ADAC Kredit­karte Die Kredit­karte für Autofahrer

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Das Wichtigste in Kürze

  • ADAC-Mitglieder können beim Autoclub eine kostenlose Kredit­karte beantragen.
  • Die Karte ist beim Geldabheben teuer. Eine weitere Kostenfalle ist die Ratenfunktion.
  • Du kannst unterschiedliche Dienstleistungen zur Karte hinzubuchen.

So gehst Du vor

  • Auch wenn Du mit den Leistungen des Automobilclubs zufrieden bist, solltest Du nicht gleich zu einer Kredit­karte des ADAC greifen.

  • Prüfe stattdessen, ob Du die Zusatzleistungen wie Rabatte oder Ver­si­che­rungen nutzen wirst oder anderswo bereits erhältst.

  • Mit einer kostenlosen Kredit­karte mit möglichst niedrigen Gebühren sparst Du Geld. Finanztip empfiehlt die Karte der Hanseatic Bank (auch als Awa7 oder Deutschland Kredit­karte Classic).

Wer Mitglied beim Automobilclub ADAC ist, kann sich nicht nur nach einer Panne abschleppen lassen. Der Club bietet auch eine Kredit­karte an, zu der unterschiedliche Servicepakete gehören.

Was kostet die Kredit­karte des ADAC?

Der ADAC verlangt für die Kredit­karte keine Jahresgebühren. Aber: Du musst Mitglied beim ADAC sein, um die Karte überhaupt zu erhalten. Dafür bezahlst Du mindestens 54 Euro im Jahr. Mit einer günstigen Standard-Kreditkarte kannst Du Dir solche und weitere Kosten sparen.

Neben den Mitgliedsgebühren zahlst Du auch an anderer Stelle, zum Beispiel beim Abheben und bei der Ratenzahlung.

Überblick über die wichtigsten Kosten

Jahresgebühr0 €
Mitgliedschaft beim ADACab 54 €
Geldabheben

3 % des Umsatzes, mind. 5 € (Ausland)
oder 7,50 € (Inland)

 

Fremd­wäh­rungs­ge­bühr außerhalb
der Eurozone

 

1,75 %
Sollzinsen12,95 % effektiv im Jahr

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 6. Februar 2024)

Bei der ADAC Visa-Karte handelt es sich um eine Revolving-Kreditkarte. Das heißt, Du kannst Deine Schulden in Raten tilgen. Die Bank verlangt Sollzinsen von 12,95 Prozent im Jahr, falls Du diese Teilzahlungsfunktion nutzt. Das ist sehr teuer und Finanztip rät von der Ratenzahlung ab. Du umgehst diese Kosten, indem Du Deine monatliche Rechnung immer komplett begleichst.

Welche zusätzlichen Leistungen gibt es?

Falls Du Deine ADAC-Karte im Ausland verlierst, erhältst Du kostenlos eine Notfall-Karte – und das per Boten. Die anderen Leistungen, die der ADAC bewirbt, bieten auch andere Anbieter an.

So haftest Du nicht, falls Deine Karte verloren geht oder gestohlen wird und dann von Dritten genutzt wird. Ausnahmen gelten bei grober Fahrlässigkeit. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Du Pin und Karte zusammen in der Brieftasche hattest. In solchen Fällen haftest Du komplett. Solltest Du die Karte verlieren oder sie wird gestohlen, musst Du sie zeitnah sperren. Wende Dich dafür an den Kartenservice unter 030/2455 2255. Du kannst Karte zunächst auch temporär über die App sperren. Unbekannte Umsätze kannst Du zurückfordern und zwar über eine Reklamation.

Außerdem kannst Du mit der Karte kontaktlos zahlen. Dazu hältst Du sie lediglich an das Kartenlesegerät. Bei Summen unter 50 Euro brauchst Du keine Pin. Du kannst die Karte aber auch zuhause lassen und einfach über Apple Pay oder Google Pay zahlen. Dazu musst Du allerdings die Karte in Deinem Handy und dem jeweiligen Wallet hinterlegen.

Interessanter sind die Angebote, für die Du extra zahlst. So gehört zum „Paket Reise“ beispielsweise eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung und Auslandskrankenschutz, beim „Paket Sparen“ erhältst Du Rabatte beim Tanken oder wenn Du Deinen Mietwagen auf bestimmten Portalen buchst, über das „Paket Schutz“ soll der ADAC Deine Daten im Internet schützen und bei Diebstahl von gerade abgehobenem Geld dafür aufkommen.

Kosten Zusatzpakete

PaketKosten im Monat
Platin (Alle Komponenten)9,90 €
Reise5,90 €
Sparen4,90 €
Schutz3,90 €

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 6. Februar 2024)

Wenn es um Ver­si­che­rungen geht: Kombiprodukte aus Karte und Ver­si­che­rungen sind meist keine gute Wahl. Schließlich musst Du alle Verträge ersetzen, wenn Du lediglich die Kreditkare kündigst. Zudem ist der Ver­si­che­rungs­schutz bei Ver­si­che­rungen, die zu Kredit­karten angeboten werden, in der Regel unzureichend und greift nur in bestimmten Fällen. Du musst oft die Leistungen immer mit der spezifischen Kredit­karte bezahlen, damit Du geschützt bist. Das ist auch beim ADAC der Fall.

Viele Ver­si­che­rungen sind nicht einmal notwendig – auch bei der ADAC-Karte. Im Ratgeber „Sinnvolle Ver­si­che­rungen“ listen wir wichtige Ver­si­che­rungen auf und welche Anbieter wir dafür empfehlen.

Bei den Rabatten musst Du selbst berechnen, ob Du darüber allein die Kosten für den zusätzlichen Service wieder ausgleichst, das ist für jeden Verbraucher unterschiedlich. Denke auch daran, dass Du bei Mietwagen an bestimmte Anbieter gebunden bist und Du das Auto womöglich woanders preiswerter ausleihen kannst. Wenn Du häufiger tankst, kannst Du aber wieder Geld reinholen: 3 Euro im Monat. Die Kosten für das gesamte Paket sind das also nicht – geschweige denn für die Kartengebühren.

Auch ob sich das Schutz-Paket für Dich lohnt, hängt ganz von Dir ab. Der ADAC lässt Dich dabei für ein persönliches Sicherheitsgefühl zahlen.

Entscheidest Du Dich für eines der Pakete, gilt dieses für ein Jahr. Du kannst die Pakete im Online-Banking, per Telefon, in einer ADAC-Filiale oder auch schriftlich hinzubuchen.

Wie funktioniert das Kredit­kartenkonto beim ADAC?

Im Online-Kartenkonto siehst Du den Kontostand und die Umsätze. Es wird zudem das Kartenlimit angezeigt und Du kannst Deinen Verfügungsrahmen ändern. Falls etwas beim Bezahlen schiefgeht, reklamierst Du über das Kartenkonto die Umsätze. Auch ein neues Abrechnungskonto trägst Du im Kartenkonto ein. Das Ganze kannst Du auch über die zugehörige App fürs Smartphone erledigen.

Guthaben - Du kannst Dein Kartenkonto im Plus führen, das ist nicht immer bei Revolving-Karten möglich. Dazu überweist Du einfach Geld auf das Kartenkonto. So erhöhst Du auch Deinen Verfügungsrahmen.

Kündigung - Du kannst die ADAC Visa jederzeit kündigen, eine Kündigungsfrist musst Du dabei nicht beachten. Dafür loggst Du Dich in das Kredit­karten-Banking ein und schickst die Kündigung über das Kontaktformular an die Bank.  Das Ganze klappt auch über den Postweg. Schuldest Du der Bank noch Geld, musst Du das Geld zurückzahlen, damit die Kündigung greift.

Etwas anders sieht es bei den Paketen aus, die Du zur Karte hinzubuchen kannst. Denn wenn Du ein Paket zum ersten Mal buchst, gilt eine Vertragsfrist von 12 Monaten. Erst danach kannst Du kündigen und zwar monatlich.

Ende der Zusammenarbeit mit der LBB

Das Kartenkonto für die Kredit­karten lag bisher bei der Landesbank Berlin. Die stellt jedoch die Zusammenarbeit mit dem ADAC  ein. Die Solarisbank soll das Kartenportfolio übernehmen. Bis Mitte 2024 ändert sich für Dich nichts, Du kannst die Karten wie gewohnt nutzen. Der ADAC hat den Kunden im Januar 2024 mitgeteilt, dass der Wechsel im dritten Quartal 2024 stattfinden soll.

Mehr dazu im Ratgeber Kredit­karten

  • Es gibt kostenlose Kredit­karten, mit denen das Bezahlen und Geld abheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Hanseatic Bank (auch als Awa7 oder Deutschland Kredit­karte Classic) 

Zum Ratgeber

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Ist die ADAC-Kreditkarte kostenlos?

Welche Bank steckt hinter der ADAC-Kreditkarte

Lohnt sich die ADAC-Kreditkarte für mich?

Gibt es Fallstricke bei der ADAC-Kreditkarte?

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