künftige Entwicklung von Inflation und Wirtschaftswachstum sein.  

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