Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit

Sofortigen Versicherungsschutz gibt es nur selten

Silke Kursawe
& Co-Autor
Stand: 31. Juli 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • In der Rechtsschutzversicherung gilt grundsätzlich eine Wartezeit – erst danach greift der vertraglich vereinbarte Versicherungsschutz.
  • Beim Verkehrsrechtsschutz verzichten viele Anbieter auf eine Wartezeit.
  • In anderen Bereichen sind Wartezeiten von mindestens drei Monaten die Regel.
  • Bei einem nahtlosen Wechsel der Versicherung fallen Wartezeiten nicht erneut an. Für neue Bausteine können durchaus welche gelten.
So gehen Sie vor
  • Schauen Sie bei Rechtsschutz-Angeboten in den Versicherungsbedingungen nach, welche Wartezeiten gelten.
  • Bevor Sie einen alten Vertrag kündigen, sollten Sie vergleichen, ob die neue Police bessere Leistungen bietet.
  • Die Tarife zeigten in unserem Test solide Leistungen, arbeiten in vielen Bereichen aber mit einer Wartezeit von drei Monaten:
  • Rechtsschutzversicherungen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis haben wir in einem umfangreichen Test ermittelt. Gute Bewertungen in allen Bereichen erhielten Arag Komfort und Auxilia Jurprivat. Legen Sie besonderen Wert auf Arbeitsrecht und Familienrecht, können wir auch den Tarif PBV Plus der Huk24 empfehlen. Besonders günstig ist hingegen der Tarif Optimal der WGV.

Ein Verkehrsunfall kommt nie gelegen: Sie verspäten sich dadurch bei einem Termin, müssen die Reparatur organisieren und sich zudem mit dem Unfallgegner über den Unfallhergang auseinandersetzen. Gut, wenn Sie dabei die Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen können. Noch besser, wenn für die Kosten zur Not Ihre Rechtsschutzversicherung aufkommt.

Bei Verkehrssachen besteht meist direkt nach Abschluss des Vertrags Versicherungsschutz – es gibt keine Wartezeit. In anderen Bereichen leistet die Versicherung hingegen nicht sofort.

Die Wartezeit nutzt dem Versicherer

Die Wartezeit markiert den Zeitraum des Vertrages, für den Sie bereits Prämie zahlen, aber noch keinen Versicherungsschutz haben. Versicherer schützen sich auf diese Weise vor sogenannten Zweckabschlüssen, also denjenigen Fällen, in denen der Rechtsstreit unmittelbar bevorsteht und noch ein „Sponsor“ für die Kosten gesucht wird.

Im Arbeitsrecht ist es zu spät für den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung, wenn Ihnen die Abmahnung oder die Kündigung bereits zugegangen ist. Wollen Sie sich dagegen wehren, müssen Sie die Kosten in diesem Fall selbst tragen. Denn ein frisch abgeschlossener Arbeitsrechtsschutz kommt erst für Rechtsstreitigkeiten auf, deren Ursache nach Ablauf einer dreimonatigen Wartezeit auftritt.

Besonders ärgerlich daran: Vor einem Arbeitsgericht müssen Sie Ihre Kosten in der ersten Instanz immer selbst tragen, unabhängig davon, ob Sie Recht bekommen oder nicht. Verlieren Sie den Prozess, müssen Sie auch für die Kosten der gegnerischen Seite aufkommen.

Rechtsschutz ohne Wartezeit gibt es nur in wenigen Bereichen

Ohne Wartezeit bekommen Sie sofortigen Versicherungsschutz in der Verkehrsrechtsschutzversicherung oder im Strafrechtsschutz. Dort steht der Gedanke des Opferschutzes im Vordergrund: Auch der noch so achtsame Bürger kann in einen ausufernden Streit oder einen Verkehrsunfall verwickelt werden und benötigt dann Hilfe. In der Regel muss er dazu einen Rechtsanwalt beauftragen.

Hingegen gelten für andere Bereiche des Lebens, in denen Konflikte vorhersehbarer oder beeinflussbarer sind, Wartezeiten – etwa im Miet- oder Arbeitsrecht. Für Streitigkeiten in Familiensachen, etwa bei Scheidung, gilt sogar häufig eine Wartezeit von drei Jahren. Oft sind sie aber komplett vom Schutz ausgeschlossen.

Auch wenn bei einer Suche im Internet die Treffer zum Stichwort „Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit“ etwas anderes suggerieren: Noch verzichten die Anbieter nicht flächendeckend darauf. Es gibt allerdings Versicherer, die keine Wartezeit im Vertrags- und Sachenrechtsschutz vorsehen. Dazu gehört auch unsere Empfehlung Arag Aktiv Komfort.

Wann es sofort Rechtsschutz gibt

Wechseln Sie die Rechtsschutzversicherung und war beim alten Anbieter die Wartezeit abgelaufen, gilt der Versicherungsschutz sofort – vorausgesetzt, der Wechsel erfolgt nahtlos. Enthält der neue Vertrag aber Bausteine, die bisher nicht versichert waren, gilt für diese möglicherweise eine Wartezeit. Das kann etwa der Fall sein, wenn Sie eine Privatrechtsschutz-Police um Wohnrechtsschutz erweitern.

Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Zum Ratgeber

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autor
Julia Rieder

Stand: 31. Juli 2017


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