Günstiger Ökostrom

Wann Ökostrom wirklich grün ist

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Durchschnitt ist Ökostrom günstiger als der Grundversorgungstarif.
  • Ökostrom kann auch günstiger als herkömmliche Elektrizität sein. Über den Finanztip-Stromrechner finden Sie sowohl Ökostrom als auch herkömmliche Tarife.
  • Dass Strom aus erneuerbaren Energien stammt, wird über Herkunftsnachweise belegt.
  • Gütesiegel können darüber hinaus Orientierung geben – sie bewerten Ökostrom nach weiteren Kriterien. Wir empfehlen die Gütesiegel Grüner-Strom-Label in Gold, Ok-Power, TÜV Nord und TÜV Süd.

So gehen Sie vor

  • Am einfachsten finden Sie einen günstigen Ökostromtarif mit dem verbraucherfreundlichen Vergleichsrechner von Finanztip</link 771>.
  • Unser Stromrechner zeigt Öko- und Klimatarife mit Gütesiegel</a>.
  • Je nach Einstellung berücksichtigt unser Tool den Neukundenbonus nicht, sodass er das Ergebnis nicht verzerrt.
  • Wenn Sie noch mehr für die Umwelt tun wollen, entscheiden Sie sich für einen reinen Ökostromanbieter oder prüfen Sie, ob Sie in Ihrem Wohnhaus Mieterstrom beziehen können.

Rund elf Millionen Haushalte beziehen heute Ökostrom – mehr als jeder fünfte in Deutschland. Seit 2011 hat sich die Zahl verdoppelt. Wer einen Liefervertrag für Ökostrom abschließt, kann sicher sein, dass sein Versorger nur Strom aus erneuerbaren Energien einkauft.

Wie oft wollen Sie den Tarif wechseln?
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oder kWh/Jahr:
Hinweis: Bei Auswahl der Option „Jedes Jahr“ empfehlen wir Ihnen auch Tarife mit Neukundenbonus, die im zweiten Vertragsjahr deutlich teurer werden können. Wechseln Sie rechtzeitig erneut den Anbieter, sonst ist Ihre Ersparnis wahrscheinlich dahin.

Darüber hinaus können Verbraucher einen wirtschaftlichen Vorteil herausschlagen. Denn grüner Strom wird zumeist zu niedrigeren Tarifen als denen in der Grundversorgung angeboten: 1,5 Cent pro Kilowattstunde spart der Verbraucher im Schnitt (bei einem Verbrauch zwischen 2.500 und 5.000 Kilowattstunden im Jahr), wenn er aus der Grundversorgung in einen Ökostromvertrag wechselt. Im Schnitt kostete Ökostrom 2017 rund 29 Cent pro Kilowattstunde und damit so viel wie konventioneller Strom in Sonderverträgen.

Durchschnittliche Strompreise für Haushaltskunden 2016

bei 2.500 bis 5.000 kWh Verbrauch
Tarif Grundversorgung30,94 ct/kWh
Anderer Tarif beim Grundversorger29,61 ct/kWh
Tarif bei anderem Versorger29,12 ct/kWh
Ökostromtarif29,42 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 10. November 2017)

Angegeben sind die Strompreise, die Stromanbieter 2017 durchschnittlich und mengengewichtet in Rechnung gestellt haben. Die Kosten für Grundpreis und Arbeitspreis wurden zusammengerechnet und durch die gelieferte Strommenge geteilt. 

Damit Sie wirklich für Energie aus erneuerbaren Quellen bezahlen, sind die Versorger in der Nachweispflicht. Die Unternehmen benötigen sogenannte Herkunftsnachweise. Diese belegen, wann und in welchem regenerativen Kraftwerk eine Kilowattstunde erzeugt wurde. Ausgestellt wird ein Herkunftsnachweis von den Stromerzeugern. Das Bundesumweltamt entwertet die Zertifikate, nachdem der Strom verkauft wurde. So kann ein Zertifikat nicht mehrfach verwendet werden. Ob ein Zertifikat aus Deutschland oder einem anderen europäischen Land stammt, ist egal.

Importe aus Norwegen trotz Ökostromproduktion in Deutschland

Das ist wichtig. Denn ohne den Einkauf von Ökostrom im Ausland könnte die Nachfrage in Deutschland nicht bedient werden. Das erscheint auf den ersten Blick paradox. Schließlich decken erneuerbare Energien mehr als ein Drittel der Stromversorgung in Deutschland – also weit mehr, als alle Ökostromkunden benötigen. Aber nur ein Bruchteil der in Deutschland erzeugten grünen Energie darf als Strom aus erneuerbaren Energien verkauft werden. So stammten im Jahr 2016 nach Angaben des Umweltbundesamts nur rund 14 Prozent des gelieferten Ökostroms aus deutschen Kraftwerken.

Diese Strommenge erhält keine Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Deswegen darf sie als Ökostrom verkauft werden. Speist hingegen der Betreiber eines Windparks oder einer Photovoltaikanlage seine Energie ins öffentliche Stromnetz und nimmt dafür eine gesetzliche Vergütung in Anspruch, kümmert sich der Netzbetreiber um den Verkauf des Stroms an der Börse. Wer auch immer die Energiemenge kauft und einem Verbraucher liefert – er weiß zumeist nicht, dass es sich um Ökostrom handelt. Und selbst wenn er es weiß: Es ist verboten, für Strom eine EEG-Förderung einzustreichen und ihn zugleich als "Strom aus erneuerbaren Energien" zu handeln. 

So kommt es, dass Stromversorger große Mengen in anderen Ländern einkaufen. Vorwiegend handelt es sich dabei um Wasserstrom. 2016 stammten die Herkunftsnachweise für den gelieferten Ökostrom zu rund 47 Prozent aus Norwegen. Dahinter folgt Deutschland mit den erwähnten 14 Prozent. Aus Frankreich kamen 11 Prozent, aus Österreich rund 8 und aus Schweden rund 6 Prozent. Auch wenn der Importanteil noch hoch ist - mehr und mehr grüner Strom, den Kunden über Ökotarife beziehen, stammt inzwischen aus Deutschland. 

Das System der Herkunftsnachweise sorgt auf der anderen Seite dafür, dass alle Stromverbraucher in Deutschland Energie aus erneuerbaren Kraftwerken erhalten - auch, wenn sie dies nicht explizit wünschen. Das ist dann der Ökostrom ohne Herkunftsnachweis. Wie hoch die jeweiligen Anteile sind, lässt sich der Stromrechnung entnehmen. Beziehen Sie echten Ökostrom, sollten Sie die Angabe von 100 Prozent hinter der Kategorie „sonstige erneuerbare Energien, nicht gefördert nach dem EEG“ finden. Sie wissen dann, dass ihr Versorger bei Ökostromproduzenten eingekauft hat, die keine gesetzliche Förderung erhalten. Haben Sie einen anderen Tarif, sollte sich auch eine Prozentangabe hinter der Kategorie "Erneuerbare Energien, gefördert nach dem EEG" finden.

Wie Ökostromkunden die Energiewende voranbringen

Ob der für Sie eingekaufte Ökostrom tatsächlich bei Ihnen landet, kann nicht sichergestellt werden, so lange Sie den Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Alle Produzenten speisen ihren Strom gleichermaßen in dieses ein. Da sich die Energie den kürzesten Weg durch die Leitungen zum Verbraucher sucht, erhalten Sie Ihren Strom vor allem aus dem Kraftwerk, das am nächsten liegt.

Dennoch fördern Ökostromkunden die erneuerbaren Energien. Steigt die Nachfrage nach entsprechenden Tarifen in Europa, werden die Produzenten neue Anlagen errichten. Auch Stromversorger investieren in regenerative Kraftwerke – zum Teil direkt in Deutschland. Während der Einkauf von nachweislich grün erzeugter Energie zu den Pflichten eines Ökostromanbieters gehört, zählen der Bau neuer Kraftwerke oder eine nachhaltige Unternehmenspolitik zur Kür. Welche zusätzlichen Kriterien ein Unternehmen erfüllt, spiegeln Gütesiegel wieder. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel über Ökostrom-Gütesiegel.

Günstigen Ökostromtarif finden mit unserem Vergleichsrechner

Die einfachste Möglichkeit, an einen günstigen Ökostromtarif zu gelangen, bieten Vergleichsrechner im Internet. Wir empfehlen den verbraucherfreundlichen Finanztip-Stromrechner. Er basiert auf Daten von Verivox und Check24 und zeigt Ökostromtarife an, die ein unabhängiges Gütesiegel tragen. Die günstigsten Tarife tauchen ganz oben auf.

Wer sich bewusst für Ökostrom entscheidet, will wahrscheinlich nicht jedes Jahr den Stromanbieter wechseln, um einen Neukundenbonus zu bekommen. Sofern das auf Sie zutrifft und Sie mit Ihrem neuen Ökostromanbieter erstmal Ihre Ruhe haben wollen, lassen Sie den Stromrechner auf „einmaligen Wechsel“ eingestellt. Dann sucht das Tool einen tendenziell dauerhaft günstigen Tarif und berücksichtigt beim Vergleich nicht den Neukundenbonus.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu aktuellen Stromanbieter-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Alternative: Bundesweit tätige reine Ökostromanbieter

Mittlerweile haben fast alle Stromerzeuger neben konventionellen Tarifen auch grünen Strom im Angebot. Ob ein Anbieter mit seinem Tarif die Energiewende voranbringt, beurteilt dabei die Plattform „EcoTopTen“ des Öko-Instituts. Sie listet alle nachhaltigen Angebote auf. Im Dezember 2017 sind es 34 Tarife, von denen die Plattform drei als „nicht empfehlenswert“ einstuft, ohne allerdings die Namen der entsprechenden Anbieter zu nennen. Von den 31 empfohlenen Tarifen weisen 26 ein Gütesiegel auf. Sechs weiteren hat „EcoTopTen“ ein unabhängiges Zertifikat erteilt, weil die Tarife die Kriterien der Plattform erfüllen. Dazu gehört, dass der Stromversorger nicht an Atom- oder Kohlekraftwerken beteiligt ist und einen bestimmten Teil des Stroms aus neuen Erzeugungsanlagen bereitstellt.

Die von den "EcoTopTen" gelisteten Ökostromtarife prüft die Zeitschrift „Öko-Test“ noch einmal in einer eigenen Untersuchung - unter Berücksichtigung der Geschäftsausrichtung der Anbieter. Das Gesamturteil "sehr gut" erhalten dabei nur reine Ökostromversorger. Wer auch konventionellen Strom anbietet oder mit einem solchen Unternehmen verbunden ist, erhält nicht die Bestnote.

Der jüngste Test basiert auf Daten von August 2017 und ist seit Anfang Januar 2018 öffentlich. Exakt 18 Ökostromtarifen erteilte „Öko-Test“ das Gesamturteil „sehr gut“. Darunter finden sich die Unternehmen EWS Schönau, Greenpeace Energy und Naturstrom, die sich auch schon im Februar 2012 bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest unter den besten Ökostrom-Anbietern befanden. Den Versorger Naturstrom hat sich Finanztip hier genauer angesehen.

Die besten reinen Ökostromanbieter in Deutschland

AnbieterTarifLabel
BaywaBaywa Ökostrom 12Ok-Power
Bürgerinitiative UmweltschutzNaturstrom ÖkostrompoolGrüner Strom Gold
BürgerwerkeBürgerstromGrüner Strom Gold
Heidelberger SolidarstromerHeidelberger SolidarstromEcoTopTen
Ökostromer Edingen-NeckarhausenÖkostrom+EcoTopTen
Schriesheimer ÖkostromerSchriesheimer Ökostrom+EcoTopTen
Enspire EnergieEnspire Grüner StromGrüner Strom Gold
EWS Elektrizitätswerke SchönauEWS ÖkostromEcoTopTen
Greenpeace EnergyÖkostrom aktivTÜV Nord, Omnicert
Klimaschutz+ EnergiegenossenschaftÖkostrom+EcoTopTen
Mann-NaturenergieMann CentGrüner Strom Gold
NaturstromNaturstromGrüner Strom Gold
PolarsternWirklich ÖkostromGrüner Strom Gold
ProengenoNaturmix Family PremiumGrüner Strom Gold
Prokon Regenerative EnergienProkon StromOk-Power
SaveroChancen gebenOk-Power
Solidarische Ökonomie BremenBremer SolidarstromEcoTopTen
Stadtwerke Müllheim-StaufenAlemannenstrom Markgräfler Ok-Power+Ok-Power

Quelle: Zeitschrift „Öko-Test“ (Jahrbuch 2018, veröffentlicht am 9. Januar 2018)

Neben den sehr guten Bewertungen hat „Öko-Test“ auch sieben Unternehmen ein „befriedigend“ erteilt und vier Anbietern ein „ausreichend“. Dabei handelt es sich um Stromversorger, die entweder selbst konventionellen Strom anbieten oder die zu einem Unternehmensverbund gehören, der Kohle- oder Atomstrom vertreibt. Trotzdem weisen alle 11 Anbieter für ihren Ökostromtarif ein Gütesiegel auf.

So läuft der Wechsel ab

Tipp

Anbieterwechsel

Wann Sie ausnahmsweise selbst kündigen sollten und was Sie beim Umzug beachten müssen, lesen Sie im Ratgeber Stromanbieterwechsel.

Nachdem Sie sich für einen Tarif entschieden haben, schließen Sie den Stromvertrag entweder über den Vergleichsrechner ab oder direkt beim Stromanbieter Ihrer Wahl. Der Lieferant kündigt Ihren alten Vertrag für Sie. Sie brauchen nichts weiter zu unternehmen.

Der Wechsel dauert drei bis acht Wochen, falls Sie sich für einen anderen Anbieter entschieden haben. Wenn Sie lediglich den Tarif bei Ihrem bisherigen Anbieter wechseln, kann es schneller gehen. Die Belieferung mit Ihrem neuen Ökostromtarif beginnt an einem Monatsersten. Ab dann unterstützen Sie aktiv die Energiewende.

Mehr dazu im Ratgeber Stromanbieterwechsel

Finanztip-Redaktion

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.