Was Du schon heute vorbereiten kannst

Noch ist gar nichts passiert? Genau dann ist ein guter Zeitpunkt, Deine Finanzen und die wichtigsten Regelungen in Deinem Arbeitsvertrag zu prüfen.

Du hast Dich jetzt mit dem Gedanken auseinandergesetzt, was ein Jobverlust finanziell für Dich bedeuten könnte. Als Nächstes kannst Du Dich auch ganz praktisch vorbereiten: Schau Dir Deine Rücklagen und Deinen Arbeitsvertrag genauer an.

Nutz Deinen finanziellen Spielraum

Hast Du Deinen Notgroschen noch nicht erreicht, prüf, ob Du Deine monatliche Sparrate vorübergehend erhöhen kannst. Bleibt bis zum Jobverlust nur wenig Zeit, lässt sich vielleicht kein großes Polster mehr aufbauen. Mit beispielsweise 200 € im Monat kommen in drei Monaten aber immerhin 600 € zusammen. Ein fester Dauerauftrag hilft Dir dabei, das Geld regelmäßig zurückzulegen.

Auch größere Ausgaben kannst Du nochmal hinterfragen. Muss die Anschaffung wirklich jetzt sein oder kannst Du sie erstmal verschieben? Gerade wenn Dein Arbeitsplatz unsicher ist, kann das zusätzliche Geld in Deinen Rücklagen sinnvoller aufgehoben sein.

Hab Deinen Arbeitsvertrag griffbereit

Sorg dafür, dass Du Deinen Arbeitsvertrag schnell zur Hand hast, wenn Du ihn brauchst. Eine Papierversion legst Du am besten zu Deinen wichtigen Unterlagen. Einen digitalen Vertrag speicherst Du so ab, dass Du auch unabhängig von Deinem Arbeitsplatz darauf zugreifen kannst.

Seit 2025 können Arbeitsverträge grundsätzlich auch digital geschlossen werden.

Was steht eigentlich in Deinem Arbeitsvertrag?

Hol Deinen Vertrag einmal raus und schau nach, was für den Fall einer Kündigung wichtig wird: Die Kündigungsfrist hilft Dir einzuschätzen, wie lange Dein Arbeitsverhältnis noch läuft und Du Gehalt bekommst. 

Die Regelungen zu Urlaub, Bonuszahlungen und Überstunden geben Dir Hinweise darauf, welche Ansprüche beim Ausscheiden noch offen sein könnten. Bei Überstunden lohnt sich ein genauer Blick: Nicht jede Klausel, nach der Mehrarbeit pauschal mit dem Gehalt abgegolten sein soll, ist wirksam.

Vergleich Deinen Arbeitsvertrag mit unserem Vertragsmuster (Word-Dokument). Erkennst Du wichtige Unterschiede zu Deinem Nachteil, könntest Du Dich mit unserem Muster dazu bei Deinem Arbeitgeber erkundigen.

Prüf Deinen Rechtsschutz

Ein Streit um eine Kündigung kann Deine Rücklagen belasten. Denn vor dem Arbeitsgericht zahlst Du in der ersten Instanz Deine eigenen Anwaltskosten selbst – auch wenn Du gewinnst. Eine Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein Arbeitsrechtsschutz kann diese Kosten übernehmen.

Hast Du bereits eine Rechtsschutzversicherung, schau nach, ob Streitigkeiten mit Deinem Arbeitgeber mitversichert sind. Bist Du Gewerkschaftsmitglied, prüf, welche rechtliche Unterstützung Du darüber bekommst. Möglicherweise brauchst Du dann keine zusätzliche Versicherung.

Liegt Dir ein Aufhebungsvertrag vor, prüf ausdrücklich, ob Deine Versicherung auch die anwaltliche Beratung dazu übernimmt. Das ist nicht in jedem Tarif enthalten. Klär die Kostenübernahme deshalb vorher mit Deinem Versicherer.

Wann eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein kann

Wenn Du noch keinen Schutz hast, hängt die Entscheidung vor allem von zwei Fragen ab: Wie hoch schätzt Du das Risiko eines Rechtsstreits mit Deinem Arbeitgeber ein? Und könntest Du die Anwaltskosten aus Deinen Rücklagen bezahlen? Eine Versicherung mit Arbeitsrechtsschutz kann sinnvoll sein, wenn Dich diese Kosten finanziell stark belasten würden. Kümmer Dich aber frühzeitig darum: Meist gilt eine Wartezeit von drei Monaten.

Streitigkeiten, die schon vor Vertragsbeginn oder während der Wartezeit beginnen, sind grundsätzlich nicht abgedeckt. Erst nach einer Kündigung eine Versicherung abzuschließen, hilft Dir für diesen Streit deshalb normalerweise nicht weiter. Mehr dazu erfährst Du in unserem Ratgeber zum Arbeitsrechtsschutz.

Welche Hilfe Du ohne Versicherung bekommst

Auch ohne Versicherung kannst Du Dir rechtliche Hilfe holen. Manche Anwaltskanzleien bieten eine kostenlose Ersteinschätzung an. Kannst Du Dir eine Beratung nicht leisten, kommt unter bestimmten Voraussetzungen Beratungshilfe infrage. Geht der Streit vor Gericht, kannst Du prüfen lassen, ob Du Prozesskostenhilfe bekommst. Mehr zu Deinen Möglichkeiten findest Du in unserem Ratgeber zur kostenlosen Rechtsberatung.

So hast Du schon vor einer möglichen Kündigung wichtige Dinge geklärt: Du kennst Deine finanzielle Situation, weißt, was in Deinem Arbeitsvertrag steht und welche rechtliche Unterstützung Du bei einem Streit mit Deinem Arbeitgeber nutzen kannst.

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