Kredit­karte für Kinder Die beste Karte für Schüleraustausch und Abifahrt

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch Minderjährige können Karten von Visa und Mastercard bekommen.

  • Verschulden können sich die Kinder mit den Karten in der Regel nicht.

  • Für das Beantragen müssen sowohl Erziehungsberechtigte als auch Kinder ihre Identität nachweisen.

So gehst Du vor

  • Suche die passende Karte für Dein Kind aus. Finanztip empfiehlt die Karten von DKB und der Comdirect .

  • Die Konditionen verschlechtern sich ab einem bestimmten Alter. Dann wird es Zeit, zu überlegen, ob die Karte noch die passende ist.

  • Sollte das Kind die Karte verlieren, muss diese schnell gesperrt werden.

Das große Abenteuer Auslandsjahr steht bevor oder vielleicht die Abifahrt mit den Freunden, und plötzlich reicht die gute alte Girocard nicht mehr aus. Eine Kredit­karte muss her. Doch die kriegen Kinder und Jugendliche nicht so einfach.

Wann braucht Dein Kind eine Kredit­karte?

Meist wird Dein Kind ein Girokonto eröffnen, bevor Du überhaupt über eine Kredit­karte nachdenkst. Denn mit dem Konto kann Dein Kind sein Taschengeld zusammenhalten und bei den meisten Angeboten bereits eine Bankkarte bekommen – eine Girocard. Mit dieser können Kinder in Läden bezahlen und auch Geld abheben.

Die Girocard funktioniert auch im Ausland, dort aber womöglich mit Einschränkungen und hohen Gebühren. Auch beim Bezahlen im Internet hapert es noch.

Wenn Dein Kind sein Geld online zum Beispiel für Computerspiele ausgeben will oder Kleidung bestellt, braucht es also eine andere Karte. Und auch wenn ein Auslandsjahr ansteht oder gar die Abifahrt, kann eine Kredit­karte von Visa oder Mastercard eine bessere Option sein.

Was für Kredit­karten bekommt Dein Kind?

Minderjährige dürfen und können sich nicht verschulden, das ist rechtlich geregelt. Eine Kredit­karte, über die ihnen die Bank Geld leiht, kriegen sie also nicht. Doch es gibt andere Optionen.

Prepaid-Kreditkarten - Bei Prepaid-Kreditkarten muss erst einmal Geld auf das Kartenkonto eingehen, damit das Kind die Karte auch nutzen kann. Das klappt per Überweisung, aber abhängig vom Anbieter gibt es auch andere Einzahlungsarten.

Leider sind die Kostenstrukturen bei Prepaid-Kreditkarten oft kompliziert, und es fallen auch einige Gebühren an.

Debitkarten - Bei Debitkarten wird das Geld zeitnah vom angeschlossenen Girokonto gebucht. Kinder kriegen zum Konto keinen Dispo, sie können also auch mit Debitkarten nicht ins Minus rutschen.

Chargekarten - Chargekarten sind eigentlich richtige Kredit­karten. Die Bank leiht ihren Kunden über die Karten für einen Monat Geld, das wird dann gesammelt abgebucht. Doch Banken können genau diese Funktion kappen und direkt abbuchen. Dann funktioniert die Karte ähnlich wie Prepaid- oder Debitkarten und Kinder können sie beantragen.

Wie alt Dein Kind sein muss, um die Karte zu bekommen, hängt von der jeweiligen Bank ab. Teilweise geben Banken schon Karten ab der Geburt aus oder ab sieben Jahren, oft aber erst ab zwölf oder älter.

Auch wie Du und Dein Kind die Karte beantragt, hängt vom Anbieter ab – aber eben auch vom Alter. So musst Du bei einigen Banken in die Filiale gehen, um Konto oder Karte zu beantragen, bei anderen Banken ist dies nur bei einem bestimmten Alter der Fall. Bei anderen Banken kannst Du hingegen den Antrag zum großen Teil digital erledigen.

Teilweise bekommt Dein Kind Konto und Karte nur, wenn auch Du Kunde bei der Bank bist. So machen die Banken den Eröffnungsprozess leichter für sich. Denn nicht nur das Kind muss seine Identität nachweisen, sondern auch die Erziehungsberechtigen.

Welche Risiken gibt es für Dein Kind?

Mit der Kredit­karte kann Dein Kind den Umgang mit Geld üben. Es kommen aber auch neue Risiken auf das Kind und auch auf Dich zu.

Verlust der Karte - Wenn Dein Kind die Karte verliert, solltet Ihr sie so schnell wie möglich über die Bank oder über die Notfallnummer 116 116 sperren. Bis zum Sperren der Karte haftet man bis maximal 50 Euro, danach nicht mehr.

Seltsame Buchungen - Ihr solltet regelmäßig auf die Kartenabrechnung schauen. Unberechtigte Abbuchungen solltet Ihr so schnell wie möglich reklamieren.

Unbezahlte Rechnungen - Unter sechs Jahren kann Dein Kind keinen Vertrag abschließen. Sollten also Rechnungen für Kinder in diesem Alter im Briefkasten landen, weist Du den Anbieter auf das Alter des Kindes hin.

Schwieriger wird es bei Kindern zwischen sieben und 17 Jahren. Die sind zwar geschäftstüchtig, aber die Dinge, die sie einkaufen, müssen mit dem Taschengeld bezahlt werden (§110 BGB). Bei teuren Sachen kannst Du Dich also ebenso auf das Alter Deines Kindes beziehen. Eine tatsächliche Summe, bis zu der der Taschengeldparagraf greift, ist jedoch nicht festgelegt.

Abos - Im Internet wird mit einigen Abos geworben, und viele davon sind auch für Kinder interessant. Da es sich um regelmäßige Zahlungen handelt, greift der Taschengeldparagraf nicht. Der Vertrag ist nicht rechtsgültig, solange die Eltern nicht zugestimmt haben. Das gilt auch bei Handyverträgen oder Ratenkäufen.
Egal ob unbezahlte Rechnung oder Abo: Es spielt keine Rolle, ob Dein Kind womöglich ein falsches Alter angegeben hat. Nur das tatsächliche Alter zählt.

Insolvenz des Anbieters - Wenn die Karte von einer Bank kommt, dann greift bei einer Insolvenz die Einlagensicherung bei Summen bis zu 100.000 Euro – und die wird Dein Kind in den meisten Fällen nicht erreichen.

Anders sieht es bei sogenannten E-Geldinstituten aus. Viele von ihnen haben Prepaid- oder Debitkarten für Kinder im Programm. Bei E-Geldinstituten greift die Einlagensicherung nicht, die Anbieter schützen das Geld aber trotzdem. Zum Beispiel, indem das Guthaben der Kunden bei anderen Anbietern liegt, die dann unter die Einlagensicherung fallen.

Welche Kredit­karten für Kinder empfiehlt Finanztip?

Finanztip hat sich die Angebote der Banken für Minderjährige angeschaut und dabei ein paar gute Kredit­karten gefunden.

DKB – Visa zum U18 Girokonto

Zum Kinderkonto der DKB gehört eine Visa-Debitkarte. Mit der Karte können Kinder weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen. Das Konto gibt es ab der Geburt. Ab dem 18. Lebensjahr greift für drei Jahre eine Übergangsphase, bevor die Konditionen für Erwachsenen gelten. Ein Elternteil muss ebenfalls Kunde bei der DKB sein.

DKB
Visa zum U18-Konto
  • keine Jahresgebühr für Konto und Karte
  • ab Geburt des Kindes erhältlich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • keine Fremd­wäh­rungs­ge­bühr beim Bezahlen oder Abheben in einer anderen Währung
  • ein gesetzlicher Vertreter muss ein DKB-Girokonto haben (eventuell kostenpflichtig)

Comdirect – Visa zum Juniorgiro

Auch zum Jugendkonto der Comdirect gehört eine kostenlose Debitkarte. Drei kostenlose Abhebungen klappen pro Monat, beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro verlangt die Bank 1,75 Prozent des Umsatzes. Die Karte gibt es ab dem siebten Lebensjahr, ab 18 gelten andere Konditionen.

Comdirect
Visa zum Juniorgiro
  • keine Jahresgebühr für Konto und Karte
  • für Kinder ab sieben Jahren erhältlich
  • Weltweit dreimal im Monat kostenlos Bargeld abheben
  • Fremd­wäh­rungs­ge­bühren beim Bezahlen

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