Tipps & Tricks

Machst Du diesen Denkfehler beim E-Auto?

Mit eigenem Solarstrom ist ein E-Auto besonders sinnvoll. Aber heißt das auch, dass ein E-Auto ohne PV-Anlage ein schlechter Deal ist? Darauf kommt es an.

Benjamin_Weigl
Benjamin Weigl Energie
Machst Du diesen Denkfehler beim E-Auto?

E-Auto: Lohnt sich mit eigener PV-Anlage besonders
Aber: Ist ein E-Auto ohne eigenen Solarstrom dann sinnlos?  
Durchgerechnet: Meistens lohnt sich das E-Auto trotzdem

Die eigene Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) auf dem Dach und das E-Auto vor der Tür: Diese Kombination ist besonders sinnvoll. So kannst Du viel selbst erzeugten Strom speichern und nutzen.

Dann fährst Du besonders günstig – und Deine Investition in den eigenen Solarstrom lohnt sich so richtig. Aber was bedeutet das im Umkehrschluss? Ein E-Auto ohne eigene PV-Anlage lohnt sich nicht?

Das hast Du vielleicht schon mal zu hören bekommen. Tatsächlich stimmt das meistens nicht.  

Auf diese Kosten kommt es an

Wie beim Verbrenner gilt auch beim E-Auto: Günstig vollmachen macht einen großen Unterschied. An öffentlichen Ladestationen zahlst Du oft 60 ct pro Kilowattstunde (kWh) Strom

Dann kosten 100 km Strecke bei einem Verbrauch von 20 kWh schnell 12 €. Da wird es nicht leicht, mit einem Verbrenner mitzuhalten:

  • Bei 1,80 € für den Liter Diesel und einem Verbrauch von 6 l auf 100 km kosten Dich 100 km 10,80 €
  • Bei 1,82 € für den Liter E10 und einem Verbrauch von 7 l auf 100 km kosten Dich 100 km 12,74 € 

Aber: Kannst Du das E-Auto günstiger laden, sieht es ganz anders aus. Das geht z. B. an einer Wallbox in der Tiefgarage Deiner Mietwohnung.

Sicher Dir den Heimvorteil per Wallbox

Zuhause lädst Du deutlich günstiger – auch ohne PV-Anlage. Im Finanztip Stromvergleich liegen die Arbeitspreise (also der Preis pro kWh) in den günstigsten Stromtarifen aktuell im Schnitt nur bei 26 bis 27 ct pro kWh.  

Mit einer Wallbox kannst Du also zu diesem Preis Haushaltsstrom laden – wenn Du Glück hast, auch in der Garage Deiner Mietwohnung. Wieso wir nur mit dem Arbeitspreis rechnen? Den Grundpreis zahlst Du sowieso, also wird für den zusätzlichen Verbrauch des E-Autos nur der Arbeitspreis fällig. 

  • Bei 30 ct pro kWh und einem Verbrauch von 20 kWh (inkl. Ladeverlusten) auf 100 km kosten Dich 100 km 6 €
  • Auch bei günstigen Spritpreisen ist das kaum zu schlagen

Mit einer Wallbox stehen Dir außerdem Vergünstigungen beim Netzentgelt zu.

  • Die kannst Du per Pauschalrabatt bekommen, damit sind im Schnitt rund 150 € im Jahr drin
  • Mit einem separaten Stromzähler sind oft 5 ct Vergünstigung pro kWh möglich
  • Dann musst Du für 100 km Strecke nur noch 5 € für Strom ausgeben
  • Achtung: Ein zweiter Stromzähler lohnt sich wegen höherer Fixkosten frühestens ab 3.000 kWh Jahresverbrauch, oft erst ab 4.500 kWh. Mehr Infos findest Du in unserem Ratgeber

E-Auto lohnt sich auch ohne PV-Anlage

Du siehst: Auch ohne eigene PV-Anlage kann sich ein E-Auto lohnen. Aber mit PV-Strom ist es besonders günstig – der kostet Dich oft nur 10 ct pro kWh. Denn der ist nicht gratis, Du musst ja auch die Kosten der eigenen Solaranlage einkalkulieren. Lädst Du für 100 km komplett mit Solarstrom, werden nur noch Stromkosten von 2 € fällig.

Mach nicht diesen Rechenfehler

Bei der nötigen Energie – egal ob in Form von Benzin, Diesel oder Strom – ist der Vergleich noch relativ einfach.

Denk aber auch an den größten Kostenfaktor: Das Auto selbst. Denn zum Verbrauch kommen noch der Kaufpreis, aber auch Faktoren wie Wartung, Versicherung und Wertverlust dazu.

Denk an Kosten wie den Wertverlust

Und hier lohnt es sich, genau nachzuschlagen – was vor allem beim Gebrauchtwagen knifflig sein kann. Bei Neuwagen ist das etwas einfacher, hier helfen Dir z. B. die Autokosten-Tabellen des ADAC. 

Die zeigen Dir, wie viel Dein Auto insgesamt pro km kostet, inkl. Wartung, Wertverlust etc. Achtung: Hier wird mit den Listenpreisen gerechnet, Rabattaktionen der Hersteller können das Ergebnis also nochmal verändern. Hier zwei Beispiele im Kostenvergleich:

1. Opel Astra: Elektrisch am günstigsten

  • 1.2 DI Turbo Hybrid 48V Edition eD CT (Benzin, Mildhybrid): 61,9 ct pro km
  • 1.5 Diesel Edition Automatik: 66,3 ct pro km
  • Astra Electric Edition: 61,7 ct pro km

2. Audi A6 Avant: Günstiger Benziner, genau rechnen beim E-Auto

  • 2.0 TFSI S tronic (Benzin): 95,9 ct pro km
  • 2.0 TDI MHEV plus S tronic (Diesel, Mildhybrid): 99,3 ct pro km
  • E-tron (Elektro): 99,5 ct pro km

Beide Autos gibt es auch als Plug-in-Hybrid. Diese Variante war aber in beiden Fällen die teuerste, mit 69 ct bzw. 102 ct pro km.

Einen wichtigen Faktor solltest Du aber einkalkulieren: Der ADAC rechnet damit, dass Du größtenteils an öffentlichen Ladesäulen lädst, und zwar für 44 ct pro kWh.  

Hast Du einen eigenen Anschluss und lädst vor allem zuhause, ist das spürbar günstiger. Dann kann es z. B. bei unserem Beispiel mit dem Audi A6 etwas anders aussehen.

Mach unbedingt diese beiden Vergleiche

Egal, für welchen Antrieb Du Dich entscheidest: Vergleich sorgfältig, und check auch wie viel Versicherung fällig wird.  

Wir empfehlen den doppelten Vergleich: Erst bei Verivox oder Check24, danach den Gegencheck bei Huk24. Hast Du ein E-Auto, empfehlen wir Dir Verivox außerdem, um Dir die jährliche THG-Prämie von aktuell ca. 300 € zu sichern.

Und schau mal in unseren Stromvergleich (enthält Werbelinks). Dort findest Du günstige Tarife – und problematische Versorger werden durch die Finanztip-Kriterien aussortiert. 

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