Wo leben die Kinder? Modelle und ihre Folgen
Wo die Kinder nach einer Trennung der Eltern wohnen, beeinflusst, wer wie viel Unterhalt zahlen muss. Welche Betreuungsmodelle es gibt und was sie für Dich bedeuten.

Wo die Kinder nach einer Trennung der Eltern wohnen, beeinflusst, wer wie viel Unterhalt zahlen muss. Welche Betreuungsmodelle es gibt und was sie für Dich bedeuten.

Wo Kinder nach einer Trennung der Eltern leben, hat nicht nur emotionale, sondern auch finanzielle Folgen.
Grundsätzlich gibt es zwei gängige Betreuungsmodelle: das Residenzmodell und das Wechselmodell. Eher selten ist das Nestmodell.
Beim Residenzmodell leben die Kinder überwiegend bei einem Elternteil. Der andere sieht sie z. B. jedes zweite Wochenende.
Das bedeutet konkret: Der betreuende Elternteil leistet sogenannten Naturalunterhalt – also Betreuung, Verpflegung und Alltag. Der andere Elternteil zahlt im Gegenzug Bar- bzw. Kindesunterhalt in Geld.
Wie viel das ist, ergibt sich aus der Düsseldorfer Tabelle und ist abhängig von Faktoren wie dem Alter Eures Kindes oder Eurem Einkommen. Mehr dazu liest Du weiter unten in dieser Mail.
Beim Wechselmodell teilen sich beide Eltern die Betreuung genau gleichmäßig, z. B. im Wochenrhythmus. In diesen Fällen leistet Ihr beide Naturalunterhalt, das heißt: Ihr betreut beide die Kinder, kocht oder kauft ein und habt entsprechend ähnliche Ausgaben für die Kinder, sodass die Unterhaltszahlung zum Ausgleich nicht in gleichem Maße wie beim Residenzmodell nötig ist.
Das klingt erstmal fair, macht die Berechnung aber komplizierter. Wie genau sie funktioniert, liest Du in unserem Ratgeber zum Wechselmodell. Wenn Ihr Euch nicht auf ein Betreuungsmodell einigen könnt, kann das Familiengericht eine Umgangsregelung festlegen.
Beim Nestmodell bleiben die Kinder nach der Trennung in der bisherigen Wohnung oder im Haus. Statt der Kinder wechseln sich die Eltern ab: Sie wohnen jeweils bei den Kindern und betreuen sie zu gleichen Teilen. So müssen die Kinder nicht regelmäßig zwischen zwei Haushalten pendeln und behalten ihren gewohnten Schul- oder Kindergartenweg.
Für den Unterhalt ist entscheidend, wer die Kinder an welchen Tagen betreut. Teilt Ihr Euch die Betreuung, funktioniert der Unterhalt ähnlich wie beim Wechselmodell.
Egal, wie Ihr Euch entscheidet: Ihr habt in der Regel weiterhin das gemeinsame Sorgerecht. Das heißt, wichtige Entscheidungen trefft Ihr zusammen. In Alltagsfragen entscheidet der Elternteil, bei dem die Kinder wohnen.
In jedem Fall wichtig: Haltet Eure Vereinbarungen schriftlich fest – am besten für ein Jahr. Schreibt auf, wie viele Nächte die Kinder wo übernachten sollen und ob das Auswirkungen auf den Unterhalt haben soll. Ihr könnt selbst festlegen, wie Ihr die Betreuung unter Euch aufteilen wollt. Dazu könnt Ihr unsere Muster-Elternvereinbarung (Word-Dokument) nutzen.
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