Amazon Visa Kreditkarte

Nur für Amazon-Fans geeignet

Josefine Lietzau Stand: 23. November 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Amazon bietet seinen Kunden eine eigene Kreditkarte an.
  • Ob Sie eine Jahresgebühr zahlen müssen, hängt davon ab, ob Sie am Abo-Service „Amazon Prime“ des Unternehmens teilnehmen. Für Prime-Kunden ist die Karte kostenlos, bei allen anderen fällt ab dem zweiten Jahr eine Gebühr an.
  • Die Amazon-Kreditkarte ist eine Visa-Karte mit Teilzahlungsfunktion. Sie können Ihre Kartenschulden also in Raten zurückzahlen – allerdings mit hohen Zinsen.
  • Wenn Sie mit der Karte zahlen, sammeln Sie Bonuspunkte, die Sie für Einkäufe bei Amazon nutzen können.
So gehen Sie vor
  • Überlegen Sie auch als Prime-Kunde, ob Sie die Amazon-Kreditkarte benötigen: Die Karte ist zwar kostenlos, wer aus dem Verfügungsrahmen Geld abhebt oder die Ratenzahlung nutzt, zahlt jedoch hohe Gebühren und Zinsen.
  • Auf der anderen Seite bekommen Sie 3 Cent von jedem Euro, den Sie über Amazon ausgeben, als Einkaufsguthaben zurückerstattet.
  • Sind Sie kein Prime-Kunde, müssen Sie 1.000 Euro bei Amazon ausgeben, um die Jahresgebühr über das Bonusprogramm wieder hereinzuholen. Außerdem erhalten Sie nur 2 Cent pro ausgegebenem Euro als Guthaben.
  • Kreditkarten mit günstigeren Konditionen finden Sie im Ratgeber Kreditkarten.

Amazon hat nicht nur Bücher, DVDs, Lebensmittel und weitere Produkte im Programm. Der Versandhändler versucht auch, über Finanzprodukte Kunden an sich zu binden und bietet zusammen mit der Landesbank Berlin (LBB) eine Kreditkarte von Visa an. Amazon wirbt mit Vergünstigungen, wenn Kunden viel mit der Visa-Karte zahlen. In den meisten Fällen ist aber eine der von Finanztip empfohlenen Standard-Kreditkarten mit guten Konditionen die bessere Wahl.

Was kostet die Visa-Karte von Amazon?

Die Kosten der Amazon-Visa-Karte sind abhängig von Ihrem Kundenstatus. Das Unternehmen behandelt Kunden seines Abo-Service „Prime“ bei den Konditionen der Kreditkarten besser: Amazon verlangt in diesem Fall keine Jahresgebühr. Sie müssen allerdings bedenken, dass Sie bereits Gebühren für Ihre Prime-Mitgliedschaft zahlen, entweder 7,99 Euro im Monat oder 69 Euro im Jahr.

Für Nicht-Mitglieder ist die Amazon-Kreditkarte nur im ersten Jahr kostenlos, egal ob es sich dabei um die Hauptkarte oder um eine Partnerkarte handelt. Ab dem zweiten Jahr fallen dann jährlich Gebühren an. Knapp 20 Euro für die Hauptkarte und 10 Euro für die Partnerkarte.

Bei Kartenzahlungen außerhalb der Eurozone beträgt die Gebühr für das Bezahlen in fremder Währung 1,75 Prozent. Beim Abheben sowohl im In- als auch im Ausland wird es ebenfalls richtig teuer. Dann zahlen sie 3 Prozent des Umsatzes, mindestens jedoch 5 Euro im Ausland und sogar 7,50 Euro im Inland. Kostenfrei ist das Abheben nur dann, wenn Sie vorab Guthaben auf Ihr Kartenkonto einzahlen, also den Verfügungsrahmen der Kreditkarte gar nicht in Anspruch nehmen.

Insgesamt sind die Amazon-Kreditkarten damit deutlich teurer als die besten kostenlosen Kreditkarten.

Die wichtigsten Kosten bei der Amazon-Visa-Karte

Jahresgebühr Amazon-Visa-Karte
(entfällt im ersten Jahr)
19,99 €
Jahresgebühr Amazon-Prime-Visa-Karte0 €
Startgutschrift50 €
Sollzinsen14,98 % effektiv im Jahr
Geldabhebungen aus Verfügungsrahmen3 % des Umsatzes, mind. 5 € (Ausland)
oder 7,50 € (Inland)
Geldabhebungen vollständig aus Guthaben0 €
Fremdwährungsgebühr außerhalb der Eurozone1,75 % des Umsatzes

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 7. November 2018)

Ein weiterer Kostenfaktor sind die Zinszahlungen, die fällig werden, wenn Sie die Teilzahlungsfunktion nutzen. Bei Amazon-Kreditkarten handelt es sich um „Revolving“-Karten. Das heißt, Sie müssen Ihre Schulden nicht jeden Monat komplett tilgen, sondern können sie auch in Raten abbezahlen.

Wir raten davon ab. Denn diese Zahlweise ist bei solchen Karten eigentlich immer teuer. Bei der Visa-Karte von Amazon fallen Sollzinsen von effektiv 14,98 Prozent im Jahr an. Sogar der sonst so teure Dispo ist bei vielen Girokonten günstiger. Es ist daher besser, die Rechnung auf einen Schlag zu zahlen. Dazu überweisen Sie den offenen Betrag auf das Kartenkonto oder lassen den Anbieter den Saldo komplett einziehen.

Letzteres können Sie direkt festlegen, wenn Sie die Karte beantragen. Stellen Sie dann beim Abschnitt über den monatlichen Rechnungsausgleich die prozentuale Rate auf „100 Prozent“. Damit legen Sie fest, dass Sie die Kreditkartenrechnung monatlich vollständig ausgleichen, also auf die Teilzahlung verzichten.

Was bietet die Amazon-Visa-Karte?

Mit der Visa-Kreditkarte nehmen Sie am „Bonusprogramm“ von Amazon teil. Außerdem erhalten Sie kleine Extras und können etwa zwischen mehreren Motiven auf Ihrer Kreditkarte wählen.

Bonusprogramm

Wie bei den Kosten gibt es auch beim Bonusprogramm Unterschiede zwischen der Amazon-Kreditkarte und der Amazon-Prime-Kreditkarte:

Amazon-Visa-Karte - Für jeden Einkauf bei dem Versandhändler gibt es je Euro Warenwert zwei Amazon-Bonuspunkte. Kaufen Sie etwas bei einem anderen Händler mit der Karte, erhalten Sie nur einen halben Bonuspunkt pro Euro Kartenumsatz.

Der Wert eines eingelösten Punktes beträgt 1 Cent. Für jeden Euro, den Sie bei Amazon ausgeben, erhalten Sie also 2 Cent gutgeschrieben. Für Einkäufe bei anderen Händlern bekommen Sie 0,5 Cent pro ausgegebenem Euro. 

Ab ungefähr 1.000 Euro Umsatz auf Amazon holen Sie den Jahrespreis der Karte wieder rein.

Punkte bei der Amazon-Kreditkarte

EinkaufRückerstattung
bei Amazon2 Cent je Euro Warenwert
bei anderen Händlern0,5 Cent je Euro Warenwert

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 8. November 2018)

Amazon-Prime-Visa-Karte - Als Prime-Kunde erhalten Sie für jeden Euro, den Sie bei Amazon ausgeben, drei Bonuspunkte, also drei Cent. Beim Bezahlen bei anderen Händlern unterscheiden sich die Karten nicht, ein Euro ist lediglich einen halben Bonuspunkt wert.

Sie müssten 2.300 Euro auf Amazon ausgeben, um die Gebühren für die Prime-Mitgliedschaft auszugleichen. Damit lohnt sich die Karte in der Regel nur, falls Sie ohnehin Prime-Kunde sind.

Die Bonuspunkte können Sie zum Einkaufen auf Amazon einsetzen. Entweder lösen Sie Ihre gesamten Punkte auf einen Schlag ein oder nur einen Teil davon. Die Amazon-Kreditkarte muss dafür als Zahlungsmittel im Amazon-Konto festgelegt sein.

Die gesammelten und eingelösten Punkte werden auf der Kreditkarten-Rechnung genannt. Sie sind unbegrenzt gültig. Eine Ausnahme gibt es: Sollten Sie den Kreditkartenvertrag beenden, verfallen die Bonuspunkte.

Was ist noch wissenswert über die Amazon-Visa-Karte?

Kündigung - Ein Kreditkartenanbieter kann den Kartenvertrag mit Ihnen jederzeit kündigen und muss dabei keine Gründe angeben. Für Sie ist es aber auch einfach, die Kreditkarte zu kündigen. Eine Kündigungsfrist gibt es nicht. Ein einfaches Schreiben an die Landesbank Berlin reicht, um den Kartenvertrag zu kündigen.

Kontaktlos bezahlen - Sie können mit der Amazon-Kreditkarte kontaktlos bezahlen. Das heißt, Sie halten die Karte lediglich an das Bezahlgerät, statt sie einzustecken. Bei Summen unter 25 Euro müssen Sie nicht einmal die PIN eingeben. Bei manchen Läden geht das sogar bei Summen bis zu 50 Euro.

Kartenlimit  - Amazon gewährt Ihnen zunächst nur ein Kartenlimit in Höhe von 200 Euro. Erst etwa 14 Tage nachdem Sie die Karte erhalten haben, erfahren Sie Ihr tatsächliches Limit.

SMS-Service - Sie können einstellen, bei welchen Ereignissen Sie eine SMS erhalten wollen. In der einfachsten und kostenlosen Variante werden Sie nur dann informiert, wenn eine neue Kreditkarten-Rechnung vorliegt. Sie können sich allerdings auch jedes Mal per SMS informieren lassen, wenn es einen Umsatz auf dem Kreditkarten-Konto gab. Dieser Service kostet 1,99 Euro pro Monat.

Was bietet das Kartenkonto bei Amazon?

Die Kartenumsätze und Kreditkarten-Rechnungen können Sie über den Online-Banking-Zugang der LBB einsehen. Die Zugangsdaten erhalten Sie getrennt von der Kreditkarte per Post. Dort ist auch das Datum der Rechnungsstellung vermerkt, also der Tag, an dem die Bank das Geld einzieht.

Die Bank bucht das Geld vom hinterlegten Girokonto ab. Sollte auf dem Kartenkonto selbst Guthaben sein, werden die Kartenumsätze und das Guthaben miteinander verrechnet.

Über den Zugang können Sie auch die Teilzahlung ausstellen. Dann wird der Umsatz einmal im Monat abgebucht und Sie vermeiden teure Zinsen für die Ratenzahlung. Sollte sich bereits Guthaben auf dem Kartenkonto befinden, verrechnet die Bank die Umsätze damit. Zusätzliche Einzahlungen auf das Kreditkartenkonto sind möglich.

Für die meisten Verbraucher dürfte sich die Amazon-Kreditkarte nicht lohnen, sie fahren mit einer der Finanztip-Empfehlungen besser. Bei den von uns empfohlenen Karten fällt die Jahresgebühr weg und Sie können entweder in der Eurozone oder gar weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen.

Die Prime-Karte kann sich für Sie lohnen, falls Sie sowieso Prime-Kunde sind und Sie die Karte beim Bezahlen für Amazon hinterlegen. Beim Abheben sollten Sie vorsichtig sein: Ist kein Guthaben auf der Karte, wird es sehr teuer.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 23. November 2018


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