Aber erstmal: Worum geht’s im Spiel?
Du musst Siedlungen, Städte und Straßen bauen, indem Du Landschaften und deren Rohstoffe sammelst. Auf jeder Landschaft befindet sich eine Zahl. Und wird die gewürfelt, bekommst Du einen Rohstoff dieser Landschaft, falls Du dort eine Siedlung stehen hast. Je mehr Rohstoffe Du sammelst, desto mehr kannst Du bauen – und desto schneller gewinnst Du.
Das Beste daran: Genau aus diesem simplen Spielprinzip lässt sich fürs echte Leben einiges ableiten.
Siedler-Weisheit #1: Angebot und Nachfrage
Zum Beispiel: Die Getreidelandschaften auf dem Spielfeld haben alle seltene Würfelzahlen, also z. B. 3 oder 11. Bei zwei Würfeln kommen die 3 und die 11 natürlich nicht so oft. Das heißt dann: Die Nachfrage nach Getreide ist hoch im Vergleich zum Angebot, und entsprechend teuer ist das Korn.
Der Clou: Besitzt Du jetzt Getreide und Deine Mitspieler wollen mit Dir handeln, kannst Du einen höheren Preis fürs Getreide verlangen.
Siedler-Weisheit #2: Diversifikation ist alles
Im Laufe des Spiels solltest Du Deine Siedlungen an möglichst vielen verschiedenen Landschaften und Würfelzahlen bauen. Während Deine Mitspieler leer ausgehen, sackst Du dann bei jedem Würfelwurf Rohstoffe ein. Das nennen wir dann: gute Risikostreuung!

Siedler-Weisheit #3: Kompromisse eingehen
Zum Beispiel: Du platzierst Dich an einem Hafen, um 2:1 Rohstoffe tauschen zu können. Dadurch verzichtest Du aber auf eine weitere Landschaft, denn Du stehst ja am Wasser. Lektion Nummer 3 also: Eine gute Lage gibt es meist nicht ohne Kompromisse.

„Catan“ in der echten Welt?
Und was hat das Ganze nun mit Deinem Geld zu tun? Eine ganze Menge:
Auch in der echten Wirtschaft bestimmen Angebot und Nachfrage, wie teuer Dinge werden – egal ob es um Rohstoffe, Lebensmittel oder Aktien geht. Wenn Kakao oder Kaffee auf dem Weltmarkt knapp sind, steigen die Preise – genau wie beim Getreide in „Catan“.
Ebenso wichtig ist Diversifikation: Wer sein Geld breit streut, also z. B. in einen weltweiten Aktien-ETF investiert, macht sich nicht von einzelnen Unternehmen oder Branchen abhängig. Das funktioniert wie bei „Catan“, wenn Du Siedlungen an verschiedenen Landschaften und Würfelzahlen baust – Du bist einfach besser abgesichert, wenn mal „schlecht gewürfelt“ wird.
Und selbst Kompromisse gehören dazu: In der Geldanlage gibt es keine perfekte Lösung – höhere Rendite bedeutet oft mehr Risiko, Sicherheit kostet meist Rendite. Wie beim Hafen in „Catan“ musst Du also abwägen, was Dir wichtiger ist.
In „Catan“ lernst Du also ganz nebenbei, wie die Weltwirtschaft funktioniert – und wie Du mit einer cleveren Strategie langfristig erfolgreicher bist. Vielleicht schaust Du beim nächsten Spieleabend ja mal genauer hin – und erkennst, welche Finanzstrategien schon auf Deinem Spielbrett stecken.