Rechts­schutz­ver­si­che­rung ohne Wartezeit

Sofortigen Ver­si­che­rungs­schutz gibt es nur selten

Henriette Neubert
Expertin für Versicherungen
25. Mai 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Rechtsschutz gibt es für verschiedene Bereiche, wie Privat-, oder Strafrecht. Meistens besteht eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung aus einem Paket mit mehreren Bereichen.
  • Rechtsschutz ohne Wartezeit gibt es nur in wenigen Fällen: Im Verkehrsrechtsschutz oder Strafrecht bist Du ab Vertragsbeginn geschützt.
  • Ansonsten gilt für den Rechtsschutz meist eine Wartezeit von mindestens drei Monaten ab Vertragsbeginn – erst danach erhältst Du von der Versicherung die vereinbarten Leistungen.
  • Bei einem nahtlosen Wechsel der Versicherung fallen Wartezeiten nicht erneut an. 
So gehst Du vor
  • Überlege Dir frühzeitig, ob Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung möchtest, damit die Wartezeit bei Bedarf bereits abgelaufen ist.
  • Sieh in den Ver­si­che­rungs­be­din­gungen nach, welche Wartezeiten gelten. Bevor Du einen alten Vertrag kündigst, achte darauf, dass der neue Vertrag nahtlos beginnt, um neue Wartezeiten zu vermeiden. 
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Rechtsstreitigkeiten kommen nie gelegen und sehr oft auch ungeplant. Ob Streitigkeiten mit dem Vermieter, die zu eskalieren drohen, eine plötzliche Kündigung vom Arbeitgeber oder Ärger nach einem Verkehrsunfall – gut, wenn Du dabei die Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen kannst. Noch besser, wenn für die Kosten zur Not Deine Rechts­schutz­ver­si­che­rung aufkommt.

Doch ob deine Rechts­schutz­ver­si­che­rung für die Kosten aufkommt, hängt auch davon ab, wie lange der Vertrag bereits besteht. Bei Verkehrssachen besteht meist direkt nach Abschluss des Vertrags Ver­si­che­rungs­schutz – es gibt keine Wartezeit. In anderen Bereichen leistet die Versicherung hingegen nicht sofort.

Gibt es Rechtsschutz ohne Wartezeit?

Ohne Wartezeit bekommst Du sofortigen Ver­si­che­rungs­schutz in der Ver­kehrs­rechts­schutz­ver­si­che­rung oder im Strafrechtsschutz. Dort steht der Gedanke des Opferschutzes im Vordergrund: Auch der noch so achtsame Bürger kann in einen ausufernden Streit oder einen Verkehrsunfall verwickelt werden und benötigt dann Hilfe. In der Regel muss er dazu einen Rechtsanwalt beauftragen.

Hingegen gelten für andere Bereiche des Lebens, in denen Konflikte vorhersehbarer oder beeinflussbarer sind, Wartezeiten – etwa im Miet- oder Arbeitsrecht. Für Streitigkeiten in Familiensachen, etwa bei Scheidung, gilt sogar häufig eine Wartezeit von drei Jahren. Oft sind sie aber komplett vom Schutz ausgeschlossen.

Auch wenn bei einer Suche im Internet die Treffer zum Stichwort „Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit“ etwas anderes suggerieren: Noch verzichten die Anbieter nicht flächendeckend darauf. Es gibt allerdings Versicherer, die keine Wartezeit im Vertrags- und Sachenrechtsschutz vorsehen.

Wann gibt es trotz Wartezeiten sofort Rechtsschutz?

Wenn Du eine bestehende Rechts­schutz­ver­si­che­rung kündigst, um einen neuen Vertrag abzuschließen, wird die Versicherungszeit auf die neue Versicherung und damit die Wartezeit angerechnet. Hattest Du die alte Versicherung länger als die Wartezeit gilt, entfällt sie. Ansonsten wird die Zeit, die Du die alte Versicherung hattest, angerechnet. Voraussetzung ist, dass Du nahtlos wechselst, es also keine Zeit zwischen altem und neuem Vertrag ohne Ver­si­che­rungs­schutz gibt. Außerdem gilt die Anrechnung immer jeweils nur für Bausteine, die im alten Vertrag bereits eingeschlossen waren. Hattest Du zum Beispiel einen Privatrechtsschutz-Vertrag und möchtest diesen bei einer neuen Versicherung um Wohnrechtsschutz erweitern, gilt für diesen Baustein weiterhin eine Wartezeit von drei Monaten.

Warum gibt es Wartezeiten?

Die Wartezeit markiert den Zeitraum des Vertrages, für den Du bereits Prämie zahlst, aber noch keinen Ver­si­che­rungs­schutz hast. Versicherer schützen sich auf diese Weise vor sogenannten Zweckabschlüssen, also denjenigen Fällen, in denen der Rechtsstreit unmittelbar bevorsteht, für den sie dann schnell die Kosten übernehmen sollen. 

Im Arbeitsrecht nützt Dir eine abgeschlossene Arbeitsrechtsschutz-Versicherung erst nach Ablauf einer dreimonatigen Wartezeit. Erhältst Du vorher eine Abmahnung oder die Kündigung, musst Du die Kosten für die drohenden Rechtsstreitigkeiten selbst tragen. 

 

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