Tipps & Tricks

Diese Versicherungen brauchst Du (nicht) für Dein Kind

Wir zeigen Dir, welche Versicherungen echten Schutz bieten und wo Du Dir Beiträge guten Gewissens sparen kannst – inklusive einer Einordnung nach Wichtigkeit.

Nathanael Häfner
Nathanael Häfner BU und Unfallversicherung
Diese Versicherungen brauchst Du (nicht) für Dein Kind

Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:

„Bitte geht auf sinnvolle Zusatzversicherungen für den Nachwuchs (z. B. Kinderinvaliditätsversicherung, Pflegetagegeld, etc.) ein und stellt möglichst eine Reihenfolge zur Wichtigkeit auf.“ 

Das Wichtigste zuerst: Kinder sind grundsätzlich abgesichert

  • Wenn Du gesetzlich krankenversichert bist, ist Dein Kind in den meisten Fällen beitragsfrei mitversichert
  • In der privaten Krankenversicherung braucht jedes Kind einen eigenen Vertrag und einen eigenen Beitrag, egal, ob ein oder beide Elternteile privat versichert sind
  • Bei Deiner privaten Haftpflichtversicherung ist Dein Kind nicht automatisch immer mitversichert. In vielen Singletarifen sind Kinder nicht eingeschlossen – dafür brauchst Du in der Regel einen Familientarif. Prüfe deshalb unbedingt Deine Vertragsbedingungen
  • Die gesetzliche Unfallversicherung greift z. B. in der Kita, Schule und auf dem direkten Hin- und Rückweg

Damit ist Dein Kind für die wichtigsten Fälle bereits abgesichert. Es gibt aber noch weitere Versicherungen, die Du speziell für Dein Kind abschließen kannst – aber nicht musst:

1. Früh absichern: BU für Kinder

Sollte Dein Kind später wegen Krankheit oder Unfall dauerhaft nicht arbeiten können, sicherst Du den Nachwuchs mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ab. Je früher Du sie abschließt, desto günstiger sind die Beiträge.

Warum das wichtig ist? Stell Dir vor, Dein Kind verdient später 2.500 € netto im Monat und kann aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht arbeiten. Ohne Absicherung fehlt dieses Einkommen komplett. Eine BU würde in so einem Fall eine monatliche Rente zahlen – oft über Jahrzehnte.

Eine BU für Kinder kannst Du allerdings erst beantragen, wenn Dein Kind mindestens zehn Jahre alt ist. Außerdem solltest Du Dich beraten lassen: Als spezialisierte Versicherungsmakler empfehlen wir Hoesch & Partner, Dr. Schlemann – unabhängige Finanzberatung, Von Buddenbrock Concepts, BVLG – Beamtenversorgung leicht gemacht, CS Capital Synergy.

Fazit: Wenn Du Dich fragst, welche Absicherung Du zuerst angehen solltest, ist die BU für viele Familien die sinnvollste Option.

2. Eher unnötig: Private Unfallversicherung

Wenn Du das finanzielle Risiko eines schweren Unfalls absichern möchtest, kannst Du eine private Unfallversicherung für Dein Kind abschließen. Sie zahlt, wenn es durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt bleibt. Das Geld kannst Du dann z. B. für Umbauten in der Wohnung, Hilfsmittel oder zusätzliche Betreuung nutzen.

Bedenk aber: Auf dem Weg zur Schule, Kindergarten und auch währenddessen ist Dein Kind bereits über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt.

Außerdem greift die private Unfallversicherung nur bei Unfällen. Krankheiten sind nicht abgesichert, obwohl sie bei Kindern und auch allgemein deutlich häufiger vorkommen. 91 % der schweren Behinderungen gehen auf Krankheiten zurück, nur 1 % auf Unfälle.

Unterm Strich: Eine Unfallversicherung brauchst Du für Dein Kind nicht. Eine BU ist hier die bessere Wahl. Alternativ kannst Du über eine Grundfähigkeitsversicherung nachdenken, die sich oft in eine BU umwandeln lässt, wenn Dein Kind älter wird.

3. Eingeschränkt empfehlenswert: Kinderinvaliditätsversicherung

Sie zahlt, wenn Dein Kind dauerhaft so stark beeinträchtigt ist, dass es voraussichtlich nie selbstständig für sich sorgen kann – egal ob durch Krankheit oder Unfall. Die Versicherung klingt zunächst sinnvoll, ist in der Praxis aber oft problematisch. Viele Tarife sind teuer, kompliziert und an enge Bedingungen geknüpft. Ausgezahlt wird häufig nur in sehr schweren Fällen.

Aus unserer Sicht lohnt sich eine Kinderinvaliditätsversicherung für die meisten Familien daher nicht und sollte, wenn überhaupt, sehr genau geprüft werden.

4. Eher unnötig: Pflegetagegeld für Kinder

Die Versicherung springt ein, wenn Dein Kind pflegebedürftig wird. Allerdings sind Kinder bereits über die gesetzliche Pflegeversicherung abgesichert. Zusätzliche Versicherungen wie das Pflegetagegeld bringen meist nur einen geringen Mehrwert, kosten aber dauerhaft Geld.

Kurz gesagt: Ein Pflegetagegeld für Kinder ist in der Regel verzichtbar – Rücklagen sind meist die bessere Lösung.

So gehst Du am besten vor:

  1. Prüf zuerst Deine private Haftpflichtversicherung und stell sicher, dass Dein Kind dort mitversichert ist und auch Schäden durch deliktunfähige Kinder abgedeckt sind
  2. Entscheid danach, ob Du zusätzlich eine BU für Dein Kind abschließen möchtest, um das spätere Einkommensrisiko früh abzusichern
  3. Schau anschließend, ob eine private Unfallversicherung für Dein Kind oder als Familientarif sinnvoll ist

Von Kinderinvaliditäts- und Pflegetagegeldversicherungen solltest Du in der Regel absehen und Dich nicht von Angeboten unter Druck setzen lassen. Welche Versicherungen auch Du Dir grundsätzlich sparen kannst, liest Du in diesem Beitrag.

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Von Anna Karolina Stock, und Giulia Tita
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