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Krankenkassen-Reform beschlossen: Was sich noch geändert hat

Allen Widerständen zum Trotz ist sie durch: Die Krankenkassen-Reform. Welche Punkte sich noch geändert haben – und was sie für Dich bedeuten.

Anja Schlicht
Von Anja Schlicht und Sabrina Theobold
GKV Reform

Kostenlose Familienversicherung: Fällt für viele weg
Teilkrankengeld: Ab 2028 geplant
Zusatzbeiträge: Erhöhung muss nicht kommuniziert werden

Der Bundestag und -rat haben die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen. Bis kurz vor der Abstimmung wurde allerdings noch daran gearbeitet: Insgesamt sind 64 Änderungsanträge ins Gesetz geflossen. 

Einige dieser letzten Änderungen am bisherigen Plan wirken sich auch auf Deinen Geldbeutel aus:  

  • Mitversicherung von Ehepartnern: Für einige Hauptverdiener-Haushalte könnte ab 2028 die kostenlose Mitversicherung enden. Stattdessen soll ein Zuschlag von 2,5 % auf das Einkommen des gesetzlich versicherten Partners fällig werden. Verdient der z. B. 4.000 € brutto im Monat, wären das rund 100 € zusätzlich. Hier ist noch kurzfristig an der Altersgrenze geschraubt worden: Denn ausgenommen bleiben Eltern mit Kindern unter zwölf Jahren, pflegende Angehörige und Rentner. Im Gesetzentwurf war ursprünglich eine Altersgrenze von sieben Jahren geplant
  • Teilkrankengeld: Wer teilweise arbeitsunfähig ist und schrittweise in den Beruf zurückkehrt, soll künftig Teilkrankengeld erhalten. Diese Regelung soll aber erst 2028 in Kraft treten
  • Zusatzbeiträge: Krankenkassen müssen Dich künftig nicht mehr per Brief über eine Erhöhung ihres Zusatzbeitrags informieren. Wenn Du also plötzlich weniger Netto hast, könnte das an einem höheren Zusatzbeitrag liegen. Damit Du keine bösen Überraschungen erlebst, halten wir Dich natürlich weiterhin möglichst schnell über Beitragserhöhungen auf dem Laufenden

Weitere Änderungen

Eine automatische Erhöhung der Zuzahlungen für Medikamente ist vorerst vom Tisch. Es bleibt aber dabei, dass die Zuzahlungen in 2027 von 5 € bis 10 € auf 7,50 € bis 15 € steigen. Außerdem wurden weitere Änderungen beschlossen, die zwar nicht unmittelbar bei Dir ankommen, die Krankenkassen aber finanziell etwas entlasten sollen. So können Beiträge stabil bleiben.

Der Bund kürzt seine finanziellen Zuschüsse für die gesetzliche Krankenversicherung nicht so stark wie zunächst geplant. Außerdem beteiligt er sich künftig nochmal etwas stärker an den Kosten für Grundsicherungsempfänger.

Übrigens: Auch die Finanztip-Community sieht hier den größten Hebel: In unserem GKV-Reformrechner ist das die mit Abstand beliebteste Maßnahme.

Auch die Pharmaindustrie konnte kurz vor Schluss noch Änderungen erreichen. Für Dich hat das zunächst keine direkten Auswirkungen. Sie führen aber dazu, dass die Krankenkassen in diesem Bereich nur kurzfristig sparen.

Unser Fazit

Ziel der Reform ist es, die Krankenkassenbeiträge zu stabilisieren und die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung auszugleichen. Dafür spart der Staat etliche Milliarden ein. Ganz ohne Einschnitte geht das aber nicht – auch für die Versicherten. Die Maßnahmen sollen aber verhindern, dass die Beiträge noch weiter steigen – und das betrifft Dein Konto ja auch ganz direkt.

Was Du jetzt tun kannst? Steigt der Zusatzbeitrag Deiner Krankenkasse, solltest Du prüfen, ob sich ein Wechsel für Dich lohnt. Die besten Krankenkassen in unserem Finanztip-Vergleich sind die HKK, Techniker, Audi BKK und DAK-Gesundheit.

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