Tipps & Tricks

In 8 Schritten wird Dein Erspartes zum Vermögen

Auf Deinem Konto sammelt sich immer mehr Geld? Warum Du größere Summen nicht einfach liegen lassen solltest.

Finanztip Redaktion
Von Nadine Graf, Martha Falkenburger
Rendite

Finanzielle Rücklagen geben Sicherheit, keine Frage. Doch wie viel davon brauchst Du wirklich und wie viel kannst Du langfristig für Dich arbeiten lassen, statt es einfach auf dem Konto liegen zu lassen?

Warum Abwarten Rendite kosten kann

Geld, das Du langfristig nicht brauchst, solltest Du nicht einfach auf Tages- oder Festgeld liegen lassen. Denn auch dort kann Dir auf lange Sicht Rendite entgehen. Wir rechnen bei Zinsanlagen langfristig mit durchschnittlich 2 % Rendite pro Jahr, bei einem breit gestreuten Aktien-ETF mit 6 %. Du solltest das Geld im ETF aber mindestens 15 Jahre investieren, um zwischenzeitliche Schwankungen aussitzen zu können.

Der Unterschied ist groß: Aus 10.000 € werden bei 2 % Rendite nach 20 Jahren vor Steuern rund 15.000 €, bei 6 % rund 32.000 €. Die 6 % beim ETF sind allerdings nicht garantiert und die Kurse können zwischenzeitlich kräftig fallen. Aber wenn Du lange genug auf Dein Geld verzichten kannst, kannst Du solche Schwankungen aussitzen und langfristig höhere Renditechancen nutzen.

Solltest Du jetzt Dein ganzes Erspartes investieren?

Nein. Wie viel von Deinem langfristig verfügbaren Geld Du in Aktien-ETFs steckst, hängt davon ab, wie viele Schwankungen Du aushältst. Breit gestreute ETFs wie der MSCI ACWI IMI verteilen Dein Geld weltweit auf viele Unternehmen, Branchen und Länder. Das senkt das Risiko im Vergleich zu Einzelaktien oder weniger breit gestreuten ETFs.

Trotzdem können die Kurse zwischenzeitlich deutlich fallen. Deshalb kannst Du zum Beispiel 40 %, 60 % oder 80 % Deines langfristig verfügbaren Geldes in Aktien-ETFs investieren, je nachdem, wie viel Risiko Du eingehen möchtest. Den Rest legst Du als Sicherheitsbaustein auf Tages- oder Festgeld an. Wenn Du herausfinden möchtest, welches Risikoprofil zu Dir passt, hilft Dir unser Ratgeber mit Fragen zur Selbsteinschätzung dabei.

Dein Geldanlageplan in 8 Schritten

Tilg zuerst teure Schulden und füll Deinen Notgroschen auf. Auch Geld, das Du in den nächsten Jahren etwa für ein Auto oder einen Immobilienkauf brauchst, solltest Du sicher in Zinsanlagen parken statt in Aktien-ETFs zu investieren.

So gehst Du jetzt Schritt für Schritt vor:

  1. Ein ehrlicher Kassensturz: Prüf, wie viel Geld insgesamt auf Deinen Konten und Depots liegt, welche anderen Vermögensgegenstände oder Schulden Du hast und welche größeren Ausgaben in den nächsten Jahren anstehen.
  2. Werfe Ballast ab: Bevor Du Geld investierst, solltest Du Schulden tilgen, vor allem solche mit hohen Zinsen, etwa Dispo- oder Konsumkredite. Die gesparten Kreditzinsen bringen Dir in der Regel mehr als eine sichere Geldanlage.
  3. Sichere Deinen Notgroschen: Drei bis maximal sechs Monatsgehälter solltest Du als Reserve für unerwartete Ausgaben auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto parken. Finanztip empfiehlt aktuell zum Beispiel Chase mit 4,0 % p. a. oder die Ikano Bank mit 3,91 % p. a. und starken Aktionszinsen. Bei der Ayvens Bank bekommst Du 2,3 % p. a. unbefristet.
  4. Ein Blick in die Zukunft: Stehen größere Ausgaben an, etwa für ein Auto oder eine Immobilie? Geld, das Du dafür brauchst, solltest Du nicht in Aktien-ETFs investieren. Park es sicher auf Tages- oder Festgeld oder in einem Geldmarkt-ETF.
  5. Denk langfristig: Was nach Notgroschen und geplanten Ausgaben übrig bleibt, kannst Du langfristig anlegen. Für eine Anlage in Aktien-ETFs solltest Du das Geld mindestens 15 Jahre nicht brauchen.
  6. Wie viel Risiko darf es sein?: Du musst nicht Dein ganzes langfristig verfügbares Geld in Aktien-ETFs investieren. Je nachdem, wie viele Schwankungen Du aushältst, kann Dein ETF-Anteil zum Beispiel bei 40 %, 60 % oder 80 % liegen. Den Rest legst Du sicherer an, etwa auf Tages- oder Festgeld oder in einen Geldmarkt-ETF. Welches Risikoprofil zu Dir passt, erfährst Du mit unserem Ratgeber.
  7. Streu Dein Geld breit: Für Deinen langfristigen Anteil empfiehlt Finanztip breit gestreute Aktien-ETFs. Damit investierst Du auf einen Schlag in viele Unternehmen weltweit. Geeignet sind zum Beispiel der SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), der Vanguard FTSE All-World (IE00BK5BQT80) und der iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259).
  8. Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt: Wenn Notgroschen, Rücklagen und Aufteilung stehen, kannst Du loslegen. Bei einer langfristigen Geldanlage ist wichtiger, dass Du überhaupt anfängst, als den vermeintlich besten Einstiegszeitpunkt zu erwischen.

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