Amazon Visa Kredit­karte Amazon-Kreditkarte vor dem Aus

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Das Wichtigste in Kürze

  • Amazon stellt seine Kredit­karte ein. Einen Nachfolger gibt es nicht. Der Online-Händler schlägt Dir aber ein alternatives Angebot der Berliner Sparkasse vor.
  • Von Alternativ-Angebot über Bonuspunkte bis Zahlungen: Was Du als Kunde jetzt wissen musst, liest Du in diesem Ratgeber.

So gehst Du vor

  • Ob sich das neue Karten-Angebot für Dich lohnt, hängt von Deinen Wünschen an ein Cashback-Programm ab. Günstiger sind Finanztip-Empfehlungen.
  • Mit der Amazon-Kreditkarte kannst Du bislang Bonuspunkte sammeln. Die verfallen – Du kannst sie jedoch retten. 
  • Die Ratenoption des neuen Visa-Card-Angebots ist schlechter als bei der bisherigen Amazon-Karte.

Die Amazon-Kreditkarte ist Geschichte. Der Online-Riese stellt seine Visa-Karte nach Unternehmensangaben ein und wird auch keine neue auflegen. Angeboten wird Kunden nun eine Kredit­karte der Berliner Sparkasse – die Berliner Landesbank LBB ist der bisherige Finanz-Partner der Amazon-Kreditkarte. Mit dem Online-Händler Amazon wird diese Visa Card Extra jedoch nichts mehr zu tun haben. Wenn Du die Amazon-Visa-Karte vor allem aufgrund des Amazon-Bonusprogramms hattest, bringt Dir das neue Kredit­karten-Angebot also nichts.

Amazon-Kreditkarte wird eingestellt

Die Zeit der Amazon-Kredit-Karte ist abgelaufen. Nach Angaben des Online-Händlers hat der bisherige Kooperationspartner, die Landesbank Berlin LBB, die Zusammenarbeit eingestellt. Eine neue Amazon-Kreditkarte wird es nicht geben. Ob sich das alternative Angebot der Berliner Sparkasse für Dich lohnt, kannst Du einfach vergleichen. Unsere Finanztip-Empfehlungen für Kredit­karten sind in vielen Fällen günstiger.

Was nun für Kunden wichtig ist

In der Karten-App schlagen Amazon und Kooperationspartner LBB den Wechsel auf die neue Karte vor. Der Wechsel findet nur statt, wenn Du dem neuen Vertrag aktiv zustimmst und so einen neuen Vertrag abschließt. 

Machst Du das, bekommst Du ab November die Visa Card Extra zugeschickt, benutzen kannst Du sie ab März 2024. Sie kostet 19,99 Euro im Jahr, als Bonusprogramm bietet Dir die Berliner Sparkasse 0,75 Prozent Cashback auf jeden Einkauf. Stimmst Du dem Wechsel nicht zu, läuft Dein bisheriger Vertrag über die Amazon-Kreditkarte Ende September einfach aus. Zahlungen, die Du bereits autorisiert hast, werden trotzdem durchgeführt.

Stimmst Du nicht zu, kannst Du bis zur endgültigen Schließung des Kartenkontos am 30. September 2023 weiterhin Bonuspunkte mit der Karte sammeln. Doch Achtung: Mit Ende des Vertrags verfallen die Punkte. Du solltest sie also vorher einlösen – entweder indem Du mit ihnen bei Amazon bezahlst oder indem Du Dir dafür einen digitalen Gutschein für Amazon holst. Dann kannst Du das Guthaben auch später noch einlösen.

Du hast noch keine Nachricht von der LBB oder von Amazon bekommen? Dann sehen die Fristen für Dich etwas anders aus. etwas anders aus. Die LBB informiert die Kunden bis Ende 2023 nach und nach. Dabei soll aber jeder Kunde eine Vorlaufszeit von zwei Monaten bis zur Kündigung der Karte haben.

Die Visa Card Extra von der Berliner Sparkasse

Das neue Angebot von Amazon ist die Visa Card Extra der Berliner Sparkasse. Die hat zwar mit Amazon nichts mehr zu tun. Aber wie die bisherige Amazon-Kreditkarte eine Ratenoption. Im Gegensatz zur bisherigen Amazon-Karte kannst Du aber nicht die komplette Abbuchung einstellen, sondern nur maximal 50 Prozent. Für den Rest fallen dann Zinsen an. Das kannst Du nur verhindern, in dem Du aktiv Deine restlichen Schulden über eine Überweisung tilgst.

Egal ob Du dem Wechsel zustimmst oder nicht: Guthaben auf dem bisherigen Kartenkonto wird auf Dein Girokonto überwiesen.

Hast Du die Amazon-Kreditkarte auch sonst für Einkäufe oder den Urlaub genutzt, solltest Du Dir überlegen, ob das neue Angebot für Dich passt. Günstiger ist eine der beiden Finanztip-Empfehlungen bei Kredit­karten. Brauchst Du die Karte bald, solltest Du sie aber zügig beantragen. Aufgrund der hohen Nachfrage dauert das Bearbeiten der Anträge bei beiden Anbietern zurzeit länger.

Mehr dazu im Ratgeber Kredit­karten

  • Es gibt kostenlose Kredit­karten, mit denen das Bezahlen und Geld abheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Hanseatic Bank (auch als Awa7 oder Deutschland Kredit­karte Classic) 

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Die Kosten der Amazon-Visa-Karte

Die Kosten der Amazon-Visa-Karte sind abhängig vom Kundenstatus. Nutzt Du den Abo-Service „Prime“, sehen die Konditionen der Kredit­karten für Dich besser aus: Amazon verlangt in diesem Fall keine Jahresgebühr. Du zahlst allerdings Gebühren für Deine Prime-Mitgliedschaft, entweder 8,99 Euro im Monat oder 89,90 Euro im Jahr.

Wenn Du kein Mitglied bei Amazon Prime bist, ist die Amazon-Kreditkarte nur im ersten Jahr kostenlos. Ab dem zweiten Jahr fallen dann jährlich Gebühren an: 19,99 Euro im Jahr.

Sofern Du in einer anderen Währung als Euro zahlst, kostet Dich das 1,75 Prozent. Teuer wird es beim Abheben: Du zahlst 3 Prozent, mindestens 5 Euro im Ausland und sogar 7,50 Euro im Inland. Kostenfrei ist das Abheben nur dann, wenn Du vorab Guthaben auf Dein Kartenkonto einzahlst, also den Verfügungsrahmen der Kredit­karte gar nicht in Anspruch nimmst.

Die wichtigsten Kosten bei der Amazon-Visa-Karte

Jahresgebühr Amazon-Visa-Karte
(entfällt im ersten Jahr)
19,99 €
Jahresgebühr Amazon-Prime-Visa-Karte0 €
Sollzinsen14,98 % effektiv im Jahr
Geldabhebungen aus Verfügungsrahmen3 % des Umsatzes, mind. 5 € (Ausland)
oder 7,50 € (Inland)
Geldabhebungen vollständig aus Guthaben0 €
Fremd­wäh­rungs­ge­bühr außerhalb der Eurozone1,75 % des Umsatzes

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 26. Juli 2023)

Insgesamt sind die Amazon-Kreditkarten damit deutlich teurer als die besten kostenlosen Kredit­karten.

Mehr dazu im Ratgeber Kredit­karten

  • Es gibt kostenlose Kredit­karten, mit denen das Bezahlen und Geld abheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Hanseatic Bank (auch als Awa7 oder Deutschland Kredit­karte Classic) 

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Kontaktlos bezahlen mit der Amazon-Karte

Hast Du eine Amazon-Kreditkarte, dann weißt Du es bestimmt: Du musst Deine Karte nicht in das Lesegerät an der Kasse stecken, sondern brauchst sie nur dagegenzuhalten. Bei Summen unter 50 Euro musst Du nicht einmal die Pin eingeben. Bei Summen darüber bestätigst Du die Zahlung dann entweder mit Pin oder Unterschrift.

Du kannst auch mobil bezahlen, also mit dem Handy. Das funktioniert bisher nur über Google Pay, Du brauchst also ein Android-Smartphone.

Amazon-Visa-Karte ist Revolving-Karte

Bei der Amazon-Kreditkarte handelt es sich um eine „echte“ Kredit­karte. Das heißt, Du musst kein Geld auf das Kartenkonto überweisen, um die Karte zu nutzen. Die Bank gibt Dir stattdessen einen Kredit.

Dieser Kredit – das Kartenlimit – beträgt am Anfang 210 Euro. Erst nachdem Du Deine Identität nachgewiesen hast, erfährst Du Deinen tatsächlichen Kreditrahmen. Wie hoch der ausfällt, hängt von Deiner Bonität ab. Dein Limit kannst Du über Dein Kartenkonto einsehen.

Kredit­karten unterscheiden sich darin, wie Du die Schulden abbezahlst. Entweder Deine Bank macht das für Dich, dann bucht sie monatlich den ganzen Betrag von Deinem Konto ab. Diese Karten heißen auch Charge-Karten. Oder aber die Bank bietet Dir hoch verzinste Ratenzahlungen an, das sind Revolving-Karten.

Die Kredit­karte von Amazon ist eine solche Revolving-Karte. Du musst Deine Schulden also nicht jeden Monat komplett tilgen. Stattdessen bucht die Bank immer nur einen Teil Deiner Schulden vom Konto ab. Wann sie das genau macht, hängt davon ab, wann Du die Karte beantragt hast. Das Datum für den Lastschrifteinzug ist auf der monatlichen Rechnung vermerkt. Du kannst das Abrechnungsdatum aber auch ändern.

Die Teilzahlung ist sehr teuer. Bei der Visa-Karte von Amazon fallen Sollzinsen von effektiv 14,98 Prozent im Jahr an. Sogar der sonst so teure Dispo ist bei vielen Girokonten günstiger. Bezahle deshalb Deine Rechnung auf einen Schlag. Dazu überweist Du den offenen Betrag auf das Kartenkonto oder lässt den Anbieter den Saldo komplett einziehen.

Letzteres kannst Du direkt festlegen, wenn Du die Karte beantragst. Stelle dann beim Abschnitt über den monatlichen Rechnungsausgleich die prozentuale Rate auf „100 Prozent“. Damit legst Du fest, dass Du die Kredit­kartenrechnung monatlich vollständig ausgleichst, also auf die Teilzahlung verzichtest. Du kannst die Teilzahlung aber auch über das Kartenkonto ausstellen.

Die Bank bucht das Geld vom hinterlegten Girokonto ab. Sollte auf dem Kartenkonto selbst Guthaben sein, werden die Kartenumsätze und das Guthaben miteinander verrechnet. Du kannst auch zusätzlich Geld auf das Konto überweisen, so dass Du den Kredit gar nicht nutzt. Dann ist auch das Abheben preiswerter.

Ratenzahlung bei Amazon-Visa-Karte

Du kannst mit der bisherigen Amazon-Visa-Karte einzelne Käufe ab 100 Euro Umsatz in Ratenkäufe umwandeln. Ob das geht, siehst Du im Kartenkonto, der jeweilige Umsatz ist dann mit einem Euro-Zeichen markiert. Die möglichen Laufzeiten sind drei, sechs, neun und zwölf Monate. Der Zinssatz wird Dir mitgeteilt, bevor Du den Kauf umwandelst.

Eine weitere Möglichkeit, den Ratenkauf über die Karte zu nutzen, hast Du direkt beim Bestellen bei Amazon selbst. Hast Du die Amazon Visa als Zahlungsart ausgewählt, wird Dir bei Einkäufen ab einer Summe von 100 Euro der Ratenkauf als Option angezeigt. Die Laufzeiten betragen wieder drei, sechs, neun und zwölf Monate. Der Zinssatz ist 8,99 Prozent, er fällt aber beim Abschluss an der Kasse bei der dreimonatigen Laufzeit weg.

Die Ratenkäufe werden Dir im Kartenkonto angezeigt. Verzichte besser auf diese Zahloption, sie macht Deine Rechnung höher und verwirrender.

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Amazon-Visa-App von der Landesbank Berlin

Amazon hat auch die bisherige Kredit­karte nicht selbst ausgegeben. Dafür hat der Online-Händler mit der Landesbank Berlin (LBB) zusammen gearbeitet. Deshalb liegen auch Kartenkonto und damit das Kredit­karten-Banking bei der LBB. Die Zugangsdaten erhältst Du getrennt von der Kredit­karte per Post.

Du hast zwei Möglichkeiten, auf Dein Kartenkonto zuzugreifen: Entweder über einen Browser oder über die Amazon-Visa-App. Dann kannst Du zum Beispiel die Kartenumsätze und Kredit­karten-Rechnungen einsehen, Umsätze reklamieren oder Deine Karte (temporär) sperren. Auch das Ändern der Pin ist möglich.

Du kannst auch einstellen, bei welchen Ereignissen Du eine SMS erhalten willst. In der einfachsten und kostenlosen Variante wirst Du nur dann informiert, wenn eine neue Kredit­karten-Rechnung vorliegt. Du kannst Dich allerdings auch jedes Mal per SMS informieren lassen, wenn es einen Umsatz auf dem Kredit­karten-Konto gab. Dieser Service kostet 1,69 Euro pro Monat.

Lädst Du die App auf Dein Smartphone, kannst Du beim Benachrichtigungsservice auch Push-Nachrichten einstellen. Das ist kostenlos.

Du kannst für Deine Amazon-Visa festlegen, wo und wie die Karte nutzbar sein soll. So kannst Du zum Beispiel deaktivieren, dass die Karte im Internet einsetzbar ist oder auch an- und ausstellen, dass die Karte in Deutschland oder im Ausland funktioniert.

Bonusprogramm und Co.: Besondere Leistungen

Nutzer der Visa-Kreditkarte nehmen derzeit noch am „Bonusprogramm“ von Amazon teil. Außerdem gibt es kleine Extras und die Wahl zwischen mehreren Motiven auf der Kredit­karte.

Mit der Einstellung der bisherigen Amazon-Kreditkarte bietet Dir Amazon eine neue Visa-Karte an. Das Bonusprogarmm wird jedoch nicht weitergeführt. Wenn Du Dich also vor allem wegen des Bonusprogramms für die Amazon-Kreditkarte entschieden hast, wird sich das neue Angebot von Amazon und der Berliner Sparkasse eher nicht für Dich lohnen. 

Die folgenden Punkte zum Bonusprgramm solltest Du wissen:

Wie bei den Kosten gibt es auch beim Bonusprogramm Unterschiede zwischen der Amazon-Kreditkarte und der Amazon-Prime-Kreditkarte.

Bonusprogramm: Wenn Du kein Prime-Kunde bist

Für jeden Einkauf bei dem Versandhändler gibt es je Euro Warenwert zwei Amazon-Bonuspunkte. Bezahlst Du etwas bei einem anderen Händler mit der Karte, erhältst Du nur einen halben Bonuspunkt pro Euro Kartenumsatz.

Der Wert eines eingelösten Punktes beträgt 1 Cent. Für jeden Euro, den Du bei Amazon ausgibst, erhältst Du also 2 Cent gutgeschrieben. Für Einkäufe bei anderen Händlern bekommst Du 0,5 Cent pro ausgegebenem Euro.

Ab ungefähr 1.000 Euro Umsatz auf Amazon holst Du den Jahrespreis der Karte wieder rein.

Punkte bei der Amazon-Kreditkarte

Einkauf

Rückerstattung

bei Amazon

2 Cent je Euro Warenwert

bei anderen Händlern

0,5 Cent je Euro Warenwert

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 26. Juli 2023)

Bonusprogamm: Wenn Du Prime-Kunde bist

Als Prime-Kunde erhältst Du für jeden Euro, den Du bei Amazon ausgibst, drei Bonuspunkte, also 3 Cent. Beim Bezahlen bei anderen Händlern ist 1 Euro lediglich einen halben Bonuspunkt wert. Du müsstest also 2.300 Euro auf Amazon ausgeben, um die Gebühren für die Prime-Mitgliedschaft auszugleichen.

Egal ob Prime-Kunde oder nicht: Wandelst Du einen Einkauf in einen Ratenkauf um, bekommst Du keine Punkte.

Einlösen der Punkte

Die Bonuspunkte kannst Du zum Einkaufen auf Amazon einsetzen. Entweder löst Du Deine gesamten Punkte auf einen Schlag ein oder nur einen Teil davon. Die Amazon-Kreditkarte muss dafür als Zahlungsmittel im Amazon-Konto festgelegt sein.

Die gesammelten und eingelösten Punkte werden auf der Kredit­karten-Rechnung genannt. Du kannst sie auch im Kartenkonto jederzeit einsehen. Sie sind unbegrenzt gültig. Eine Ausnahme gibt es: Solltest Du den Kredit­kartenvertrag beenden, verfallen die Bonuspunkte.

Die Karte kann sich für Dich lohnen, falls Du sowieso Prime-Kunde bist, die Karte oft beim Shoppen benutzt und sie beim Bezahlen für Amazon hinterlegst. Beim Abheben solltest Du vorsichtig sein: Ist kein Guthaben auf der Karte, wird es sehr teuer.

Für die meisten anderen Verbraucher dürfte sich die Amazon-Kreditkarte nicht lohnen, sie fahren mit einer der Finanztip-Empfehlungen besser. Bei den von uns emp­foh­lenen Karten fällt die Jahresgebühr weg und Du kannst entweder in der Eurozone oder gar weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen.

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