Hausratversicherung

So verhältst Du Dich bei einem Schaden

Annika Krempel 30. Januar 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Achte auf die sogenannten Obliegenheiten, die in den Ver­si­che­rungs­be­din­gungen aufgeführt sind.
  • Als Versicherter bist Du verpflichtet, den Schaden möglichst klein zu halten.
  • Dokumentiere alle Schäden und melde sie dem Hausratversicherer umgehend.

Ist ein in der Hausratversicherung abgedeckter Schaden entstanden, ist also die Wohnung überschwemmt oder das Fahrrad aus dem Keller gestohlen worden, hat der Versicherte einige Pflichten gegenüber seiner Versicherung. Im Versicherungsdeutsch heißen diese „Obliegenheiten“, sie sind in den Ver­si­che­rungs­be­din­gungen festgelegt.

Verhalten im Schadensfall

Damit die Hausratversicherung den Schaden zahlt, musst Du folgende Punkte beachten:

Notmaßnahmen - Vermeide bei einem Schaden drohende Folgeschäden, wie Du es auch tun würdest, wenn Du nicht versichert wärst. Stell zum Beispiel das Wasser bei einem Wasserrohrbruch schnell ab. Reparaturen gehören aber nicht dazu (siehe unten).

Meldung - Melde den Schaden so schnell wie möglich, anstatt einen oder zwei Tage zu warten. Denn bevor der Schaden beseitigt wird, hat die Versicherung in der Regel das Recht, einen Mitarbeiter den Schaden besichtigen zu lassen. Du solltest der Versicherung den Vorfall zunächst telefonisch und anschließend schriftlich melden sowie im Detail beschreiben. Kläre mit ihr ab, ob Du direkt handeln musst, um zum Beispiel die Wohnung zu sichern, oder ob Du den Schaden unberührt lassen sollst. Wurde ein Sparbuch gestohlen, muss der Inhaber das Konto so schnell wie möglich sperren lassen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Bei einem Einbruch musst Du sofort Anzeige bei der Polizei erstatten, sonst weigert die Versicherung sich, zu zahlen.

Dokumentation - Mache Fotos und Videos vom Schaden. Sende diese dem Versicherer zu. Bei einem Einbruch musst Du außerdem der Polizei unverzüglich, also innerhalb weniger Tage, eine Liste der gestohlenen Gegenstände übergeben.

Reparatur - Lass den Schadensort unverändert und repariere nichts. Falls Du das nicht vermeiden kannst, dokumentiere Deine Reparaturen durch Fotos und Rechnungen. Hebe die kaputten Gegenstände auf. Falls Du später Schäden selber beheben willst, solltest Du zuvor klären, ob und welche Kosten die Versicherung übernimmt. Einige Anbieter weigern sich, Eigenleistungen zu bezahlen.

Entschädigung im Versicherungsfall

Die Versicherung zahlt bei beschädigten Gegenständen die erforderlichen Reparaturkosten. Ist eine Reparatur nicht notwendig, weil ein Möbelstück beispielsweise nur zerkratzt wurde, erstattet sie oft nur die Wertminderung. Ist die Reparatur dagegen nicht möglich oder die Sache abhandengekommen, zahlt sie in der Regel den Wiederbeschaffungswert eines neuwertigen Ersatzes.

Die Obergrenze für die Entschädigung ist grundsätzlich die vereinbarte Versicherungssumme, meist einschließlich Vorsorgebetrag. Die Vorsorge soll Preissteigerungen auffangen, falls die Versicherungssumme nicht reicht, um die Schäden zu ersetzen. In der Regel entspricht der Betrag 10 Prozent der Versicherungssumme. Für Wertsachen gilt meist eine besondere, niedrigere Entschädigungsgrenze.

Neben den Kosten für die verlorenen oder zerstörten Gegenstände bezahlt der Versicherer oft auch Dienstleistungen. Dazu gehören etwa Aufräumkosten. Falls der Hausrat transportiert oder eingelagert werden muss, sehen einige Tarife die Erstattung der Kosten vor. Dies gilt auch, wenn Du vorübergehend in ein Hotel ziehen musst.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

  • Diese Versicherung solltest Du haben, wenn Du Deine Einrichtung nach Brand oder Einbruch nicht auf eigene Kosten ersetzen kannst.
  • Von uns empfohlenes Portal: Mr-Money

Zum Ratgeber

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