Solarmodule produzieren Strom für das Eigenheim

Photovoltaik 2026 Wann sich eine PV-Anlage für Dich lohnt

Benjamin Weigl
Benjamin Weigl
Experte Energie

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Photovoltaikanlage lohnt sich zur Selbstversorgung, wenn Du mindestens 3.000 kWh Strom im Jahr verbrauchst. Je höher Dein Strombedarf, desto mehr kannst Du mit Photovoltaik sparen.
  • Solarstrom ins Netz einzuspeisen bringt weniger Geld. Wird die Vergütung aber wie aktuell geplant abgeschafft, sinkt die Rentabilität neuer PV-Anlagen ab 2027.
  • Die Preise für Photovoltaik sind aktuell günstig, einzelne Anbieter aber überteuert.

So gehst Du vor

  • Finanztip-Faustregel: Bezahl für eine PV-Anlage höchstens 1.600 Euro pro Kilowatt-Peak (kWp) und für einen Batteriespeicher höchstens 600 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Sinnvoll geplante Anlagen lohnen sich dann auf jeden Fall.
  • Vergleiche Solarfirmen. Starte mit dem Vergleichsportal www.selfmade-energy.com. Zusätzlich bekommst Du über eines der Vermittlungsportale www.photovoltaik-angebotsvergleich.de oder www.solaranlagen-portal.com schnell mehrere Angebote.
  • Prüfe Förderprogramme: In manchen Regionen gibt es Zuschüsse für PV-Anlagen.

Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung. Empfehlungen sind aufwändig recherchiert und basieren auf den strengen Kriterien der Finanztip-Expertenredaktion. Mehr Infos

Photovoltaik boomt und kann sich für Dich lohnen, wenn Du eine schöne, sonnige Dachfläche zur Verfügung hast. Nimm aber nicht das erstbeste Angebot. Finanztip nennt realistische Preise für PV-Anlage und Speicher und zeigt Dir, wie so eine Anlage profitabel wird.

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Was kostet eine PV-Anlage mit Speicher?

Eine PV-Anlage mit Batteriespeicher für ein typisches Einfamilienhaus kostet im Jahr 2026 in vielen Fällen 14.000 bis 20.000 Euro. Das zeigen reale Angebote, die Menschen aus der Finanztip-Community uns zugeschickt haben. Die Kosten für Photovoltaik sind unserer Beobachtung nach aktuell niedrig. Vor wenigen Jahren waren die Preise deutlich höher. 

Benjamin Weigl

Du hast ausreichend Geld für eine PV-Anlage und überlegst schon länger, eine zu kaufen? Dann ist gerade ein guter Zeitpunkt.

Benjamin Weigl
Unser Finanztip-Experte für Energie

Um Angebote zu vergleichen, schau bei Photovoltaik am besten auf den Preis pro Kilowatt-Peak (kWp). Das ist die Einheit für die Spitzenleistung der Solaranlage, ein zusätzlicher Speicher ist da noch nicht eingerechnet. Übliche Preise sind momentan 1.000 bis 2.000 Euro pro kWp. Wir bei Finanztip raten, möglichst nicht mehr als 1.600 Euro pro kWp zu bezahlen – mehr dazu unten im Abschnitt Wann lohnt sich eine PV-Anlage?

Die Preise unterscheiden sich stark je nach Anbieter, Qualität der Komponenten, Dachform und vorhandener Hauselektrik. Einen großen Preisunterschied macht auch die Größe der Anlage.

Finanztip-Empfehlung: Vor dem Kauf einer PV-Anlage solltest Du drei bis fünf konkrete Angebote von unterschiedlichen Solarfirmen vergleichen. Sprich Unternehmen aus Deiner Region an. Angebote bekommst Du auch über Online-Portale, die wir getestet haben und empfehlen. Starte mit dem Vergleichsportal www.selfmade-energy.com und nutze ergänzend die Vermittlungsportale www.photovoltaik-angebotsvergleich.de und www.solaranlagen-portal.com.

Warum sind kleine Anlagen verhältnismäßig teuer?

Kleinere PV-Anlagen ab fünf Kilowatt-Peak sind bezogen auf die Leistung teurer als große Anlagen. Bei kleineren Anlagen fallen viele Kosten stärker ins Gewicht. Dazu gehören Planungskosten, die Anfahrt der Handwerker, das Baugerüst und bestimmte Bauteile, die bei kleinen wie großen Anlagen fast gleichermaßen benötigt werden.

Die Preise für Solarmodule und Batteriespeicher sind zuletzt stark gefallen. Dafür sind Handwerkerleistungen und Materialien rund um Dachmontage und Elektroanschluss aktuell eher teuer. Größere Anlagen ab zehn Kilowatt-Peak profitieren von den günstigen Modul- und Speicherpreisen. Es kann sich daher lohnen, die PV-Anlage eine Nummer größer zu planen, sofern Du Platz und das nötige Geld hast.

Zur groben Orientierung:

 kleine PV-Anlagegrößere PV-Anlage
Solarleistung5 kWp10 kWp
Anzahl Solarmodule12 Module24 Module
Platzbedarf Modulemin. 25 m²min. 50 m²
Stromproduktion/Jahrca. 5.000 kWhca. 10.000 kWh
Stromspeicher5 kWh10 kWh

Wann lohnt sich eine PV-Anlage?

Wir bei Finanztip haben ausgerechnet, dass sich eine Photovoltaikanlage finanziell sehr häufig lohnt, solange Du bis zu 1.600 Euro pro Kilowatt-Peak für die Anlage bezahlst. 

Für eine Anlage mit dazu passendem Speicher lautet unsere Empfehlung, höchstens 2.200 Euro pro Kilowatt-Peak zu bezahlen. Beispiel: Eine 10 kWp PV-Anlage mit 10 kWh Speicher sollte höchstens 22.000 Euro kosten.

Wichtig: Diese grobe Faustregel für den Kaufpreis gilt nur, wenn die Anlage und der Speicher sinnvoll dimensioniert sind. Beide müssen zu Deinem aktuellen oder in Zukunft erwarteten Stromverbrauch passen. Insbesondere der Speicher sollte nicht zu groß gewählt werden.

Benjamin Weigl

Eine PV-Anlage lohnt sich vor allem bei einem hohen Strombedarf, etwa mit E-Auto oder Wärmepumpe. Dann senkt selbst erzeugter Strom Deine Stromkosten deutlich.

Benjamin Weigl
Unser Finanztip-Experte für Energie

Wann sollte sich die PV-Anlage abbezahlt haben?

Deine Solaranlage sollte sich spätestens nach 20 Jahren abbezahlt haben. Denn 20 Jahre lang bekommst Du die Einspeisevergütung für ins Netz geleiteten Strom und auch die Herstellergarantie auf Solarmodule läuft in der Regel mindestens 20 Jahre.

Bei einem Kaufpreis von 1.600 Euro pro kWp rentiert sich eine Photovoltaikanlage sehr wahrscheinlich in weniger als 20 Jahren, oft schon nach zehn bis 15 Jahren. Viele PV-Anlagen laufen aber deutlich länger – 30 Jahre sind realistisch. 

Für unsere Analyse rechnen wir verschiedene Szenarien durch. Wir gehen von einer sonnigen Dachfläche mit Süd- oder Ost-West-Ausrichtung aus. Vorsichtshalber rechnen wir mit einem dauerhaft niedrigen Preis für Strom aus dem Netz von 30 Cent pro kWh – auch dann sollte sich die PV-Anlage lohnen. Denn ob die Strompreise langfristig steigen, ist alles andere als sicher. 

Ab welchem Stromverbrauch lohnt sich PV?

Dein Haushalt sollte jährlich mindestens rund 3.000 kWh Strom benötigen, damit sich eine Photovoltaikanlage zur Eigenversorgung lohnt. Grundregel: Je höher Dein Strombedarf, desto mehr selbst erzeugten Strom kannst Du nutzen und desto mehr lohnt sich eine PV-Anlage.

Du willst in den nächsten Jahren auf ein E-Auto oder bei der Heizung auf eine Wärmepumpe umsteigen? Dann wird Dein Stromverbrauch in Zukunft auf jeden Fall über diese Marke steigen – planst Du jetzt eine PV-Anlage, dann berücksichtige das unbedingt und lass sie entsprechend größer auslegen.  

Bleibt Dein Strombedarf voraussichtlich deutlich unter 3.000 kWh, könntest Du nur wenig Solarstrom selbst verbrauchen und die Ersparnis bei den Stromkosten ist gering. Oft zu gering, um den hohen Kaufpreis für eine PV-Anlage wieder hereinzuholen. Dann gibt es zwei Alternativen: 

  • Ein Balkonkraftwerk kannst Du selbst installieren. Es lohnt sich schon bei niedrigem Stromverbrauch.
  • Eine PV-Anlage zur Volleinspeisung kann sich lohnen, wenn Du zwar kaum Stromverbrauch, dafür aber ein großes, sonniges Dach hast. 

Welche Rendite bringt eine 10 kWp PV-Anlage mit Speicher?

In unserer Beispielrechnung erzielt eine 10 kWp PV-Anlage mit 10 kWh Batteriespeicher über 20 Jahre eine Jahresrendite von 3,6 Prozent. Danach fällt die Vergütung für eingespeisten Strom weg. Läuft die Anlage 30 Jahre lang, steigt die Rendite dank hoher Stromkostenersparnis dennoch auf 5,3 Prozent pro Jahr. Die Anlage amortisiert sich nach 14 Jahren – dann ist sie abbezahlt und macht Gewinn.

Für dieses Beispiel rechnen wir mit einem Haushalt mit jährlichem Strombedarf von 6.500 kWh. Davon entfallen 3.000 kWh auf ein E-Auto, was rund 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung entspricht, oder auf eine Wärmepumpe, was einem Verbrauch in einem energieeffizienten Einfamilienhaus entspricht.

Für PV-Anlage und Speicher haben wir einen Kaufpreis von 20.000 Euro angesetzt. Das entspricht ungefähr 1.500 Euro pro kWp Solarleistung und 500 Euro pro kWh Speicherkapazität. Zusammengenommen liegen wir für Photovoltaikanlage mit Speicher also bei 2.000 Euro pro kWp, was knapp unter unserer Preisempfehlung von höchstens 2.200 Euro liegt.

Die Rechnung haben wir bewusst vereinfacht, aber die wichtigsten Faktoren berücksichtigt. Wir ziehen schon nach 20 Jahren Bilanz. Jedes Jahr, das Deine PV-Anlage länger läuft, verbessert sich ihre Bilanz und ihre Rendite zusätzlich.

Welche Ausgaben hast Du mit einer PV-Anlage?

Die Gesamtkosten einer Photovoltaikanlage bilden der Kaufpreis und die Betriebskosten. Zu den Betriebskosten gehören die Kosten für eine Photovoltaikversicherung und für einen einmaligen Austausch des Wechselrichters, was oft nach 15 Jahren nötig ist. Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für Reparatur und Wartung. Wir rechnen über den gesamten Zeitraum mit durchschnittlichen Betriebskosten von 1,5 Prozent des Kaufpreises pro Jahr.

Einen Speicher musst Du nach rund 15 Jahren wahrscheinlich ersetzen. Wir rechnen für unsere Analysen mit der Hälfte der heutigen Kosten, weil die Batteriespeicher-Preise fallen dürften.

Welche Einnahmen bringt eine PV-Anlage zum Eigenverbrauch?

Eine PV-Anlage zur Selbstversorgung bringt Dir zwei Arten von Einnahmen: Ersparnisse bei den Stromkosten, indem Du eigenen Solarstrom nutzt. Und die Einspeisevergütung für überschüssigen Strom. 

Grundregel: Am meisten lohnt es sich, möglichst viel des erzeugten Stroms selbst zu verbrauchen. Durch diesen Eigenverbrauch brauchst Du weniger Strom aus dem Netz. Der kostet oft 25 bis 35 Cent pro kWh. Zum Vergleich: Dein selbst produzierter Strom aus einer günstigen Solaranlage kostet oft nur zehn Cent pro kWh. Der Betrag ergibt sich, wenn man die Kosten der PV-Anlage auf die in 20 Jahren erwartete Stromproduktion umrechnet. Vor Ort produzierter und verbrauchter Solarstrom spart Dir also rund 20 Cent pro kWh.

Du wirst immer überschüssigen Strom produzieren, den Du nicht verbrauchen kannst. Er wird ins Stromnetz eingespeist. Dafür zahlt Dir der Netzbetreiber 20 Jahre lang einen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) festgelegten kWh-Preis aus, die Einspeisevergütung. Für Photovoltaikanlagen, die 2026 in Betrieb gehen, liegt die Einspeisevergütung bei unter acht Cent pro kWh. Damit machst Du keinen Profit, die Einspeisevergütung ist eher ein Kostenausgleich. Die Solaranlage lohnt sich vor allem dank der hohen Einsparungen durch den Eigenverbrauch. 

Aktuell: Die Einspeisevergütung ist eine wichtige staatliche Förderung, die 2027 abgeschafft werden könnte. Damit würden mehrere Tausend Euro an Einnahmen wegfallen. Für PV-Anlagen, die dann schon in Betrieb sind, gilt aber aller Voraussicht nach Bestandsschutz. Wir raten deshalb: Wenn Du ohnehin PV-Pläne hast, nimm Deine Anlage lieber noch 2026 in Betrieb. In unserer App und in unserem Newsletter informieren wir Dich über wichtige Änderungen und aktuelle Entwicklungen bei PV-Anlagen.

Wie autark kannst Du mit Photovoltaik werden? 

Laut der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) kannst Du mit einer Photovoltaikanlage ohne Stromspeicher oft eine Autarkiequote von 40 Prozent schaffen. Mit Speicher sind oft 70 Prozent Autarkie drin.

Die Autarkiequote beschreibt, zu wie viel Prozent Du Dich selbst mit Strom versorgst. Die erreichbare Autarkie hängt von Deinem individuellen Fall ab: Wie hoch ist Dein Stromverbrauch? Hast Du ein E-Auto oder eine Wärmepumpe? Und wie groß ist Deine Solaranlage?

Praxistipp: Nutze den Solarrechner der HTW Berlin. Er prognostiziert Deine Autarkiequote und errechnet, wie viel Euro Du jährlich durch eine PV-Anlage einsparen könntest. Dabei werden die eingesparten Stromkosten und die Einnahmen durch die Einspeisevergütung zusammengerechnet. Du kannst mit dem Rechner auch überprüfen, ob die Autarkiequote, die Dir eine Solarfirma verspricht, realistisch erreichbar ist.

Wichtige Begriffe: Was sind Eigenverbrauch und Teileinspeisung?

Den selbst genutzten Teil des erzeugten Solarstroms nennt man Eigenverbrauch. Das Modell mit Eigenverbrauch heißt auch Teileinspeisung oder Überschusseinspeisung. Es wird automatisch aktiviert, wenn Du bei der Anmeldung der PV-Anlage nichts anderes angibst. Die Alternative ist die Volleinspeisung – mehr dazu gleich.

Lohnt es sich, eine PV-Anlage zu mieten?

Gegenüber einer gekauften PV-Anlage ohne Finanzierung können die Gesamtkosten beim Mietmodell doppelt so hoch sein. Aus finanzieller Sicht lohnt sich die PV-Miete in aller Regel nicht. Der Vorteil einer PV-Anlage zur Miete ist, dass sich der Anbieter um die Finanzierung, Installation, Wartung, Reparatur und Versicherung der Solaranlage kümmert. Für diesen Service verlangen die Anbieter oft hohe Mietpreise. 

Welche Einnahmen bringt eine PV-Anlage mit Volleinspeisung?

PV-Anlagen, die 2026 ans Netz gehen, bekommen für Volleinspeisung gut zwölf Cent pro kWh, deutlich mehr als die knapp acht Cent bei Teileinspeisung. Im Modell Volleinspeisung leitest Du den kompletten Solarstrom ins Netz und bekommst im Gegenzug eine höhere Einspeisevergütung. Der genauen Wert hängt von der Anlagengröße ab, Du findest ihn im Ratgeber Einspeisevergütung.

Ein Beispiel: Eine 10 kWp-Anlage kostet bei günstigen 1.400 Euro pro kWp insgesamt 14.000 Euro. Durch Betriebskosten und Mehrkosten für das verpflichtende Smart Meter rechnen wir über 20 Jahre mit Gesamtkosten von 19.800 Euro. Bei optimaler Südausrichtung erwirtschaftet die Volleinspeisung Einnahmen von 24.860 Euro. Die PV-Anlage hätte sich nach 15 Jahren abbezahlt und über 20 Jahre gesehen 4.880 Euro Gewinn erzielt, was drei Prozent Rendite pro Jahr entspricht.

Wann lohnt sich Volleinspeisung? 

Volleinspeisung kann sich lohnen, wenn Du selbst nicht viel Strom benötigst, Du aber eine große (Dach-)Fläche für eine Photovoltaikanlage hast. Belege dann möglichst alle sonnigen Flächen, die nach Süden, Westen oder Osten zeigen. Denn je größer die Solaranlage, desto günstiger sollte der Preis pro kWp Leistung werden.

Damit die Rechnung aufgeht, müssen die Gesamtkosten der PV-Anlage unter den Einnahmen liegen, die sie in 20 Jahren durch die Volleinspeisung generiert. Dafür darf die Anlage nach Finanztip-Berechnungen maximal 1.600 Euro pro kWp Solarleistung kosten. Übrigens: Du kannst eine PV-Anlage jährlich von Volleinspeisung auf Eigenverbrauch umstellen und umgekehrt.

Ist ein Speicher zur PV-Anlage sinnvoll?

Ein Batteriespeicher zur PV-Anlage ist kein Muss, er kann aber sinnvoll sein. Denn aktuell sind die Preise für Speicher relativ niedrig. Außerdem hilft ein Speicher zusammen mit einem Energiemanagementsystem, die Nachteile des Solarspitzengesetzes auszugleichen.

Grundregel: Je höher Dein abendlicher und nächtlicher Strombedarf, desto eher lohnt sich ein Speicher. Im Speicher wird überschüssiger Sonnenstrom vom Tag zwischengelagert, um ihn später zu verbrauchen. Das erhöht Deine Unabhängigkeit vom Stromanbieter, also den Autarkiegrad, oft von rund 40 auf rund 70 Prozent. Je mehr eigenen Solarstrom Du nutzt, desto mehr sinkt Deine Stromrechnung.

Welche Finanztip-Preisregel gilt für den Kauf eines Speichers? 

Der Speicher sollte höchstens 600 Euro pro kWh Speicherkapazität kosten. Nur dann wird er sich für Dich wahrscheinlich finanziell rentieren, sagen unsere Berechnungen. Ein Beispiel: fünf Kilowattstunden Speicherkapazität sollten also nicht mehr als 3.000 Euro kosten, zusätzlich zu den Kosten für die Photovoltaikanlage.

Wähle den Speicher gleichzeitig nicht zu groß. Du solltest den in der Batterie gespeicherten Strom über Nacht regelmäßig verbrauchen, sonst lohnt sich die Investition nicht. Und andersherum: Deine Solaranlage muss viel überschüssigen Strom produzieren, damit es sich lohnt, diesen zu speichern. Klingt kompliziert? In unserem Ratgeber Stromspeicher findest Du Faustregeln und eine einfache Grafik, die Dir hilft, die richtige Speichergröße zu finden.

Benjamin Weigl

Eine PV-Anlage mit Speicher muss sinnvoll dimensioniert sein und darf höchstens 2.200 Euro pro kWp kosten, sonst lohnt sie sich finanziell nicht.

Benjamin Weigl
Unser Finanztip-Experte für Energie

Was ist beim Kauf einer PV-Anlage wichtig?

Wenn Du eine Solaranlage kaufen möchtest, solltest Du mindestens drei, besser noch fünf konkrete Angebote von verschiedenen Solarfirmen einholen und vergleichen

Sprich Photovoltaik-Fachbetriebe aus Deiner Region an und frage nach Referenzen. Vielleicht haben Nachbarn oder Bekannte gute Erfahrungen mit einer Firma gemacht. Fachbetriebe aus dem Solarhandwerk findest Du auch in der Datenbank des Bundesverbands Solarwirtschaft und beim Zentralverband des Elektrohandwerks.

Wie findest Du schnell günstige Angebote?

Mit einer Anfrage über das Internet kommst Du besonders einfach in Kontakt zu mehreren Fachfirmen gleichzeitig. Wir haben zuletzt 2024 entsprechende PV-Angebotsvermittler getestet und empfehlen, mit Selfmade-Energy zu starten. Dieses Vergleichsportal für Photovoltaik hat in unserer Untersuchung am meisten überzeugt.

Bei Selfmade-Energy machst Du zunächst ein paar Angaben zu Deinem Dach und Stromverbrauch. Dann wird die benötigte Anlagenleistung geschätzt und Du bekommst sofort unverbindliche Angebote mehrerer Photovoltaik-Firmen angezeigt. Die vorgeschlagene Anzahl an Solarmodulen und damit die Anlagenleistung kannst Du per Schieberegler verändern. Du entscheidest, welche Unternehmen Deine Kontaktdaten bekommen. Rechne damit, dass Dir im Verkaufsgespräch andere Komponenten zu einem höheren Preis angeboten werden. Wenn Du die PV-Anlage genauso möchtest wie auf Selfmade-Energy angezeigt, berufe Dich darauf.

Selfmade-Energy
www.selfmade-energy.com
Solarrechner
  • Vergleichsplattform für Solaranlagen
  • passende Anlagengröße wird automatisch ermittelt, entsprechende Angebote werden sofort angezeigt
  • Marktüberblick mit unverbindlichen Preisen noch vor der Eingabe persönlicher Daten
  • selbst entscheiden, welche Firma Dich kontaktiert
  • Firmen bieten im Gespräch oft andere, höherpreisige Komponenten an, Nutzer muss eigenständig verhandeln

Noch mehr Angebote bekommst Du über Vermittlungsportale. Wenn Du mehrere Portale gleichzeitig anfragst, muss Du damit rechnen, innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Kontaktanfragen von Firmen zu erhalten. Geh daher lieber schrittweise vor.

Nutze eine unserer zwei weiteren Empfehlungen, Photovoltaik-Angebotsvergleich oder Solaranlagen-Portal. Die Portale sammeln erst ein paar Grundinformationen von Dir und werden Dich dann anrufen. Im Telefonat werden wichtige Daten über Dein PV-Projekt erfragt. Anschließend schicken die Portale die Infos samt Deiner Kontaktdaten an etwa fünf Photovoltaik-Firmen. Diese erstellen dann ein konkretes Angebot, meist nach einem Beratungsgespräch. In unserem Praxistest klappte das reibungslos.

Photovoltaik-Angebotsvergleich
www.photovoltaik-angebotsvergleich.de
  • vermittelt Kontakte zu Solarfirmen
  • mehrere Angebote mit einer Anfrage einholen und selbst vergleichen
  • bei Einverständnis nehmen Firmen zeitnah den Kontakt auf, Angebote folgen oft nach Verkaufsgesprächen
  • Portal bietet keinen direkten Vergleich der erhaltenen Angebote
Solaranlagenportal
www.solaranlagen-portal.com
  • vermittelt Kontakte zu Solarfirmen
  • mehrere Angebote mit einer Anfrage einholen und selbst vergleichen
  • bei Einverständnis nehmen Firmen zeitnah den Kontakt auf, Angebote folgen oft nach Verkaufsgesprächen
  • Portal bietet keinen direkten Vergleich der erhaltenen Angebote

Wie gehst Du vor, wenn Du PV-Angebote vorliegen hast?

Vergleich mehrere Angebote gründlich miteinander, bevor Du Dich entscheidest. Verlass Dich nicht blind auf berechnete Renditen.

Auch für unsere Empfehlungen gilt: Bleib kritisch bei den vermittelten Solarfirmen. Sie sind Deine Verhandlungs- und Vertragspartner, die Beratungsqualität und die Qualität der angebotenen Komponenten können schwanken. Sichere Dich ab, indem Du keine hohe Anzahlung leistest. Vereinbar lieber, dass der größte Teil oder sogar die komplette Rechnung erst fällig wird, wenn die funktionierende Anlage auf Deinem Dach ist.

Mehr zu unseren Empfehlungen und wie wir sie getestet haben, haben wir für Dich auf einer Übersichtsseite zusammengestellt.

Wir recherchieren und bewerten für Dich. Unsere Experten vergleichen und testen die besten Produkte.

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Testkunden

Echte Besitzer suchten eine Photovoltaikanlage für ihr Haus: ein Neubau mit Wärmepumpe, ein älteres Gebäude mit Ost-West-Dach.

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Verkaufsgespräche

Online-Meetings, Telefonate, Vor-Ort-Termine: Wir ließen uns ausführlich beraten und prüften alle erhaltenen Angebote.

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Empfehlungen

Informiere Dich gut, bevor Du die Portale nutzt. Starte dann am besten mit unserer Hauptempfehlung.

Welche Förderung und Finanzierung gibt es für Photovoltaik?

Mit Photovoltaik-Förderung meinen wir Zuschüsse von oft Hunderten oder gar ein paar Tausend Euro für eine PV-Anlage oder einen Speicher. Solche Förderprogramme sind 2026 selten geworden, in einzelnen Städten gibt es sie aber noch. In unserem Ratgeber zur PV-Förderung haben wir für Dich eine aktuelle Liste mit PV-Förderprogrammen zusammengestellt.

Erkundige Dich am besten frühzeitig, ob an Deinem Wohnort Photovoltaik gefördert wird. Frag bei Deiner Stadt, Gemeinde oder dem Landkreis nach. Oft musst Du den Förderantrag stellen, bevor Du einen Kaufvertrag für die Anlage unterschreibst.

Auch der Staat fördert Photovoltaik. Erstens: Er zahlt Dir 20 Jahre lang die Einspeisevergütung für überschüssigen Strom. Zweitens: Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher sind oft von der Mehrwertsteuer befreit. Und drittens: Es gibt einen staatlichen Förderkredit für Photovoltaik.

Was bringt der PV-Förderkredit? 

Über die staatliche Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) kannst Du im Programm 270 einen Kredit für Solaranlagen und Batteriespeicher bekommen. Der Förderkredit hat aber zwei Haken: Der angebotene Zins ist nicht unbedingt günstig und ob Deine Hausbank die Finanzierung über die KfW mitmacht, ist auch nicht gesagt. Daneben gibt es noch weitere Optionen, zum Beispiel einen normalen Bankkredit. Alle Informationen findest Du im Ratgeber PV-Anlage finanzieren.

Sei Dir aber bewusst: Eine kreditbasierte Finanzierung wird Dein PV-Projekt wegen der zusätzlichen Zinskosten in jedem Fall unrentabler machen. Sie lohnt sich nur, wenn Du die Solaranlage zu einem wirklich günstigen Preis bekommst. 

Wann ist Deine PV-Anlage steuerfrei?

In den meisten Fällen musst Du Dir bei einer PV-Anlage fürs Hausdach um Steuern keine Gedanken mehr machen. Die Steuerbefreiung gilt nur nicht für besonders große PV-Anlagen mit über 30 kWp Leistung.

Beim Kauf einer Solaranlage für ein Wohnhaus zahlst Du keine Mehrwertsteuer. Das gilt für die Lieferung und Installation inklusive aller Komponenten, auch eines Batteriespeichers. Die genauen Voraussetzungen: Du selbst bist Betreiberin oder Betreiber einer Photovoltaikanlage, die auf dem Dach eines Wohngebäudes oder in der Nähe installiert wird. Dazu zählen auch Carports, Garagen, Scheunen oder Gebäude, die dem Gemeinwohl dienen. Wenn es sich um ein anderes Gebäude handelt, dann gilt die Steuerbefreiung bis zu einer Spitzenleistung von 30 kWp trotzdem (§ 12 Abs. 3 Nr. 1 UstG).

Außerdem sind die meisten privaten PV-Anlagen seit einigen Jahren von der Einkommensteuer befreit, die früher noch auf Einkünfte aus dem Solarstrom anfiel. Konkret heißt das: Du musst die PV-Anlage nicht mehr dem Finanzamt melden. Nimmst Du 2026 eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb, dann gilt die Einkommensteuer-Befreiung, wenn die Anlage in der Spitze höchstens 30 kWp leisten kann (§ 3 Nr. 72 EStG). 

Mehr dazu im Ratgeber PV-Steuern

  • Wenn Du eine neue PV-Anlage installieren möchtest, prüfe vorab, ob die Steuerbefreiungen für Dich gelten.
  • Für eine Steuererklärung mit PV-Anlage empfehlen wir Wiso Steuer 2024.

Zum Ratgeber

Was sind die Vorteile von Photovoltaik?

Mit einer Photovoltaikanlage erzeugst Du eigenen Strom für Haushalt, Wärmepumpe oder zum Laden eines E-Autos und sparst damit Stromkosten. Eine PV-Anlage ohne Speicher deckt oft 30 bis 40 Prozent Deines Strombedarfs, mit einem Batteriespeicher sind sogar 70 Prozent Selbstversorgung, also Autarkie drin. Außerdem bekommst Du Geld für Solarstrom, den Deine Anlage ins öffentliche Netz einspeist.

Eine PV-Anlage ist zudem klimafreundlich: Sie erzeugt Ökostrom aus erneuerbaren Energien, nämlich aus Sonnenenergie. 

Aus Sonnenenergie lässt sich auch Wärme für warmes Wasser oder zur Unterstützung Deiner Heizung gewinnen, dann spricht man von Solarthermie. Photovoltaik (PV) und Solarthermie sind also zwei unterschiedliche Technologien, auf einem großen Dach finden auch beide Platz.

In diesem Ratgeber konzentrieren wir uns auf die PV-Anlage auf dem Dach, umgangssprachlich Solaranlage genannt. Für Mini-Solaranlagen auf Balkonen, lies stattdessen unseren Ratgeber Balkonkraftwerk.

Wie umweltfreundlich sind PV-Anlagen?

Photovoltaik gehört zu den erneuerbaren Energien und hat eine gute Ökobilanz. Die Menge an Energie, die für die Herstellung von Solarmodulen benötigt wird, haben die Module schon nach kurzer Betriebszeit wieder hereingeholt. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) gibt in einem Report (PDF) an, dass diese Zeitspanne für in Europa installierte Photovoltaikanlagen nur 1,3 Jahre beträgt. Je nach genauem Einsatzort weist eine in Deutschland montierte Solaranlage also innerhalb von höchstens zwei Jahren eine positive Klimabilanz auf.

Das ISE kommt in einer Studie außerdem zu dem Ergebnis, dass die CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung durch Photovoltaik rund 40 Mal niedriger sind, als wenn der Strom stattdessen durch Braunkohle erzeugt würde. Dabei wurde von der Herstellung über den Transport bis zur Entsorgung der Module alles berücksichtigt. Solarmodule aus der EU sind besonders klimafreundlich. Die Herstellung in Europa erzeugt nach Einschätzung des ISE 40 Prozent weniger CO2 als in China, woher der Großteil der heute in Deutschland installierten Solarmodule kommt.

In welchen Bundesländern gibt es eine Solarpflicht?

Rund die Hälfte der deutschen Bundesländer hat 2026 eine Solarpflicht. Das bedeutet: Beim Neubau eines Wohnhauses oder Gewerbegebäudes muss eine Photovoltaikanlage oder Solarthermieanlage auf dem Dach installiert werden. Teilweise gilt die Solarpflicht auch bei einer Dachsanierung. Eine Bundesland-Übersicht findest Du in unserem Ratgeber Solarpflicht.

Wie funktioniert eine PV-Anlage?

Bei einer Photovoltaikanlage gewinnen Solarmodule elektrische Energie aus Sonnenlicht. Die Sonne scheint bestenfalls direkt auf die Module. Bei Bewölkung, Schatten oder im Winter erzeugen sie deutlich weniger Energie. Am meisten Ertrag bringen Solarmodule, wenn sie nach Süden ausgerichtet sind. Osten und Westen liefern ebenfalls viel Strom.

Ein Wechselrichter wandelt den produzierten Gleichstrom in Wechselstrom um, den der Haushalt benötigt. Ein zentraler Stringwechselrichter schaltet alle Solarmodule zusammen. Er sollte geschützt montiert werden, zum Beispiel im Haus oder der Garage. Die Alternative sind mehrere Mikrowechselrichter, für jedes Solarmodul ein eigener. Das ist teurer, lohnt sich aber, wenn auf bestimmte Solarmodule regelmäßig Schatten fällt. Mikrowechselrichter holen dann mehr Leistung aus den einzelnen Modulen heraus.

Optional ist ein Batteriespeicher, der den tagsüber erzeugten Strom für abends oder nachts zwischenspeichern kann.

Überschüssiger Solarstrom wird von einem Stromzähler, dem Zweirichtungszähler oder Smart Meter, erfasst und fließt ins öffentliche Stromnetz. Dafür bekommst Du Geld. 

Aktuell: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat Pläne vorgelegt, diese Einspeisevergütung abzuschaffen. Das würde für PV-Anlagen gelten, die ab 2027 neu ans Netz gehen. Deswegen raten wir bei Finanztip: Wenn Du ohnehin eine PV-Anlage planst, nimm sie wenn möglich noch 2026 in Betrieb.

Was ändert das Solarspitzengesetz?

Das Solarspitzengesetz hat für neue Photovoltaikanlagen, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb gehen, die Pflicht zu Smart-Meter mit Steuerbox und Regeln für Zeiten mit negativen Strompreisen eingeführt. Unter dem Strich haben diese Regelungen begrenzten Einfluss, ob sich eine PV-Anlage finanziell für Dich lohnt. Schauen wir uns das einmal genauer Punkt für Punkt an.

Was bedeutet die Pflicht zu Smart Meter und Steuerbox?

Bei neuen PV-Anlagen mit mehr als 7 kWp Leistung baut der örtlichen Netzbetreiber oder ein anderer Messstellenbetreiber verpflichtend ein Smart Meter mit Steuerbox ein. Das ist ein intelligenter Stromzähler, auch intelligentes Messsystem genannt. Smart Meter und Steuerbox kosten Dich jährlich mindestens 100 Euro – deutlich mehr als ein üblicher Stromzähler. Die höheren Zählerkosten gleicht ein Rabatt auf die Netzentgelte in vielen Fällen aber mehr als aus.

Voraussetzung dafür ist, dass mindestens eines der folgenden Geräte mit einer Leistung von mehr als 4,2 Kilowatt (kW) zukünftig ins Spiel kommt oder Du es bereits nutzt:

Mit diesen Geräten bekommst Du den Netzentgeltrabatt von rund 150 Euro, der in der Jahresabrechnung Deines Stromanbieters gutgeschrieben wird. Alles dazu erfährst Du in unserem Ratgeber zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach Paragraf 14a im Energiewirtschaftsgesetz.

Falls Du keines der Geräte nutzt und auch keinen hohen jährlichen Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh hast, bekommt Dein Haushalt nur wegen der PV-Anlage das Smart Meter und die Steuerbox. Berücksichtige die Mehrkosten.

Die verpflichtende Steuerbox ermöglicht es dem Netzbetreiber, die Solarleistung im Notfall zu drosseln oder die Anlage ganz abzuschalten. Denn zu viel Solarstrom überlastet das Stromnetz, wenn der vorhandene Strom nicht verbraucht werden kann. Die neue Technik bekommst Du entweder direkt mit der neuen Anlage eingebaut oder, in den meisten Fällen, innerhalb einiger Monate.

Jährliche Smart-Meter-Kosten für PV-Anlagen
> 2 kWp bis 15 kWp50 €
> 15 kWp bis 25 kWp110 €
> 25 kWp bis 100 kWp140 €
Steuerbox50 €

Quelle: § 30 MsbG, geändert durch das Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Vermeidung von temporären Erzeugungsüberschüssen (Stand: 31. März 2026)

Was bedeutet die 60 Prozent-Regel für Dich?

Solange Du noch kein Smart Meter mit Steuerbox hast, darf eine neue PV-Anlage nur noch 60 Prozent ihrer möglichen Leistung ins Netz einspeisen. Beispiel: Bei einer 10 kWp-Anlage können die Solarmodule theoretisch 10 Kilowatt (kW) Strom produzieren. Davon dürfen sie jetzt aber höchstens noch 6 kW ins Stromnetz abgeben.

Die 60 Prozent-Regel führt in der Praxis aber nur zu geringen Verlusten und lässt sich mit Energiemanager und Speicher gut abfedern. Denn Solarmodule erzeugen mehr als 60 Prozent ihrer Spitzenleistung nur, wenn sie nach Süden ausgerichtet sind und die Sonne im optimalen Winkel darauf scheint. Das ist selten der Fall. Deshalb gehen Dir durch diese Regel nicht etwa 40 Prozent Einspeiseleistung verloren, sondern im schlimmsten Fall über ein ganzes Jahr gesehen nur neun Prozent. Bei einer Anlage, die nach Osten und Westen ausgerichtet ist, beträgt der Verlust nur gut ein Prozent. Das sagt der Bundesverband der Solarwirtschaft und stützt sich dabei auf eine Simulation der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Wenn der Wechselrichter die PV-Anlage strikt bei 60 Prozent abregelt, verlierst Du die neun Prozent Einspeiseleistung auf jeden Fall. Besser gelingt es mit einem Home Energy Management System (HEMS), auch Energiemanager genannt. Die PV-Anlage kann dann mehr als 60 Prozent der Leistung an Strom produzieren, die Grenze gilt schließlich nur für die Einspeisung. Alles über 60 Prozent darfst Du selbst nutzen. Der Energiemanager leitet diesen Strom etwa in einen Speicher oder lädt ein E-Auto, das regelmäßig tagsüber zuhause steht. Oder Du nutzt den Strom direkt im Haushalt.

Letztendlich wirst Du durch die 60 Prozent-Regel kaum Verluste haben, wenn Du eine Kombination aus Energiemanager mit Speicher oder E-Auto nutzt. Bei einer neuen PV-Anlage mit Stromspeicher sollte ein Energiemanager bereits dabei sein. 

Die 60-Prozent-Regel gibt es, um Überlastungen im Stromnetz zu verhindern. Ohne Steuerbox können neue PV-Anlagen im Notfall nicht gedrosselt werden. Deshalb braucht es eine andere Möglichkeit, um die Spitzenleistung dieser Anlagen zu reduzieren.

Wie wirkt sich die Regel zu negativen Strompreisen aus?

Sobald neue Photovoltaikanlagen – wie vorgesehen – mit Smart Meter und Steuerbox ausgestattet sind, bekommen sie bei negativen Börsenstrompreisen keine Einspeisevergütung mehr. Diese Regel ersetzt dann die oben beschriebene 60-Prozent-Regel. Das Smart Meter ist notwendig, um alles abrechnen zu können.

Die Einspeisevergütung für diese Zeiträume ist aber nicht verloren, sondern wird später nachgeholt. Vereinfacht gesagt werden die Stunden mit negativen Strompreisen gesammelt. Dieses Zeitkontingent wird an die regulären 20 Jahre Einspeisevergütung angehängt. Der Zeitraum wird sich voraussichtlich um ein paar Jahre verlängern. 

Unserer Einschätzung nach ist der Mechanismus fair, sodass Dir kaum Einnahmen verloren gehen dürften. Vor allem für PV-Anlagen mit schlauem Energiemanagementsystem, welches den Eigenverbrauch maximiert, sind keine negativen Folgen zu befürchten. Wenn Du es schaffst, bei negativen Strompreisen besonders viel Solarstrom selbst zu verbrauchen oder für später zwischenzuspeichern, kann sich der Mechanismus sogar lohnen.

Die Regel soll ein Problem lösen, das durch zu viel Sonnen- oder Windstrom im Stromnetz entsteht. Dieser Stromüberschuss sorgt für immer mehr Stunden mit negativen Strompreisen an der Börse. Die kosten den Staat viel Geld. Denn ältere Photovoltaikanlagen bekommen in diesen Stunden dennoch die volle Einspeisevergütung ausgezahlt, obwohl der Strom eigentlich nichts wert ist.

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