Amazon Visa Kreditkarte

Nur für Amazon-Fans geeignet

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit
11. Juni 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Für Prime-Kunden ist die Amazon-Kreditkarte kostenlos. Alle anderen zahlen eine Jahresgebühr.
  • Wenn Du die Karte nutzt, sammelst Du Bonuspunkte, die Du über Amazon einlösen kannst.
So gehst Du vor
  • Überleg Dir, ob Du oft genug mit der Karte zahlen würdest, damit Dir die Bonuspunkte etwas bringen
  • Wenn Du die Karte nutzt, solltest Du Deine Schulden immer komplett zurückzahlen, nicht in Raten.
  • Vergleich die Karte mit unseren Empfehlungen, sie sind in den meisten Fällen günstiger.

Bei Amazon kannst Du nicht nur Bücher, DVDs, Lebensmittel und weitere Produkte kaufen. Der Versandhändler versucht auch, über Finanzprodukte Kunden an sich zu binden und bietet Dir dementsprechend eine Visa-Kreditkarte an.

Was kostet die Visa-Karte von Amazon?

Die Kosten der Amazon-Visa-Karte sind abhängig von Deinem Kundenstatus. Nutzt Du den Abo-Service „Prime“, sehen die Konditionen der Kreditkarten für Dich besser aus: Amazon verlangt in diesem Fall keine Jahresgebühr. Du zahlst allerdings Gebühren für Deine Prime-Mitgliedschaft, entweder 7,99 Euro im Monat oder 69 Euro im Jahr.

Wenn Du kein Mitglied bei Amazon Prime bist, ist die Amazon-Kreditkarte nur im ersten Jahr kostenlos. Ab dem zweiten Jahr fallen dann jährlich Gebühren an: 19,99 Euro im Jahr.

Sofern Du in einer anderen Währung als Euro zahlst, kostest Dich das 1,75 Prozent. Teuer wird es beim Abheben: Du zahlst 3 Prozent, mindestens 5 Euro im Ausland und sogar 7,50 Euro im Inland. Kostenfrei ist das Abheben nur dann, wenn Du vorab Guthaben auf Dein Kartenkonto einzahlst, also den Verfügungsrahmen der Kreditkarte gar nicht in Anspruch nimmst.

Die wichtigsten Kosten bei der Amazon-Visa-Karte

Jahresgebühr Amazon-Visa-Karte
(entfällt im ersten Jahr)
19,99 €
Jahresgebühr Amazon-Prime-Visa-Karte0 €
Sollzinsen14,98 % effektiv im Jahr
Geldabhebungen aus Verfügungsrahmen3 % des Umsatzes, mind. 5 € (Ausland)
oder 7,50 € (Inland)
Geldabhebungen vollständig aus Guthaben0 €
Fremd­wäh­rungs­ge­bühr außerhalb der Eurozone1,75 % des Umsatzes

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 8. April 2021)

Insgesamt sind die Amazon-Kreditkarten damit deutlich teurer als die besten kostenlosen Kreditkarten.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

  • Es gibt kostenlose Kreditkarten, mit denen das Bezahlen und Geldabheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: DKB, Hanseatic Bank, Payback, Barclaycard, Nuri

Zum Ratgeber

Kannst Du mit der Amazon-Visa-Karte kontaktlos zahlen?

Du musst Deine Karte nicht in das Lesegerät an der Kasse stecken, sondern brauchst sie nur dagegenzuhalten. Bei Summen unter 50 Euro musst Du nicht einmal die Pin eingeben. Bei Summen darüber bestätigst Du die Zahlung dann entweder mit Pin oder Unterschrift.

Du kannst auch mobil bezahlen, also mit dem Handy. Das funktioniert bisher nur über Google Pay, Du brauchst also ein Android-Smartphone.

Wann wird die Amazon-Visa-Karte abgerechnet?

Bei der Amazon-Kreditkarte handelt es sich um eine „echte“ Kreditkarte. Das heißt, Du musst kein Geld auf das Kartenkonto überweisen, um die Karte zu nutzen. Die Bank gibt Dir stattdessen einen Kredit.

Dieser Kredit – das Kartenlimit – beträgt am Anfang 210 Euro. Erst nachdem Du Deine Identität nachgewiesen hast, erfährst Du Deinen tatsächlichen Kreditrahmen. Wie hoch der ausfällt, hängt von Deiner Bonität ab. Dein Limit kannst Du über Dein Kartenkonto einsehen.

Kreditkarten unterscheiden sich darin, wie Du die Schulden abbezahlst. Entweder Deine Bank macht das für Dich, dann bucht sie monatlich den ganzen Betrag von Deinem Konto ab. Diese Karten heißen auch Charge-Karten. Oder aber die Bank bietet Dir hoch verzinste Ratenzahlungen an, das sind Revolving-Karten.

Die Kreditkarte von Amazon ist eine solche Revolving-Karte. Du musst Deine Schulden also nicht jeden Monat komplett tilgen. Stattdessen bucht die Bank immer nur einen Teil Deiner Schulden vom Konto ab. Wann sie das genau macht, hängt davon ab, wann Du die Karte beantragt hast. Das Datum für den Lastschrifteinzug ist auf der monatlichen Rechnung vermerkt. Du kannst das Abrechnungsdatum aber auch ändern.

Die Teilzahlung ist sehr teuer. Bei der Visa-Karte von Amazon fallen Sollzinsen von effektiv 14,98 Prozent im Jahr an. Sogar der sonst so teure Dispo ist bei vielen Girokonten günstiger. Bezahle deshalb Deine Rechnung auf einen Schlag. Dazu überweist Du den offenen Betrag auf das Kartenkonto oder lässt den Anbieter den Saldo komplett einziehen.

Letzteres kannst Du direkt festlegen, wenn Du die Karte beantragst. Stelle dann beim Abschnitt über den monatlichen Rechnungsausgleich die prozentuale Rate auf „100 Prozent“. Damit legst Du fest, dass Du die Kreditkartenrechnung monatlich vollständig ausgleichst, also auf die Teilzahlung verzichtest. Du kannst die Teilzahlung aber auch über das Kartenkonto ausstellen.

Die Bank bucht das Geld vom hinterlegten Girokonto ab. Sollte auf dem Kartenkonto selbst Guthaben sein, werden die Kartenumsätze und das Guthaben miteinander verrechnet. Du kannst auch zusätzlich Geld auf das Konto überweisen, so dass Du den Kredit gar nicht nutzt. Dann ist auch das Abheben preiswerter.

Wie kannst Du das Amazon-Visa-Konto einsehen?

Amazon gibt die Kreditkarte nicht selbst aus, sondern arbeitet dafür mit der Landesbank Berlin (LBB) zusammen. Deshalb ist auch Dein Kartenkonto und damit das Kreditkarten-Banking bei der LBB. Die Zugangsdaten erhältst Du getrennt von der Kreditkarte per Post.

Du hast zwei Möglichkeiten, auf Deine Kartenkonto zuzugreifen: Entweder über einen Browser oder über die Amazon-Visa-App. Dann kannst Du zum Beispiel die Kartenumsätze und Kreditkarten-Rechnungen einsehen, Umsätze reklamieren oder Deine Karte (temporär) sperren.

Du kannst auch einstellen, bei welchen Ereignissen Du eine SMS erhalten willst. In der einfachsten und kostenlosen Variante wirst Du nur dann informiert, wenn eine neue Kreditkarten-Rechnung vorliegt. Du kannst Dich allerdings auch jedes Mal per SMS informieren lassen, wenn es einen Umsatz auf dem Kreditkarten-Konto gab. Dieser Service kostet 1,69 Euro pro Monat.

Lädst Du die App auf Dein Smartphone, kannst Du beim Benachrichtigungsservice auch Push-Nachrichten einstellen. Das ist kostenlos.

Lohnt sich die Amazon-Visa-Karte für Dich?

Mit der Visa-Kreditkarte nimmst Du am „Bonusprogramm“ von Amazon teil. Außerdem erhältst Du kleine Extras und kannst etwa zwischen mehreren Motiven auf Deiner Kreditkarte wählen.

Bonusprogramm

Punkte bei der Amazon-Kreditkarte

Einkauf

Rückerstattung

bei Amazon

2 Cent je Euro Warenwert

bei anderen Händlern

0,5 Cent je Euro Warenwert

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 9. Juni 2021)

Wenn Du Prime-Kunde bist

Als Prime-Kunde erhältst Du für jeden Euro, den Du bei Amazon ausgibst, drei Bonuspunkte, also drei Cent. Beim Bezahlen bei anderen Händlern ist ein Euro lediglich einen halben Bonuspunkt wert. Du müsstest also 2.300 Euro auf Amazon ausgeben, um die Gebühren für die Prime-Mitgliedschaft auszugleichen.

Einlösen der Punkte

Die Bonuspunkte kannst Du zum Einkaufen auf Amazon einsetzen. Entweder löst Du Deine gesamten Punkte auf einen Schlag ein oder nur einen Teil davon. Die Amazon-Kreditkarte muss dafür als Zahlungsmittel im Amazon-Konto festgelegt sein.

Die gesammelten und eingelösten Punkte werden auf der Kreditkarten-Rechnung genannt. Sie sind unbegrenzt gültig. Eine Ausnahme gibt es: Solltest Du den Kreditkartenvertrag beenden, verfallen die Bonuspunkte.

Die Karte kann sich für Dich lohnen, falls Du sowieso Prime-Kunde bist, die Karte oft beim Shoppen benutzt und sie beim Bezahlen für Amazon hinterlegst. Beim Abheben solltest Du vorsichtig sein: Ist kein Guthaben auf der Karte, wird es sehr teuer.

Für die meisten anderen Verbraucher dürfte sich die Amazon-Kreditkarte nicht lohnen, sie fahren mit einer der Finanztip-Empfehlungen besser. Bei den von uns empfohlenen Karten fällt die Jahresgebühr weg und Du kannst entweder in der Eurozone oder gar weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

  • Es gibt kostenlose Kreditkarten, mit denen das Bezahlen und Geldabheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: DKB, Hanseatic Bank, Payback, Barclaycard, Nuri

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