Um einen Mindestschutz aus Deiner Grundfähigkeitsversicherung zu erhalten, solltest Du Dir im Vertrag durchlesen, welche Grundfähigkeiten abgesichert werden. Denn hier unterscheiden sich die Tarife teilweise erheblich.
Wie sind die Grundfähigkeiten definiert?
Achte nicht nur darauf, wie viele Grundfähigkeiten abgesichert sind, sondern auch auf die Qualität des einzelnen Versicherungsschutzes. Manchmal sind die Anforderungen so hoch, dass Du auch bei einer hohen Anzahl an abgesicherten Grundfähigkeiten nur schwer an Leistungen kommst. Achte also darauf, wie Deine Versicherung den Schutz einer Fähigkeit genau definiert.
Ein Beispiel: Manche Versicherungen zahlen, wenn Du weder mit der linken noch mit der rechten Hand eine Schere richtig benutzen kannst. Das gilt als Verlust der Fähigkeit, Deine Hände zu gebrauchen. Andere zahlen die Rente allerdings schon früher, zum Beispiel wenn Du mit nur einer Deiner Hände nicht mehr in der Lage bist, den Schraubverschluss einer Flasche zu öffnen. Wieder andere prüfen dagegen, ob Du nach wie vor einen Schraubenzieher benutzen kannst.
Sind berufsrelevante Fähigkeiten abgesichert?
Überleg unbedingt vor Abschluss einer Versicherung, welche Fähigkeiten für Deinen Beruf besonders wichtig sind. Vergleiche dann mithilfe eines Versicherungsmaklers oder einer -maklerin, welcher Anbieter diese Fähigkeiten möglichst vorteilhaft definiert.
Konzentrier Dich dabei auf die wichtigen Fähigkeiten. Bei einem körperlich anspruchsvollen Beruf solltest Du beispielsweise prüfen, wann die Versicherung bei Erkrankungen des Rückens, der Beine, der Hände und Arme zahlt. Verzichte auf Zusatzbausteine wie die Fähigkeit zur Benutzung eines Bildschirms oder einer Tastatur, wenn Du ohnehin keinen Bürojob hast. Andere Zusatzbausteine wie „Fahrrad fahren“ oder „öffentliche Verkehrsmittel nutzen“ machen die Versicherung teuer und helfen Dir nicht weiter, wenn Du eine bestimmte Fähigkeit für Deinen Beruf verlierst.
Reicht die Rentenhöhe aus?
Achte darauf, dass die versicherte Rente hoch genug ist, um die Kosten für Deinen Lebensunterhalt und die Altersvorsorge zu decken. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht dafür in der Regel nicht aus. Du solltest eine Rentenhöhe wählen, mit der Du Deinen Lebensstandard finanzieren könntest. Berechne dafür Deine monatlichen Fixkosten und berücksichtige mögliche zusätzliche Kosten für Deine Gesundheit. Finanztip empfiehlt, mindestens 80 Prozent Deines aktuellen Nettoeinkommens als Rente abzusichern.
Was kostet der Tarif?
Die Beiträge für die Grundfähigkeitsversicherung variieren je nach Alter, Beruf, Gesundheitszustand und der gewünschten Rentenhöhe. Auch die unterschiedlichen Zusatzbausteine können den Beitrag verändern.
So können nach Finanztip-Recherche (Stand: 24. Februar 2026) die Beiträge für einen 30-jährigen Bürokaufmann mit 1.500 Euro monatlicher Rente bis 67 Jahre zwischen 48 und 55 Euro pro Monat betragen, wenn er einen Tarif mit Basisschutz bucht. Für Premiumtarife mit umfassenderem Schutz können dagegen zwischen 100 und 180 Euro im Monat anfallen.
Auch für Personen mit Vorerkrankungen oder körperlich anspruchsvollen Berufen sind die Beiträge oft deutlich höher. Besprich Dich daher vorher mit einer von Finanztip empfohlenen Maklerin oder Makler.
Hat der Tarif eine gute Bewertung? Die Versicherungs-Ratingagentur Franke & Bornberg vergleicht regelmäßig die Bedingungen verschiedener Anbieter. Schließ einen Tarif ab, der die höchstmögliche Bewertung „FFF+“ erhalten hat.