Smartphone-Banken

Das Girokonto in der Hosentasche

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie sich für ein Smartphone-Konto entscheiden, erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte zum größten Teil oder sogar ganz über eine App auf Ihrem Smartphone.
  • Smartphone-Konten warten mit Funktionen auf, die Filial- und Direktbanken nicht immer anbieten.
  • Allerdings müssen Sie bei Smartphone-Konten auch auf manche Funktion verzichten, die Sie von normalen Konten und Banken kennen.
  • Filial- und Direktbanken wollen den Anschluss nicht verlieren und bauen die App-Konten entweder nach oder entwickeln die eigenen Apps für das Banking weiter.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, was für Sie beim Girokonto zählt: Sind es die Filialen vor Ort, niedrige Gebühren oder neue digitale Funktionen? Wählen Sie die Konto-Art aus, die zu Ihnen passt.
  • Die Kosten der Filial- und Direktbanken können Sie im Finanztip-Rechner vergleichen. So finden Sie ein passendes Konto.
  • Falls Sie ein Smartphone-Konto ausprobieren wollen, überlegen Sie, welche der App-Funktionen für Sie interessant sind und eröffnen Sie bei der passenden Bank das Konto.
  • Achten Sie darauf, dass die Endgeräte für Ihre digitalen Bankgeschäfte abgesichert sind – egal ob Laptop, Tablet oder Smartphone.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Girokonto immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Vor Jahren krempelten die Direktbanken mit ihren Online-Konten den Finanzalltag der Deutschen um. Nun versuchen es neue Anbieter erneut: Sie holen das Girokonto auf das Smartphone. Dafür entwickeln sie Service-Angebote und modernisieren die Bankgeschäfte an sich.

Welche Smartphone-Konten gibt es?

Hinter den ersten Smartphone-Konten steckten sogenannte Fintechs – junge Unternehmen, die Finanzwelt und Technik zusammenbringen. Sie heißen N26, Revolut oder Transferwise und haben kein geringeres Ziel, als den Bankenmarkt aufzumischen.

Inzwischen sind sie aber nicht mehr allein auf dem Smartphone-Konto-Markt. Auch etablierte Unternehmen entwickeln entsprechende Angebote: die Sparkassen zum Beispiel oder der Telefonkonzern Telefónica mit der Marke O2 .

N26 - Das 2013 gegründete Start-up fing mit einem kostenlosen Girokonto-Modell an. Inzwischen bietet N26 (früher: Number26) neben dem kostenlosen Standardkonto sowohl ein kostenpflichtiges Premiumkonto als auch eine Premium-Kreditkarte an. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Fintechs hat N26 sein Angebot erweitert, zum Beispiel um Festgeld.

Revolut - Das britische Start-up bietet seit 2017 seine Konten auch in Deutschland an. Ähnlich wie N26 gibt es ein kostenloses Konto und ein Premium-Angebot. Beim zusätzlichen Service setzt Revolut unter anderem auf den Kauf und Verkauf von Bitcoins.

Transferwise - Auch bei Transferwise handelt es sich um eine junge Firma aus Großbritannien. Das Unternehmen startete mit dem Versenden von Geld per App auf dem Smartphone (englisch „peer to peer“). Dabei stand vor allem das Überweisen in fremden Währungen im Vordergrund. Inzwischen bietet Transferwise auch ein Girokonto an.

O2 Banking - Für das Smartphone-Konto arbeitet O2 mit der Fidor-Bank zusammen. Der Anbieter versucht, mit der Anbindung an den Telefonvertrag zu punkten. So erhalten O2-Kunden zum Beispiel über den Umsatz, den sie mit ihrer Kreditkarte machen, mehr Datenvolumen.

1822mobile - Nicht nur Fintechs und Telefonkonzerne können Smartphone-Konten entwickeln, die deutschen Sparkassen können das auch. In diesem Fall ist es die 1822direkt, das Tochterunternehmen der Frankfurter Sparkasse. Neben der Anbindung an das Sparkassen-Automatennetz wartet das Konto mit einer echten Kreditkarte auf, also einer Karte, bei der Sie einen Kredit erhalten. Andere Smartphone-Konto-Anbieter geben nur eine Debit-Karte aus, das Geld wird sofort vom Konto gebucht. Bei diesen Karten handelt es sich nicht um echte Kreditkarten.

Bankomo - Mit der Reisebank hat auch ein Mitglied der Genossenschaftlichen Finanzgruppe ein Smartphone-Konto auf dem Markt gebracht. Bankomo-Kunden können deren Geschäftsstellen und Geldautomaten nutzen.

Yomo - Für Yomo haben sich unterschiedliche Sparkassen zusammengeschlossen, um ein eigenes Smartphone-Konto anzubieten. Die App befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Da Sparkassen regional arbeiten, sieht Yomo zwar für alle gleich aus, die Gebühren hängen aber von der Bank ab, die der Kunde gewählt hat.

Ferratum - Die maltesische Ferratum Bank ist in Deutschland eher für ihre Kurzzeitkredite bekannt, bietet aber auch ein Smartphone-Konto an.

Es gibt zudem Smartphone-Banken, die sich an Freiberufler und Selbstständige richten und Geschäftskonten für Smartphones optimieren. Dazu gehören Kontist, Holvi und Penta. Sie bieten unter anderem Steuereinschätzungen in Echtzeit, Buchhaltungswerkzeuge und Ausgaben-Management an.

Was können Smartphone-Konten?

Die Smartphone-Banken haben ihre Konten dem Wunsch angepasst, dass ihre Kunden ihre Bankgeschäfte über das Smartphone erledigen wollen. Und zwar fast komplett. Grund genug für die Fintechs, neue Funktionen zu entwickeln und sich vom Banking mit Laptop oder PC zu lösen.

Ob Smartphone und Girokonto miteinander fest verknüpft sind, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. N26 und 1822mobile setzen zum Beispiel auf das sogenannte Device-Binding. Das bedeutet: Das Konto ist fest mit dem einen Smartphone verbunden, das Sie beim Eröffnen des Kontos verwendet haben.

Diese Verknüpfung zwischen Smartphone und Girokonto heißt jedoch nicht, dass das Banking bei jedem Anbieter nur über die App funktioniert. Bei N26 gibt es beispielsweise einen Zugang über einen Webbrowser; auch bei Bankomo sind die Kunden nicht komplett auf ihr Smartphone angewiesen. Eine andere Strategie verfolgen die Anbieter hinter 1822mobile und Yomo: Bankgeschäfte lassen sich ohne Smartphone kaum oder gar nicht erledigen.

Auch was Sie tun müssen, wenn Sie das Handy wechseln oder das Gerät verloren gehen, ist unterschiedlich geregelt.

Typische Funktionen der App-Konten

Smartphone-Konto ist nicht gleich Smartphone-Konto. Die Anbieter haben unterschiedliche Funktionen in ihre Konto-Apps eingebaut. Das liegt auch daran, dass die Banken diese Funktionen nicht immer selber stellen, sondern mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten, anderen Fintechs zum Beispiel, aber auch mit größeren Unternehmen wie Google.

Push-Nachrichten bei Transaktionen - Geld abgehoben oder Schulden per Überweisung beglichen? Dann bekommen Sie bei einigen Anbietern Push-Nachrichten. Betrugsfälle bemerken Sie so schneller.

Geld senden mit dem Smartphone - Mit einigen Smartphone-Konten können Sie Geld an andere Kunden senden, obwohl Sie die Kontonummer des anderen nicht haben. Solche Peer-to-Peer-Überweisungen funktionieren dann über die Telefonnummer. Das Geld geht in Sekundenschnelle auf dem anderen Girokonto ein. Damit das schnell und einfach klappt, muss der Empfänger in der Regel ein Konto bei derselben Bank haben.

Sperren von Kreditkarten per App - Falls Sie Ihre Bankkarten verlieren, müssen Sie sie sperren. Das geht mit einem Anruf bei der Bank oder über den allgemeinen Notfallservice (Telefonnummer 116 166). Bei einigen der Smartphone-Konten klappt es aber auch direkt über die App. Den Verlust sollten Sie aber trotzdem der Polizei melden.

Einstellen von Limits in der App - Bei einigen Apps können Sie selber die Limits für Überweisungen und Kartenzahlungen einstellen.

Günstiges Überweisen in andere Währungen - Ihr Konto läuft auf Euro, das Hotel, das Sie bezahlen wollen, liegt aber in Polen? Bei einer normalen Überweisung verlangen viele Banken recht hohe Gebühren für den Währungswechsel, die auch nicht sonderlich transparent dargestellt sind. Einige Smartphone-Banken bieten eine Funktion zum Überweisen zwischen unterschiedlichen Währungen an, die preiswerter sein soll als das Überweisen bei den klassischen Banken. Sie zeigen zudem die genauen Kosten direkt bei der Überweisung in der App an.

Geld abheben im Supermarkt - Mit der Girocard lässt sich an den Kassen von Supermärkten schon lange Geld abheben, dazu müssen Sie jedoch in der Regel für eine Mindestsumme einkaufen. Einige Smartphone-Banken setzen beim Abheben im Supermarkt allein auf das Smartphone, auch weil sie oft überhaupt keine Girocard anbieten.

Mobile Payment - Das Bezahlen mit dem Handy an der Supermarkt-Kasse hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt. Es gibt zu viele Systeme, und der Nutzen ist vielen Kunden nicht klar. Trotzdem werkeln auch Smartphone-Banken an entsprechenden Funktionen, zum Beispiel mit dem amerikanischen Konzern Google (Google Pay bei N26).

Verwalten von Ausgaben - Haushaltsbücher gibt es schon ewig; auch die Smartphone-Banken rücken von dieser Idee nicht ganz ab. Das Kategorisieren der Ausgaben soll helfen, die Transaktionen im Blick zu behalten.

Funktionen bei Smartphone-Konten

Bank Kontoname Peer-to-Peer-Überweisungen Kreditkarte über App sperrbar Limits über die App einstellbar Push-Nachrichten Verwaltung von Ausgaben Auslands-  überweisungen
N26 N26 Girokonto ja ja ja ja ja ja, mit Transferwise
Transferwise Transferwise Borderless-Konto ja ja ja ja nein ja, es fallen Transferwise Transaktions-  gebühren an
Revolut Standard nein ja ja ja ja ja, mit eigenen Gebühren
1822direkt 1822mobile ja nein ja ja nein normale Auslandsüberweisungen mit entsprechenden Gebühren
Reisebank Bankomo ja ja ja nein nein (eingehend) normale Auslandsüberweisungen mit entsprechenden Gebühren
O2 / Fidor O2 Banking ja ja ja ja nein Im Sepa-Raum
Ferratum Ferratum Girokonto ja ja nein ja ja Konto kann in unterschiedlichen Währungen geführt werden, Überweisungen in unterschiedlichen Währungen möglich
Sparkassen Yomo ja in Planung nein in Arbeit nein normale Auslandsüberweisungen mit entsprechenden Gebühren

Quelle: Websites der Anbieter und Angaben der Anbieter, noch unbestätigte Angaben von Revolut (Stand: Juli 2018)

Zusätzliche Produkte bei Smartphone-Banken

Neben dem Girokonto mit den App-Funktionen bieten einige der Smartphone-Banken auch zusätzliche Produkte an. Damit entwickeln sich die Anbieter verstärkt in Richtung klassische Bank, auch wenn sie dabei einen „Fintech“-Ansatz wählen.

Festgeld - Festgeld gehört für viele Menschen in das Finanzportfolio. Noch finden sich entsprechende Angebote eher selten bei Smartphone-Banken. N26 beispielsweise kooperiert dafür mit Weltsparen.

Geld anlegen - Aktien, Anleihen, ETFs: Es gibt zahlreiche Wege für Verbraucher, Geld anzulegen. Damit das die eigenen Kunden auch können, arbeitet N26 mit dem Robo-Advisor-Fintech Vaamo zusammen.

Kryptowährung - Bitcoins haben es zum Jahreswechsel 2017/2018 in fast alle Medien geschafft und bei Revolut auch ins Banking. Bei dieser Smartphone-Bank können Sie die Kryptowährung kaufen und verkaufen.

Verwalten von Versicherungen - Die jährliche Kündigungsmöglichkeit bei der Haftpflichtversicherung läuft bald aus und eigentlich wollten Sie sich auch um Ihre Hausratversicherung kümmern? Insuretechs, die Geschwister der Fintechs aus der Versicherungsbranche, kümmern sich um diese Themen. N26 arbeitet mit einem solchen Fintech (Clark) zusammen, um Versicherungen einfacher zu verwalten. 1822mobile will nachziehen.

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Was können Smartphone-Konten nicht?

Es gibt einige Service-Angebote und Funktionen, auf die die Smartphone-Banken bewusst oder zwangsläufig verzichten.

Girocard - Für die meisten Verbraucher gehört die Girocard (früher: EC-Karte) einfach zum Girokonto. Für die Smartphone-Banken gilt dies nicht, sie haben oft keine entsprechende Karte im Programm. Ausnahmen sind die App-Konten der Sparkassen: Sowohl zu Yomo als auch zu 1822mobile gehört eine Girocard. N26 wartet mit einer reinen Maestro-Karte auf, es fehlt also die Zusammenarbeit mit dem deutschen System Girocard. Für Kunden kann das beim bargeldlosen Bezahlen zu Problemen führen, falls Händler die zum Konto gehörenden Karten nicht akzeptieren.

Kreditkarte - In der Regel handelt es sich bei den Karten der Smartphone-Banken um Debitkarten, also Karten, bei denen wie bei der Girocard das Geld zeitnah abgebucht wird. Diese Karten gelten nicht als echte Kreditkarten. Beim Buchen von Hotels und Autos kann es zu Problemen kommen, weil die Anbieter diese Karten nicht immer akzeptieren. Die große Ausnahme bildet bisher 1822mobile. Zu diesem Konto gehört eine Charge-Karte, also eine Kreditkarte, bei der die Umsätze monatlich abgebucht werden.

Dispo - Ein Dispokredit ist ein gängiges Bankprodukt. Transferwise, Revolut und Bankomo gewähren ihren Kunden diesen Überziehungsrahmen jedoch nicht.

Bargeld abheben - Die Deutschen bezahlen immer noch am liebsten mit Bargeld, auch wenn der Anteil sinkt. Die Bargeldversorgung muss also auch bei Smartphone-Konten klappen. Das tut sie auch – mit Abstrichen. Einige der Smartphone-Banken schränken das kostenlose Abheben über eine sogenannte Fair-Use-Policy ein. Das heißt: Die Kunden können dann nur ein paar Mal im Monat kostenlos Geld holen. Heben sie zu oft ab oder zu viel, zahlen sie bei jedem Abhebevorgang Gebühren.

Neben dem Abheben am Geldautomaten gibt es aber manchmal eine weitere Möglichkeit, an Bargeld zu kommen: in einigen Supermärkten mit dem Smartphone und einem Barcode. Diesen zeigen Sie an der Kasse vor, um Geld zu bekommen. Dafür arbeiten die Anbieter mit dem Fintech Barzahlen zusammen.

Bargeld einzahlen - Smartphone-Banken kämpfen mit ähnlichen Problemen wie normale Direktbanken. Es fehlen ihnen zum Beispiel Filialen oder eigene Geldautomaten, an denen Kunden Bargeld einzahlen können. Bei N26, Bankomo und O2 Banking können die Kunden in teilnehmenden Supermärkten Geld einzahlen – auch in solchen Fällen geht das über das Smartphone und mit dem Fintech Barzahlen. Bankomo-Kunden können für Ein- und Auszahlungen außerdem auf die 90 Geschäftsstellen der Reisebank zurückgreifen, allerdings gegen Gebühr. Yomo nutzt die Anbindung an die Sparkassen: Zum Einzahlen können die Kunden kostenlos die Automaten der Yomo-Sparkasse nutzen, die sie ausgewählt haben.

Bargeld bei Smartphone-Konten

Bank Kontoname Bargeld abheben über Smartphone im Supermarkt Kosten für das Bargeldabheben im Supermarkt per Smartphone Bargeld einzahlen über Smartphone im Supermarkt Kosten für das Bargeldeinzahlen
N26 N26 Girokonto ja 0 € ja kostenlos bis zu 100 €/Monat, 1,5 % Gebühren nach den ersten 100 €/Monat
Transferwise Transferwise Borderless-Konto nein x nein x
Revolut Standard nein x nein x
1822direkt 1822mobile nein x nein x
Reisebank Bankomo ja 0,5 % (mind. 1,50 €) ja 1,5 % (mind. 2,50 €)
O2 / Fidor O2 Banking ja, ab August 2018 x ja bis zu 100 €/Monat: 0 €; auf 100 €/Monat übersteigende Beträge: 1,75 %
Ferratum Ferratum Girokonto nein nein nein x
Sparkassen Yomo nein nein nein x

Quelle: Websites der Anbieter und Angaben der Anbieter, noch unbestätigte Angaben von Revolut (Stand: Juli 2018)

Sicherheit bei Smartphone-Konten

Bisher galt beim Online-Banking die Zwei-Geräte-Regel: Aus Gründen der Sicherheit sollten Sie die TAN möglichst nicht auf dem Gerät erhalten, auf dem Sie Ihre Bankgeschäfte erledigen. Die TAN ist eine sechsstellige Nummer, die nötig ist, um eine Buchung freizugeben.

Bei vielen Banken war es gar nicht möglich, sich die TAN auf dasselbe Gerät senden zu lassen, auf dem Sie vorher die Überweisung angelegt haben. Bei den Smartphone-Banken erfolgt das Banking jedoch nur auf einem Gerät.

In der Regel sichern die Smartphone-Banken die Konten und Bankgeschäfte mit unterschiedlichen Methoden. So müssen Sie sich erst in die App einloggen, zum Beispiel mit einem Passwort oder dem Fingerabdruck. Für Überweisungen ist dann eine weitere PIN nötig. Die feste Verknüpfung mit einem bestimmten Smartphone, Push-Nachrichten zu Transaktionen und selbst festgelegte Limits (um unerlaubtes Überweisen über das Limit hinaus zu unterbinden) können die Sicherheit verstärken.

Doch nicht nur das Verhalten der Bank ist für die Sicherheit Ihrer Bankgeschäfte wichtig. Halten Sie die Betriebssysteme der Endgeräte, auf denen Sie Ihre Bankgeschäfte erledigen, aktuell. Sichern Sie die Geräte zusätzlich über Antiviren-Programme ab. Die gibt es auch für Smartphones.

Wie reagieren die „klassischen“ Banken?

Was heute Fintechs und andere Anbieter mit Smartphone-Konten versuchen, gelang Direktbanken vor einigen Jahren. Sie etablierten sich und ihre Online-Girokonten als Alternative zu Bankgeschäften, die noch verstärkt in der Filiale oder über Selbstbedienungsautomaten erfolgten.

Was tun nun die Herausforderer von gestern? Sie müssen – genau wie Filialbanken auch – auf die neue Konkurrenz reagieren. Entweder indem sie die neuen Angebote nachbauen oder aber indem sie ihre eigenen Banking-Apps aufrüsten. Und einige Funktionen, die Kunden nun in den Apps der großen Filialbanken oder in denen von Direktbanken wie ING-Diba, DKB und Norisbank finden, kommen denen der Smartphone-Konto-Apps sehr nahe.

Die Banken setzen aber auch auf Dienste, die der Smartphone-Konkurrenz fehlen. So spielt das Thema Multi-Banking, also das Zusammenführen der Kontodaten von verschiedenen Anbietern, eher bei den klassischen Banken eine Rolle. Das bieten beispielsweise die DKB, Comdirect, ING-Diba oder die Deutschen Bank an.

App-Funktionen bei Direktbanken

Bank Kontoname Peer-to-Peer-Überweisungen Kreditkarte über App sperrbar Limits über die App einstellbar Push-Nachrichten Verwaltung von Ausgaben Auslands-   überweisungen
DKB DKB Cash geht über Cringle, dazu ist aber die Cringle-App nötig; nur Beträge unter 250 € ja ja nein nein normale Auslandsüberweisungen mit entsprechenden Gebühren
Norisbank Top-Girokonto nein nein nein nein Verwaltung nein, aber einsehbar in der App über den Finanzplaner normale Auslandsüberweisungen mit entsprechenden Gebühren
Comdirect Girokonto nein nein ja ja ja (nur Banking-App für iOS) normale Auslandsüberweisungen mit entsprechenden Gebühren
ING-Diba Girokonto nein nein, geplant für Herbst 2018 nein, geplant für Winter 2018 ja ja – Multibanking, Anzeige von externen Bankkonten möglich normale Auslandsüberweisungen mit entsprechenden Gebühren

Quelle: Websites der Anbieter und Angaben der Anbieter (Stand: Juli 2018)

Abheben mit dem Smartphone bei Direktbanken

Bank Kontoname Bargeld abheben über Smartphone im Supermarkt Kosten für das Bargeldabheben im Supermarkt per Smartphone Bargeld einzahlen über Smartphone im Supermarkt Kosten für das Bargeldeinzahlen
DKB DKB Cash ja 0 € nein 1,5 % vom Einzahlungsbetrag
Norisbank Top-Girokonto nein nein nein x
Comdirect Girokonto nein nein nein die erste drei Bargeldeinzahlungen im Jahr in der Commerzbank-Filiale sind kostenlos, danach 1,90 €/ Einzahlung
ING-Diba Girokonto nein x nein x

Quelle: Websites der Anbieter und Angaben der Anbieter (Stand: Juli 2018)

Filiale, Direktbank oder Smartphone: Welche Bank passt zu Ihnen?

Falls Sie sich fragen, welche Konto-Art am besten zu Ihnen passt, sollten Sie unterschiedliche Punkte durchdenken.

Filiale oder Internet - Brauchen oder wollen Sie eine Bank, die ein Filialnetz aufweist? Solche Banken sind in der Regel teurer als die Konkurrenz im Internet, es kann schon mal um etwa 100 Euro Preisunterschied im Jahr gehen. Fragen Sie sich also, ob Ihnen die Filiale und der Berater vor Ort das wert sind.

Laptop oder Smartphone - Egal ob Filial- oder Direktbank, bei beiden funktioniert das Online-Banking in der Regel ohne Probleme. Die Smartphone-Konto-Anbieter haben ihre Apps jedoch für Smartphones entwickelt. Das bedeutet: Bei manchen Anbietern fehlen also Funktionen, wenn Sie Ihre Bankgeschäfte auf dem PC oder Laptop erledigen wollen. Wollen Sie sich nicht vom Handy abhängig machen, müssen Sie also entweder die passende Smartphone-Bank wählen oder aber ein „normales“ Konto nutzen.

Gebühren - Beim Thema niedrige Gebühren liegen die Direktbanken vorn, bei ihnen entstehen meist die wenigsten Kosten, wenn es um allgemeine Bankgeschäfte geht. Sie verlangen keine Grundgebühren, und das Abheben in Deutschland und der Eurozone ist kostenlos. Auch das Überweisen im Sepa-Raum ist gebührenfrei, das ist bei Filialbanken nicht immer so. Die sind sowieso meist um einiges teurer.

Die Smartphone-Banken reihen sich irgendwo dazwischen ein, abhängig zum Beispiel davon, wie sie die Gebühren für das Abheben aufbauen und wie oft jemand tatsächlich Geld abhebt.

Bargeld - Filialbanken unterhalten oft ein Automatennetz oder haben sich einem angeschlossen. Bei Direktbanken ist dies nicht immer der Fall. Und auch bei den Smartphone-Angeboten können Sie nicht auf Automaten der eigenen Bank setzen. Beide versorgen ihre Kunden deshalb über die Kreditkarte und den Automaten anderer Banken mit Bargeld.

Einige Sparkassen und Volksbanken sperren die Karten von Direktbanken wie DKB und ING-Diba jedoch einfach an ihren Automaten aus, die Kunden kommen bei ihnen nicht an Bargeld. Das ist allerdings die Ausnahme. Trotzdem sollten Sie bei der Sparkasse oder Volksbank vor Ort nachschauen, ob sie die Karten akzeptiert, bevor Sie von einer Filialbank zu einer Direktbank wechseln.

Bei einigen der Smartphone-Konten ist das kostenlose Abheben vonseiten der Anbieter eingeschränkt. Unser Tipp: Falls Sie Interesse haben, Ihre Bankgeschäfte komplett über ein solches Konto zu erledigen, beobachten Sie vorher, wie oft und wieviel Bargeld Sie abheben.

Digitales - Die Smartphone-Konto-Anbieter haben vorgelegt, Filialbanken und Direktbanken ziehen nach. Die Geldhäuser setzen aber auf unterschiedliche Strategien; und nicht alle Funktionen, mit denen Smartphone-Anbieter Kunden anlocken, sind auch für diese Banken interessant.

Es bleibt an Ihnen abzuwägen, ob es sich lohnt, allein für eine Funktion das Konto zu wechseln. Sofern Sie neugierig sind, aber den kompletten Wechsel scheuen, können Sie sich natürlich ein Smartphone-Konto als Zweitkonto zulegen, um auszuprobieren, ob es zu Ihrem finanziellen Alltag passt.

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

Josefine Lietzau
von Finanztip,
Expertin für Bankprodukte

Bei Direktbanken sparen

  • Direktbanken bieten kostenlose Girokonten.
  • Es können allerlei Gebühren anfallen.
  • Ersparnisse gehören nicht auf das Girokonto.
  • Denken Sie an die Sicherheit beim Online-Banking.

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.