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SPDR MSCI ACWI IMI plötzlich 95 % im Minus? Das steckt dahinter
In manchen Depots hat es Anfang der Woche gewirkt, als sei der Alle-Länder-ETF von SPDR abgestürzt. Warum die Kurse verrücktspielten – und weshalb Du ruhig bleiben kannst.

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In manchen Depots hat es Anfang der Woche gewirkt, als sei der Alle-Länder-ETF von SPDR abgestürzt. Warum die Kurse verrücktspielten – und weshalb Du ruhig bleiben kannst.


Hast Du Dir heute Morgen beim Blick ins Depot erschrocken die Augen gerieben? Damit warst Du vermutlich nicht allein. Der SPDR MSCI ACWI IMI ETF zeigte bei manchen Brokern nämlich ein Minus von rund 95 %.
Aber keine Panik – dahinter steckt kein Crash, sondern ein technischer Vorgang. Der ETF-Anbieter SPDR hat einen Split im Verhältnis 25:1 durchgeführt. Das heißt: Die Stückelung der Anteile wurde geändert. Obwohl Du jetzt mehr Anteile besitzt, ändert das nichts am Wert Deiner Geldanlage.
Stichtag war der 20. Februar 2026. Für jeden Anteil des thesaurierenden ETFs, der an diesem Tag in Deinem Depot lag, bekommst Du 24 weitere Anteile dazu. Aus einem Anteil werden also insgesamt 25.
Ein Beispiel: Hattest Du bisher einen Anteil im Wert von rund 250 € im Depot, besitzt Du nach dem Split 25 Anteile zu je rund 10 €. Deine 250 € bleiben aber 250 €. Der investierte Betrag ist exakt derselbe – nur die Anzahl der Anteile ist höher.
Die zusätzlichen Anteile werden automatisch in Dein Depot eingebucht. Da es sich nicht um einen Verkauf, sondern um eine technische Umstellung handelt, läuft das Ganze steuerunschädlich ab.
Damit Kursverläufe vergleichbar bleiben, müssen nach einem Split auch die historischen Kurse angepasst werden – in diesem Fall durch 25 geteilt.
Genau das hat bei einigen Brokern oder Datendienstleistern offenbar noch nicht reibungslos funktioniert. Teilweise wurde der neue Kurs schon umgestellt, die alten Kurse aber noch nicht angepasst. Dadurch wirkt es so, als wäre der ETF massiv abgestürzt.
Auf Portalen wie JustETF oder Finanzen.net war die Darstellung zwischenzeitlich korrekt, bei anderen Anbietern – unter anderem bei den Brokern Trade Republic und Scalable Capital – sah es zeitweise dramatisch aus. Das ist jedoch ein Anzeigeproblem – kein Fehler im ETF und kein realer Wertverlust.
Ein niedrigerer Anteilspreis wirkt psychologisch oft attraktiver. Ein ETF-Anteil für rund 10 € fühlt sich „günstiger“ an als einer für 250 € – auch wenn sich rechnerisch nichts ändert. Im Grunde ist das, als würdest Du eine 1-€-Münze in fünf 20-Cent-Stücke tauschen: Es sieht nach mehr aus, ist aber gleich viel wert.
Für Deinen Sparplan ist das übrigens egal: Der investiert ohnehin einen festen Euro-Betrag. Beim Einmalkauf kann der Split aber einen praktischen Unterschied machen. Wenn ein Anteil 250 € kostet und Du 300 € investieren willst, bleibt ein Rest übrig. Bei 10 € pro Anteil kannst Du Dein Geld feiner aufteilen.
Kurz gesagt: Nein. Der Split läuft automatisch. Deine neuen Anteile werden ins Depot gebucht, der Gesamtwert bleibt gleich. Falls Deine Depotanzeige noch merkwürdig aussieht, hilft meist einfach etwas Geduld, bis alle Systeme synchronisiert sind.
Wenn Du allerdings gerade einen Kauf oder Verkauf planst, kann es sinnvoll sein, kurz zu prüfen, ob bei Deinem Broker bereits alles korrekt umgestellt wurde. Solange Kurse oder Stückzahlen noch nicht sauber angezeigt werden, solltest Du damit lieber warten.
Ein ETF-Split ist ein rein technischer Prozess. Dein investiertes Geld ist dadurch weder geschrumpft noch gewachsen. Auch wenn Dein Depot heute kurz nach Drama aussah, kannst Du Dich entspannt zurücklehnen.
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