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SpaceX: Warum die Börsen-Euphorie verpufft ist

Nach dem Rekord-Börsengang ist die SpaceX-Aktie deutlich gefallen. Der Kurs zeigt, wie schnell eine hoch bewertete Börsenstory kippen kann.

 

Space X

Erst Rekord-Börsengang, ein Kursfeuerwerk, dann der Absturz: Inzwischen ist die SpaceX-Aktie vom Höchststand deutlich unter den Ausgabepreis gefallen. Und in den kommenden Wochen könnten Quartalszahlen, ein Starship-Test und frei werdende Aktien für noch mehr Schwankungen sorgen.

Dabei sah noch vor wenigen Wochen alles ganz anders aus: Seit Mitte Juni 2026 kannst Du die SpaceX-Aktie handeln. Und das Interesse war riesig: Laut dem Onlinebroker Flatex wurde SpaceX in den ersten Tagen zehnmal so häufig gehandelt wie Nvidia. 

Kurz nach dem Börsengang erreichte der Kurs einen Höchststand von 225 $. Stand, 28. Juli ist die Aktie mit rund 110 $ ein gutes Stück unter dem Ausgabepreis gefallen – vom Höchststand aus gerechnet ein Minus von 51 %. 

Viele Erwartungen, wenig Spielraum  

Der Börsenstart von SpaceX lebte von einer großen Geschichte: Starlink soll weiter wachsen, Starship die Raumfahrt günstiger machen und neue Projekte wie Rechenzentren im All sollen langfristig hohe Gewinne bringen. Viele hofften auf den nächsten Tesla-Effekt: Rasantes Wachstum, technische Durchbrüche und langfristig hohe Gewinne.

An Ideen und technologischem Potenzial mangelt es SpaceX also nicht. Das Problem bleibt der Preis: Beim Börsengang wurde SpaceX mit rund 1,8 Bio. $ bewertet. Dem steht zuletzt ein Jahresumsatz von rund 18,7 Mrd. $ und ein Verlust von knapp 5 Mrd. $ gegenüber. 

Anders gesagt: Beim Börsengang hat man ungefähr das 96-Fache des Jahresumsatzes gezahlt. Der Kurs hat damit also sehr viel künftiges Wachstum vorweggenommen. Schon Zweifel am Wachstumstempo oder an der künftigen Profitabilität können die Aktie deshalb deutlich unter Druck setzen.

Starship bleibt wichtiger Test  

Zuletzt belasteten vor allem Rückschläge beim Starship-Programm die Stimmung. Technische Rückschläge verzögern wichtige Projekte, gleichzeitig verschlingen der Raketenbau und weitere Zukunftsvorhaben Milliarden. Starship ist wichtig, weil die Rakete künftig größere und schwerere Starlink-Satelliten ins All bringen und weitere Projekte von SpaceX ermöglichen soll. 

Ein erfolgreicher Test könnte wieder Hoffnung machen. Er löst aber nicht das grundsätzliche Problem: SpaceX muss beweisen, dass sich seine teuren Zukunftsprojekte irgendwann in entsprechend hohe Gewinne verwandeln.

SpaceX muss hohe Bewertung rechtfertigen  

Auch die Aufnahme in den Nasdaq 100 hat der Aktie keinen nachhaltigen Schub gebracht. Dabei müssen Fonds und ETFs, die den Index nachbilden, SpaceX entsprechend ihrer Gewichtung kaufen. Doch die Indexaufnahme galt bereits als wahrscheinlich und änderte wenig an der zentralen Frage: Kann SpaceX schnell genug wachsen, um seine hohe Bewertung zu rechtfertigen? 

Diese Termine können den Kurs bewegen  

Zusätzlicher Druck könnte entstehen, wenn SpaceX Anfang August erstmals seine Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen veröffentlicht.  

Kurz darauf werden rund 20 % der bislang gesperrten Aktien handelbar. Verkaufen gleichzeitig viele Leute, die die Aktie schon haben, steigt das Angebot – und das könnte den Kurs weiter belasten. SpaceX bleibt eine Nebenwette.

Die SpaceX-Aktie kostet inzwischen deutlich weniger als auf ihrem Höchststand. Günstig bewertet ist sie aber trotzdem nicht. Das Wertpapier bleibt eine Wette darauf, dass Starlink weiter wächst, Starship zuverlässig einsatzfähig wird und die kapitalintensiven Zukunftsprojekte langfristig profitabel werden.  

Dazu kommt die starke Abhängigkeit von Elon Musk: Kontroverse Äußerungen, politische Aktivitäten oder rechtliche Konflikte rund um seine Person können das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger belasten und für SpaceX zum Reputationsrisiko werden. 

Willst Du die Aktie trotzdem kaufen, solltest Du sie höchstens als kleine, spekulative Beimischung betrachten. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein weltweit gestreuter Aktien-ETF die bessere Basis – statt auf eine überhitzte Börsenstory zu setzen.

Einen passenden Fonds findest Du im Finanztip-ETF-Finder. Welche Depots am besten sind, zeigt Dir unser Depotvergleich: Zu den besten Angeboten gehören Traders Place, Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital, Comdirect Pure Depot und Trade Republic.

Mehr zum Börsengang liest Du in unserem Daily Ratgeber „SpaceX geht an die Börse: Die wichtigsten Fragen und Antworten“.

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