Der richtige Notgroschen für Deine Situation

Ein guter Notgroschen kann Dir wertvolle Zeit verschaffen, wenn Dein Job wegfällt. Wie groß sollte Dein finanzieller Puffer sein?

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Jetzt weißt Du, wie viel Geld Du jeden Monat brauchst und an welchen Stellen Du Deine Ausgaben notfalls reduzieren kannst. Als Nächstes geht es um die Frage: Wie groß sollte Dein finanzieller Puffer sein, falls Dein Einkommen wegfällt?

Wir empfehlen Dir einen Notgroschen von mindestens drei Nettomonatsgehältern – ideal wären sechs. Bei 2.500 € Netto-Monatsgehalt also 7.500 bis 15.000 €. Dieses Geld ist für unvorhergesehene Ausgaben gedacht und gehört auf ein Tagesgeldkonto. Zu unseren Empfehlungen zählen aktuell zum Beispiel Chase und die Volkswagen Bank mit einem attraktiven Aktionszins oder die Nordax Bank über Raisin mit einem unbefristeten Zins.

Die drei bis sechs Nettomonatsgehälter sind ein Richtwert. Wie lange Dein Notgroschen bei einem Jobverlust reicht, hängt davon ab, wie viel Geld Dir dann jeden Monat fehlt. Zieh dafür von Deinen notwendigen monatlichen Ausgaben das voraussichtliche Arbeitslosengeld und andere Einnahmen ab, die weiterlaufen. Trägst Du den Großteil zum Familieneinkommen bei, rechne mit den Ausgaben und verbleibenden Einnahmen des gesamten Haushalts.

Wenn Dein Job wackelt, kann mehr sinnvoll sein

Hast Du Anspruch auf Arbeitslosengeld, kannst Du grob mit etwa 60 % Deines bisherigen Nettogehalts rechnen, mit einem berücksichtigungsfähigen Kind etwa 67 %. Allerdings wird Dein Gehalt für die Berechnung nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Arbeitslosenversicherung berücksichtigt. Bei einem höheren Verdienst können die 60 beziehungsweise 67 % Deines tatsächlichen Nettogehalts deshalb zu hoch angesetzt sein.

Nutz für Deine Planung den Rechner, den wir im Ratgeber zur Bezugsdauer von Arbeitslosengeld verlinken. Dort erfährst Du auch, wie lange Du die Leistung bekommst – das hängt von Deinem Alter und Deinen bisherigen Versicherungszeiten ab. Bei einem Aufhebungsvertrag kann außerdem eine Sperrzeit entstehen, in der Du erstmal kein Arbeitslosengeld bekommst.

So lange reicht Dein Notgroschen

Ein Beispiel: Dein Haushalt braucht monatlich 3.000 €. Aus Arbeitslosengeld und anderen weiterlaufenden Einnahmen kommen voraussichtlich 2.200 € zusammen. Dann fehlen jeden Monat 800 €. Um diese Lücke sechs Monate lang zu schließen, brauchst Du 4.800 € aus Deinem Notgroschen. Für unerwartete Ausgaben sollte zusätzlich Geld übrig bleiben. Musst Du Zeiten ohne Arbeitslosengeld überbrücken, fällt die Lücke entsprechend größer aus.

Vergleich diesen Bedarf mit Deinen vorhandenen Rücklagen. So erkennst Du, ob Dein Polster schon ausreicht oder ob Du es nach Möglichkeit noch vergrößern solltest.

Der Notgroschen hat erstmal Vorrang

Hast Du die drei Nettomonatsgehälter noch nicht zurückgelegt, konzentrier Dich zunächst auf Deinen Notgroschen. Erst danach solltest Du zusätzliches Geld langfristig in einem ETF-Sparplan anlegen. Wenn Dein Job wackelt, prüf aber auch bei einem bereits vorhandenen Notgroschen, ob er die errechnete Lücke abdeckt und noch Geld für unerwartete Ausgaben übrig lässt.

Reicht er dafür nicht aus, kannst Du einen laufenden ETF-Sparplan vorübergehend reduzieren oder pausieren und die frei werdende Sparrate auf Dein Tagesgeldkonto umleiten. Deine bereits gekauften ETF-Anteile können dabei investiert bleiben. Geld, das Du kurzfristig brauchen könntest, gehört nicht in den ETF. Welche Depotanbieter wir Dir fürs langfristige Anlegen empfehlen, siehst Du unter diesem Text.

So baust Du Deine Rücklagen auf

Am einfachsten baust Du Deine Rücklagen mit einer festen Sparquote auf. Richt dafür einen Dauerauftrag ein, der direkt am Monatsanfang einen festen Betrag auf Dein Tagesgeldkonto überweist. Bleibt regelmäßig noch mehr Geld übrig, kannst Du die Sparrate erhöhen.

So baust Du Dir Schritt für Schritt einen Puffer auf. Sollte Dein Job tatsächlich wegfallen, gibt Dir dieses Geld vor allem eines: mehr finanziellen Spielraum für die Zeit danach.

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