Amazon Kreditkarte

Nur für Amazon-Fans geeignet

Das Wichtigste in Kürze

  • Amazon bietet seinen Kunden eine eigene Kreditkarte an.
  • Im ersten Jahr müssen Sie für die Karte keine Jahresgebühr bezahlen, ab dem zweiten Jahr sind es knapp 20 Euro.
  • Es handelt sich um eine Visa-Karte mit Teilzahlungsfunktion. Sie können Ihre Kartenschulden also in Raten zurückzahlen – allerdings mit hohen Zinsen. Finanztip rät deshalb davon ab.
  • Wenn Sie mit der Karte bezahlen, sammeln Sie Punkte, die Sie für Einkäufe bei Amazon nutzen können.
  • Für die meisten Kunden ist eine kostenlose Standard-Kreditkarte die bessere Wahl.

So gehen Sie vor

  • Rechnen Sie durch, wieviel Geld Sie pro Jahr schätzungsweise bei Amazon ausgeben. Ab 1.000 Euro können Sie die Jahresgebühr durch das Punktesammeln wieder reinholen.
  • Verzichten Sie darauf, die Kartenrechnung in Raten zu begleichen. Zahlen Sie stattdessen den offenen Betrag monatlich vollständig zurück.
  • Nutzen Sie zum Geldabheben sowie zum Bezahlen im Ausland eine Kreditkarte mit niedrigeren Gebühren.
  • Kreditkarten mit günstigeren Konditionen finden Sie im Ratgeber Kreditkarten.
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Amazon hat nicht nur Bücher, DVDs, Lebensmittel und weitere Produkte im Programm, die Verbraucher vom Einzelhandel kennen. Der Versandhändler versucht auch, über Finanzprodukte die Kunden an sich zu binden und bietet zusammen mit der Landesbank Berlin (LBB) eine Kreditkarte von Visa an.

Amazon wirbt mit Vergünstigungen, wenn Kunden viel mit der Visa-Karte zahlen, auch über das eigene Angebot hinaus. In den meisten Fällen ist eine Standard-Kreditkarte mit guten Konditionen aber die bessere Wahl.

Was kostet die Visa-Karte von Amazon?

Im erste Jahr bezahlen Sie keine Jahresgebühren für die Amazon-Kreditkarte, egal ob es sich dabei um die Hauptkarte oder um eine Partnerkarte handelt. Ab dem zweiten Jahr fallen dann jährlich Gebühren an. Knapp 20 Euro für die Hauptkarte und 10 Euro für die Partnerkarte.

Bei Kartenzahlungen außerhalb der Eurozone beträgt die Gebühr für das Bezahlen in fremder Währung 1,75 Prozent. Beim Abheben sowohl im In- als auch im Ausland entstehen keine Kosten, solange Guthaben auf dem Kartenkonto ist. Falls Kunden allerdings den Verfügungsrahmen übersteigen und somit den Kredit der Karte beanspruchen, wird es richtig teuer. Dann zahlen sie 3 Prozent des Umsatzes, mindestens jedoch 5 Euro im Ausland und sogar 7,50 Euro im Inland.

Es handelt sich bei der Amazon-Kreditkarte um eine „Revolving“-Karte. Das heißt, Sie müssen Ihre Schulden nicht jeden Monat komplett tilgen, sondern können sie auch in Raten abbezahlen. Wir raten davon ab. Denn die Teilzahlungsfunktion ist bei solchen Karten eigentlich immer teuer, bei der Visa-Karte von Amazon fallen Sollzinsen von effektiv 14,98 Prozent im Jahr an. Sogar der sonst so teure Dispo ist bei vielen Girokonten günstiger. Es ist daher besser, die Rechnung auf einen Schlag zu zahlen. Dazu überweisen Sie den offenen Betrag auf das Kartenkonto.

Insgesamt ist die Amazon-Kreditkarte damit deutlich teurer als die besten kostenlosen Kreditkarten.

Überblick über die wichtigsten Kosten

Jahresgebühr (entfällt im ersten Jahr) 19,99 €
Sollzinsen 14,98 % effektiv im Jahr
Geldabhebungen aus Verfügungsrahmen 3 % des Umsatzes, mind. 5 € (Ausland) oder 7,50 € (Inland)
Geldabhebungen vollständig aus Guthaben 0 €
Fremdwährungsgebühr außerhalb der Eurozone 1,75 % des Umsatzes

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 13. August 2018)

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Was bietet die Amazon-Visa-Karte?

Mit der Visa-Kreditkarte nehmen Sie am „Bonusprogramm“ von Amazon teil. Außerdem erhalten Sie kleine Extras und können etwa zwischen mehreren Motiven auf Ihrer Kreditkarte wählen.

Bonusprogramm
Als neuer Kunde erhalten Sie eine Startgutschrift in Höhe von 30 Euro. Die können Sie für Einkäufe auf der Amazon-Website nutzen.

Für jeden weiteren Einkauf bei dem Versandhändler gibt es je Euro Warenwert zwei Amazon-Bonuspunkte. Kaufen Sie etwas bei einem anderen Händler mit der Karte, erhalten Sie nur einen Bonuspunkt pro volle 2 Euro Kartenumsatz.

Die Bonuspunkte können Sie zum Einkaufen auf Amazon einsetzen. Entweder lösen Sie gleich die gesamten Punkte auf einen Schlag ein oder nur einen Teil davon. Die Amazon-Kreditkarte muss dafür als Zahlungsart im Amazon-Konto festgelegt sein. Eine weitere Möglichkeit ist es, mit den Punkten den Jahrespreis der Kreditkarte zu drücken.

Der Wert eines eingelösten Punktes beträgt 1 Cent. Für jeden Euro, den Sie bei Amazon ausgeben, erhalten Sie also höchstens 2 Cent gutgeschrieben. Für Einkäufe bei anderen Händlern bekommen Sie höchsten 0,5 Cent pro ausgegebenem Euro.

Die gesammelten und eingelösten Punkte werden auf der Kreditkarten-Rechnung genannt. Sie sind unbegrenzt gültig. Eine Ausnahme gibt es: Sollten Sie den Kreditkartenvertrag beenden, verfallen die Bonuspunkte.

Ab ungefähr 1.000 Euro Umsatz auf Amazon holen Sie den Jahrespreis der Karte wieder rein.

Punkte bei der Amazon-Kreditkarte

Rückerstattung
Einkauf bei Amazon, je Euro Warenwert maximal 2 Cent
Einkauf bei anderen Händlern, je Euro Warenwert maximal 0,5 Cent

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 13. August 2018)

Was bietet das Kartenkonto bei Amazon?

Die Kartenumsätze und Kreditkarten-Rechnungen können Sie über den Online-Banking-Zugang der LBB einsehen. Dort ist auch das Datum der Rechnungsstellung vermerkt, also der Tag, an dem die Bank das Geld einzieht.

Die Bank bucht das Geld vom hinterlegten Girokonto ab. Sollte auf dem Kartenkonto selber Guthaben sein, werden die Kartenumsätze und das Guthaben miteinander verrechnet.

Über den Zugang können Sie auch die Teilzahlung einstellen und die Ratenhöhe dafür festlegen oder kündigen. Dabei steht es Ihnen offen, ob Sie eine feste Rate in Euro oder Prozent des Umsatzes wählen. Zusätzliche Einzahlungen auf das Kreditkartenkonto sind möglich.

Falls Sie keine Teilzahlung ausgewählt haben, wird der Umsatz einmal im Monat abgebucht. Sollte sich bereits Guthaben auf dem Kartenkonto befinden, verrechnet die Bank die Umsätze damit.

Für die meisten Verbraucher lohnt sich die Kreditkarte nicht, sie fahren mit einer der Finanztip-Empfehlungen besser. Wir empfehlen Ihnen zurzeit die Kreditkarten von DKB, Santander und Barclaycard, wenn Sie weltweit kostenlos Geld abheben wollen. Reicht Ihnen das kostenlose Abheben in der Eurozone aus, können Sie auch die Kreditkarten der Consorsbank und ING-Diba wählen.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Kostenlose Kreditkarte als Basisausstattung

  • Bei Kreditkarten fallen oft hohe Kosten an.
  • Achten Sie auf Gebühren beim Abheben.
  • Auch das Bezahlen im Ausland ist oft teuer.
  • Einige Anbieter verlangen nur geringe Gebühren.

» Zum Ratgeber

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.