Wertsachen in der Hausratversicherung

Damit sind Ihre Kostbarkeiten gut geschützt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hausratversicherung ersetzt auch Schäden an Wertsachen, etwa wenn Ihr Schmuck bei einem Wohnungseinbruch gestohlen worden ist.
  • Für die Schäden gilt eine Höchstgrenze, diese liegt meist bei mindestens 20 Prozent der Versicherungssumme.
  • Besitzen Sie sehr teure Gegenstände, können Sie höhere Obergrenzen vereinbaren oder eine Versicherung wählen, die von vornherein eine höhere Grenze anbietet.

So gehen Sie vor

  • Halten Sie alle Unterlagen zusammen, die im Schadensfall den Wert Ihrer Wertsachen belegen. Bei besonderen Kostbarkeiten brauchen Sie Gutachten oder Expertisen von Fachleuten.
  • Passen Sie Ihre Versicherungssumme an, sobald Sie größere oder teure Wertsachen kaufen.
  • Prüfen Sie, welche Höchstentschädigungen für Wertsachen Ihre Hausratversicherung bietet. Prüfen Sie auch die besseren Tarifvarianten Ihres Anbieters.
  • Im Zweifelsfall wechseln Sie Ihren Hausratversicherer. Am einfachsten geht das über ein Vergleichsportal.
  • Suchen Sie nach der besten Versicherung auf einem Vergleichsportal. Wir empfehlen Mr-Money, finanzen.de und Finanzprofit. Benötigen Sie keine Elementarschadenversicherung, finden Sie auf Comfortplan tendenziell den besten Tarif.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Hausratversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Einbrecher steigen ins Haus ein und nehmen die Münzsammlung mit – ein klarer Fall für die Hausratversicherung. Allerdings erstattet sie gestohlene Wertsachen in der Regel nicht in vollem Umfang. Meistens gilt eine Obergrenze von 20 Prozent der Versicherungssumme.

Falls das für die Wertsachen in Ihrem Hausrat nicht ausreicht, können Sie diese Grenze nach oben verschieben – gegen einen höheren Versicherungsbeitrag. Oder Sie wählen von vornherein eine andere Versicherung, die mehr erstattet.

Was sind Wertsachen?

Zu den Wertsachen gehören Schmuck, Edelsteine, Kunstgegenstände, Briefmarken, Münzen, Antiquitäten und Gegenstände aus Silber, Gold und Platin. Auch Bargeld, Beträge auf Geldkarten, Urkunden, Sparbücher und Wertpapiere zählen dazu. Für Bargeld gilt aber oft eine eigene Höchstgrenze.

Uhren sind ein beliebtes Sammlerobjekt – in der Hausratversicherung zählen aus Platin oder Gold gefertigte Zeitmesser als Schmuck. Damit gelten sie als Wertsachen und sind auch nur so hoch versichert, wie der Tarif der Hausratversicherung dies für Wertsachen vorsieht, also zum Beispiel bis zu 20 Prozent der Versicherungssumme. Wenn die Machart der Uhr dagegen eindeutig zeigt, dass es sich um ein Plagiat handelt, gehört sie zum allgemeinen Hausrat und ist wie Möbel (auch antike), Haushaltsgeräte, Werkzeug und Sportausrüstungen aus der Sicht von Versicherungen keine Wertsache.

Was ersetzt die Hausratversicherung?

Als Obergrenze für die Erstattung von Wertsachen legen die Versicherungen einen prozentualen Anteil der Versicherungssumme fest. In der Regel sind es mindestens 20 Prozent. Neuere Verträge versichern Wertsachen mittlerweile bis zu einer Erstattungsgrenze von 30 oder 50 Prozent. Insgesamt ersetzt die Versicherung Wertsachen bis zu dem vertraglich vereinbarten Prozentsatz.

Für Wertsachen, die nicht besonders geschützt sind, gelten außerdem weitere Höchstgrenzen:

  • Bargeld, Geldkarten: etwa 1.200 bis 1.500 Euro
  • Urkunden, Sparbücher, Wertpapiere: etwa 3.000 bis 5.000 Euro
  • Schmuck, Briefmarken, Gold: etwa 20.000 Euro.


Oft ist die Entschädigung höher, wenn Wertsachen in einem Tresor (Wertschutzschrank) eingeschlossen sind. Dieser muss mindestens 200 Kilogramm wiegen oder fachmännisch verankert sein.

Sammlermünzen zählen übrigens nicht zum Bargeld. Sie würden sonst auch den eigentlichen Sammlerwert verlieren, der oft deutlich über dem Nennwert der Münzen liegt.

Es ist üblich, dass die Entschädigung gedeckelt ist, und Versicherer müssen Kunden vor dem Vertragsabschluss nicht extra auf eine derartige Klausel hinweisen. Das hat das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden (Urteil vom 13. Januar 2017, Az.: 5 U162/16). Schauen Sie deshalb in den Versicherungsbedingungen nach, welche Erstattungsgrenzen für Ihren Vertrag gelten, um sicherzugehen, dass Ihre Wertsachen gut abgesichert sind. Sonst bleiben Sie nach einem Einbruch oder Feuer schnell auf mehreren Tausend Euro Schaden sitzen.

Wie finden Sie die passende Versicherung?

Falls Sie noch keine Hausratversicherung haben, orientieren Sie sich an den grundlegenden Empfehlungen in unserem Ratgeber Hausratversicherung und achten besonders auf das Thema Wertsachen in den Versicherungsbedingungen. Wenn Sie bereits eine haben und der Ansicht sind, dass Ihre Wertsachen darin nicht ausreichend geschützt sind, dann wechseln Sie. Wichtig: Vergleichen Sie vorher verschiedene Angebote und prüfen Sie, wie hoch die Höchstgrenzen konkret sind. Am einfachsten geht das über Vergleichsportale.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Schützen Sie Ihr Hab und Gut

  • Nutzen Sie Vergleichsportale im Internet.
  • Die Versicherung deckt Schäden u.a. durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruch ab.
  • Versichern Sie sich auch gegen grobe Fahrlässigkeit und Rauch- und Rußschäden.

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Was müssen Sie während der Vertragslaufzeit beachten?

Der Hausrat ändert sich mit der Zeit. Die Erstausstattung der eigenen Wohnung landet auf dem Sperrmüll, dafür hält eine neue Wohnzimmergarnitur Einzug. Wenn die Kinder ausziehen, nehmen sie manchmal ihren Teil des Hausrats mit. Haben Sie deshalb gerade bei teuren Anschaffungen und Wertsachen wie Schmuck ein Auge darauf, das auch in der Versicherungssumme zu berücksichtigen. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Entschädigung im Vertrag für die Wertsachen noch angemessen ist.

Was müssen Sie im Schadensfall beachten?

Wenn es doch passiert ist und jemand bei Ihnen eingebrochen hat, erstatten Sie sofort Anzeige bei der Polizei. Der nächste Anruf geht an Ihre Versicherung. Beide erwarten von Ihnen eine Übersicht über alle abhandengekommenen Gegenstände, eine sogenannte Stehlgutliste. Darin listen Sie zu den gestohlenen Gegenständen auf, wann Sie sie zu welchem Preis gekauft haben. Geschenke haben auch einen Preis, den müssen Sie dann beim Schenkenden erfragen.

Aus dieser Liste muss sich jemand, der Sie und Ihre Wertsachen überhaupt nicht kennt, sofort ein Bild davon machen können. Hilfreich sind Fotos und die „Packungsbeilagen“ zum Schmuck, die Sie regelmäßig gesammelt haben.

Von der Stehlgutliste hängt auch ab, wie der Versicherer ermittelt, wie viel Geld Sie bekommen. Je genauer Sie die Werte beschreiben, desto genauer kann er den Schaden nachvollziehen. Außerdem kann die Polizei damit den Dieben auf die Spur kommen, die Ihren Schmuck weiterverkaufen wollen.

Der Versicherer ersetzt Ihnen nur den konkreten Schaden. Und den auch nur bis zur Höchstentschädigung aus dem Vertrag. Die Hausratversicherung ist allerdings eine Neuwertversicherung. Sie zahlt im Schadensfall die Summe, die Sie benötigen, um die beschädigten oder gestohlenen Teile Ihres Hausrats wieder neu anzuschaffen. Für Wertsachen bekommen Sie aber nie mehr als die festgelegten Summen.

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Artikel verfasst von

Silke Kursawe

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Silke Kursawe ist bei Finanztip Expertin für Versicherungen. Sie ist Versicherungsbetriebswirtin und hat einen Master im Versicherungsrecht. Silke verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Branche und im Bereich der Sach- und Haftpflichtversicherungen. Außerdem absolvierte sie erfolgreich ein Studium der Wirtschaftspädagogik in Göttingen.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.