Online-TV

Günstiger Fernsehen via Live-Stream im Internet

Das Wichtigste in Kürze

  • Das laufende Fernsehprogramm können Sie nicht nur über Antenne (DVB-T), Kabel oder Satellit empfangen, sondern auch übers Internet.
  • Ein Vorteil von Online-TV ist, dass Sie den Fernsehempfang ganz leicht auch auf Geräte wie Smartphones und Tablets übertragen können.
  • Die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF können Sie ohne Extra-Kosten direkt auf deren Webseiten schauen. Alternativ melden Sie sich bei den Online-TV-Anbietern Zattoo oder Magine TV an.
  • Die Privatsender wie RTL oder Prosieben hingegen bieten nicht immer eigene Live-Streams an. Sie können sie mit den kostenpflichtigen Abos „HiQ“ von Zattoo oder „Basic“ von Magine TV gucken, wobei das Angebot von Magine TV preiswerter ist.
  • Sie benötigen eine schnelle Internetverbindung, mindestens DSL 2.000, am besten ab DSL 16.000.
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Das Morgenmagazin auf dem Smartphone, die Lieblingsserie auf dem Tablet, der Spielfilm auf dem großen Fernseher im Wohnzimmer: All das ist möglich, wenn Sie das TV-Programm übers Internet empfangen statt über Kabel oder Satellit. Dafür können Sie entweder Live-Streams nutzen, die einige Fernsehsender kostenlos anbieten. Eine Alternative dazu sind Online-TV-Dienste, die mit vielen Fernsehsendern zusammenarbeiten und ein legales Angebot auf die Beine gestellt haben. Der wohl bekannteste TV-Provider ist Zattoo, ein Herausforderer heißt Magine TV. Wir haben die verschiedenen Möglichkeiten, Fernsehen übers Internet zu sehen, für Sie unter die Lupe genommen und die Preise verglichen.

Live-Streams der Öffentlich-Rechtlichen ohne Zusatzkosten

Die öffentlich-rechtlichen Programme können Sie problemlos über das Internet anschauen. Die Live-Streams sind im monatlichen Preis von knapp 18 Euro enthalten, den Sie als Rundfunkgebühr zahlen. Diese Streams sind allerdings meist in normaler Bildqualität und nicht in HD-Auflösung. Aufzeichnungen in den Mediatheken können eine höhere Bildqualität aufweisen. Leider werden einige Spielfilme sowie die Fußball-Bundesliga nicht in der Mediathek bereitgestellt.

Zattoo: Pionier der TV-Provider

Der Klassiker unter den Online-TV-Diensten ist Zattoo: Er startete in der Schweiz bereits 2006. Mit der Software können Sie sich ins laufende Programm zahlreicher Fernsehsender einschalten. Zattoo bietet ein kostenloses Abo sowie mehrere Pakete gegen eine monatliche Gebühr. Die Anwendung gibt es für etliche Systeme: Windows (Phone), Mac, Android, iOS, Google Chromecast, Amazon Fire TV und Xbox.

Free - Das „Free“-Paket von Zattoo enthält 74 Sender in normaler Bildqualität (SD) – bis auf einen Shopping-Kanal gibt es kein HD. Zum Angebot zählen ARD, ZDF und etliche dritte Programme, außerdem Nachrichten- und Spartensender.

Mit dem Gratis-Paket können Sie nichts falsch machen, wenn Sie zum Beispiel den „Tatort“-Krimi auf Ihrem Smartphone oder Tablet sehen wollen. Um Spielfilme auf dem großen Fernseher im Wohnzimmer zu genießen, ist das Angebot wegen der durchschnittlichen Bildqualität hingegen weniger geeignet. Weiterer Haken: Zur Finanzierung des Angebots blendet Zattoo gelegentlich Werbung ein – zusätzlich zur Werbung der Fernsehsender.

HiQ - Für alle, die neben dem öffentlich-rechtlichen Programm auch die privaten Fernsehsender wie RTL, Sat 1 und Pro Sieben sehen wollen, eignet sich der „HiQ“-Tarif für knapp 10 im Monat. Die Privatsender empfangen Sie allerdings nur in Standardqualität, während ARD, ZDF, die dritten Programme und einige Spartensender in hochauflösendem HD übertragen werden.

Neben der monatlicher Abrechnung bietet Zattoo einen Tagespass für 1,59 Euro an, ein 3-Monats-Abo für 28 Euro sowie eine Jahresabrechnung für knapp 100 Euro. Mit letzterer sinkt der Preis auf monatlich gut 8 Euro.

Plus/International - Mit den Paketen Plus und International sehen Sie gegen Aufpreis Spartenprogramme zu den Themen Sport, Musik, Kinder, Bildung und Erotik sowie Sender beispielsweise auf Türkisch oder Polnisch.

Magine TV: Der Herausforderer

Seit 2014 bietet der schwedische Online-TV-Anbieter Magine TV seinen Dienst in Deutschland an. Wie Zattoo zeigt auch Magine TV einige öffentlich-rechtliche Sender in Standardqualität gratis. Für die Privatsender ist bei Magine TV ebenfalls ein kostenpflichtiges Programmpaket notwendig.

Basic - Das „Basic“-Angebot enthält neben zahlreichen öffentlich-rechtlichen Programmen in HD-Qualität auch Privatsender wie RTL, Sat 1 und Pro Sieben – letztere allerdings nur in Standardauflösung. Der „Basic“-Tarif kostet knapp 7 Euro im Monat. Damit ist er 3 Euro günstiger als das vergleichbare Angebot „HiQ“ von Zattoo.

Premium - Spartensender unter anderem zu den Themen Bildung, Musik und Nachrichten sehen Sie mit dem Paket „Premium“ ab rund 12 Euro im Monat. Das Angebot umfasst das „Basic“-Paket. Prüfen Sie auf der Website von Magine TV, ob Sie die Themen der enthaltenen Spartensender ansprechen.

Weitere Tarife - Magine TV bietet weitere kleinere Programmpakete zu bestimmten Themen an, beispielsweise Film & Serie, Sport & Action oder Kids. Der Preis beträgt je knapp 3 oder 4 Euro.

Zattoo und Magine TV im Vergleich

Die interessantesten Angebote der zwei vorgestellten Dienste für Online-TV sind „HiQ“ von Zattoo und „Basic“ von Magine TV. Denn die meisten Verbraucher dürften ein Abo bevorzugen, das nicht nur die öffentlich-rechtlichen Sender umfasst, sondern auch die privaten wie RTL und Prosieben. Da die meisten anderen TV-Empfangswege ebenfalls Geld kosten, sind sie wahrscheinlich bereit, dafür etwas zu bezahlen. Wir haben die wichtigsten Eckdaten von „HiQ“ und „Basic“ zusammengestellt.

Angebotsvergleich

  HiQ von Zattoo Basic von Magine TV
Preis (monatlich) 9,99 € 6,99 €
kostenlose Testphase 1 Monat 1 Monat
Sender-Anzahl laut Website 90 37
davon in HD 35 20
verfügbar für PC, Mac, Android, iOS, Windows Phone/10 Mobile, Chromecast, Xbox, Smart TV (LG und Samsung), Amazon Fire TV, Empfänger-Box (Video Web) PC, Mac, Android, iOS, Windows Phone/10 Mobile, Chromecast, Smart-TV (Samsung), Amazon Fire TV

Quelle: Anbieter-Webseiten, Finanztip-Recherche (Stand: 26. Januar 2017)

Zattoo wirbt auf seiner Website mit einer deutlich größeren Anzahl an TV-Sendern als Magine TV. Allerdings sind auch bei Magine alle bekannten Sender dabei.

Beim Preis punktet Magine TV. Der Dienst ist 3 Euro im Monat günstiger als Zattoo. 

So schnell sollte Ihre Internetleitung sein

Achtung

Anschluss oft langsamer

Viele Internetanschlüsse erreichen nicht das Tempo, mit dem sie beworben werden. Auf wieistmeineip.de/speedtest können Sie prüfen, wie schnell Ihre Verbindung wirklich ist.

Wie viel Bandbreite Online-TV benötigt und wie schnell demzufolge die Internetverbindung sein muss, damit der Stream flüssig läuft, hängt von mehreren Faktoren ab. So benötigt ein HD-Stream natürlich eine schnellere Leitung als einer in Standardauflösung. Aber auch das verwendete technische Verfahren zur Speicherung der Bilder (Kompression) spielt eine Rolle.

Zattoo empfiehlt den Nutzern seines kostenlosen Angebots eine Internetleitung mit mindestens 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), also zum Beispiel DSL 2000. Für die HD-Streams seines Bezahlabos „HiQ“ benötigen Sie laut Zattoo 4 Mbit/s.

Konkurrent Magine TV erklärt hingegen, dass die Internet-Geschwindigkeit lediglich mindestens 0,7 Mbit/s betragen müsse. Für eine „optimale Bild- und Klangqualität“ empfiehlt der Anbieter allerdings 8 Mbit/s. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie über eine aktuelle DSL-Leitung mit 16 Mbit/s (DSL 16.000) oder schneller verfügen. Dann bleiben noch genügend Reserven für andere Internetanwendungen, während Sie fernsehen.

Zweifelhafte Websites bieten kostenlose Streams

Wie Sie bestimmt wissen, können Sie etliche Sender, für die Sie bei Zattoo und Magine TV Geld bezahlen müssen, auch auf unseriösen Webportalen gratis sehen. Zuschauer machen sich zwar wahrscheinlich nicht strafbar, wenn sie diese Seiten nutzen, aber die Betreiber verletzten das Urheberrecht.

Dass das reine Betrachten eines solchen Streams legal sei, erklärte das Bundesjustizministerium im Januar 2014 auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Ebenso sind Medienrechtsexperten wie der Anwalt Christian Solmecke der Auffassung, dass Zuschauer von Streams sich nicht strafbar machen.

Unser Rat: Wenn Sie sich dafür entscheiden, solche Streaming-Seiten zu nutzen, besuchen Sie sie niemals ohne aktuellen Virenscanner und laden Sie keine Dateien herunter.

Eindeutig verboten ist es hingegen, Software wie „Sop-Cast“ oder „Popcorn Time“ zu benutzen. Der Grund: Solche Programme verbreiten die Sendung im Hintergrund über Ihren Rechner auch an andere Nutzer – das ist nach deutschem Urheberrecht klar illegal.

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Alternative DVB-T 2 HD

Kostenlos über Antenne fernsehen können Sie je nach Region noch bis Ende 2018. Danach wird die erste Generation des digitalen Antennenempfangs (DVB-T) abgeschaltet und endgültig durch den Nachfolger DVB-T2 HD ersetzt. Dieser bietet eine bessere Bildqualität, allerdings sind nur die öffentlich-rechtlichen Sender weiterhin kostenfrei. Für die Privatsender fällt eine Gebühr von knapp 70 Euro im Jahr an (Freenet TV). Das ist weniger als die Online-TV-Dienste kosten. Nötig ist ein spezielles DVB-T-2-Empfangsgerät.

Der Haken: Das Abo für „Freenet TV“ gilt nur für ein einziges Gerät. Besitzen Sie mehrere Fernseher oder geeignete Computer, dann wird es entsprechend teurer. In dem Fall rechnet sich wieder ein Online-TV-Abo, das in aller Regel für mehrere Geräte gilt.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.