Unterversicherungsverzicht

Wie Sie eine Unterversicherung vermeiden

Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Stand: 30. Januar 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Ist die Versicherungssumme zu niedrig gewählt, ersetzt die Hausratversicherung Schäden nur anteilig.
  • Bei einem Unterversicherungsverzicht ersetzt die Versicherung Schäden voll.
So gehen Sie vor
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Versicherungssumme dem tatsächlichen Wert Ihres Hausrats entspricht.
  • Nutzen Sie für Ihre Schätzung unsere Wertermittlungstabelle.

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Die Versicherungssumme einer Hausratversicherung sollte dem Wert des Besitzes entsprechen. Ist sie zu niedrig gewählt, etwa weil der Versicherte Beiträge sparen will, bekommt er den Schaden möglicherweise nicht voll ersetzt.

Versicherung ersetzt anteilig

Eine Unterversicherung besteht, wenn der Wert (meist der Neuwert) der versicherten Haushaltsgegenstände höher ist als die Versicherungssumme. Die Versicherung muss den Schaden dann nur anteilig erstatten. Die Berechnung erfolgt nach dem Verhältnis der Versicherungssumme zum tatsächlichen Wert des Hausrats. Ein Beispiel: Im Vertrag ist eine Versicherungssumme von 50.000 Euro vereinbart. Tatsächlich ist der Hausrat aber rund 100.000 Euro wert. Nun läuft die Waschmaschine aus, überschwemmt Teile der Wohnung, und es entsteht ein Schaden in Höhe von 20.000 Euro. Weil die Versicherungssumme nur die Hälfte des wahren Wertes beträgt, wird der Schaden auch nur zur Hälfte ersetzt. Obwohl der Schaden kleiner war als die Versicherungssumme, erhält der Versicherte nur 10.000 Euro, weil er unterversichert war.

Das lässt sich vermeiden, wenn Sie die Versicherungssumme für Ihren Hausrat hoch genug ansetzen. Mit unserer Wertermittlungstabelle (Excel-Dokument) für Hausrat gelingt die Schätzung am besten. Außerdem sollten Sie bei großen Veränderungen die Versicherungssumme prüfen – besonders bei Umzügen oder Erbschaften. So lässt sich nicht nur eine zu niedrige, sondern auch eine zu hohe Versicherungssumme ausschließen, denn von der haben Sie im Zweifel auch nichts.  

Unterversicherungsverzicht bei pauschaler Berechnung

Einfacher als den Wert des Hausrates zu prüfen, ist es, eine Versicherung mit einer pauschalen Absicherung abzuschließen. Beim gängigen Quadratmeter-Modell wird jeder Quadratmeter der Wohnung pauschal meist mit 650 Euro versichert. Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern kommt somit auf die Versicherungssumme von 52.000 Euro. Die Regel passt auf die meisten durchschnittlichen Haushalte. Auch die Versicherer bevorzugen diese Pauschale, weil sie den Verwaltungsaufwand deutlich reduziert.

Das Quadratmetermodell hat den Vorteil, dass Versicherungen in der Regel eine Unterversicherung im Vertrag ausschließen. Das bedeutet: Ist der Hausrat mehr wert als mit der Pauschale berechnet, ersetzen sie trotzdem den vollen Schaden, statt ihn anteilig zu berechnen. In den Versicherungsbedingungen heißt diese Klausel „Unterversicherungsverzicht“.

Haben Versicherungen diese Klausel in der Police, ersetzen sie den Schaden in voller Höhe, sofern folgende drei Bedingungen erfüllt sind:

  • Bei Eintritt des Versicherungsfalles entspricht die tatsächliche Wohnfläche dem in der Police eingetragenen Wert.
  • Die vereinbarte Versicherungssumme ist höher als oder gleich der pauschalen Versicherungssumme.
  • Es gibt keine weitere Hausratpolice für denselben Versicherungsort ohne Unterversicherungsverzicht (zum Beispiel bei Paaren, die zusammengezogen sind).

Menschen, die einen deutlich höherwertigen Haushalt besitzen, sollten die Versicherungssumme trotz Unterversicherungsverzicht entsprechend erhöhen. Denn bei einem Totalschaden ersetzt die Hausratversicherung höchstens die maximale Versicherungssumme.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

  • Diese Versicherung sollten Sie haben, wenn Sie Ihre Einrichtung nach Brand oder Einbruch nicht auf eigene Kosten ersetzen können.
  • Von uns empfohlenes Portal: Mr-Money

Zum Ratgeber

Autor
Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Annika Krempel

Stand: 30. Januar 2017


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