Amazon Visa Kreditkarte

Nur für Amazon-Fans geeignet

Josefine Lietzau 17. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Amazon bietet seinen Kunden eine eigene Kreditkarte an.
  • Ob Du eine Jahresgebühr zahlen musst, hängt davon ab, ob Du am Abo-Service „Amazon Prime“ des Unternehmens teilnimmst. Für Prime-Kunden ist die Karte kostenlos, bei allen anderen fällt ab dem zweiten Jahr eine Gebühr an.
  • Die Amazon-Kreditkarte ist eine Visa-Karte mit Teilzahlungsfunktion. Du kannst Deine Kartenschulden also in Raten zurückzahlen – allerdings mit hohen Zinsen.
  • Wenn Du mit der Karte zahlst, sammelst Du Bonuspunkte, die Du für Einkäufe bei Amazon nutzen kannst.
So gehst Du vor
  • Überlege auch als Prime-Kunde, ob Du die Amazon-Kreditkarte benötigst: Die Karte ist zwar kostenlos, wer aus dem Verfügungsrahmen Geld abhebt oder die Ratenzahlung nutzt, zahlt jedoch hohe Gebühren und Zinsen.
  • Auf der anderen Seite bekommst Du 3 Cent von jedem Euro, den Du über Amazon ausgibst, als Einkaufsguthaben zurückerstattet.
  • Bist Du kein Prime-Kunde, musst Du 1.000 Euro bei Amazon ausgeben, um die Jahresgebühr über das Bonusprogramm wieder hereinzuholen. Außerdem erhältst Du nur 2 Cent pro ausgegebenem Euro als Guthaben.
  • Kreditkarten mit günstigeren Konditionen findest Du im Ratgeber Kreditkarten.

Amazon hat nicht nur Bücher, DVDs, Lebensmittel und weitere Produkte im Programm. Der Versandhändler versucht auch, über Finanzprodukte Kunden an sich zu binden und bietet zusammen mit der Landesbank Berlin (LBB) eine Kreditkarte von Visa an. Amazon wirbt mit Vergünstigungen, wenn Kunden viel mit der Visa-Karte zahlen. In den meisten Fällen ist aber eine der von Finanztip empfohlenen Standard-Kreditkarten mit guten Konditionen die bessere Wahl.

Was kostet die Visa-Karte von Amazon?

Die Kosten der Amazon-Visa-Karte sind abhängig von Deinem Kundenstatus. Das Unternehmen behandelt Kunden seines Abo-Service „Prime“ bei den Konditionen der Kreditkarten besser: Amazon verlangt in diesem Fall keine Jahresgebühr. Du musst allerdings bedenken, dass Du bereits Gebühren für Deine Prime-Mitgliedschaft zahlst, entweder 7,99 Euro im Monat oder 69 Euro im Jahr.

Für Nicht-Mitglieder ist die Amazon-Kreditkarte nur im ersten Jahr kostenlos, egal ob es sich dabei um die Hauptkarte oder um eine Partnerkarte handelt. Ab dem zweiten Jahr fallen dann jährlich Gebühren an. Knapp 20 Euro für die Hauptkarte und 10 Euro für die Partnerkarte.

Bei Kartenzahlungen außerhalb der Eurozone beträgt die Gebühr für das Bezahlen in fremder Währung 1,75 Prozent. Beim Abheben sowohl im In- als auch im Ausland wird es ebenfalls richtig teuer. Dann zahlen sie 3 Prozent des Umsatzes, mindestens jedoch 5 Euro im Ausland und sogar 7,50 Euro im Inland. Kostenfrei ist das Abheben nur dann, wenn Du vorab Guthaben auf Dein Kartenkonto einzahlst, also den Verfügungsrahmen der Kreditkarte gar nicht in Anspruch nimmst.

Insgesamt sind die Amazon-Kreditkarten damit deutlich teurer als die besten kostenlosen Kreditkarten.

Die wichtigsten Kosten bei der Amazon-Visa-Karte

Jahresgebühr Amazon-Visa-Karte
(entfällt im ersten Jahr)
19,99 €
Jahresgebühr Amazon-Prime-Visa-Karte0 €
Sollzinsen14,98 % effektiv im Jahr
Geldabhebungen aus Verfügungsrahmen3 % des Umsatzes, mind. 5 € (Ausland)
oder 7,50 € (Inland)
Geldabhebungen vollständig aus Guthaben0 €
Fremdwährungsgebühr außerhalb der Eurozone1,75 % des Umsatzes

Quelle: Website des Anbieters (Stand:  17. September 2020)

Ein weiterer Kostenfaktor sind die Zinszahlungen, die fällig werden, wenn Du die Teilzahlungsfunktion nutzt. Bei Amazon-Kreditkarten handelt es sich um „Revolving“-Karten. Das heißt, Du musst Deine Schulden nicht jeden Monat komplett tilgen, sondern kannst sie auch in Raten abbezahlen.

Wir raten davon ab. Denn diese Zahlweise ist bei solchen Karten eigentlich immer teuer. Bei der Visa-Karte von Amazon fallen Sollzinsen von effektiv 14,98 Prozent im Jahr an. Sogar der sonst so teure Dispo ist bei vielen Girokonten günstiger. Es ist daher besser, die Rechnung auf einen Schlag zu zahlen. Dazu überweist Du den offenen Betrag auf das Kartenkonto oder lässt den Anbieter den Saldo komplett einziehen.

Letzteres kannst Du direkt festlegen, wenn Du die Karte beantragst. Stelle dann beim Abschnitt über den monatlichen Rechnungsausgleich die prozentuale Rate auf „100 Prozent“. Damit legst Du fest, dass Du die Kreditkartenrechnung monatlich vollständig ausgleichst, also auf die Teilzahlung verzichtest.

Was bietet die Amazon-Visa-Karte?

Mit der Visa-Kreditkarte nimmst Du am „Bonusprogramm“ von Amazon teil. Außerdem erhältst Du kleine Extras und kannst etwa zwischen mehreren Motiven auf Deiner Kreditkarte wählen.

Bonusprogramm

Wie bei den Kosten gibt es auch beim Bonusprogramm Unterschiede zwischen der Amazon-Kreditkarte und der Amazon-Prime-Kreditkarte:

Amazon-Visa-Karte - Für jeden Einkauf bei dem Versandhändler gibt es je Euro Warenwert zwei Amazon-Bonuspunkte. Kaufst Du etwas bei einem anderen Händler mit der Karte, erhältst Du nur einen halben Bonuspunkt pro Euro Kartenumsatz.

Der Wert eines eingelösten Punktes beträgt 1 Cent. Für jeden Euro, den Du bei Amazon ausgibst, erhältst Du also 2 Cent gutgeschrieben. Für Einkäufe bei anderen Händlern bekommst Du 0,5 Cent pro ausgegebenem Euro. 

Ab ungefähr 1.000 Euro Umsatz auf Amazon holst Du den Jahrespreis der Karte wieder rein.

Punkte bei der Amazon-Kreditkarte

EinkaufRückerstattung
bei Amazon2 Cent je Euro Warenwert
bei anderen Händlern0,5 Cent je Euro Warenwert

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 19. August 2020)

Amazon-Prime-Visa-Karte - Als Prime-Kunde erhältst Du für jeden Euro, den Du bei Amazon ausgibst, drei Bonuspunkte, also drei Cent. Beim Bezahlen bei anderen Händlern unterscheiden sich die Karten nicht, ein Euro ist lediglich einen halben Bonuspunkt wert.

Du müsstest 2.300 Euro auf Amazon ausgeben, um die Gebühren für die Prime-Mitgliedschaft auszugleichen. Damit lohnt sich die Karte in der Regel nur, falls Du ohnehin Prime-Kunde bist.

Die Bonuspunkte kannst Du zum Einkaufen auf Amazon einsetzen. Entweder löst Du Deine gesamten Punkte auf einen Schlag ein oder nur einen Teil davon. Die Amazon-Kreditkarte muss dafür als Zahlungsmittel im Amazon-Konto festgelegt sein.

Die gesammelten und eingelösten Punkte werden auf der Kreditkarten-Rechnung genannt. Sie sind unbegrenzt gültig. Eine Ausnahme gibt es: Solltest Du den Kreditkartenvertrag beenden, verfallen die Bonuspunkte.

Was ist noch wissenswert über die Amazon-Visa-Karte?

Kündigung - Ein Kreditkartenanbieter kann den Kartenvertrag mit Dir jederzeit kündigen und muss dabei keine Gründe angeben. Für Dich ist es aber auch einfach, die Kreditkarte zu kündigen. Eine Kündigungsfrist gibt es nicht. Ein einfaches Schreiben an die Landesbank Berlin reicht, um den Kartenvertrag zu kündigen.

Kontaktlos bezahlen - Du kannst mit der Amazon-Kreditkarte kontaktlos bezahlen. Das heißt, Du hältst die Karte lediglich an das Bezahlgerät, statt sie einzustecken. Bei Summen unter 25 Euro musst Du nicht einmal die PIN eingeben. Bei manchen Läden geht das sogar bei Summen bis zu 50 Euro.

Kartenlimit  - Amazon gewährt Dir zunächst nur ein Kartenlimit in Höhe von 210 Euro. Erst nachdem Du Deine Identität nachgewiesen hast erfährst Du Dein tatsächliches Limit.

SMS-Service - Du kannst einstellen, bei welchen Ereignissen Du eine SMS erhalten willst. In der einfachsten und kostenlosen Variante wirst Du nur dann informiert, wenn eine neue Kreditkarten-Rechnung vorliegt. Du kannst Dich allerdings auch jedes Mal per SMS informieren lassen, wenn es einen Umsatz auf dem Kreditkarten-Konto gab. Dieser Service kostet 1,69 Euro pro Monat.

Was bietet das Kartenkonto bei Amazon?

Die Kartenumsätze und Kreditkarten-Rechnungen kannst Du über den Online-Banking-Zugang der LBB einsehen. Die Zugangsdaten erhältst Du getrennt von der Kreditkarte per Post. Dort ist auch das Datum der Rechnungsstellung vermerkt, also der Tag, an dem die Bank das Geld einzieht.

Die Bank bucht das Geld vom hinterlegten Girokonto ab. Sollte auf dem Kartenkonto selbst Guthaben sein, werden die Kartenumsätze und das Guthaben miteinander verrechnet.

Über den Zugang kannst Du auch die Teilzahlung ausstellen. Dann wird der Umsatz einmal im Monat abgebucht und Du vermeidest teure Zinsen für die Ratenzahlung. Sollte sich bereits Guthaben auf dem Kartenkonto befinden, verrechnet die Bank die Umsätze damit. Zusätzliche Einzahlungen auf das Kreditkartenkonto sind möglich.

Für die meisten Verbraucher dürfte sich die Amazon-Kreditkarte nicht lohnen, sie fahren mit einer der Finanztip-Empfehlungen besser. Bei den von uns empfohlenen Karten fällt die Jahresgebühr weg und Du kannst entweder in der Eurozone oder gar weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen.

Die Prime-Karte kann sich für Dich lohnen, falls Du sowieso Prime-Kunde bist und Du die Karte beim Bezahlen für Amazon hinterlegst. Beim Abheben solltest Du vorsichtig sein: Ist kein Guthaben auf der Karte, wird es sehr teuer.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

  • Es gibt kostenlose Kreditkarten, mit denen das Bezahlen und Geldabheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: DKB, Hanseatic Bank, Payback, Barclaycard, Consorsbank

Zum Ratgeber

Autor
Josefine Lietzau

17. September 2020


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